Einspringen im Urlaub. Ist das erlaubt?

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B-Tina

B-Tina

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Unsere Leitung hat das Problem für sich clever gelöst - die Dienstplangestaltung und Dienstabdeckung obliegt den Teams selbst, es gibt Dienstplanbeauftragte ...
Eine solche rief mich heute (im Urlaub) an, und wieder mal bin ich aus Pflichtbewusstsein ans Telefon gegangen.
Was soll ich sagen bzw. schreiben, mein eigentlich für Freitag geplanter Urlaubstag ist futsch, denn aufgrund der neuen Feiertagsregelung durfte ich den nicht als Urlaub nehmen, war "nur" im Frei geplant.
Theorie und Praxis ...
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Alten- und Pflegeheim
Weiterbildungen
Palliative Care
C

Cutter

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16.11.2008
Hannover
Ja, der 20.09. ist in manchen Bundesländern ein Feiertag. Da braucht man keinen Urlaub nehmen, der ist eben frei. So war der ja wohl auch bei Dir als "frei" eingetragen. Wenn Du nun zustimmst dort zu arbeiten ist das doch erstmal ok.
Das Du ("mal wieder", "aus Pflichtbewusstsein") an Telefon gegangen bist, in Deinem Urlaub …. naja ;)

Einspringen halte ich grundsätzlich nicht für verkehrt. Es darf eben nur nicht ausarten und das ist oft sehr subjektiv.
 
Qualifikation
Pflegehelferin
Fachgebiet
Hannover
W

Willy_Wuff

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01.12.2005
Deggendorf
Ein Problem mit dem ich auch lange zu kämpfen hatte.
In der Zwischenzeit gehe ich aus Pflichtbewusstsein nicht mehr ans Telefon , sondern lasse den AB ran gehen.
(Dann habe ich genügend zeit mich vorher auf das Telefonat vor zu bereiten, dann kann ich immer noch zurück rufen und nein sagen.
Mag sich nun im ersten Moment seltsam anhören, Pflichtbewusstsein aus dem einen Grund ..... solange sich immer Leute Finden die Einspringen und alles wunderbar funktioniert, hat der Arbeitgeber wirklich keinen Grund etwas zu ändern.
Sprich mit dem ewigen einspringen schaden wir uns nur selbst.
Aus Pflichtbewusstsein nicht ans Telefon gehen, weil es ne weile gedauert hat, bis ich zum einen begriffen habe das ich die Pflicht habe für mich selbst, meine Familie und vor allem für meine eigene Gesundheit zu sorgen.
Nachdem ich diese pflicht erkannt hatte, dauerte es noch eine ganze weile und bis kurz vor nen Burn out, bis ich mir bewusst gemacht habe was es bedeutet.

Meine Patienten haben nichts davon, wenn ich völlig am ende meiner Kräfte zum Dienst erscheine und wegen Erschöpfung Medikamente verwechsel, ich wegen Persönlicher Erschöpfung wichtige Dinge an meinen Patienten übersehe oder vergesse.
In diesem Fall bin ich keine Gute Pflichtbewusste Pflegekraft, ganz im gegenteil ich bin eine Pflegekraft die wissentlich in kauf nimmt das ICH meinen Patienten schaden zufüge.
Sprich ich habe die Pflicht dafür zu sorgen das ich im Rahmen meiner Möglichkeiten einen guten Job machen kann und Schaden von meinen Patienten abwende.
Somit habe ich auch die Pflicht dafür zu sorgen das ICH die für mich notwendigen Erholungszeiten bekomme.
Wenn mein Arbeitgeber nun aber meint das er mir selbige nicht zukommen lassen muß, warum auch immer, und ich merke das ich unkonzentriert und erschöpft bin, sprich meinen Pflichten meinen Patienten gegenüber nicht mehr gerecht werden kann, dann habe ICH die Pflicht zum Hausarzt zu gehen und diesen über meine Arbeitsunfähigkeit zu informieren.
Nicht nur 40° Fieber sind ein Grund für eine Krankmeldung, sondern auch Psychovegetatieve Erschöpfung.
 
