Arbeitsrecht Einschränkung und Verbot der innerbetrieblichen Kommunikation

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Darf der Arbeitgeber dem Mitarbeiter die dienstliche Nutzung des E - Mailsystems verbieten, bzw. ihn anweisen, Dienstliche Angelegenheiten nur mit der direkten Führungskraft zu besprechen?

Was bedeutet in einer solchen Formulierung das Wort dienstlich? Sind das auch alle Gespräche, die mit und/über Patienten und Angehörige geführt werden, zusätzlich Übergaben, Schüleranleitungen, Bestellwesen?

Darf der Arbeitgeber solche Anweisungen ausgeben?
Kann man das als Aussperrung von der Arbeit ansehen?
Ist das ein Grundrechtseingriff?
 
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SchwesterWolfgang

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AW: Einschränkung und Verbot der innerbetrieblichen Kommunikation

"Darf der Arbeitgeber dem Mitarbeiter die dienstliche Nutzung des E - Mailsystems verbieten, bzw. ihn anweisen, Dienstliche Angelegenheiten nur mit der direkten Führungskraft zu besprechen?"
- der Arbeitgeber darf Dir sagen, was Du tun und lassen sollst. Er muss es sogar, darf dabei aber nicht gegen Grundrechte, Gesetze usw. verstoßen.

"Was bedeutet in einer solchen Formulierung das Wort dienstlich? Sind das auch alle Gespräche, die mit und/über Patienten und Angehörige geführt werden, zusätzlich Übergaben, Schüleranleitungen, Bestellwesen?"
- Das musst Du Deinen Arbeitgeber schon selbst fragen, wie er das konkret meint

"Darf der Arbeitgeber solche Anweisungen ausgeben?
Kann man das als Aussperrung von der Arbeit ansehen?
Ist das ein Grundrechtseingriff?"

- Grundrechtseingriff halte ich für ganz schön starken Tobak, denn welches Grundrecht soll hier verletzt werden?
- Und Du wirst ja nicht von der Arbeit ausgesperrt, oder?

Und jetzt tu mal ein bisschen Butter bei die Fische, denn ansonsten ist Deine Frage wie die berühmte Scherzfrage: "ein Schiff ist 29 m lang und 15 m breit - wie alt ist der Kapitän?" . . .
 
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AW: Einschränkung und Verbot der innerbetrieblichen Kommunikation

Und jetzt tu mal ein bisschen Butter bei die Fische, denn ansonsten ist Deine Frage wie die berühmte Scherzfrage: "ein Schiff ist 29 m lang und 15 m breit - wie alt ist der Kapitän?" . . .
Okay ...
Den ganzen Rattenschwanz möchte ich jetzt nicht erzählen, aber:
Den Herrschaften ist es nicht recht, dass ich zum Zwecke der internen Kommunikation E - Mails schreibe, um unangenehme Themen anzusprechen. Damit bin ich ursprünglich einmal angefangen, weil sich die betreffende Führungskraft immer einer mündlichen Klärung entzog, bzw. Absprachen oder Versprechen nichts wert waren.

Wie:
- Eigenmächtige Abänderungen des Dienstplans durch die Stationsleitung
- Fragen der Arbeitssicherheit (z.B. Umgang und Entsorgung von Zytostatika)
- Fragen des Führungsstils (z.B. Ungleichbehandlung von Mitarbeitern, Versuch, den "Deckel Drauf" zu behalten)
- Fragen der Pausengewährung am Wochenende
- Ansprache der eigenmächtigen Ablehnung von Fort - und Weiterbildungsmaßnahmen
- Stellungnahmen zu besonderen Vorfällen, bzw. Weiterleitung derselben
- Kontakt halten zu Kollegen, die ebenfalls gemobbt werden

u.s.w.u.s.f.

Eine Zeit lang hat das Wunder bewirkt. Irgendwann haben die sich aber drauf eingestellt, und wurden ... unangenehm. Vermutlich, weil denen ebenfalls auffiel, dass der wichtigste Punkt bei bestimmten Mails nicht der Inhalt, sondern das Datum der Weitergabe bzw. die Empfangsbestätigung war.

