Einspringen im Urlaub. Ist das erlaubt?

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Lotta58

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30.08.2019
Hallo,
ich habe momentan Urlaub und sollte für eine Kollegin Frühdienst machen, damit diese zur Fortbildung gehen kann. Meine PDL schrieb mir übers Handy diesbezüglich. ich shrieb das ich nicht kann. Dies wurde dann akzeptiert, nachdem sie gefragt hat warum ich nicht einspringen kann (sie sagte mir auch das die Geschäftsleitung meinte ich könnte eine ausnahme machen).
Am nächsten Tag wurde mir mitgeteilt das eine andere Kollegin sich krank gemeldet hat und das ich die einzige sei, die einspringen könnte, da sonst keiner kann. Wieder wurde mir mitgeteilt das die Geschäftsführung sagte das ich eine ausnahme machen könne. Ich sagte das ich nicht kann und teilte auch mit das ich bereits am vortag der PDL gesagt habe das ich den tag nicht kann. sie wollte dies der PdL weitergeben. Ca. eine stunde später rief mich meine kollegin wieder an und meinte das jetzt alle anderen gefragt wurden und keiner kann und ich ja laut Geschäftsführung eine ausnahme machen könne. ich sagte wieder das ich nicht kann, ich teilte mit das ich meine Mutter zum Arzt fahren muss da sie nicht selber auto fahren kann und darf (habe sie vormittags aus dem Krankenhaus abgeholt und dies auch beim ersten Telefonat meiner kollegin mitgeteilt). Meine kollegin meinte daraufhin ob sie wirklich noch zum Arzt muss da sie ja aus dem Krankenhaus entlassen wurde und warum sie nicht selber fahren kann. ich teilte meiner kollegin mit was meine mutter hat und sagte wieder das sie nicht selber Auto fahren kann und darf. ich sagte auch das ich nicht weis wie lange der arztbesuch dauert, da wir einen dazwischen geschobenen Termin bekommen haben. meine kollegin meinte daraufhin das der arztbesuch ja nicht bis 18 Uhr dauern würde. ich sagte daraufhin das ich selber weis das es nicht bis 18 Uhr dauern wird, aber ich dennoch nicht weis wie lange es dauert.

Muss ich in meinem Urlaub einspringen, selbst wenn es laut PDL heißt das die Geschäftsführung meint ich könne eine ausnahme machen? Und ich bereits gesagt habe das ich nicht kann??
Die Geschäftsführung hat sich zu dem Einspringen bei mir selber nicht gemeldet.
 
Qualifikation
Examinierte Altenpflegerin
B-Tina

B-Tina

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Nein ... Du hättest nicht mal ans Telefon gehen müssen. Und Dich schon gar nicht rechtfertigen, warum Du den Dienst nicht übernehmen kannst. Urlaub ist Urlaub.

(Wobei ich auch schon mal einen Urlaubstag verschoben habe, um einen Dienst zu übernehmen ... Das war wirklich eine Ausnahme, wir sind ein gutes Team, und die Geschaftsleitung hat sich persönlich bei mir bedankt. Noch einmal tun würde ich es nicht.)
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Alten- und Pflegeheim
Weiterbildungen
Palliative Care
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DeathBeforeDecaf

Nein, natürlich musst Du nicht einspringen, Du musst dich auch nicht rechtfertigen.
 
petruschka66

petruschka66

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29.01.2016
Kreis Rotenburg
Nicht ans Telefon gehen. Schon garnicht die Handynr. dem Arbeitgeber geben.
Hatte selber vor 12 Jahren das gleiche erlebt. Damals fehlte mir die Kraft nein zu sagen.
Warum springt die PDL nicht mal ein?
Heute gehe ich nicht mal ans Telefon wenn ich die Telefonnr vom Arbeitgeber erscheint.
 
