Einmal MRSA immer MRSA

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Geli123

Mitglied
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10.10.2004
96317
Wir haben eine Bew. , die nie vollständig saniert wurde, von einer anderen Pflegeeinrichtung als Dauerbewohnerin mit MRSA übernommen wurde. Die Besiedelung ist nasal und auf der Haut, wir haben schon mehrmals den Hausarzt auf Sanierung und Abstriche angesprochen, aber dieser verweigert diese Maßnahmen mit dem Hinweis das es sich eh nicht rentiert, da der MRSA in vierzehn Tagen eh wieder da wäre, und er so resistent sei, das da nichts helfen würde.

Ich habe mein Problem damit, das dieser Bew. wirklich isoliert liegt, die Verwandschaft (obwohl Aufklärungsgespräche ) stattgefunden haben, diese nicht besuchen.

Welche Möglichkeiten habe ich um den Arzt zum Umdenken zu bewegen, oder ist das wirklich so wie er geschildert hat, das sich eine Sanierung nicht lohnt.

Ich hoffe auf eure Antworten, denn ich finde die Situation, in der sich die Bewohnerin befindet wirklich schlimm.

mfG Ellela:cry:
 
Qualifikation
Gerontopsychiatrische Fachkraft
Fachgebiet
Leitung Gerontopsychiatrie
N

Nasonex2001

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08.03.2005
14712
Ein wenig hat der Arzt schon recht. Ich meine mit einer gezielten Sanierung könnte man den MRSA bekämpfen, aber der Bewohner würde sich sicher bei irgendeinem anderen Bewohner wieder einen MRSA holen. Aus meinen Erfahrungen kann ich sagen das fast 100 % der Pat im Krankenhaus die aus einer Altenpflegeeinrichtung kommen, einen MRSA haben ohne das das Personal darüber bescheid weiß. Durch das große Zeitfenster vom Abstrich bis zum Ergebnis des Befundes haben sich die Patienten meist schon wieder MRSA geholt, obwohl der Befund negativ ausfällt.Trotzdem ist die Begründung des Arztes sicher nicht gerechtfertigt.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger, QB
Fachgebiet
Pflegeeinrichtung
G

Geli123

Mitglied
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Themenstarter/in
10.10.2004
96317
Ich danke dir für die Antwort, doch glücklich bin ich mit dieser nicht.....

In meinen Fortbildungen wurde erklärt, das ich einen besiedelten Bew. mit Wunden (wenn diese ausreichend abgedeckt und verbunden sind nicht isolieren muss, aber bei nasaler Besiedelung kann ich das nicht, das heisst die Bew. muss in ihrem Einzelzimmer bleiben und ein großteil der Pflegeverrichtungen, ( PEG und DK) muss mit Mundschutz durchgeführt werden. Es ist schon schlimm genug sich nur im Zimmer aufhalten zu müssen, aber dann auch noch vermummtes Personal, finde ich schlichtweg unwürdig.

Und wenn ich mir dann vorstelle, das dies so bleiben wird, bis zum Ende aller Tage, das ist für mich nicht nachzuvollziehen,

Vielleicht hat trotzdem noch jemand eine Idee wie ich das ändern könnte.

mfg Ellela
 
Qualifikation
Gerontopsychiatrische Fachkraft
Fachgebiet
Leitung Gerontopsychiatrie
N

NeuroNurse

Mitglied
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11.02.2005
49090
Auch ein Patient mit einer "Nasenbesiedlung" muss meines Wissens nach nicht unbedingt in "Einzelhaft" belassen werden sondern darf mit Mundschutz durchaus auch sein Zimmer verlassen.Ansonsten denke ich auch,das eine MRSA-Sanierung in einem Pflegeheim so gut wie unmöglich ist, aufgrund der Vielzahl an infizierten Bewohnern.