Daher gab es dann die im OT erwähnte Anweisung. Ich habe ja via Betriebsrat versucht, zu erörtern, was denn dienstlich bedeutet, aber die haben sich in Schweigen gehüllt (auch, weil dieser sehr arbeitgeberfreundlich ist, um es einmal vorsichtig auszudrücken.)

Ich halte eine solche generalisierte Ansage für einen Angriff der Fähigkeit, sich mitzuteilen, für ein Mobbing - Merkmal. Ich spreche das die Tage aber auch noch mal beim Anwalt an.
 
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AW: Einschränkung und Verbot der innerbetrieblichen Kommunikation

. . . hmm ja, war mir schon klar, dass da was dahintersteckt. Und danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, die Zusatzfrage zu beantworten. Hoffentlich hast Du Dir Ausdrucke von den Mails zum Zweck der Beweissicherung gemacht. Und hoffentlich hast Du einen guten Fachanwalt für Arbeitsrecht. Ich drück Dir die Daumen und gib mal Bescheid, notfalls über PN, was der Anwalt dazu gesagt hat . . .
 
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AW: Einschränkung und Verbot der innerbetrieblichen Kommunikation

Ansonsten kann man sowas auch einfach per gutem alten Einschreiben machen :) - und benutzt damit die vom AG zur Verfügung gestellten Rechner und auch das interne e-mail-Programm nicht.
 
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AW: Einschränkung und Verbot der innerbetrieblichen Kommunikation

. . . Igel77, eins hatte ich im Eifer ganz überlesen: "Kontakt halten, zu Kollegen, die ebenfalls gemobbt werden" - das ist ganz, ganz wichtig, dass man sich in dieser Situation Verbündete sucht und auch den Kontakt hält, das machst Du richtig! Vielleicht gibt es für diesen Punkt aber eine andere Möglichkeit, als das Intranet . . .
 
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AW: Einschränkung und Verbot der innerbetrieblichen Kommunikation

Schwester Wolfgang: Ist nicht mehr so ganz leicht, da man das alte Team gesprengt und die Leute verteilt hat. Sobald ich von jemandem gesehen werde, der der "Gegenseite" angehört, geht diese Information dann den falschen Weg. (Ich denke, dass ist auch einer der Gründe, warum ich ursprünglich die Anweisung erhalten hatte, dienstliche Dinge nur mit meiner Stationsleitung zu besprechen.) Ich werde die Tage aber mal Telefonnummern austauschen, wenn möglich.
 
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AW: Einschränkung und Verbot der innerbetrieblichen Kommunikation

und e-mail-Adressen und dann die privaten Accounts benutzen - und nicht die dienstlichen e-mail-Programme.
 
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AW: Einschränkung und Verbot der innerbetrieblichen Kommunikation

. . . wie haben wir das nur vor 20 Jahren noch bewältigt, als es noch keine elektronischen Kommunikationsmittel gab? Man hat sich mal angerufen und zum Kaffee, oder Bier verabredet z.B. . . . :kopfkratz:
 
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AW: Einschränkung und Verbot der innerbetrieblichen Kommunikation

ja das finde ich auch einfach mal miteinander reden,so privat und eventuell was anderes suchen.
 
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Igel77

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AW: Einschränkung und Verbot der innerbetrieblichen Kommunikation

Also, kurz die Meinung des Anwalts:

1) Die Anweisung, mich an die Dienstkette zu halten, ist rechtmäßig, wenn auch nicht unbedingt zweckmäßig, wenn es dienstliche Fragen betrifft.
2) Die Anweisung ist unzulässig, wenn es sich um Angelegenheiten handelt, bei denen ich persönlich betroffen bin.
 
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AW: Einschränkung und Verbot der innerbetrieblichen Kommunikation

. . . tolle Aussage . . .
 
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AW: Einschränkung und Verbot der innerbetrieblichen Kommunikation

Naja, war auch nicht Hauptthema gestern. Wird vielleicht noch eins. Der Anwalt fragte mich: "Hat Sie das bisher gehindert?", was ich lächelnd mit einem Nein beantworten musste.
 
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