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Fachkraft
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Cutter

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16.11.2008
Hannover
Nein, der AG kann den normalen AN nicht aus dem Urlaub holen.
Was noch viel wichtiger ist, das der AN den Urlaub nicht kürzen darf! Es gibt nicht nur ein Recht auf Urlaub, sondern auch eine Pflicht zum Urlaub. Dazu gab es hier schon mal eine Diskussion.

@Lotta58 Belehre Deine PDL mal mit §8 des BUrlG (§ 8 BUrlG - Einzelnorm). Du kannst ihr sagen, das sie besser während ihrer PDL-Ausbildung hätte aufpassen sollen.
 
Qualifikation
Pflegehelferin
Fachgebiet
Hannover
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Lotta58

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30.08.2019
Danke für die ganzen hilfreichen antworten
 
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Examinierte Altenpflegerin
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lulli00

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17.02.2016
Wien
Spätestens beim Nachfragen warum ich nicht kann wäre Schluss mit den Gespräch gewesen mit dem verweis derartigen Unverschämheiten in Zukunft zu unterlassen. Unfassbar
 
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Pflege
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Menschenkind

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18.12.2012
Wie so vieles ist dies eine komplexe Situation, die von mehreren Seiten betrachtet werden kann:

Die Versorgung der Bewohner muss sichergestellt werden, dafür sind Leute erforderlich! Sind keine Leute dafür da, so beginnt das Dilemma! Sagt jeder "nein", auf die Frage ob jemand einspringen kann, dann sind die Bewohner in letzter Konsequenz unterversorgt.
Sagen nur die "nein", die ein dickes Fell haben, dann springen die ein, die "nicht nein sagen können".

Dann gibt es den rechtlichen Aspekt: Eigentlich muss ich noch nicht einmal kurzfristig einspringen, wenn ich "nur" frei gehabt hätte. Aber dann ist in vielen Situationen die Versorgung nicht mehr sichergestellt. Andererseits: Wenn ich auf dem Dienstplan "frei" habe, dann kann ich machen, was immer ich will! Total legitim.

Die PDL-Seite ist ebenfalls angesprochen worden: "Soll die doch mal den Dienst machen und einspringen!" Ja, auch eine Möglichkeit, jedoch auch hier gibt es ein "nein" - wenn die PDL einspringt, dann kann sie ihre originären Leistungsaufgaben nicht mehr (in dem Maß) wahrnehmen, wie sie sollte/müsste.
Andererseits ist für mich eine Leitungsmaxime gewesen: "Verlange nicht von anderen, zu dem du nicht selbst bereit bist!"

Persönlich bin ich als Leitung am Besten gefahren mit einem fairen Umgang und Transparenz. "Nehmen und Geben" ist in der Praxis oft hilfreich. Wenn jemand bereit ist einzuspringen, obwohl er/sie frei hat, dann erhält derjenige einen freien Alternativtag - das ist für mich selbstverständlich! Es sind bei mir nicht immer die gleichen dran. Ich springe auch selbst ein oder helfe zeitweise (z.B. zur Medigabe) aus, wenn ich merke, dass auf dem Wohnbereich Trouble ist...aber das kann keine Dauerlösung sein.
Ich sorge für eine ausfallsichere Urlaubs- und Dienstplanung, die Reserven lässt, so dass nach Möglichkeit trotz Ausfällen noch genug Personal in entsprechender Qualifikation zur Verfügung steht.

Im konkreten Fall ist der Umgang mit dem emotionalen Druck, der Aufgebaut wird, nicht angemessen. Und für mich sind Mitarbeiter im Urlaub tabu, wenn sie nicht selbst das Angebot machen, angerufen zu werden.
 
