Haftungsrecht Einmalkatheterisierung ohne ÄVO

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altenpflegeexamen

Hallo,
benötigt man bei dringenden Verdacht auf Harnverhalt eine ÄVO zur Einmalkatheterisierung? - Wenn der Bew./Pat. starke Schmerzen im Unterbauch/Nierengegend hat. Zudem bei dem Bew./Pat. bekannt ist, dass er einen HWI hat und nie sichtlich zur Toilette geht bzw. die Einlage stets trocken ist.
Falls man einen U-Status nach ÄAO machen muss, währe es doch am sinnvollsten, man Einmalkatheterisiert einen Bew./Pat. der nicht auf Kommando spontan uriniert und nimmt den Mittelstrahl - benötigt man hierfür denn auch eine ÄVO zur Einmalkatheterisierung?
 
Griesuh

Griesuh

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Hallo, wenn du als ambl. Pflegedienst mit der Kasse abrechnen willst Ja.
Auch um späteren ärger zu vermeiden, falls was schief geht wäre eine Verordnung nicht schlecht.
Grüße Griesuh
 
Qualifikation
Krankenpfleger/PDL/MDK Gutachter
Fachgebiet
Ambl. Pflegedienst
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altenpflegeexamen

Themenstarter/in
Es ging nichts schief.
Die Bew./Pat. hatte auch keine Kontraindikationen zur Einmalkatheterisierung.

Nur, ich bekomme jetzt eine mündliche Abmahnung für eine "gelungene Einmalkatheterisierung" ohne ÄVO :angry:

Ich gehe dann davon aus, man könne als exam. Fachkraft zu diagnostischen Zwecken eine Einmalkatheterisierung durchführen ohne ÄVO wenn es die Ümstände erfordern? z.B V.A Harnverhalt, U-Status usw...
 
Sahawe

Sahawe

Aktives Mitglied
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Ich nehme mal an ÄVO bedeutet ärztliche Verordnung. Jede Intervention erfordert eine ärztliche Verordnung. Ein dringender Harnverhalt, muss dem Arzt berichtet werden und er trifft dann die Anordnung auch wenn für dich die Situation sonnenklar ist. Rein rechtlich wird der Status der Pflege als Verrichtungs - oder Erfüllungsgehilfe gesehen der eine Durchführungsverantwortung hat. Dem Arzt obliegt aber die Gesamtverantwortung für den Patienten. Ich schicke dir einen Link zu diesem Thema aus Pflege aktuell.
Delegation und Durchführungsverantwortung
 
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Lehrerin für Deutsch und Pflege
Fachgebiet
Berufliche Schule
Weiterbildungen
Studium der Germanistik und Pflegewissenschaften mit dem Schwerpunkt Gerontologie
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altenpflegeexamen

Themenstarter/in
Vielen Dank für den Link!

Tja, ist dann wohl so.

Anderes Beispiel:
In einer Altenpflegeeinrichtung: Ein Bew. mit dementiellen Syndrom sowie einer gesetzl. Betreuung in allen Aufgabenkreise, hat alle Anzeichen einer Hypo/Hyperglykämie.
Benötige ich jetzt zur BZ-Messung eine ÄVO?
Muss ich die Betreung verständigen da ich den Bew. stechen muss?
 
HBR69

HBR69

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05.10.2000
58644
Hallo "Hr. Altenpfleger",

kenne mich zwar in der Rechtsprechung nicht so optimal aus aber ich sehe die BZ Bestimmung bei Bewußtlosigkeit infolge einer evtl. Hypoglykämie als einen lebensbedrohlichen Zustand an und kann mir nicht vorstellen, dass in einer solchen Situation erst eine Verordnung oder eine Nachfrage bei dem zuständigen Betreuer eingeholt werden muß. Hier würde ich z.B. bei unterlassen einer BZ Bestimmung (bei vorhandener Ausbildung und Material) sogar von einer unterlassen Hilfeleistung ausgehen.
(BZ Bestimmung kann allerdings auch unter dem Gesichtspunkt der Körperveletzung gesehen werden. Wird im Notfall wahrscheinlich kein Richter so sehen......)

