Erfahrungen / Rat gesucht

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dorioka

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Hallo liebes Forum,

Ich habe mich extra hier angemeldet um von Fachkräften Rat zu bekommen. Ich bin 23 Jahre alt und studiere zwei Geisteswissenschften auf Lehramt. Das Studium lief bisher ganz okay, mal mehr mal weniger gut. Im Sommer werde ich meinen Bachelor machen, dann stehen mir noch zwei Jahre Master bevor.

Problem: ich quäle mich echt durch. Das Studium gefällt mir überhaupt nicht mehr, alles erscheint mir sinnlos. Ich hätte sowieso viel lieber eine Ausbildung gemacht, aber nunja. Ging eben nicht anders.

Interessieren tut mich der Beruf der Kinderkrankenpflegerin. Meine Schwester ist Krankenpflegerin, daher bekomme ich durch sie schon oft mit, was diese Branche für Belastungen mit sich bringt. Mich würde einfach mal interessieren:

...seid ihr zufrieden mit dem Beruf der Kinderkrankenpflege?
...ab wann spezialisiert man sich auf Kinder bzw. Kinderkrankheiten?
...hat man schon in der Ausbildung Schichtdienst?
...was verdient man in der Ausbildung? Was später?
...hat man Weiterbildungsmöglichkeiten? Aufstiegschancen?

In meiner Stadt ist eine Stelle zur Kinderkrankenpflegerin für den Oktober 2016 ausgeschrieben und ich überlege, mich zu bewerben... Das wäre dann bei der DRK Schwesternschaft. Hat da jemand Erfahrung?

Liebe Grüße
 
Qualifikation
Studentin
Morbus Bahlsen

Morbus Bahlsen

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Hallo liebes Forum,

...seid ihr zufrieden mit dem Beruf der Kinderkrankenpflege?
...ab wann spezialisiert man sich auf Kinder bzw. Kinderkrankheiten?
...hat man schon in der Ausbildung Schichtdienst?
...was verdient man in der Ausbildung? Was später?
...hat man Weiterbildungsmöglichkeiten? Aufstiegschancen?

In meiner Stadt ist eine Stelle zur Kinderkrankenpflegerin für den Oktober 2016 ausgeschrieben und ich überlege, mich zu bewerben... Das wäre dann bei der DRK Schwesternschaft. Hat da jemand Erfahrung?

Liebe Grüße
Erst Mal Hallo und Herzlich Willkommen. Ich bin zwar keine Kinderkrankenschwester, habe aber lange Zeit in dem Bereich gearbeitet und tue es zum Teil auch jetzt noch (wir betreuen als einziger zertifizierter Intensivpflegedienst für Kinder auch die Kleinsten)Um es vorweg zu schicken den Beruf der Kinderkrankenschwester oder wie es im Moment heißt "Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in" wird es bald nicht mehr geben. Ab 2016 kommt die Generalistische Ausbildung die dann alle drei Berufsfelder vereint (Ausbildungsdauer bleibt leider die Gleiche, aber das ist ein anderes Thema). Es soll die Möglichkeit geben sich dann nach der Ausbildung zu spezilisieren aber wie genau, ist noch nicht geklärt.

1. Zufriedenheit ist relativ. Frag 10 Pflegekräfte und du bekommst 20 Meinungen. Der Pflegenotstand verschärft sich im weiter, das hinterlässt natürlich Spuren. Die Burnoutrate unter den Pflegekräften steigt kontinuierlich. Jede 5. Pflegekraft verlässt nach durchschnittlich 8 Jahren die Pflege. Gleichzeitig werden wegen des Pflegenotstandes sogar Kollegen, die eigentlich offiziell berufsunfähig für die Pflege sind, wieder ans Patientenbett zurück gezwungen.

2. In der Generalistischen Ausbildung so wie jetzt in Planung wird es zunächst keine Spezialisierung geben. Es werden die Inhalte aller drei Ausbildungen - Alten-, Kranken- Kinderkrankenpflege, in einem gelehrt. Eine Spezialisierung soll danach möglich sein. Noch ist aber nicht geklärt, wer dies dann finanziert. Viele Arbeitgeber in der Pflege bilden ihre Mitarbeiter nur unzureichend weiter, weil es Geld kostet und die Fachkräfte auch ohne Weiterbildung arbeiten dürfen. Willst du dich weiterbilden ist häufig nicht nur Eigeninitiative, sondern auch Eigenkapital und Freizeit notwendig. Ich habe z.B. meine Weiterbildung zur Pflegedienstleiterin allein finanziert (Kostenpunkt weit über 5000 Euro) und die über 1000h neben meiner Arbeit in Freizeit erbracht. Auch meine Basisfachweiterbildung für den Bereich Außerklinische Intensivpflege habe ich selbst finanziert und in Freizeit erbracht. Mit meinem Arbeitgeber habe ich jemanden gefunden, der diese Weiterbildungen auch auch mit entsprechend höherem Gehalt honriert. Leider eher die Ausnahme als die Regel, wie ich bei unzähligen Arbeitgebern zuvor und auch Vorstellungsgesprächen feststellen musste.

3. Ja auch in der Ausbildung hast du Schichtdienst. Nachtdienste gehören zu den Pflichtstunden und Früh-, Spät- und Wochenenddienst sowie Feiertagsdienste, bleiben auch den Azubis nicht erspart. Ab dem 2. Lehrjahr werden unsere Azubis auch Weihnachten- o. Silvester zum Dienst eingeteilt. Wochenenden in der Schulwoche sind bei uns aber Frei. In unserem mobilen Pflegedienst müssen auch die Schüler hin- und wieder Teildienste machen. Nur Bereitschaftsdienst haben die Azubis noch nicht.

4. Zur Ausbildungsvergütung kann ich dir im Moment nichts sagen. Habe ich nicht im Kopf. Wir haben aber Tarif, der auch für Schüler gilt.
Das Gehalt nach der Ausbildung schwankt je nach Bundesland und Unternehme sehr stark. Ich hatte schon Pflegekräfte im Vorstellungsgespräch vor mir, die nur Mindestlohn (bei uns 8,65€) verdient haben in der Regel liegt der Lohn hier in Sachsen zwischen 10-12 Euro/h + steuerfreie Zuschläge für Schicht, Wochenend- und Feiertagsarbeit, die auch sehr unterschiedlich sind. In tarifgebundenen Unternehmen (außer DRK, der Tarifvertrag verdient seinen Namen nicht) etwas höher. Allerdings gibt es im Osten davon ziemlich wenige.

5. Karrierechancen: Du könntest dich nach der Ausbildung weiterqualifizieren zur Fachschwester, oder du machst einen Stationsleiterkurs oder eine Ausbildung zur Pflegedienstleitung, auch was in Richtung Pflegepädagogil wäre mit deinem Bachlor aus dem Lehramtsstudium durchaus möglich.

Ich würde dir erst Mal ein Praktikum in der Pflege empfehlen. Mehrwöchig wenn möglich um dir einen Einblick zu verschaffen. Oktober 2016 - in der Regel ist der Bewerbungsschluss für die Ausbildungen ab September/Oktober 12 Monate vor Ausbildungsbeginn, da man meist im Februar und März die Vorstellungsgespräche führt und dann spätestens im April und Mai die Ausbildungsverträge abschließt.
Ansonsten kann ich zum DRK nichts weiter sagen.
 
Qualifikation
PDL
Fachgebiet
Heimbeatmung
Weiterbildungen
Krisenintervention, Ernährungsberatung, PDL, Mentor, Pflegeexperte außerklinische Intensivpflege
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