Erfahrungen mit MDK Begutachtungen

Lildanceqt

Lildanceqt

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Hallo, ich wollte euch mal nach euren Erfahrungen mit den MDK Begutachtungen in eurem Bundesland befragen. Wie ist es euch da bisher so ergangen? Wie empfindet ihr die Begutachtungen? Wie lange dauern sie in der Regel? Kommt ihr mit den Gutachtern gut zurecht,also sind sie nett, oder wie kommen sie rüber? Arbeiten diese schon mit Laptops? Wenn ja, wie wirkt sich das in euren Augen auf die Begutachtung aus? (wir pinseln alles noch fleißig in unser 16 seitiges Gutachten während des Hausbesuches und diktieren dann später). Also, ich würde mich freuen, wenn ihr mir mal so von euren Erfahrungen berichtet, einfach mal frei von der Leber weg. Liebe Grüße Katrin
 
Qualifikation
Krankenschwester, Pflegegutachterin beim MDK
Fachgebiet
Sachsen
M

Manu5959

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Rosenheim
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Hallo Katrin,

tolles und interessantes Thema:thumbsup2:

Ich versuch mal, einige deiner Fragen zu bantworten.
Ich persönlich habe bisher nur 1 Begutachtung live miterlebt.
In unsere Einrichtung kam und kommt der MDK immer unangemeldet.
Find ich ok so, spiegelt es doch den IST-Zustand wieder. Keiner hat die Möglichkeit, schnell noch was zu verändern, hier und da mal schnell noch was ordnen, usw....

Sehr unangenehm fand ich, das von Seiten des Begutachters vorausgesetzt wurde, das wir alle stramm stehen, also alles stehen und liegen lassen.
Zu mir sagte der Herr, ich soll Punkt 13.00Uhr im Büro sein!:bae:
Meine Antwort war dementprechend, ich sagte das ich komme, wenn ich die Bewohner versorgt habe.:wink:

Wie lange dauern sie in der Regel?
von ca. 8.00uhr bis gegen 17.00Uhr
Kommt ihr mit den Gutachtern gut zurecht,also sind sie nett, oder wie kommen sie rüber?
Derjenige war nicht wirklich nett, man hätte es auch anders machen können!

Arbeiten diese schon mit Laptops? Wenn ja, wie wirkt sich das in euren Augen auf die Begutachtung aus?
Jeb, mit Lappy:laughing: ! Wie wirkte es auf mich? ehrlich gesagt nicht so toll, ich schau den Menschen gerne beim Reden in die Augen.
Aber das ist auch bei 16 Seiten handschriftlich nicht so wirklich möglich, oder?

Liebe Grüße Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
nightwish

nightwish

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Hallo Lildanceqt,

ich war bei der Einstufung einer Bewohnerin dabei, die etwa eine halbe Stunde gedauert hat.(gut die Bewohnerin hat im Stuhl geschlafen und hat bei Fragen nur die Gutachterin angebrummt)

Die Gutachterin war in Ordnung. Nicht besonders freundlich aber auch nicht übermäßig unfreundlich.

Es kommen ja nun verschiedene Gutachter ins Haus und ich muß leider sagen, das da einige dabei sind die sehr unhöflich sind und sich aufspielen als wären sie was ganz besonderes.

Aber natürlich gibt es auch total nette!

Bei uns (BadenWürttemberg) schreiben die Gutachter ihre Protokolle noch alle von Hand.
Also so im Großen und Ganzen kann man nicht meckern!

