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Endotrachealer MRSA und absaugen

  1. Guten Morgen :)
    Ich arbeite schon mehrere Jahre in der außerklinischen Kinderintensivpflege.
    Mein kleiner Patient hat MRSA im Trachealsekret, wird aber permanent saniert.
    Einige Kolleginnen saugen ihn mit Mundschutz ab, einige nicht.
    Nun haben wir eine neue Kollegin, die neu in der außerklinischen Intensivpflege ist, bekommen.
    Sie meint das es pflicht wäre mit Mundschutz abzusaugen, laut rki.
    Ich bin aber der Meinung das es zum Eigenschutz dient und dies jedem selber überlassen ist.

    Bei google finde ich ebenso nichts darüber, es steht überall nur wie wichtig die hygienische Händedesinfektion ist.

    Habt ihr eine Quelle oder ähnliches?
     
  2. Also ich finde das RKI macht dazu ziemlich klare Aussagen
    **
    Personalhygiene
    Sekrete des Nasen-Rachen-Raumes enthalten Biostoffe, die im Zuge des Absaugens durch direkte und indirekte Kontakte aber auch, gebunden an Tröpfchen, über den Luftweg übertragen werden können. Das Absaugen solcher Sekrete verlangt daher entsprechende Maßnahmen des Personal- und Infektionsschutzes:

    · Vor und nach dem Absaugen ist eine Hygienische Händedesinfektion durchzuführen.

    · Während des Absaugens sind Schutzhandschuhe und ist ein Mund-Nasenschutz zu tragen. Bei der endotrachealen Absaugung müssen die Handschuhe steril sein.

    Je nach Sachlage kann eine weitere Persönliche Schutzausrüstung notwendig sein, wie z.B. im Zusammenhang mit kolonisierten oder infizierten Bewohnern**(Zitat Ende)

    Und da wird die Personalhygiene bei nicht besiedelten Patienten angesprochen
     
    Tryit und resigniert gefällt das.
  3. Ich finde da das Pflegepersonal unter den Patienten hin und her wechselt bzw. eben auch andere infizieren kann, ist das alles andere als eine persönlich Sache... Kann ich nicht verstehen.

    Ich erinnere mich da an eine tolle Ärztin, die mit bloßen Händen im Blut rum gematscht hat, alles im Zimmer mit den Bluthänden angefasst hat, unter anderem auch das Stationshandy und sich danach auch nur die Hände mit Wasser gewaschen hat. Infektionsanamnese war bis dahin unbekannt. Wenn die sich jetzt mit Hepatitis angesteckt hätte etc. hätten wir das alle schön zahlen können. (G.Unfallversicherung Beiträge, Krankenkassenbeiträge, Kollegen die für ausgefallene Kollegen einspringen müssen etc.)

    Kollegen die sich über Hygienerichtlichen hinwegsetzen, riskieren damit auch sich selber zu infizieren, auszufallen, wie Kosten zu verursachen.
    Und dann betrifft es uns alle. Also nix mit persönlicher Sache.
    Vielen Dank an diese Kollegen ;)

    Die gängigen Hygienerichtlinien haben schon so ihren Sinn und sind nicht nach persönlichem gusto anzuwenden.
     
    Tryit gefällt das.
  4. Wir arbeiten in 1:1 Versorgung und stecken wenn nur uns selber an.
    Allerdings ist das Risiko extrem gering da die Familie viel mehr Kontakt zu ihrem Kind haben, es auf den Mund küssen, etc.
    Alle sind kern gesund und hatten noch kein MRSA.
    Er hat auch kein klinischen MRSA sondern einen häußlichen.
    Mit der Klinik also nicht zu vergleichen.
     
  5. bitte erkläre mir den Unterschied klinischer und häuslicher MRSA
    Wie oft wurde die Familie schon abgestrichen?
    MRSA ist doch auch gar keine Erkrankung
     
  6. In dem Moment wo bei dir der MRSA nachweisbar ist, wer weiß warum. z.B. du mußt selber Stationär über mehre Tage ins Kh, darfst du nicht arbeiten.
    Ein Kollege muß deinen Dienste vertreten. Du bekommst dennoch deinen Lohn. Du wirst saniert... Mindestens ein finanzieller Schaden.