Qualifikation
Fachpfleger für Intensiv Medizin
Fachgebiet
IMC
M

marinadiezweite

Mitglied
Basis-Konto
10.09.2014
Uelzen
Hallo B-Tina, manchmal verstehe ich ja Argumentationsketten nicht. Also du hattest einen Urlaubstag eingeplant. Nun ist der entsprechende Tag ein Freitag, also ein freier Tag. Dass man ihn aufgrund einer bestimmten Regelung nicht als Urlaub nehmen darf, so steht das glaub ich nicht dort. Insbesondere, wenn man seinen Urlaub plant und Drumherum noch je ein zwei Tage frei hat. Dann spielt die Frage, ob es ein Feiertag ist, nur für die Berechnung der Anzahl der Urlaubstage eine Rolle. Ein Feiertag kostet nämlich keinen Urlaubstag. Wenn du über einen Feiertag arbeitest, weil das rechnerisch dein Arbeitstag vom Ablauf her ist, dein Arbeitswochenende. Dann wird er ja auch entsprechend vergütet. Also normaler Lohn, aber darüber hinaus Feiertagszuschlag.
Aber nun ist ja offensichtlich, dass da kein Urlaub nötig ist. Es wird kein Urlaubstag angerechnet. Das heißt ja nicht im Umkehrschluss, dass du da eventuell nun arbeiten könntest, da ja eigentlich nur frei ist.
Wie gesagt es kommt auf die Einrahmung in den Urlaub an.
Aber unabhängig von solchen Definitionen ist frei frei. Ein Einspringen immer als freiwillig zu sehen. Ich finde den Tip mit dem AB super. Dann kann man sich in der Tat was überlegen. Vor allem sollte man sich vorher klar sein, ob man gnädigerweise einspringen will. Dann finde ich es ohne wenn und aber ja okay. Und wenn man nicht einspringen will, dann hat man Zeit, eine einfache Absage mit kurzem Hinweis auf - lange geplanten - Frei oder egal, auch Urlaub, abzulehnen. Da würde ich nicht mal Nachfragen oder Rückfragen dulden. Nein ist nein, und man kann das nett sagen, aber man muss es auch bestimmt sagen. Sonst ist man ewig die, die anscheinend braucht, gefragt und angebettelt zu werden.
 
Qualifikation
Altenpflegeassistentin
Fachgebiet
stationäre Altenpflege
Weiterbildungen
Einjährige Ausbildung Pflegeassistentin Alten- und Krankenpflege mit Ausbildung als Alltagsbegleiterin §87b, jetzt 53c
Flybee

Flybee

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07.07.2000
Wenn mal mehr Pflegekräfte organisiert wären und sich ggf. auch mal verdi engagieren würden, wären sie informierter und mal etwas wehrhafter! Ich verstehe nicht, dass erwachsenen Menschen so mit sich umspringen lassen... Ich glaube, nur in der Sozial- und Gesundheitsbranche gibt es so viele unwissende Schafe, die jeden Mist (von selbst uninformierten) Arbeitgebern schlucken!
Leute, wehrt Euch! Pflege ist ein MANGELBERUF! Ihr könnt Euch die Stellen aussuchen!
Ich hatte auch mal so eine Arbeitgeber, die sich einen Sch.... um Arbeitszeitgesetz etc. gekümmert haben... ein Anruf des verdi-Justitiars hat sie schnell geerdet...
 
