Innere Medizin Entzündungen in der Analfalte

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siggi

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Hallo, mehrfach berichtete ich schon über die seit Jahren ständig wiederkehrenden kleinen Entzündungen in der Analfalte meiner im Wachkoma befindlichen Stieftochter (44). Seit dem Frührjahr d.J. ist dies besonders schlimm in der Häufigkeit und der prakt. Arzt verschreibt Frecacid, sporadisch zusätzl. eine Flüssigkeit, welche die Haut stärken soll.

In ihren für viel Geld in d.J. umgebauten Rollstuhl mit "Dekubitus-Sitz" (?) kommt sie kaum noch, weil das Pflegepersonal des Heimes Bettruhe verlangt.

So geht das nicht mehr weiter, weshalb ich um eine Auskunft bitte, welche ärztl. Fachrichtung für solche Entzündungen zuständig ist, welchen Arzt ich ggf. bewegen muß, sich dies anzusehen.

Ich wollte schon seit Jahren den MDK bitten, der das auch nicht bemerkt, obwohl das Pflegebuch voll davon ist, z.T. mit Fotos. Meine Frau fürchtet sich jedoch vor diesem Schritt, weil sie weiß, wie die Pflegedienstleitung reagieren kann. Und, weit und breit finden wir kein anderes Heim für Bewohner im Wachkoma.

Vielen Dank.
 
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rebecca 2

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Ich würde zunächst einen Dermatologen zur Rate ziehen. Er kann auch beurteilem, ob evtl. eine bakterielle Infektion oder Pilzbesiedelung die Wundheilung verhindert. Wir haben bei einer Läsion ohne Entzündungen gute Erfolge mit Lebertranvaseline und konsequenter Seiten- oder Bauchlage. Wenn möglich sollte auch auf Windeln verzichtet werden. Sobald die Haut wieder intakt ist, verwenden wir Cavillon Spray zur Prophylaxe. Wenn ihr aber einen Pflegefehler vermutet, kommt ihr wahrscheinlich um eine Information des MDKs nicht herum. Oder ihr sucht zuerst das direkte Gespräch mit der PDL.
 
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kakin

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Hallo,
Ich würde ebenfals einen Hautarzt zu rate ziehen und evtl ein großes Blutbild machen lassen. Hat deine Tochter evtl auch diabetes mellitus? Wäre nicht verkehrt auch dieses mal abklären zu lassen. Ansonsten würde ich dir einen Wundmanager empfehlen. Die sind auf Wunden jeglicher Art spezialisiert und Ausgebildet und machen auch Hausbesuche und besprechen den Behandlungsverlauf mit dem jeweiligen Arzt.
Denn nur mit Frecacid Salbe allein ist es ehrlich gesagt nicht getan und ich persönlich halte von dieser Salbe auch nicht viel. Aus Pflegerischer Sicht würde ich auch sagen, konsequentes links / rechts Lagern im Bett mit einer Wechseldruckmatratze und ich würde Sie jeden zweiten Tag für ein paar Stunden in den Rollstuhl mobilisieren um weitere Folgeerkrankungen wie Pneumonie ( Lungenentzündung), Kontrakturen usw. zu vermeiden. Ausserdem hat Sie dann auch mal andere Reitze.
 
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solojess

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Ich würde zunächst einen Dermatologen zur Rate ziehen. Er kann auch beurteilem, ob evtl. eine bakterielle Infektion oder Pilzbesiedelung die Wundheilung verhindert. Wir haben bei einer Läsion ohne Entzündungen gute Erfolge mit Lebertranvaseline und konsequenter Seiten- oder Bauchlage. Wenn möglich sollte auch auf Windeln verzichtet werden. Sobald die Haut wieder intakt ist, verwenden wir Cavillon Spray zur Prophylaxe. Wenn ihr aber einen Pflegefehler vermutet, kommt ihr wahrscheinlich um eine Information des MDKs nicht herum. Oder ihr sucht zuerst das direkte Gespräch mit der PDL.
Auf jeden Fall sollte zuerst das Gespräch mit der PDL gesucht werden.
Macht eine Fallbesprechung daraus, ladet Wundmanager + Ernährungsberater hinzu.
HAb jetzt bereits verschiedene Beiträge zu dieser Anafaltensache gelesen, mal wird von einem Dekubitus mal von einer Entzündung gesprochen. Denkt bitte daran dass das zwei verschiedene Sachen sind !!!!!

Da dieses Problem bei der Bewohnerin bereits seit Jahren besteht, spricht es für die Pflege dass es nicht schlimmer wird.

Denkt bitte auch an die Ernährung da es sich ja um eine Wachkomapat. handelt, wird sie über die Sonde ernährt. Laßt euch den Eiweißgehalt der Nahrung genau ausrechnen und schaut erst mal ob da nicht schon bereits ein Defizit vorliegt ;-)

Lg solojess
 
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rebecca 2

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Eventuell kann auch oral ein Zinkpräparat unterstützend dazu gegeben werden. Aber bitte erst nach ärztlicher Rücksprache.
 
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siggi

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Danke allen für die Empfehlungen. Meine Frau hat heute gleich mit dem prakt. Arzt gesprochen, als er ins Heim kam. Arzt: Hautarzt kann kommen, dann kann ich ihre Tochter aber nicht mehr behandeln. Der Hautarzt kommt einmal und dann nicht wieder.

