Erfahrungen mit Work and Travel (Arbeitnehmerüberlassung) in der Pflege?

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ratatouille

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Hallo,
ein Freund von mir beginnt eine Tätigkeit als Gesundheits- und Krankenpfleger bei einem Personalleasingunternehmen. Dabei sind ihm mehrwöchige Einsätze bei Kunden zugeteilt, vorrangig Krankenhäuser, aber auch Pflegeheime. Unterkunft vor Ort wird gestellt, auch die Fahrten werden bezahlt. Der Lohn soll auch ganz ordentlich sein. Hat jemand Erfahrungen und kann über ähnliches berichten?
 
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Joan Doe

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Ach, das nennt man heute "Work and Travel"? Früher sagte man einfach dazu Zeitarbeit ... und dazu gibt es wahrscheinlich mehr Beiträge :kopfkratz:
 
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ratatouille

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Also zum Thema Leiharbeit finde ich zumindest hier nichts.
 
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Joan Doe

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Ich finde auch nur grad einen Thread, in dem auch einige User ihre Erfahrungen beschreiben:

Erfahrungen mit Zeit-/Leiharbeit in der Altenpflege?

ZA ... da musst du schon viel Glück haben um nicht verheizt zu werden.
Deine Vertragstunden (meist ca. 38) werden ausgezahlt, die Stunden, die du mehr arbeiten musst lt. Betrieb, die gehen aufs Stundenkonto und werden dir (wenn es eine ZAF ist, die unkorrekt arbeitet) abgezogen, wenn du keine Einsatzzeiten hast oder krank bist.
 
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ratatouille

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Okay, danke. Über die Suchfunktion habe ich nichts gefunden. Im Bewerbungsgespräch wurde dem Kollegen vermittelt, er solle jede Zeit, die er länger arbeitet, aufschreiben, sie würde ihm auch ausbezahlt.
Finde ich vom Prinzip Leiharbeit auch logisch, schließlich bekommt die Zeitarbeitsfirma die Überstunden wohl auch bezahlt vom Kunden?
 
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Im Bewerbungsgespräch wurde dem Kollegen vermittelt, er solle jede Zeit, die er länger arbeitet, aufschreiben, sie würde ihm auch ausbezahlt.
Hmm - wie erkläre ich das jetzt?

Überstunden im Betrieb und Überstunden laut Vertrag - das sind zwei verschiedene Paar Schuhe ...

Sicher bekommt er die Überstunden, die er im Betrieb arbeitet, ausgezahlt (hoffentlich).
Das hat aber nichts mit den Stunden zu tun - wenn er die überschreitet (was er aller Voraussicht immer tun wird), dann werden die auf dem Stundenkonto landen.

Zeitarbeit hat immer Nachteile: Durch ein niedrigeres Grundgehalt - man bekommt ja nur das Grundgehalt für die knapp über 30 Std. - (das man in der Regel nicht spüren wird, wenn man die 40 oder mehr Std. / Woche arbeitet) bekommt man in Nicht-Einsatzzeiten wie Urlaub oder Krankheit sehr wenig Geld ausgezahlt.

Somit dürfte auch das Alg I nach Kündigung bzw. das Krankengeld bei längerer Krankheit geringer ausfallen als wenn man in einem Betrieb fest angestellt ist.
Von den Einzahlungen in die Rentenkasse wollen wir auch nicht reden ...
 
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SelinaD1990

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Guten Tag, ich arbeitete jetzt 3 Jahre als examinierte Gesundheits-und Krankenpflegerin in mehreren Zeitarbeitsfirmen in München.
Am Anfang verkaufte ich mich unter Wert. Es ist vorerst attraktiv vom Gehalt her.Man kann seinen Stundenlohn verhandeln, was ein großer Vorteil ist, man bekommt dennoch immer unterschiedliches Gehalt, für den Wohnungsmarkt in München kommt es nicht gerade positiv rüber, wenn man bei einer Zeitarbeitsfirma arbeitet (klar, gibt auch andere Vermieter) Aber man hat keine betriebliche Altersvorsorge.

Positiv war, dass ich viele Erfahrungen in verschiedenen KH´s und Stationen gemacht habe. Aber seid euch eins bewusst: nach einem Einsatz (zw.4 Wochen und 18 Monaten) habt ihr keine Möglichkeit mehr für eine gewisse Zeit, euch fest einstellen zulassen. Das Problem hatte ich auch, viele Häuser haben mir abgesagt, obwohl ich Team und Ablauf kannte, und ich immer positives Feedback bekam.
Ich begann mit Existenzangst, weil man immer wieder"weggeschickt wurde", da Personal zur Zeit aufgebessert wird intern. Durch unsere, wie ich finde, super Mitarbeiter aus den Philippinen, Portugal, Italien. Zurecht. Intern ist immer besser und du bist nicht gerade beliebt als Zeitarbeiter, wenn du keinen Nachtdienst machst, oder keine WE´s arbeitest (gibt es auch). Meine Existenzangst, hat mir fast meinen Lebensmut gekostet und ich bin wirklich immer eine positive und sehr gewissenhafte Krankenschwester gewesen.

Ob man Überstunden ausbezahlt bekommt, ist keine Frage. Ich habe sie immer ausbezahlt bekommen, wenn ich es wollte. Bei allen ANÜ´s.
Es ist attraktiv, aber wie gesagt, irgendwann muss man gehen, oder übernommen werden (nach 18 Monaten) und da zählt auch keine Pause mehr zwischendurch, wie es sonst der Fall war, wenn ihr also nicht bereit seid, in einem großen Umkreis zu abrieten, dann lieber nicht.

Desweiteren habe ich die Erfahrungen gemacht, dass es IMMER am Anfang nur 24 Urlaubstage gibt. Zeitarbeit hat einen faden Beigeschmack, und Geld alleine wird es mir nicht mehr wert sein. Ich habe sehr viele wunderbare Menschen kennengelernt, viele Fachrichtungen und habe nun meinen Platz gefunden.

Außerdem bin ich zu oft als Intensivkraft verkauft worden, obwohl ich gerade mal nur 8 Wochen auch IMC arbeitete. Somit kam es auch zu Konflikten. Mir gegenüber nicht, es waren alle auf Station sehr nett, jedoch rechnet JEDER damit, dass du sofort einsetzbar bist. Da ist keiner, der dich einarbeitet. Das hatte ich vllt. bei 2 Einsätzen für 2 Tage, aber sonst muss man sich selber kümmern, was ich auch gut gemeistert hatte und das mit wiederum Selbstbewusstsein gegeben hat. Die Gegebenheiten werden einem gezeigt, aber es wird viel erwartet und ich habe mich selber unter Druck gesetzt. Ich arbeite nur noch auf 450 (2Dienste) Euro Basis zusätzlich bei einem Dienstleister.

Zeitarbeit ist ein super Trend, aber für die Dauer für mich persönlich nichts mehr.
 
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