Einstufung in die Pflegestufe

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weissbrk

weissbrk

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07.03.2006
Münster
Hallo! Mein Schwiegervater wird nach einem schweren Schädel-Hirn-Trauma irgendwann in nächster Zeit aus dem Krankenhaus entlassen. Um uns zu informieren, waren wir am Pflegeheim vor Ort. Dort wurde uns gesagt, wenn er grundsätzlich körperlich zu best. Handlungen in der Lage ist (Hand hinter den Kopf= er kann sich kämmen etc), würde ihm keine Pflegestufe zu stehen. Dass er aufgrund seiner Erkrankung überhaupt nicht weiß, wofür ein Kamm gut ist, sei dabei nicht relevant.
Stimmt das so??? Das würde ja heißen, dass wir rund um die Uhr selber pflegen müssten, weil ja nichts aus der Pflegeversicherung kommt.
Ich bin schwer verunsichert (und leicht panisch...:cry:) .
Kann mir jemand helfen? Danke!
weissbrk
 
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S

Siegfried Buttjes

Verstorbenes Forenmitglied
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Hallo weissbrk,

eine solche Aussage von den Mitarbeitern im Altenheim ist natürlich dummes Zeug. Laß Dich dadurch nicht verunsichern. Solte es Probleme geben, darfst Du mich gerne kontaktieren.
 
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highfive

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31.07.2005
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Der Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung sollte schon gestellt werden, in der Regel macht das der Sozialdienst im Krankenhaus.
Wenn der Schwiegervater nach Hause kommt solltet ihr ein Pflegetagebuch führen und euch mindestens von einer Sozialsttion beraten lassen.
Wenn er schon so Pflegebedürftig ist das ihr es alleine nicht leisten könnt tritt ein guter Pflegedienst in vorleistung (gut weil die dann auch einschätzen können ob Leistungen bezahlt werden).
Aber auch der Aufnahme in ein Pflegeheim dürfte nichts im Wege stehen, wenn es keine Pflegestufe gibt enstehen euch auch keine Kosten (ausser Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten.
 
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weissbrk

weissbrk

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07.03.2006
Münster
Hallo und erst mal vielen Dank! Mal sehen, was die Ärzte sagen. Tschüß
weissbrk
 
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P

Polly-Püppchen

Hi,
auf Geriatrie musste ich ständig solche Anträge als betreuende Schwester für den Sozialdienst ausfüllen. Da wird schon unterschieden, ob er es tatsächlich selbständig, unter Anleitung oder gar nicht selber macht. Tendenziell trägt man im Zweifel immer etwas schlechter ein. Und bei den Dementen, wo wir dann "mit Anleitung" angekreuzt haben, die haben auch Pflegestufen gekriegt. Keine Panik also.
Gruß
Sonja
 
K

kate

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07.12.2005
86169
Hei
keine Angst, Ihrem Vater müsste schon Pflegestufe 1 bekomme, da er immer Angeleitet son muss. Ihr müssen vieleicht teilweise oder sogar, die volle übernahme, machen in die Grundpflege da Ihrem Vater nicht mehr weis wie er damit anzufangen kann. Ohne Hilfe wurde er keine Grundpflege durchführen auch wenn er seine Arme hinter den Kopf bewegen kann. Habe ich Ihrem Vater richtig eingeschätz?

Möchte gern wissen wie es ausgeht.

Grüße Kate (Altenpflegerin auf Gerontostation)
 
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Griesuh

Griesuh

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hallo,
Was die Einstufungskriterien in eine Pflegestufe anbelangt wurden hier im Forum schon sehr ausführliche u. umfangreiche Erklärungen gegeben und die Einstufungskriterien können als bekannt angesehen werden. Leider stelle ich immer wieder fest, dass noch etliche Lücken im Wissen zur Einstufung nach SGB XI bestehen.
Um Stammtischparolen vor zubeugen möchte ich hier
nur grob umschreiben aus welchenKriterien der Hilfebedarf ermittelt wird:

Stütz - u. Bewegungsapparat (bewegen, gehen, stehen,bücken)
Innereorgane (Inkontinenz, Drehschwindel, defekte Haut, Dyspnoe, Dysphagie, Aspiration usw.)
Sinnesorgane ( wie hören, sehen)
Nervensystem/Psyche. (verwirrtheit, Demenz, Desorientierung usw.)