Kennt jemand eine solch eigenartige Reaktion eines Arztes, der nun schon seit Jahren wg. diesen dauernden Entzündungen sein Frekacid - natürlich auf Privatrezept - verschreibt? Es ist wirklich zum Verzweifeln, wie hilflos man dem System ausgeliefert ist.
 
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Vaiolenz

Vaiolenz

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Hallo, siggi!
1. Dermatologen zurate ziehen (Achtung: auch hier gibt es welche, die an alten Salben und Cremes festhalten, wichtig ist adäquates und individuelles "Wundmanagement" (mir fällt leider kein bessseres Wort dafür ein)
2. Im Fall eines Wundliegens oder agr eines Druckgeschwüres würde ich als Betreuer Akteneinsicht beantragen, Lagerungspläne durchsehen auf angepaßte, adäquate Lagerung (und nicht beispielsweise für 7 Stunden auf dem Gesäß), individuell angepaßte Erfassung der "Wunde" durch das passende "Handwerkzeug" (zB Bradenskala, modifizierte Bradenskala, et cetera), Dokumentation der Wunde mit Nah,- und Fernzielen, kontinuierliche Evaluierung der Wunddoku mit Abgleichung an die Nah,- und Fernziele, dokumentierter Gebrauch von Hilfsmitteln (Weichlagerungsmatratze, Antidekubitusmatratze, et cetera), ärztliche Anordnungen zur Behandlung der Wunde (wurden diese eingehalten?), Photodokumentation (das Heim benötigt dazu immer das Einverständnis zumindest des Betreuers wegen dem Recht auf das eigene Bild).................
Man kann auch Menschen in Absprache mit dem Arzt bedingt im Rollstuhl belassen, das darf aber auch nur individuell geschehen und darf nicht die angegebene Lagerungszeit (....im Bett) übersteigen. Der Arzt sollte dabei klar und schriftlich dokumentieren, dass es nicht zum Nachteil gereicht, wenn Deine Tochter mal draußen sitzt, zumal das auch ihr mutmaßlicher Wunsch sein könnte, von dem ich erst einmal ausgehe (welcher normale Mensch hockt schon monatelang nur im Bett und kommt nicht aus seiner Wohnung heraus?).
Eine nicht adäquate Behandlung von Wunden kann gerichtliche Folgen nach sich ziehen sowie auch andere Konsequenzen, sowohl für das Heim, als auch für das Personal. Wie es um den Arzt steht, entzieht sich meinem Wissen.
Das ist eine ganze Menge Holz udn Du benötigst mit Sicherheit einen Fachmann, um Deine und das Recht Deiner Tochter durchzusetzen.
Ich kann Dir eine Empfehlung aussprechen in Bezug auf eine Beratung in Bezug einer Weiterunterbringung Deiner Tochter. Marcello Ciarettino ist mit Sicherheit einer unter vielen Menschen, die sich im Bereich Wachkoma bestens auskennen, eventuell weiß er einen Rat (ein anderer Mensch fällt mir im Moment nicht ein). Ich würde mich mit ihm in Verbindung setzen, wenn Du das möchtest. Schreib mal eine PN.
Alles Liebe und Gute Dir,
Dein Jens.
 
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Ich würde mich auf eine Fachweiterbildung in Palliative Care freuen. Und das schon seit nunmehr sechs Jahren. Ich pack das..........!
Vaiolenz

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........Post scriptum: das Frekacid nicht das Mittel der Wahl ist, davon gehe ich aus.
Weiterführende Literatur z.B.:
1. Moderne Wundversorgung, Kerstin Potz. Urban&Fischer Verlag
2. Pflegepraktischer Umgang mit Dekubitus, Stefanie Hellmann und Rosa Rößlein. Pflege schlütersche Verlag
3. Expertenstandard Wundmanagement, Uni Osnabrück......
Pflegeeinrichtungen mit Schwerpunkt Wachkoma (bzw. mit einem Wachkomabereich) boomen zur Zeit, da wird sich sicher auch etwas für Deine Tochter finden (Vorsicht: "es ist nicht alles Gold, was glänzt"!).
Ansonsten wäre eine 24 Stundenpflegebetreuung zuhause auch eine Alternative (bei entsprechenden Umbauten.......). Wie das funktioniert, kann ich Dir allerdings nicht sagen.
Bis dann,
Dein Jens.
 
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siggi

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Hallo Vaiolenz und alle anderen,meine Frau hat mit Arzt u. PDL gesprochen. Meine Stieftochter "hat stramme Po-Backen" u. da kann man nicht viel machen. Zinkpräparat wird abgelehnt, Versuch mit Cavilon (Privatrezept). Ich werde versuchen, mit Herrn Ciarettino, der ja in Essen tätig ist, Kontakt aufzunehmen.
Danke für Anregungen und Tipps - das Thema sollte damit beendet werden.
 
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Hallo, siggi!
Dann Dir alles Gute auf Deinem Weg, ich hoffe, das Du das Beste für Dich und Deine Tochter erlangen kannst!
Liebe Grüße,
Dein Jens.
 
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