Lg nightwish
 
Qualifikation
exam. Altenpflegerin, PA, WBL
Fachgebiet
Pflegeheim
Weiterbildungen
WB PA, AG QM
Valentina

Valentina

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Liebe Lildanceqt,
ich habe seit Einführung der Pflegeversicherung schon hunderte Begutachtungen miterlebt und könnte schon fast einen Roman darüber schreiben :wink: !
Es ist wie auch im richtigen Leben: es gibt solche und solche. Einige Gutachter erscheinen abgehetzt zum Termin beim (aufgeregten) Patienten nebst Angehörigen, ackern schnell das Gutachten durch ("Aha, da stehen ja Inkontinenzprodukte - sie brauchen nichts zu sagen, ich weiß Bescheid!"), lassen manchmal niemanden zu Wort kommen und sind ruckzuck wieder fort.
Andere nehmen sich total viel Zeit, plaudern mit den Versicherten und schaffen eine angenehme Atmosphäre. Wenn keine Pflegefachkraft von uns vor Ort ist, fragen die MDK-Gutachter gelegentlich (5%) telefonisch nach.
Und die Geschichte mit dem Laptop kommt nicht gut bei den Patienten an, da kein richtiges Gespräch stattfindet.
Übel nehmen es die Patienten, wenn falsche Versprechungen gemacht werden ("Machen Sie sich keine Sorgen, es sieht ganz nach Pflegestufe 2 aus!"). Vier Wochen später kommt dann der ersehnte Bescheid: Pflegestufe 1 bewilligt.
Da sind uns die Gutachter, die "Sie hören von uns" sagen, deutlich lieber.
Achja, bezüglich der Begutachtungszeiten habe ich von 10 Minuten bis 1,5 Stunden alles erlebt. Wenn man bedenkt, dass das Gutachten noch ausgearbeitet werden muss,sind 1,5 Stunden wirtschaftlich schon etwas lang....
Der überwiegende Teil bleibt etwa 45 Minuten vor Ort.Und die meisten sind ganz ok (man kennt halt seine Pappenheimer).
Gruß
Valentina
 
Qualifikation
Krankenschwester/TQM-Auditorin
Fachgebiet
Ambulanter Pflegedienst
B

bico

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auch ich habe jedemenge begutachtungen begleitet.die informationssammlung erfolgt handschriftlich.was mich immer wieder gestört bzw. geärgert hat,ist das anmaßende verhalten innerhalb von 10 min. einen menschen beurteilen zu wollen,das in einem derartigen befehlston mit den bw gesprochen wurde,sodaß sie pariert haben.auch die praxis nach aktenlage zu beurteilen finde ich befremdlich.dazu kommt das wenn ärzte die begutachtung durch geführen,sie den pflegerischen und menschlichen faktor kaum berücksichtigen und ergebnisse (Pflegestufe)stets von der person die begutachtet, abhänig sind.auch der zeitkorridor zwischen anzeige - veränderung der pflegestufe- und dem besuch des mdk ist tw viel zu lang (bis zu 5 monate).ich denke das system bedarf einer bearbeitung und der anscheind hohe personalnotstand sollte zeitnah behoben werden. liebe grüße bico
 
Qualifikation
Beraterin im Gesundheitswesen
Fachgebiet
Pflege,Organisation
A

Antje und Rachel

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Hallo,

ich kann aus Sicht einer Mutter was dazu beitragen:

Meine Tochter ist behindert und wir hatten den MDK mittlerweile zum vierten Mal in 5 Jahren da :angry: .

Das bedeutet für mich, jedes Mal hinhocken und Pflegetagebuch schreiben, Zeitaufwand jedes Mal ca. 8 Stunden.
Der erste Besuch vom MDK war, als meine Tochter noch 2 war, aber einen Monat später 3 Jahre wurde, es war ein Arzt für Neurologie und er blieb 1,5 Stunden. Den fand ich recht nett.
Einstufung in PS1 und Nachprüfung sollte 1 Jahr später statt finden.
Nächste Überprüfung kam, als meine Tochter 4 Jahre und 1 Monat alt war, diesmal eine Pflegefachkraft, die auch 1,5 Stunden blieb. Bei ihr hatte ich das Gefühl das sie mir nichts glauben würde. Dementsprechend erstaunt war ich, als weiter die PS1 bewilligt wurde, diesmal für 2 Jahre.
Mit 5,5 Jahren kam die nächste Überprüfung, diesmal eine Ärztin für Allgemeinmedizin, die hier reinrauschte, schnell alles aufschrieb, meine Unterlagen schnappte und wieder weg war. Sie blieb exakt 20 min.
Trotz allem war sie einigermaßen nett, nur sehr im Zeitdruck. PS1 wurde weiter für 2 Jahre genehmigt.

