Einrichtung einer Dementenstation

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Redline

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Hallo an alle,

bei uns reift die Idee, eine Dementenstation einzurichten. Nun kam von unserer PDL die berechtigte Frage, muß ich laufend mit den Bewohnern umziehen?

Was mache ich, wenn ich in der Dementenstation kein freies Bett habe, aber im Haus freie Betten zu belegen sind, kann ich dann keinen dementen Bewohner aufnehmen? Das geht nicht, das Haus muß voll werden, also aufnehmen und dann? Wieder umziehen?

Wie wird es in euren Häusern gehandhabt? Was sind die Vor- und Nachteile?

Danke im Vorraus und liebe Grüße
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
stationäre Pflege
c210989

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Hallo Redline,

wir haben auch eine Dementenwohngruppe. Wenn dort ein Zimmer frei ist, bleibt es auch frei, bis wir einen Dementen dort aufnehmen können.

Wenn im Dementenbereich alles belegt ist und in einer anderen Wohngruppe ein Zimmer frei ist, dann nehmen wir auch dort einen Dementen auf. Dieser verbringt seinen Tag allerdings im Dementenbereich, damit er sich da bereits zurechtfindet, wenn er dann später dorthin umzieht.

Auf der anderen Seite habe ich bereits seit geraumer Zeit festgestellt, dass nahezu alle Bewohner, die einziehen, in irgendeiner Form dement sind - und das wird immer mehr.

Es hat sicherlich alles seine Vor- und Nachteile. Wir versuchen auf jeden Fall, jedem Dementen gerecht zu werden, auch wenn das nicht immer so einfach ist und auch nicht immer gelingt.

LG
c210989
 
Qualifikation
Heimleitung
Fachgebiet
Pflegeeinrichtung für Senioren und Junge Menschen
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Redline

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Wir sind zu dem Entschluß gekommen, weil wir zur Zeit einige hochgradig demente Bewohner im Haus verstreut haben, welche zusehens aggressiv werden und die anderen "normalen" Bewohner langsam hysterisch reagieren, wenn sich einer dieser Bewohner ihnen nur nähert. Es kam schon zu Beschwerden der Bewohner selbst.

Mit unserem Neurologen haben wir schon gesprochen und er meinte eben, ob wir nicht eine Dementenstation einrichten wollen. Denn nur ruhigstellen oder fixieren ist auch nicht die Lösung. Und in ein anderes Haus verlegen ist auch nicht so einfach. Der Meinung sind wir eben auch. Aber wir wollen das Klima entschärfen.

Können Sie mir noch einiges mehr über den täglichen Ablauf und das Zusammenleben der Bewohner in der Dementestation erzählen?

Meine PDL wäre sicher sehr dankbar. Sie kennt keinen, den sie speziell nach den Erfahrungen fragen kann.

Vielen Dank im Vorraus
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
stationäre Pflege
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Tania

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Hallo
Bei uns ist es so , das wenn ein Zimmer frei wird, wird aufgenommen egal ob dement oder nicht, Zimmer leer stehen lassen ist finanziell nicht möglich.
Sollte er dement sein und in dem dementen WB ist kein Zimmer frei, schläft er auf dem anderen WB, hält sich aber tagsüber nach Möglichkeit in dem WB auf wo die anderen Dementen Bew. auch sind.
Lg
 
Qualifikation
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Fachgebiet
Altenheim
c210989

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Können Sie mir noch einiges mehr über den täglichen Ablauf und das Zusammenleben der Bewohner in der Dementestation erzählen?
Der Tagesablauf ist so gestaltet wie zuhause auch. Die Dementen helfen beim Tischdecken, beim Abräumen, Geschirrspülen, Tische abwischen, Wäsche (Handtücher) falten, räumen ihr Zimmer auf, staubwischen, usw., eben das, was der Einzelne noch so kann. Auch helfen sie sich gegenseitig, das kam ganz von alleine. Da ist z. B. eine ältere Dame, die jeden Morgen zwei andere Demente zum Frühstück begleitet.
Sie können sich in der WG frei bewegen und es stört auch niemanden, wenn mal ein fremdes Zimmer aufgesucht wird. Das war zwar anfangs schwer, dieses den Angehörigen begreiflich zu machen, aber mittlerweile akzeptieren diese es auch. Es kommt immer mal wieder vor, dass einem Bewohner ein Pantoffel oder ein Nachthemd oder Sonstiges fehlt. Dann müssen wir uns auf die Suche machen in den anderen Bewohnerzimmern - bisher haben wir aber alles wiedergefunden.
Das Zusammenleben ist recht harmonisch. Es gibt zwar immer mal wieder kleinere Auseinandersetzungen, die wir jedoch schnell im Griff haben, da wir die Bewohner ja alle sehr gut kennen.
Unser Dementenbereich ist ein offener Bereich, also nicht geschlossen. Die Türen nach aussen haben wir in Wandfarbe streichen lassen und das Glas der Tür mit Motiven beklebt, so dass die Bewohner sie nicht mehr als Tür ansehen.
Die Wohngruppe hat eine feste Betreuungsmitarbeiterin. Sie macht verschiedene Gruppenangebote, aber vor allem auch Einzelbetreuung. Das entlastet das Pflegepersonal enorm.
Die Bewohner haben Zutritt zu allen Räumen, auch zum Dienstzimmer, wenn jemand drin ist. Sie sitzen dann dabei, wenn die Doku geschrieben wird etc. Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht.

Wenn Du noch mehr wissen willst, dann frage einfach.

LG
c210989
 
Qualifikation
Heimleitung
Fachgebiet
Pflegeeinrichtung für Senioren und Junge Menschen
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nici1973

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Hallo!
Wir haben vor knapp 4 Jahren einen Gerontopsychiatrischen Wohnbereich geöffnet. Gestartet mit 12 Bewohnern und vor 3 Jahren ausgeweitet auf 52 Bewohner verteilt auf 3 Wohnbereiche. Nach der Vergrößerung kam es bei unseren Bew. täglich zu Streitigkeiten manchmal wurden der ein oder andere sogar handgreiflich.
Seit 2 Jahren arbeiten wir nach dem 3 Welten Modell undwir sind begeistert:eek:riginal:
Dort werden die Bewohner nach dem Stadium der Demenz auf die WB verteilt, wobei wir darauf geachtet haben, das Welt 2 , die "Läufer" , sich im Erdgeschoss mit angeschlossenem Garten befindet und somit ausreichender Bewegungsfreiraum vorhanden ist.
 
Qualifikation
Exam. Altenpflegerin, WBL
Fachgebiet
stationäre Altenpflege
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