    Abgesehen davon das du noch andere infizieren kannst
     
  7. Schön zu wissen, dass du im Anschluss an deinen Dienst steril nach Hause gehst.
    Dann kann ich mich an dir wenigstens nicht infizieren................................
     
  8. Ähm, woher weißt du denn das du es nicht irgendwohin bringst?


    Woher wilst du das wissen, werden alle regelmäßig abgestrichen?

    MRSA ist das gleiche. biite lies noch mal ein bisschen Literatur dazu oder halt dich einfach an die RKI richtlinien ohne zu lesen. Alles andere ist maximal unverantwortlich. Wenn du einen MRSA weiterverteilst dann können daran durchaus andere Menschen sterben. Nicht du, du bist ja gesund und verteilst nur. Macht es jetzt nicht unbedingt besser

    lg Nils
     
  9.  
  10. Guten Morgen,
    ich möchte mal auf den Beitrag antworten, allerdings nicht auf die Schutzmaßnahmen eingehen sondern darauf, dass in Deinem Artikel steht, dass permanent saniert wird. Ich bin mir sicher, dass das nicht unbedingt zur Sicherheit unter den Kollegen beiträgt. Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit alternativen Sanierungsmaßnahmen bei MRSA Besiedelung im Trachealsekret und habe einige Erfolge erzielen können, was zum Vorteil hat, dass wir teilweise auf die gesamten Schutzmaßnahmen verzichten können. Also vielleicht rollt man den Zaun mal von vorn auf und haut nicht immer mit erfolglosen Antibiosen drauf.
    Liebe Grüße
     
  11. Wenn ich so etwas lese, dann muß ich immer gestehen das ich einige Kollegen beneide, ja richtig, ich beneide sie dafür das sie scheinbar von der Natur mit Autosterilität ausgestattet wurde, ein Phänomen das ich bisher meißt nur bei Ärzten Kennen gelernt habe.

    Gehe ich nun einmal rein hypothetisch davon aus das diese Kind Atmet..... dann bedeutet es das es Luft durch die Lunge zieht, die mit dem Keim zusammen wieder ausgeatmet wird.
    Jeder, der den Raum betritt atmet diese Luft ein und hat somit den Keim selbst in der Lunge.
    Staphylokoggen sind Keime die uns seit tausenden von Jahren begleiten, uns als Gesunde also nicht krank machen, weil unser Immunsystem in der Regel damit umgehen kann.
    Dies bedeutet jedoch nicht, das Gesunde nicht zu Keimschleudern werden können.
    Das Kind wird abgesaugt und hustet, somit wird auch Sekret in die Luft geschleudert.....
    Ohne Mundschutz kann das interessand werden, aber soll ja auch Menschen geben die keine Ekelgrenze haben.

    Aber OK, die Pflegekraft meint ja das sie nur sich infiziert und kann es dann ja auch selbst verantworten, da sie ja nur sich gefährdet.
    Dumm nur ….. die Pflegekraft Atmet auch ( Gehe ich jetzt mal rein Hypothetisch von aus, noch sind Pflegerobis ja nicht so verbreitet :) ), hat möglicherweise auch mal ne Erkältung mit Husten und grabscht dann mit ihren microbiologisch verschifften Händen nen Einkaufswagen an.
    Damit verteilt sie dann den Keim beliebig weiter, gibt ja auch Türklinken, Haltestangen, unverpacktes Obst u.s.w.
    Abgesehen davon das sie den Keim auch mit nach hause nimmt und dort die Familie gefährdet.

    Ich habe gelesen das dieses Kind dauersaniert wird …....
    Zumindest überraschend, ist von den kompetenten Pflegekräften schon mal einer auf die Idee gekommen das es da scheinbar nen Hygieneproblem geben könnte ?

    Ach ja, die Eltern betreten den Raum unvermutet und küssen das Kind auf den Mund …...
    OK, bei den Eltern hätte ich Verständnis dafür wenn sie keine Ahnung davon haben, wie man einen MRSA Patienten saniert, und wie es mit Reinfektionen funktioniert und das es unter solchen Bedingungen, wenn das Kind zwar saniert wird, aber permanent von mikrobiologischen Dreckschleudern umgeben ist, niemals wird saniert werden können.