Qualifikation
Krankenpfleger, Pflegefachmann, freiber. Dozent
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Heimaufsicht/WTG-Behörde
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Pflegedienstleitung, Qualitätsbeauftragter, Algesiologischer Fachassistent (DGSS)
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resigniert

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03.01.2013
Münster
"Nehmen und Geben" ist in der Praxis oft hilfreich.
Ganz genau: Geben vom AN - Nehmen vom AG
Ich las nix vom gegenseitigem Geben und Nehmen, nur dass du es so machst, aber nicht im Ausspruch allgemein.
Wer kein Personal hat, kann bestimmte Dinge nicht übernehmen. Wer nur 1 PFK hat, kann dieser keinen DP mit frei oder Urlaub schreiben - ist also per se für eine Behandlungspflege nicht gerüstet
 
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GuK
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Cutter

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16.11.2008
Hannover
Das Ausfallmanagment besteht in allen Heimen, wo ich bisher arbeitete, einzig und allein in der Freizeit der Mitarbeiter.
Und da jeder in der Pflege ein mehr oder weniger ausgeprägtes Helfersydrom hat, finden die AG solch ein Ausfallmanagment sehr toll.

Wir wäre es direkt mit einer Zeitarbeitsfirma zusammen zu arbeiten und das Ausfallmanagment über deren Mitarbeiter sicherzustellen.

Eine Unterversorgung von den Bewohnern würde auch damit vorgebeugt werden.
 
Qualifikation
Pflegehelferin
Fachgebiet
Hannover
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Willy_Wuff

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01.12.2005
Deggendorf
Nur zur Info für alle Kollegen die das vielleicht nicht wissen :)
Der Dienstplan ist Bindend, für beide Seiten.
Sprich Wenn ich mit Frühdienst eingetragen bin, habe ich zum Frühdienst zu erscheinen, gleiches bei allen anderen Diensten.
Wenn ich Frei oder Urlaub habe, ist das meine Freizeit.
Sprich wenn ich in dieser zeit einspringe, oder meinen Dienst tausche, dann ist es ne nette Gäste von mir für die der Arbeitgeber dankbar sein darf.
Denn MEINE FREIZEIT GEHÖRT MIR und wenn mein Arbeitgeber sich einbildet er könne mich nach belieben zur Arbeit einteilen, dann soll der mir gefälligst einen Bereitschaftsdienst in den Dienstplan eintragen und selbigen dementsprechend vergüten.

Seine organisationsverantwortung geht mir ebenso an der Backe vorbei, wie meinem Arbeitgeber meine Gesundheit und mein Privatleben an der backe vorbei geht :)

Und mal eben eine Dienstverpflichtung aus zu sprechen ist auch nicht so einfach getan, dafür gibt es klare gesetzliche vorgaben, und wenn er diese nicht einhält ist seine Dienstverpflichtung nicht nur lächerlich, sondern für mich nicht bindend und er kann mir ga nix, wenn ich in der mir zustehenden Freizeit zu hause bleibe.

Wie lange dauert es eigentlich noch bis die Pflegekräfte endlich mal begreifen das die Sklaverei schon im Letzten Jahrtausend abgeschafft wurde ?
Einfach mal ein Büschen Gesetzeskunde Stöbern, Arbeitsrecht ist nicht uninteressant, vor allem die rechte der Arbeitnehmer und die gesetzlichen Pflichten der Arbeitgeber.
 
Qualifikation
Fachpfleger für Intensiv Medizin
Fachgebiet
IMC
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Willy_Wuff

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01.12.2005
Deggendorf
Nachtrag ...... das Geflenne der Arbeitgeber das bei den Stationen die Ausfälle aus eigenen Reihen kompensiert werden müssen .........
Kommen sie immer wieder mit an und irgendwie auch mit durch .......
Es konnte mir nur bisher noch niemals jemand im Arbeitsrecht zeigen wo denn steht das der Arbeitgeber SEINE Organisationsverantwortung auf die Arbeitnehmer Abwälzen kann. Und blos weil es seit 1000 Jahren funktioniert heißt es nicht das es Gesetzlich auch fundiert ist :)
Übrigens, wenn Mein Arbeitgeber von mir will das ich einspringe ..... dann darf er was dafür locker machen, denn wie gesagt .... er darf Dankbar sein, wenn ich ihn mit Einspringen oder dienst tauschen davor rette Zeitarbeit ein zu stellen ...... diese Dankbarkeit muss er mir dann aber auch auf dem Gehaltsstreifen beweisen.
Leute werdet euch endlich eures Marktwertes bewusst und verhaltet euch dementsprechend, sonst werdet ihr von euren Chefs niemals sowas wie Respekt erwarten können.
Und dieses Gejammer ohne Dich geht hier gaaaaa nichts und ich bin soooooooooo verzweifelt ........ Frage, ist das mein Problem ?
 
