Erblindeter Patient - Sozialamt übernimmt keine Begleitung

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AmbPD

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Hallo allerseits!

Fall 1:

Wir haben einen erblindeten Patienten, bei dem Grund-/Behandlungspflege und hauswirtschaftliche Versorgung durchgeführt werden.

Das Sozialamt übernimmt dafür die Kosten, allerdings wurden die beantragten begleiteten Spaziergänge abgelehnt.

Nun will der Patient einen Widerspruch einlegen, damit die Mehrstunden übernommen werden.

Gibt es hierzu Erfahrungswerte, bis zu wievielen Stunden / Woche das Sozialamt übernimmt und wie hoch in etwa der Stundensatz dafür angesetzt werden kann?

Wie soll unser erblindeter Patient die Übernahme der Mehrstunden am besten argumentieren?


Fall 2:

gleiche Geschichte, allerdings ist die Patientin nicht erblindet. Hatte einen Schlaganfall und hat durch Ihre Behinderung sogar einen doppelten Fahrschein für alle ÖPNV.

Wie sieht es hier aus? Besteht eine Chance auf Kostenübernahme der Mehrstunden und wieviele wären hier realistisch? Was Argumente würden in diesem Falle vorteilhaft?


Danke!!!!!
 
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Lisy

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Hallo AmbPD,
wenn du es schaffst, das Sozialamt zur Kostenübernahme zu bewegen, erzähl mir bitte wie du es geschaffst hast.
Ich hab noch nie eine Kostenzusage für Spaziergänge bekommen.
Einzige Chance die ich sehe ist dies über die niederschwellige Betreuung abzurechnen.
Gruß Lissy
 
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AmbPD

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Hallo AmbPD,
wenn du es schaffst, das Sozialamt zur Kostenübernahme zu bewegen, erzähl mir bitte wie du es geschaffst hast.
Ich hab noch nie eine Kostenzusage für Spaziergänge bekommen.
Einzige Chance die ich sehe ist dies über die niederschwellige Betreuung abzurechnen.
Gruß Lissy

Hallo Lisy,

danke für die Antwort.


Über die Möglichkeit der niederschwelligen Betreuung habe ich auch schon nachgedacht, allerdings zweifele ich daran, dass es klappt, weil der Patient weder psychisch krank ist, noch sonstige Alltagseinschränkungen hat, ausser, dass er eben erblindet ist.
Und soweit mir bekannt ist, ist die Erblindung für die Entscheidung über die niederschwellige Betreuung nicht relevant.
Oder weißt Du da mehr?

Liebe Grüße
ambPD
 
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Lisy

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Hallo AmbPD,
nein, ich weiß da auch nicht mehr als du.
Ruf doch mal die Pflegekasse an oder schau in das MDK Gutachten. Dann weisst du Bescheid.
Gruß Lisy
 
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AmbPD

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Hallo,

es gibt kein MDK-Gutachten, sondern nur eines vom Gesundheitsamt (da für die Sozialhilfeempfänger zuständig). Die Pflegekasse ist hier nicht beteiligt, da der Patient nicht in die PK einbezahlt hat.

Daher ist nur das Sozialamt zuständig.


Liebe Grüße
ambPD
 
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Herr von Boedefeld

Herr von Boedefeld

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Hallo,
das Sozialamt (zumindest in Berlin) übernimmt nur die Begleitung außer Haus/ Hilfe beim Verlassen der Wohnung für Termine, die das persönliche Erscheinen des Pflegebedürftigen voraussetzen. Spaziergänge gehören nicht dazu! Man wird sie auch nicht im Rahmen der psychosozialen Betreuung abrechnen können. Eine Idee wäre, für die Begleitung bei den Spaziergängen vom Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein Zivildienste einzusetzen oder ehrenamtliche Mitarbeiter.

Grüße,
Herr von Boedefeld.
 
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Valentina

Valentina

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Hallo AmbPD,
wir bekommen die Spaziergänge unter dem Oberbegriff „Mobilisation“ bei alleinlebenden, gangunsicheren Patienten (z.B. mit Rollator) zum Satz der Pflegeversicherung vergütet.
Ebenso gibt es mit der Kostenübernahme für Wohnungsbesichtigungen oder Einkaufs-/Arztbegleitungen keine Probleme – hier wird allerdings öfters auf Hauswirtschafts- oder Betreuungsdienste/Zivis (wenn vorhanden) zurückgegriffen, weil diese eben kostengünstiger sind.
I.d.R. werden bei uns 2,0 Std. pro Woche bewilligt, auf Antrag auch mehr. Oft geht die Initiative für die Begleitungen sogar von den Sozialarbeitern, die regelmäßige Hausbesuche machen, aus. Kommt vielleicht auch immer ein bißchen auf das Sozialamt bzw. die Sozialarbeiter an.
Gruß
Valentina
 
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Ambulanter Pflegedienst
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AmbPD

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Herr von Boedefeld,

also wenn es nicht anders, werden wir uns natürlich erkundigen, ob es mit den ehrenamtlichen klappt. Danke für den Tipp!

Hallo Valentina,


vielen Dank für Deine Antwort. Es scheint wohl wirklich große Unterschiede zu geben, was alles übernommen wird und was nicht.

Wir haben uns das Gutachten des Gesundheitsamtes angesehen und dort heißt es eben, dass die Orientierung zwar auffällig sei, aber "nur" auf Grund der Erblindung und DESHALB ist der Patient nicht besonders betreuungsbedürftig ist!
Ich denke, da wird er gerade in diesem Punkt einen Widerspruch einlegen.

Von der Sozialamt Sachbearbeiterin selbst hängt es wohl nicht ab, da sie wirklich alles so bewilligt hat, wie das GA-Gutachten vorschreibt.
 
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Ambulanter Pflegedienst in Hessen
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AmbPD

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Eine andere Frage noch, da benötige ich Eure persönliche Erfahrung :)

Wenn ein Patient bereits eine Kostenzusage für bestimmte Leistungen (Minuten) erhalten hat und Widerspruch einlegt, wie ist es dann mit der Abrechnung?

Konkret die Frage: wir machen bei einer Patientin nur Hauswirtschaft, haben immer bisher vier Stunden gemacht und das seit einigen Monaten. Nun bewilligt das Sozialamt nur zwei Stunden. Die Patientin legt einen Widerspruch ein.
Wir würden aber gerne jetzt schon mal die bewilligten zwei Stunden abrechnen.

Wenn aber gem. Widerspruch die Leistung doch auf vier (oder auch nur drei) Stunden erhöht wird, können wir das dann dennoch rückwirkend alles abrechnen, oder dann nicht mehr? Und hat es dann was damit zu tun, ob wir bereits die bewilligten Stunden abgerechnet haben oder noch nicht?

Danke an alle!

Grüße
 
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Ambulanter Pflegedienst in Hessen
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