Gruß
Heike
 
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Fachkrankenschwester I/A, freie Dozentin
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Lungenfachklinik Intensivstation, Stationsleitung
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Mitgliedschaft bei der DGF
Sahawe

Sahawe

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In einer Altenpflegeeinrichtung: Ein Bew. mit dementiellen Syndrom sowie einer gesetzl. Betreuung in allen Aufgabenkreise, hat alle Anzeichen einer Hypo/Hyperglykämie.
Benötige ich jetzt zur BZ-Messung eine ÄVO?
Muss ich die Betreung verständigen da ich den Bew. stechen muss?[/quote]

Hallo altenpflegeexamen,

ich kenne mich mit den Gegebenheiten in einem Altenheim nicht so gut aus, da ich immer im Akutkrankenhaus gearbeitet habe. Aber ich denke es ist für die Intervention BZ-Messung erstmal egal ob der Patient einen Betreuer hat oder nicht, da der Betreuer nicht für medizinische Indikationen zuständig ist. Natürlich muss er über einen lebensbedrohlichen Zustand des Bewohners informiert werden. Aber auch in dieser Situation muss der Arzt informiert werden und er trifft die Entscheidung über das weitere Vorgehen. Ich weiß was du meinst.Natürlich misst man den BZ gleich ohne ÄZV, aber rein rechtlich muss der Arzt es anordnen. Nicht für jeden individuellen Fall. Bestimmt besteht ein Standard oder es ist irgenwann in Absprache mit dem Arzt festgelegt worden welche Kriterien entscheidend sind für eine BZ-Messung und beispielsweise auch wer die Situation beurteilt und wer die Messung durchführt und wie sie durchzuführen ist. In dem Krankenhaus in dem ich gearbeitet habe war es üblich, gerade nach Op, Patienten zu kathetrisieren wenn sie nach einer bestimmten Zeit kein Wasser gelassen hatten und die Gefahr der Blasenruptur bestand oder auch große thoraxchirurgische Verbände selbst zu machen, da die Chirurgen im Op waren. Solange nichts passiert ist war alles wunderbar aber sobald eine Komplikation eingetreten war, war die erste Frage immer: wer hat denn das eigentlich angeordnet?
 
Qualifikation
Lehrerin für Deutsch und Pflege
Fachgebiet
Berufliche Schule
Weiterbildungen
Studium der Germanistik und Pflegewissenschaften mit dem Schwerpunkt Gerontologie
K

Karo_9

Mitglied
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17.02.2006
Lübeck
Hallo Sabine
es gehört nicht direkt zum Thema, daher antworte ich direkt. Es gibt keine Blasenruptur aufgrund einer zu vollen Blase. Eine Ruptur der Blase ist auf ein direktes oder indirektes Trauma zurückzuführen. Ansonsten kommt es zur Überlaufsymptomatik.

Viele Grüß
Karsten Rolf
 
Qualifikation
Lehrer für Pflege
Fachgebiet
Gesundheits-und Krankenpflegeschule
Sahawe

Sahawe

Aktives Mitglied
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Hallo Karsten,

vielen
 
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Sahawe

Sahawe

Aktives Mitglied
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Hallo Karsten,

vielen Dank für deinen Hinweis. Ich war immer der Meinung, dass bei einem Harnverhalt der intravesikale Druck steigt und infolge dessen es zu einer Blasenruptur kommen könne. Beim jetzt nochmaligen Nachschlagen im Psychrembel habe ich aber gesehen, dass bei einer stark gefüllten Blase eine Gewalteinwirkung intraperitoneal oder extraperitoneal hinzukommen muss, also ein Schlag oder Sturz damit sie ruptiert.:whistling
Da habe ich wohl all die Jahre unter falschen Vorstellungen kathetrisiert. Und wieder was dazugelernt.

Viele Grüße Sabine
 
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B

b121

Neues Mitglied
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18.08.2006
23558
Generell muss eine AVO für (Einmal-) Katheterismus vorliegen, in besonderen (Not-)Fällen kann bzw. muss mit Rücksprache des Arztes eine Einmalkatheterisierung vorgenommen werden.
 
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QMB
Fachgebiet
SeniorInneneinrichtungen
Sonnensturm

Sonnensturm

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05.01.2006
63110
Generell muss eine AVO für (Einmal-) Katheterismus vorliegen, in besonderen (Not-)Fällen kann bzw. muss mit Rücksprache des Arztes eine Einmalkatheterisierung vorgenommen werden.
Gerade wie im Fall von altenpflegexamen geschildert, wäre die Anordnung bei Bedarf angebracht?
 
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Krankenschwester
U

UlrichFürst

Themenstarter/in
Gerade wie im Fall von altenpflegexamen geschildert, wäre die Anordnung bei Bedarf angebracht?
Nur mal ganz theoretisch: <klugscheißmode>Müsste das dann nicht "BZ-Messung bei Verdacht auf eine Hypo- oder Hyperglykämie" (der dann natürlich im Pflegebericht begründet wird) abzeichnen lassen? </klugscheißmode>

Ansonsten finde ich diese Variante auch immer sehr geschickt! (und natürlich steht bei uns auch immer nur "bei Bedarf" - wenn überhaupt:devil: )

Ulrich
 
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05.07.2001
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