    Von einer Qualifizierten Pflegekraft würde ich aber erwarten das sie die minimalen Grundlagen der Hygiene Beherrscher.

    Ich frag mich ja auch immer warum Patienten mit MRSA, 1 2 3 4 MRGN, Noro Virus, Clostridien u.s.w. in einer Klinik immer in Karantäne versetzt werden, und man die Zimmer dann nur mit Mundschutz und Schutzkittel betreten darf ….... Wo Doch Medizinisches Personal von Haus aus Autosteriel ist …....
    Fallen mir nur zwei Möglichkeiten ein ….. entweder …. alles Wichtigtuer.....
    Oder ….. Da arbeiten Pflegekräfte die einigermaßen wissen wie man Professionell mit solchen Keimen um zu gehen hat.

    So wie ich den beschriebenen Artikel lese scheint das gesamte Pflegeteam eine intensive Hygienefortbildung zu benötigen, bevor man sie auch nur wieder auf einen Patienten los lassen darf.
    Ebenso benötigt die Familie endlich mal ne Hygieneschulung.

    Jede Pflegekraft die dieses Kind Pflegt sollte sich bewusst sein das sie zum einen den Keim über die eigenen Bronchien außerhalb der Wohnung verteilt, selbstverständlich befindet sich der Keim auch an der Kleidung, da sie wohl kaum das Kind berührungsfrei pflegen können.
    Davon Abgesehen trägt die selbe Pflegekraft diesen Keim immer wieder zum zu pflegenden Kind zurück, ist somit zumindest mitverantwortlich daran das es sanierungsresisten zu sein scheint.
    Daraus resultierend sollte sich diese Pflegekraft darüber im Klaren sein das sie, möglicherweise für den Tod von Immun geschwächten Menschen verantwortlich sein könnte.

    Nachdem sie dann zum Beispiel das Kranke Kind versorgt hat, geht sie möglicherweise zu ihrer Mutter in die Klinik, die da mit ner Lungenentzündung liegt, hat sich dummerweise Pneumokoggen eingefangen und hat mit ihren 80 Jahren fast 40 Fieber, aber dank der Antibiotika hat sie gute Chancen die Nummer zu überleben.
    Nun kömmt das liebende Töchterchen an und trägt ihren eingeatmeten MRSA zur Mamma......
    Immunsystem ist am Rande wegen der Pneumokoggen …... nun bekommt sie auch noch nen MRSA......
    Und tschüß.....

    Ich bin immer wieder erschüttert wenn ich höre wie viele angeblich Professionell Pflegenden nicht einmal die Grundlagen der Hygiene beherrschen :-(
     
    mysteha gefällt das.
  12. Hallo!
    Was heißt denn "permanente Sanierung"? Verstehe ich nicht.Wo ist denn der MRSA? Im Nasenrachenraum,im Trachealsekret oder beides? So oder so Absaugen ohne Mundschutz,Schutzkittel und Handschuhe/sterilem Handschuh für die katheterführende Hand geht gar nicht.MRSA wird auch aerogen übertragen.Spätestens,wenn Du den MRSA im Nasenabstrich hast und eine Sanierung nicht zum Erfolg führt,überträgst Du den Keim weiter und reinfizierst das Kind und Andere.Stelle Dir vor,das Kind ist im Krankenhaus oder stirbt,dann müsstest Du andere Intensivpatienten pflegen.Willst Du diese dann mutwillig infizieren und in Kauf nehmen,daß sie an einer MRSA-Infektion sterben? In der Pflege am Bett ist Schutzausrüstung zu tragen.Stelle Dir mal vor, MRSA-Keime wären rote Punkte,die Du sehen könntest,diese Punkte wären auf Deiner hoffentlichen? Dienstkleidung und Du würdest diese roten Punkte überall verbreiten.Mir gruselt es.
    Spätestens wenn Du MRSA-Dauerträger wärest,wäre es das Aus für Dich in der Pflege.Ich hatte mehrere Kollegen,die wochenlang nicht arbeiten durften.
     
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