MFG
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Stroke Unit
G

Geli123

Mitglied
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Themenstarter/in
10.10.2004
96317
Die Sache mit dem Mundschutz haben wir mit den Angehörigen abgeklärt, die das nicht wollen( Bew. kann hierzu keine Aukunft geben): Angehörige möchten nicht das der Bew. als Showobjekt dargestellt wird.( Ich sagte die Sache ist schwierig)


mfg Ellela
 
Qualifikation
Gerontopsychiatrische Fachkraft
Fachgebiet
Leitung Gerontopsychiatrie
B

Buesman

Neues Mitglied
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25.06.2004
23714
Hallöchen,
mit dem MRSA ist es wirklich so eine Sache, auch ich kenne die Problematik leider "hünert" man ständig mit Desinfektion und Isolierung rum. Leider wird auch nicht sehr viel Aufgeklärt über MRSA ich denke auch das es mehr Bew. bzw. Pat mit MRSA gibt als Tatsächlich bekannt sind. Ich persönlich bin der Meinung, dass teilw. zuviel Aufsehen über diese Krankheit gemacht wird. Ich möchte damit nicht das Thema runterspielen, aber ich denke wenn man hygienisch arbeitet, kommt Bew., Angehörige und Pflegepersonal gut damit klar.
Ist der Bew denn Bettlägtig oder ein Aufsteher?
Gerade jetzt wenn das Wetter besser wird, kann ich mir vorstellen, dass 10Min an der frischen Luft mit einem Schal über dem Mundschutz nicht als Showeffekt gilt.

Der Buesman
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Dauernachtwache
G

Geli123

Mitglied
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Themenstarter/in
10.10.2004
96317
Der Bew. ist zur Zeit bettlägrig, bin aber über der Mobilisation, was so viel bedeutet, das ich sie für ca 30 Minuten in den Rollstuhl setzen kann, das Problem ist das ich mir für diese Mobilisation die Zeit nehmen kann und auch im Zimmer anwesend bin, was aber für die restlichen Pflegekräfte auf der Station nicht möglich ist. Deshalb auch die Frage wegen der Sanierung, denn ohne Aufsicht bedeuted das,das die Bew. nur an den Tagen an denen ich arbeite mobilisiert wird und an den restlichen nicht,(oder nur teilweise) weil einfach die Überwachung nicht möglich ist. (Bew. hat unter anderem situative Demenz).


Ellela
 
Qualifikation
Gerontopsychiatrische Fachkraft
Fachgebiet
Leitung Gerontopsychiatrie
A

alper

Neues Mitglied
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30.04.2005
33617
Hallo
ich bin neu im Board. Es gibt auch natürliche Mittel bzw. Substanzen, mit denen man MRSA aus der Haut schnell eliminieren könnte. Bisher keine klinische Arbeiten aber es liegen interessante in vitro Ergebnisse vor. Wenn sich jemand damit interessiert, bitte ein mail senden.
Alper
 
Qualifikation
arzt
Fachgebiet
Bielefeld
E

erdbeerbrumsel

Neues Mitglied
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23.09.2005
23968
Eher ein Anliegen, als Antwort:

Seit eineiger Zeit arbeite ich als Fußpflegerin, neben der eigenen Arbeit im meinem Kosmetik- und Fußpflegestudio, auch in einem Pflegeheim. Bisher verlief auch immer alles gut.
Bei meinem letzten Besuch auf einer der Stationen (Komastation), auf der auch mehrere Patienten an MRSA erkrankt sind, wurde eine Ebene komplett geschlossen, eine neue Eingerichte und das Pflegepersonal tritt mit neuen Hygiene und Sicherheitsmaßnahmen auf. Warum und wieso habe ich nicht erfahren. Man hat mich meine Arbeit, außer an MRSA-Patienten, wie üblich verichten lassen. Nur durch zufälliges Mithören von Diskussionen über MRSA und Aufgeregtheit des Personals wurde ich ein wenig hellhörig. Auf meine Frage, ob etwas vorgefallen sein oder wichtige Änderungen anliegen, wurde mir aus dem Weg gegangen.
Meine Frage ist nun, wenn MRSA sehr stark auf der Station vertreten ist, kann ich mich trotzdem als Träger ansehen, auch wenn ich keinen Kontakt mit den Bewohnern hatte, z. B. durch Übertragung über die Luft, oder ist dies nicht möglich??? Desweiteren sehe ich das Ausweichen des Personals als sehr verunsichernd an und auch fahrlässig, denn sollte ich durch Fehlinformationen ein Keimträger werden, bedrückt mich die Angst, Patienten in meinem Studio zu gefährden. Sind meine Bedenken berchtigt??? Und was sagt ihr zum Verhalten des Personals???
Für eine schenlle Antwort danke ich schon mal!
Alles Liebe!!!
 
