Intensiv Erfahrungen mit LUCAS-CPR-System oder ähnlichen?

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Propofolschlucker

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Hallo zusammen,
unser Krankenhaus plant im nächsten Monat das LUCAS-CPR-System zu testen.
Die Homepage zu LUCAS findet ihr unter Welcome to Jolife.
Einen weiteren Bericht findet ihr unter http://www.dehas.de/pdf/CV%20LUCAS%20Bonnemeier.pdf.

Hat jemand schon Erfahrungen mit diesem Gerät oder einem anderen? Aktuell soll es wohl mehr auf NEFs eingesetzt werden.

Über Erfahrungen von euch wäre ich sehr dankbar.

MfG

Edit: gerade bei sehr schweren Patienten halte ich das Gerät für sehr sinnvoll. Eine Reanimation von über 1 Std. bei einer Person > 120Kilo z.B. ist schon sehr kräfteraubend für PP, Arzte und Rettungssanitäter. Aber bei einer älteren Frau mit knappen 50 Kilo würde ich das Gerät nicht aufsetzen.
 
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Flashmob

Hallo!

Der Rettungsdienst in Lübeck, sowie die Intensivstationen der dortigen Uniklinik haben seit geraumer Zeit den LUCAS.
Zuerst gesehen hab ich dieses Gerät Silvester 2006 als eine 40jährige Frau in ihrem Altstadthaus reapflichtig wurde und zu uns in den Schockraum kam.
Wer die Altstadthäuser in Lübeck kennt, weiß wie eng und schmal die Stiegen sind - da ist eine Rea und gleichzeitiges Hinuntertragen der Trage nahezu unmöglich, also haben sich die Retter für den LUCAS entschieden.
Danach habe ich noch ca 3x LUCAS im Einsatz gesehen.
Allerdings hat kein Patient überlebt, ein Intensivpfleger meinte zu mir, dass nur 6% der Patienten mit LUCAS überhaupt überleben.
Das Gerät ist an sich eine recht gute Idee, aber es hat ein paar Mankos, die ich nicht so gut finde.
Die Arme werden nicht gerade sanft über Schulterhöhe hochgeklemmt, kann mir gut vorstellen, dass das zu irgendwelchen Schäden führen kann.
Das Gerät hinterläßt eindeutige Verletzungen (Striemen, Hämatome) im Bereich der Achseln und der Flanke, die auf Quetschungen durch den Gurt zurückzuführen sind - ganz zu schweigen von den "üblichen" Hämatomen am Druckpunkt.
Das Gerät ist ganz schön "wuchtig", wenn es in action ist - ich hatte am besagten Silvesterabend zuvor noch nie was von LUCAS gehört, und war recht erschrocken wie es arbeitet (Presslufthammer ist ein guter Vergleich) - aber klar, es ist ne REA...
LUCAS ist irgendwie der letzte Strohhalm...soll in Schweden bereits seit einigen Jahren eingesetzt worden sein.
 
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Propofolschlucker

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Vielen Dank erst für deine Antwort.
Natürlich ist eine frustane Reanimation immer sehr unschön. Auch ohne ein mechanisches Reasystem entstehen Verletzungen. Wie ich schon in meinem Bsp. sagte, sind gerade die Reas bei schweren Patienten sehr anstrengend und wenn man sich zu zweit abwechselt geht das ganz schön an die Substanz.

Daher halte ich das Gerät für eine wesentliche Erleichterung. Auch ..... wenn es wirklich aussieht, als würde ein Presslufthammer auf dem Thorax herumdrücken.

Gibt es weitere Erfahrungen?

MfG
 
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@ Parasympathisch:

Meinst DU wirklich den Lukas?? oder ein anderes System, der Lukas hat nur Gurte für die Hände, warum dann in den Achsel und den Flanken?

Lukas hat ein Brett für den Rücken und zwei Seitenteile, auf dem der "Kompessor" mit der Kardio-Pump steht.

Bei uns wird im Rettungsdienst fast immer der Kriseninterventionsdienst vom BRK dazugeholt, da es den Angehörigen verständlicherweise schwer fällt, zu verstehen, das das gut ist, was da auf dem Thorax rumdrückt.
Unsere Schwerpunktklinik setzt auch den Lukas ein, einer auf innerer ITS und einer steht in der ZNA
 
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So etwas ähnliches gab es auch schon mal von der Firma Ambu ("Saugglocke") da allerdings nur manuell einsetzbar um die Kompressionstiefe regelmäßig hinzubekommen. Hat sich nicht durchgesetzt da zu heftige Verletzungen (Frakturen Sternum ect.) passiert sind.
Ich kenne dieses Gerät nicht aber bin doch etwas skeptisch. Genau wie während der CPR mit Beatmungsbeutel (und somit "von Hand") beatmet werden sollte, würde ich es auch als sicherer sehen die Patienten "von der Hand" zu komprimieren.
Patienten sollten übrigens auch im RD nicht instabil, unter laufender Reanimation, ein Treppenhaus hinunter transportiert werden. Erst stabilisieren dann transportieren...

Gruß
Heike
 
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Iglheaz

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Ich habe mich vor kurzem mit einem RettAss unterhalten, der von solchen Dingern nicht sehr überzeugt war. lt seiner Information handelte es sich aber noch um eines einer älteren Generation, welches sie dannach nicht weiterbenutzten.

Er meinte, das sehr oft der Druckpunkt verutscht, und war auch allgemein nicht sehr angetan davon, was auch meine vermutungen bestätigte.
 
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neuro77

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Ganz am Anfang, lese ich, bei Patienten über 120 kg ....
Dazu muss ich leider sagen, das es gar nicht geht.... ich habe knappe 100 kg und der Lukas passt bei mir nicht, die Klammer aknn nicht geschlossen werden, so geht es auch anderen Kollegen mit schwerem Knochenbau, der Lukas passt nicht......
 
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