Qualifikation
Fachpfleger für Intensiv Medizin
Fachgebiet
IMC
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lulli00

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17.02.2016
Wien
Bei uns wird einspringen echt gut vergütet. 75% Aufschlag.
 
Qualifikation
Pflege
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marinadiezweite

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10.09.2014
Uelzen
Hallo Einspringen wegen Fortbildung einer Kollegin. Krank einer Kollegin. Das eine ist lange geplant, das andere überraschend. Was kann man da tun in einem kleinen Heim. Zunächst einmal, besonders im Urlaub braucht man da für diese Fälle, es scheint um einen Tag zu gehen wohl gar nicht erst pulen. Schwierig ist vor allem, wenn man nun schon nein gesagt hat. Und dann kommt noch jemand. Aber begründen muss man das nicht. Also ja, schon sagen, hab da ja auch schon abgelehnt, siehe Urlaub. Aber nicht in der Richtung meine Mutter musste dies und könnte dies. Dadurch macht man sich umstimmbar. Die lieben Kollegen haben dann den Eindruck, dass man umstimmbar ist und dass sie gewisse Dinge mitentscheiden können bei dir zu Hause.
Es macht sich immer gut, gar nicht ans Telefon zu gehen. Aber wenn man schon die Probleme bei der ARbeit hören will, dann ist es besser, nicht mit Rechten und Pflichten zu kommen. Sondern nein, Urlaub bleibt Urlaub.
Eine zusätzliche Vergütung. Wenn es wirklich ein tolles Team ist und man meint, man kann das verantworten und da kommt nicht immer wieder im Urlaub sowas. Und vor allem solltest du nicht immer die letzte Rettung sein.
Was ganz anderes ist, wenn wegen eines unvorhersehbaren Falls du gebeten wirst einzuspringen. Und dieses vor allem machbar ist.
Da gibt es wohl strenge Grenzen. Und falls jemand aus Neuseeland wieder eingeflogen werden muss, weil er nur einspringen kann, mag er das tun. Da muss sogar noch mehr vergütet werden als nur die Stunden.
Ja, Resümee, wenn es nicht geht, dann brauchen deine PDL und andere das nicht verstehen. Sonst werden da ganz schnell Prioritätenlisten gebildet und das willst du doch nicht. Je bedeckter man sich da hält, desto leichter werden sie sich was Ersatzmässiges einfallen lassen. Gut macht sich immer, keine Lösungsvorschläge zu machen. Eine PDL kann einspringen, wird dies auch tun, wenn es sich nicht um einen Dauereinsatz handelt. Ihre Aufgaben kann sie sicher und eventuell verschieben. Das ist aber nicht das Bier des Urlaubers.
 
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Altenpflegeassistentin
Fachgebiet
stationäre Altenpflege
Weiterbildungen
Einjährige Ausbildung Pflegeassistentin Alten- und Krankenpflege mit Ausbildung als Alltagsbegleiterin §87b, jetzt 53c
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Willy_Wuff