Qualifikation
Fußpflegerin
Fachgebiet
Fußpflege
B

Beate Ullmann

Neues Mitglied
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28.12.2005
90478
Hallo zusammen,
Ich bin ganz neu hier, habe gerade diesen Thread durchgelesen. Sorry, teilweise sträuben sich mir die Haare.

Also MRSA ist sehr wohl therapierbar, leider ist die Sanierung Heimsache und nicht Arztsache. Ich arbeite auf einer Abteilung für Menschen im Wachkoma, Beatmungspflege und Palliativpflege. Wir haben 20 Betten.

Vor drei Jahren hatten wir 20 MRSA Patienten, nach ausgiebiger Sanierung, teilweise in Verbindung mit Antibiose (einen MRSA oder Pseudomona im Trachealsekret kriegt man nicht ohne Antibiose in den Griff) haben wir noch eine Patientin mit MRSA. Diese kann nicht saniert werden, da sie die Antibiose immer wieder abbricht. Eine konsequente Sanierung dauert in der Regel 20 Tage.

Ein MRSA Patient, gehört isoliert, egal wo er den MRSA hat, da dieser eigentlich nie isoliert auftritt, sollte er nur in der Nase vorliegen, kann man einfach auf Grund der Atmung darauf warten, dass der ganze Körper besiedelt ist.

MRSA kommt nur in Pflegeeinrichtungen vor, dagegen muß ich mich verwehren. Wir sind dazu übergegangen, von allen Patienten, die ins Krankenhaus müssen, Abstriche vor der Einweisung zu nehmen und konnten somit nachweisen, dass die Leute bei uns keine Keimträger waren, sonder sich den Keim in den Kliniken holten, da viele Kliniken mit der Gefahr einfach zu lasch umgehen.

MRSA ist keine "Erkrankung" die man als Gott gegeben hinnehmen muß, ich bin gerne bereit meine Erkenntnisse und Therapiemaßnahmen zu teilen.

Liebe Grüße
Beate Ullmann
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Wachkoma, Beatmung, Palliativpflege, Hygienebeauftragte, zertifizierte Wundberaterin
G

Geli123

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
10.10.2004
96317
Vielen Dank für Ihre Antwort, das lässt mich doch etwas hoffen.

Ich wäre sehr an einem Austausch mit ihren Erfahrungen interressiert.
Mein Problem ist nach wie vor das selbe, Arzt lässt sich auf keine Sanierung ein, wir haben nicht mal die Möglichkeit ein Screening durchführen zu lassen, obwohl schon seit einem halben Jahr die Hygienischen Maßnahmen hinsichlich Waschung und Desinfektion durchgeführt werden. Bei unserer Bew. wurde der Keim vor ca 1 Jahr festgestellt, durch ein KH. Wie gesagt wir wissen nicht mal ob der Keim noch vorhanden ist, weil der Arzt sich auch weigert einen Abstrich machen zu lassen. Deshalb meine Frage, ist dieser Abstrich dann auch Heimsache?

Würde mich freuen mehr von ihnen zu hören,
Auf jeden Fall einen Guten Rutsch ins Neue Jahr
MFG Geli
 
Qualifikation
Gerontopsychiatrische Fachkraft
Fachgebiet
Leitung Gerontopsychiatrie
B

Beate Ullmann

Neues Mitglied
Basis-Konto
28.12.2005
90478
Wenn der Arzt nicht bereit ist, Abstriche zu nehmen, dann setzen Sie sich doch mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung. Immerhin sind nosokomiale Erkrankungen meldepflichtig. Ich würde mich ganz dumm stellen und fragen, wie Sie sich verhalten sollen. Vermutlich wird das Gesundheitsamt die Abstriche anordnen. Dann hat der Arzt keine andere Chance mehr.

Durch solche Ärzte, die sich weigern Abstriche zu nehmen, ist es unter anderem möglich, dass MRSA munter weiter verteilt wird. Dabei ist die Behandlung doch durchaus möglich, wenn auch zugegebenermaßen sehr zeitaufwändig. Aber in der Pflege ist man ja durchaus bereit diese doch massive Mehrarbeit auf sich zu nehmen.

Helfen Sie mir doch noch mal auf die Sprünge, wo der MRSA sich befindet oder befand.

Liebe Grüße und auch einen guten Rutsch
Beate Ullmann
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Wachkoma, Beatmung, Palliativpflege, Hygienebeauftragte, zertifizierte Wundberaterin
Pflegeboard.de

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05.07.2001
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