Beötigt der Kunde aus einem oder aus allen Bereichen mehrmals tgl. Hilfe, so wird dies bewertet. Je umfangreicher der Hilfebedarf, je höher die PS.
PS I reicht von 46 Min tgl. bis zu 120 Min tgl, PS II von 121 MIn bis 240 Min tgl. und PS III ab 241 Min tgl. Pflegezeit.
Die Hauswirtschafts - u. die Betreuungszeiten werden nicht zur Ermittlung der Höhe der Pflegestufe herangezogen und sind somit nicht Pflegestufenrelevant.
Der Beteruungsbedarf zählt überhaupt nicht.
Pflegestufenrelvant bewertet werden, einfach umschrieben, alle tätigkeiten am Körper des Pflegebedürftigen!!!!!

Die Hauswirtschaftszeit wird zur Zeit noch pauschal mit 45 Min tgl bei PS I und mit 60 MIn tgl bei PS II und III angegeben.
Die Hauswirtschaftszeit wird zur Ermittlung des Rentenanspruches der Pflegeperson nach § 44 SGB XI benötigt. Kommt eine Pflegeperson wtl über 14,01 Stunden Pflege UND Hauswirtschaftszeit, so erhält sie von der Pflegekasse einen anteiligen Rentenbeitrag auf ihr Rentenkonto eingezahlt.

Beispiel: 80 Min tgl. Pflegezeit plus 45 Min tgl. HW = 125 Min tgl gesamt Zeit
mal 7 Tage ( um auf die Wochenzeit zu kommen) = 875 Min wtl : 60 (um auf die wtl. Stundenzahl zu kommen) = 14,58 Stunden wtl. Zeit. Somit hat die Pflegeperson einen Rentenanspruch durch die Pflegekasse.
Kürzer gings leider nicht:eek:riginal:

Umfangreiche Grüße
 
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weissbrk

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07.03.2006
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Vielen Dank für die Antworten!
Im Moment sieht aber alles wieder anders aus:
1. Dauert die Versorgung des Dekubitus noch voraus. 4 Wochen und
2. Besteht nach Meinung des Krankenhauses noch eine Chance auf Reha.
Deshalb will das Krankenhaus noch keinen Antrag auf Einstufung stellen.
Aber auch dort sah man kein Problem, nach jetzigem Stand eine Pflegestufe zu bekommen, da ständiger Betreuungsbedarf besteht.
Falls Interesse besteht, halte ich Euch gern auf dem Laufenden!
 
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weissbrk

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07.03.2006
Münster
Hallo Kate,
es wechselt sehr stark, mal nimmt er selber den Becher, wenn man ihm die Zahnbürste gibt, und putzt sich selbst die Zähne, ein anderes Mal schaut er die Bürste an wie ein Ding vom anderen Stern und legt sie dann weg. Mal macht er genau das, worum man ihn bittet, 5 Minuten später merkt man, dass er nichts versteht. Es muss also auf jeden Fall überwacht werden, ob er die Grundpflege durchführt oder nicht. Er hat einen Dauerkatheter und Vorlagen. Zur Zeit liegt er nur, war aber schon mobilisiert. Laufen würde motorisch gehen, er kriegt es aber nicht hin. Und alles wird noch sehr lange dauern...
 
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Mike28

Mike28

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04.05.2006
46286
:wink: Hi,

die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sprengen aber bei einer kleinen Rente oft den Rhamen des erträglichen, wenn er ins Pflegeheim möchte muss aber immer eine Notwendigkeitsbescheinigung vorgelegt werden und die bekommt man soweit ich das weiß nur von der Krankenkasse bzw. Pflegekasse.
 
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Mike28

Mike28

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04.05.2006
46286
Hallo,

ich weiß nicht ob dir das bekannt ist aber wenn die Pflegehandlung desöfteren unterbrochen wird und du mehrmals kleinschrittig anleiten musst kann man da einige Minuten für eine PS rausholen.


MfG Mike28:thumbsup:
 
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PDL
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weissbrk

weissbrk

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07.03.2006
Münster
Hallo!
Ich wollte mal kurzen Zwischenstand mitteilen: Lt. Akutkrankenhaus kann von dort keine Pflegestufe beantragt werden, wenn der Patient direkt nach Hause geht. Das macht dann der Medizinische Dienst bei einem Hausbesuch vor Ort.
Wird aber die Kurzzeitpflege in Anspruch genommen, kann das Krankenhaus Pflegestufe 1 beantragen, ggf. beantragt dann das Pflegeheim eine Höherstufung und wir können den Haushalt auf die Bedürfnisse meines Schwiegervaters vorbereiten.
Zur Zeit steht immer noch die Versorgung des Dekubitus an:cry:, wir hoffen aber, dass er noch mal in die Reha kann.
Ich berichte gern weiter!
 