Qualifikation
Qualitätsmanager im Gesundheitswesen
Fachgebiet
Gemeinnütziger Träger von Pflegeeinrichtungen
Weiterbildungen
Qualitätsmanager (TÜV) Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie Teamleiter Call Center (IHK)
Studium
Gesundheits- und Sozialökonom (VWA)
K

Kalimera

Unterstützer/in
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17.01.2001
Hamburg
Mal aus Leitungssicht: Die momentane Personalsituation ist so eng, dass ein Ausfall leider oft bedingt MA im Frei anzurufen. Selbst ein Ausfallmanagement mit ZA ist kein wirkliches Ausfallmanagement, da dort schon lange nicht mehr immer die notwendigen Qualifikationen vorhanden sind. Wenn ich jetzt als Leitung einen MA anrufe, dann will ich ein ja oder ein nein hören. Ich will ganz sicher nicht hören, dass die Oma, Tante oder wer oder was auch immer den MA davon abhält einzuspringen. Ich empfinde es dann oftmals so, dass ich entscheiden soll, wer nun die "triftigeren" Gründe hat nicht einzuspringen.
Von mir aus geht nicht ans Telefon, ruft nicht zurück, aber seid doch bitte selbstbewusst genug nein zu sagen, wenn Ihr dann zurückruft oder gleich ans Telefon geht. Ich stelle eine klare Frage und erwarte ein klare Antwort. Meist überlege ich sogar noch, was ich Euch dafür anbieten kann wenn Ihr einspringt. Nein kein Geld, dazu habe ich nicht die Kompetenz, aber evtl. ein Wunschfrei/-dienst oder ähnliches.
Nein ich bin nicht böse, nur weil ich meine MA unterbreche wenn jemand ansetzt mir lang und breit zu erklären warum es nun gerade nicht geht, dass er/sie einspringt und ich bin schon gar nicht sauer wenn Ihr nein sagt.
Nicht alle Leitungen sind per se böse, nicht alle Leitungen haben keine Ahnung von den Gesetzten. Mit manchen kann man sogar reden und das hilft mitunter ungemein. Es soll sogar Leitungen geben, die sehen, dass ihre MA geschafft sind und rufen genau diese nicht an. Und eine scheinbar noch seltenere Spezies springt sogar selber. Werdet selbstbewusst und steht zu dem was Ihr tut und sagt. Könnte schwierig sein, weil man dann nicht mehr auf die Leitungen schimpfen kann, könnte aber auch eine Verhaltensänderung dieser hervorrufen.
Ach jah und noch eins. Wenn Ihr entschieden habt einzuspringen, dann hört zu jammern, dass ihr keine Wahl habt, und dass ihr das Frei doch gebraucht hättet ...usw. Denn...Ihr selbst habt entschieden.
Sorry, aber ich wollte auch mal eine andere Sicht der Dinge mit einbringen
 
Qualifikation
Pflege
Fachgebiet
Krankenhaus
R

resigniert

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03.01.2013
Münster
@Kalimera,
mein Reden - ohne Leitung zu sein
 
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Fachgebiet
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B-Tina

B-Tina

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Hallo B-Tina, manchmal verstehe ich ja Argumentationsketten nicht. Also du hattest einen Urlaubstag eingeplant. Nun ist der entsprechende Tag ein Freitag, also ein freier Tag. Dass man ihn aufgrund einer bestimmten Regelung nicht als Urlaub nehmen darf, so steht das glaub ich nicht dort. Insbesondere, wenn man seinen Urlaub plant und Drumherum noch je ein zwei Tage frei hat. Dann spielt die Frage, ob es ein Feiertag ist, nur für die Berechnung der Anzahl der Urlaubstage eine Rolle. Ein Feiertag kostet nämlich keinen Urlaubstag. Wenn du über einen Feiertag arbeitest, weil das rechnerisch dein Arbeitstag vom Ablauf her ist, dein Arbeitswochenende. Dann wird er ja auch entsprechend vergütet. Also normaler Lohn, aber darüber hinaus Feiertagszuschlag.
Aber nun ist ja offensichtlich, dass da kein Urlaub nötig ist. Es wird kein Urlaubstag angerechnet. Das heißt ja nicht im Umkehrschluss, dass du da eventuell nun arbeiten könntest, da ja eigentlich nur frei ist.
Liebe Marina, ich versuche mal, das verständlich zu erklären. Wir müssen jeweils Ende des Jahres für das nächste Jahr den Urlaub vorplanen. Der wird dann so lange diskutiert, bis er in der Vorplanung genehmigt und in den Dienstplan eingepflegt wird.
Bei unserer Vorplanung für das Jahr 2019 war noch nicht abzusehen, dass der 20. September in Thüringen als zusätzlicher Feiertag festgelegt wird. Ursprüglich stand dieser Tag für mich als Urlaub im Dienstplan; aufgrund der neuen Feiertags-Regelung "nur" noch als normales Frei. Und im normalen Frei kann man/frau ja einspringen ...
Der Urlaubstag wird mir natürlich gut geschrieben. Am Wochenende hätte ich ohnehin Dienst gehabt.