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01.12.2005
Deggendorf
Kleines Team hin kleines Team her.
Klar auch ich springe in Ausnahmesituationen mal ein, aber es müssen Ausnahmen bleiben, und wenn ich den Eindruck habe das es zur Regel wird, dann sage ich nein.
Nein ist und bleibt dann auch nein, und ich muß auch nicht begründen warum denn nicht.
Ist natürlich auch immer eine Frage wie man nein sagt.........
Wenn ich dann am Telefon höre : "Du bist meine letzte Hoffnung........" Dann antworte ich auch nur : "Tut mir leid, ich bin nicht ObiWahn" :)
Und ..............
Überraschung...... es geht dann auch ohne mich :)
So ganz am Rande, es gehört zur organisationsverantwortung des Arbeitgebers Ausfallkonzepte zu haben, und wenn er die nicht hat, dann ist es sein persönliches Problem und nicht meines.
Auch das kleine Team wird vermutlich ein Team innerhalb eines Hauses mit mehreren Teams sein, dann soll der Arbeitgeber sowas wie einen Bereitschaftsdienst einführen, z.b.
z.B. 4 Teams stellen jeden Monat ein Wochenende aus ihrem Team eine Einspring Bereitschaft, dann trifft es jeden Monat einen aus dem Team, und man kann sich ausrechnen wie oft es jeden einzelnen im Jahr trifft.
Selbstverständlich muß dies dann auch als Bereitschaftsdienst vergütet werden.
Also Möglichkeiten für ein Mittarbeitergerechtes Ausfallskonzept gibt es genug, da muß nicht alle naselang jemand seine kümmerliche freiheizt und sein eh schon gebeuteltes Privatleben für die Gewinnmaximierung des Arbeitgebers aufopfern.
 
Qualifikation
Fachpfleger für Intensiv Medizin
Fachgebiet
IMC
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Roadreaper

Mitglied
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22.12.2018
Wie bereits erwähnt, ist mit dem Aushang des Dienstplanes das Diktionsrecht des Arbeitgebers abgegolten und Änderungen können nur mit Zustimmung des Arbeitnehmers erfolgen.

Es empfiehlt sich ebenfalls mal einen Blick in § 13 BUrlG zu nehmen, dann dürfte die Frage bezüglich einspringen im Urlaub geklärt sein. Dazu auch ruhig einmal in das Urteil vom BAG vom 20.06.2000 9 AZR405/99 und schon weiß der Arbeitgeber, was er darf und was er nicht darf.

Auch bei Dienstverpflichtungen sind die Fristen in § 12 Absatz 2 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes zu erlesen. Bevor jetzt jemand sich auf das Wort Teilzeit stürzen möchte, sei gesagt, dass hier zwei Bereiche in einem Gesetz zusammengefügt wurden. Jetzt kann sich jeder einmal überlegen, wann die Frist von mindestens 4 Tagen vorher bei Dienstverpflichtungen von Seiten des Arbeitgebers auch eingehalten wurden. Wer dazu auch noch einen AVR-Vertrag besitzt, kann zusätzlich sogar noch den § 9 (6) geltend machen, hier wird benannt, dass die Arbeitszeit dann mit verlassen der Haustür beginnt und erst mit öffnen der Wohnungstür nach Schichtende aufhört, alles dazwischen ist Arbeitszeit und muss entsprechend vergütet werden, sogar die Pause ist dann Arbeitszeit. Somit dürfte dann die Frage nach der Quelle erledigt sein. Zusätzlich kann man auf der Seite von Verdi auch mal ganz geschickt einen Blick in die Schichtplanfibel werfen und schon ist man schlauer.

Höre ich dazu immer diese versuchten emotionalen Erpressungen mit den Aussagen: "Wir haben ja keinen!", "Die Kollegen müssen das dann mit weniger Personal schaffen!", "Möchte mal erleben, dass Du auch einspringst!" usw., fällt mir nicht mehr viel zu sein. Der Arbeitgeber versucht damit immer sein Organisationsverschulden zu vertuschen. Dazu kann man sich mal die Frage stellen, wie oft im Zusammenhang mit der Bitte um einspringen gleich ein freier Ersatztag vorgeschlagen wurde. Auch nimmt die Kultur des Anrufens im Frei immer mehr zu. Hatte mal eine Kollegin die an ihrem freien Tag vom Arbeitgeber insgesamt achtmal angerufen wurde.