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Griesuh

Griesuh

Gesperrter Benutzeraccount
Hallo,

ich weiß nicht ob dir das bekannt ist aber wenn die Pflegehandlung desöfteren unterbrochen wird und du mehrmals kleinschrittig anleiten musst kann man da einige Minuten für eine PS rausholen.


MfG Mike28:thumbsup:
leider NEIN.
Laut den Begutachtungsrichtlinien zur Einstufung dürfen die höchstwerte des möglichen Zeitrahmens nur bei VÖLLIGER übernahme der Pflegeleistung durch eine Pflegeperson, angerechnet werden. Bei Anleitung u. Beaufsichtigung ist nach der Richtline der untere Zeitwert anzusetzen.
Das bedeutet bei Anleitung u. Beaufsichtigung gibt es weniger Zeit!!
Ist zwar unverständlich diese Logig, ist aber leider so.
Die Macher der Richtlinien gehen davon aus, wenn du angeleitet hast musst du nicht die gesamte Zeit daneben stehen.

grüße
 
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Krankenpfleger/PDL/MDK Gutachter
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Griesuh

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Hallo!
Ich wollte mal kurzen Zwischenstand mitteilen: Lt. Akutkrankenhaus kann von dort keine Pflegestufe beantragt werden, wenn der Patient direkt nach Hause geht. Das macht dann der Medizinische Dienst bei einem Hausbesuch vor Ort.
Wird aber die Kurzzeitpflege in Anspruch genommen, kann das Krankenhaus Pflegestufe 1 beantragen, ggf. beantragt dann das Pflegeheim eine Höherstufung und wir können den Haushalt auf die Bedürfnisse meines Schwiegervaters vorbereiten.
Zur Zeit steht immer noch die Versorgung des Dekubitus an:cry:, wir hoffen aber, dass er noch mal in die Reha kann.
Ich berichte gern weiter!
Hallo,
jedes Krankenhaus kann einen Einstufungsantrag nach SGB XI stellen. Deshalb ist diese Aussage der Klinik nicht ganz OK.

Zur Erklärung:
der Medizinische Dienst (MDK) stellt KEINEN Antrag zur Einstufung, den muss der Pflegebedürftige, die Angehörigen oder der Sozialdienst der Klinik im Namen des Pflegebedürftigen stellen.
Der MDK Gutachter vor Ort stellt auch nicht den Antrag zur Einstufung, sondern er stellt die Pflegebedürftigkeit fest. Wie das abläuft habe ich schon in einem anderen Beitrag hier geschrieben.
Der MDK Gutachter gibt dann der Pflegekasse eine Empfehlung zur Höhe der Pflegestufe, letztendlich entscheidet aber der Sachbearbeiter der Pflegekasse ob die Empfehlung des MDK Gutachters angenommen wird.
Was mir immer wieder Auffällt, dass bei der Antragstellung eine Pflegestufe genannt wird, die der Pflegebedürftige nach ansicht der Pflegenden haben soll.
Das ist nicht gern gesehen bei den Kassen !!
Deshalb bei Antragstellung nur schreiben :
Wir beantragen eine Einstufung, wegen Pflegebedürftigkeit, nach SGB XI für .......!
Wenn eine Höherstufung beantragt wird, nicht schreiben wir beantragen PS 2 oder 3, einfach nur schreiben, wir beantragen eine Höherstufung wegen der Verschlechterung des Allgemeinzustandes bei ... ..., dann aufzählen was sich verschlechtert hat.
So besteht eine gute Aussicht auf eine Einstufung.

Grüße
Griesuh
 
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Krankenpfleger/PDL/MDK Gutachter
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Mike28

Mike28

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04.05.2006
46286
Hallo

mir sind die BRI eigentlich sehr gut bekannt:

Bei der Pflegezeitbemessung ist die gesamte Zeit zu berücksichtigen, die für die Erledigung der Verrichtung benötigt wird. Entfernt sich z.B. ein Demenzkranker beim Waschen aus dem Badezimmer, so ist auch die benötigte Zeit für ein beruhigendes Gespräch, das die Fortsetzung des Waschens ermöglicht, zu berücksichtigen. Es muss halt immer mit einer Verrichtung zu tun haben.

Also ich muss ja zwangsläufig Daueranwesend sein da die Pflege sonst nicht fortgeführt wird.

Liebe Grüße

Mike
 
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PDL
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weissbrk

weissbrk

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07.03.2006
Münster
Ich wollte aus aktuellem Anlass das Thema wieder aufwärmen:
Wir haben jetzt die Einstufung bekommen, Pflegestufe 3.
Mein Schwiegervater ist in einem Pflegeheim, da die Pflege zu Hause nicht leistbar ist.
Nochmal herzlichen Dank für alle Infos!
 
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Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
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