Nein, ich wollte mit meinem Beitrag oben nicht jammern. Ärgere mich nur über mich selbst, dass ich nun schon zum zweiten Mal im Urlaub ans Telefon gegangen bin. Aber daran bin einzig und allein ich schuld.

Auf die Leitung schimpfen tue ich nicht. Die ist auch schon eingesprungen, wenn es gar nicht mehr anders ging ...
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Alten- und Pflegeheim
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marinadiezweite

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10.09.2014
Uelzen
Hallo B-Tina, das genau meine ich mit, Ich verstehe deine Argumentationskette nicht. Dass schon vor einem Jahr die Urlaubspläne gemacht wurden, ist ja in vielen Betrieben so. Wenn sich aber was ändert, hier ist der Feiertag dazugekommen. Dann ist das ja schon Monate vorher klar. Und bedeutet eigentlich nur, dass du nun keinen Urlaubstag für den 20.9. opfern musst. Mehr bedeutet das gar nicht. Es ist dann eben frei. Frei ist anscheinend weniger wert als Urlaub. Aber die Argumentation hat mit der eigentlichen Entscheidung nichts zu tun, ob man einspringt.
Die Frage, ob man einen Urlaubstag opfert oder im ''frei'' gefragt wird, was ja immer noch ein Feiertag bleibt, ist für deine Entscheidung ja, wenn man es ehrlich nimmt, ziemlich egal. Und insofern meine ich, dass es auch einer Planungskommission oder sonstigen Institutionen egal is. Sie ziehen das vielleicht als Argumentation heran. Klar. Aber letztlich, wie man es dreht und wendet. Man steht sich nicht besser wegen der einen oder anderen Regelung, sie vereinfacht auch keine Entscheidung. Da fand ich Kalimeras Beitrag sehr gut. Seht das doch mal so aus der Sicht einer Planungschefin. Sie telefoniert mehrere Leute ab, hat meist gar nicht viele Optionen. Für eine Abfrage genügt ein Blick auf den Plan. Da bleiben nur wenige, die einspringen können. Die einen arbeiten sowieso, die anderen fallen wegen Krankheit aus. Also bleibt nicht mehr viel.
Wir springen auch ab und zu ein, Manchmal bin ich da schon sauer, dass das sogar so selbstverständlich im Dienstplan steht. Bei Nachfrage, warum man nicht gefragt wurde, die Antworten sind schon teilweise o la la.
Aber ich finde, entweder man macht das, versucht dem was positives abzugewinnen. Oder man sagt, geht nicht. Keiner kann dir den Ärger abnehmen, wenn man einspringt und schwächelt.
Davon ab, bei uns zieht immer ein Argument sehr gut. Das ist nämlich, wer am Wochenende arbeitet, braucht den freien Tag sehr dringend zur Erholung. Das sollte man dann aber auch so deutlich sagen, und sich selbst ernst nehmen, ob man das schafft, mehrere Tage ununterbrochen zu arbeiten.
 
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Altenpflegeassistentin
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Einjährige Ausbildung Pflegeassistentin Alten- und Krankenpflege mit Ausbildung als Alltagsbegleiterin §87b, jetzt 53c
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05.07.2001
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