Als ich durch Zufall im Januar diesen Jahres las, das die Abzugszeiten für Kinder geändert worden sind, kramte ich das Gutachten raus, rechnete durch und kam auf PS2, also habe ich einen Höherstufungsantrag gestellt.
Im März diesen Jahres war dann wieder eine Ärztin für Allgemeinmedizin da, die netteste von allen, bisher da gewesenen. Sie blieb 30 min und wir bekamen die PS2, aber nur für ein Jahr, weil wir nur mir 5 min. in der PS2 drin sind (125 min Pflege+60 min Hauswirtschaft).

Alle Gutachter haben ihre Notizen handschriftlich gemacht.
Die Ankündigung ihres Besuches erfolgt immer ca. 3 Wochen vor Besuch.
Früher wurde ein Zeitrahmen von 7-14 Uhr angegeben, das war schon nervig, weil man nicht genau wußte um wieviel Uhr der Gutachter endlich kommt und man auch nichts groß machen konnte.
Beim letzten Mal, bekam ich zwar auch den Zeitrahmen 7-14 Uhr, aber auch gleichzeitig die Telefonnummer der Gutachterin und einen bestimmten Tag genannt, an dem ich Sie direkt nach der Uhrzeit fragen konnte. Das habe ich auch gemacht und sie war auch superpünktlich zu der angegebenen Uhrzeit da. Das war wirklich positiv.

Was ich sehr bemängele, sind die Gutachten. Die strotzen nur so vor Fehlern, Bsp: das Kind trinkt auch 1 mal am Tag.
Trotz Windel tragen, wird das nirgends bei den Hilfsmitteln vermerkt.

Der Zeitabzug für gesunde gleichaltrige Kinder wird direkt im Gutachten gemacht, so ist es für uns Eltern kaum zu verstehen, wenn z. B. beim Zähneputzen aufgeführt ist, -obwohl man das ja macht-, das da keine Minuten stehen.

Ich weiß, es wird nur noch der Mehrbedarf dokumentiert, aber für unerfahrene Eltern sind die Gutachten fast gar nicht zu verstehen und beim MDK Besuch wird z.B: auch nie aufgeklärt, was es mit dem Pflegeaufwand pro Tag und der Einstufung in die Rentenversicherung zu tun hat.
Solche Informationen müssen sich Eltern, -zum Glück gibts Internet- selbst heraussuchen.

Oft genug werden auch die Tatsachen aus den Arztberichten umgedreht und falsch wiedergegeben.

So, das sind unsere MDK- Erfahrungen.
 
Qualifikation
Hausfrau/ Krankenschwester
Fachgebiet
zu Hause
Lildanceqt

Lildanceqt

Mitglied
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Hallo, vielen Dank für euer Feedback. Ist wirklich super interessant, daß aus eurer Sicht zu lesen. Ich kenne ja nun beide Seiten. Im Krankenhaus war ich die Schwester,die versucht hat, mit dem MDK Gutachter klarzukommen und nun bin ich auf der Gegenseite und versuche, das beste drauszumachen. Was mir, laut Pflegediensten/Angehörigen, in der Regel auch immer gelingt. Also, schreibt weiter fleißig. Bin sehr gespannt. Liebe Grüße und einen schönen Sonntag noch.Katrin
 
Qualifikation
Krankenschwester, Pflegegutachterin beim MDK
Fachgebiet
Sachsen
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