Auch muss erwähnt werden, dass nicht alle Kollegen einen im Frei wegen dienstlicher Belange anrufen dürfen. Leitungen egal ob Stations- oder Pflegedienst haben die Befugnis, aber mit der Delegation wird es dann schon schwieriger. Ebenfalls ist man nicht verpflichtet im Frei erreichbar zu sein.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Intensivpflege & Anästhesie
Fachgebiet
Anästhesie
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Willy_Wuff

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01.12.2005
Deggendorf
Thx wieder was gelernt, wenn meine PDL meint frech werden zu müssen
 
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Fachpfleger für Intensiv Medizin
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Menschenkind

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18.12.2012
Wenn ich eine Vielzahl der Beiträge hier lese bin ich ehrlich überrascht, mit welchen zwischenmenschlichen Faktoren die Mitarbeiter hier zu kämpfen haben...da scheinen ja eine Menge zerrüttete Arbeitsverhältnisse zu bestehen
 
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Krankenpfleger, Pflegefachmann, freiber. Dozent
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Weiterbildungen
Pflegedienstleitung, Qualitätsbeauftragter, Algesiologischer Fachassistent (DGSS)
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Willy_Wuff

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01.12.2005
Deggendorf
Ich glaub weniger das es sozusagen zerrüttete Arbeitsverhältnisse sind, als viel mehr der Umstand, dass zum einen die Arbeitgeber ziemlich verzweifelt sind, und sich somit zu Verzweiflungstaten hinreißen lassen, und zum anderen das die Pflegekräfte endlich anfangen sich ihres Wertes bewusst zu werden.
Konzernführung gibt klare ansagen bezüglich der Gewinnsteigerung, und da scheinbar bei einem BWL Studium oftmals das logische Denken verloren geht, begreifen Manager die eh nur noch Quartalsweise denken, nicht das man Gewinne nicht unendlich steigern kann.
Sprich der Druck den sie auf ihre Klinik- und Pflegeeinrichtungs Leitungen ausüben dürfte immens sein. Wenn die ihre Zahlen nicht schaffen werden sie erfahrungsgemäß, zumindest bei den Schweinekonzernen, abgeschossen und es kommt der Nächste Ahnungsbefreite Manager der noch spaarpotential sieht.
Bisher haben Pflegekräfte sich ja immer so ziemlich alles gefallen lassen und waren auch mit plumpsten Mitteln manipulierbar, dies ändert sich nun glücklicherweise langsam.
Hinzu kommt das es immer weniger Pflegekräft werden, weil in den letzten 10 Jahren die Konzerne diverse Einrichtungen systematisch zu Tode gespart haben.
Ich Persönlich muß gestehen das ich die derzeitige Entwicklung ga nicht so schlecht finde, denn sie gibt doch den kleinen Privaten Häusern, also die die wirklich noch das Wohl der Bewohner oder Kranken im Auge haben, eine echte Chance.
Wenn die das ziel haben einfach „nur“ Kostendeckend zu Arbeiten, haben sie die Möglichkeit menschenwürdige Arbeits und Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen und somit auch die Möglichkeit das wenige noch vorhandene Pflegepersonal an sich zu binden.
Was wiederum bedeutet das sie aufgrund einer guten Versorgung auch Kunden an sich binden können und sich evtl. ihre Kunden sogar aussuchen können.
Wäre mal was neues, wenn die Konzerne sich aufgrund ihrer Gier selbst aushungern und sie wegen Personalmangel dicht machen müssen :), dann haben wir in ……. mal raten …… ca 5-10 Jahren die Möglichkeit, aus dem Scherbenhaufen vielleicht wieder nen funktionierendes Gesundheitssystem auf zu bauen, wenn mal einer der wenigen denkenden Politiker die es noch gibt, auch was zu sagen bekommt :)

Bis es aber so weit ist, werden noch viele Flüsse durch die Tränen Hilfsbedürftiger und Pflegender anschwellen :-(
 
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