Ein Vorschlag für einen neuen Berufsnamen

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Ninotschka

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Die Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft (DGP) hat im Zuge der Überlegungen, das es eine generalistische Pflegeausbildung geben könnte - die bisherige Krankenpflege, Altenpflege und Kinderkrankenpflege zusammenfassend - über einen neuen Berufsnamen nachgedacht.

Vorschlag der DGP: Diplomierte Fachfrau/Fachmann für Humanpflege

Ihre Argumente:
-kann an Qualifikationsniveaus angepasst werden (statt Diplom Bachelor z.B.)
-trifft alle Settings und Zielgruppen (Kinder, Ältere,...)
- Humanpflege grenzt von Tierpflege oder Rechtspflege ab, hat aber die begriffliche Nähe zur Medizin, dies sei prestigefördernd
-deutsche Begriffe
- Fachfrau/Fachmann wird mit Expertentum assoziiert
- Berücksichtigung des Genderaspektes
-wertneutral

Was meint Ihr dazu??
 
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stephank1987

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Warum alles zusammenfassen? Wie lange soll dann die Ausbildung gehen?
 
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Tilidin

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AW: Ein Vorschlag für einen neuen Berufsnamen

Es ist sicherlich gut, fürs eigene Wohlbefinden, vieleicht auch dem Ego u. es schenkt der Ausbildung Anerkennung u. Aufwertung, es verleit sogar für mein Empfinden der ganzen Sache etwas Würde.

Ich bin geneigt, sofort Wissen, Erfahrung, Fähigkeiten u. Können hinnein zu interpretieren.(Fach u. Human: geben mir ein Gefühl von Wärme u. Vertrauen

Ich kann es mir überhaupt nicht für den tägl. Sprachgebrauch vorstellen z. Bsp. "Frau Diplomierte Fachfrau, können sie mir mal das Becken bringen"
"Herr Fachmann für Humanmedizin, meine Ente müsste mal getauscht werden"

Vieleicht wird es einfacher, wenn wir dann später sagen: Frau Dippel u. Herr Humani
 
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Stripping

AW: Ein Vorschlag für einen neuen Berufsnamen

Die Bezeichnung Gesundheits-und KrankenpflegerIn passt doch auf alle drei Gruppen. Darin ist der Pflegekodex zu erkennen: Gesundheit fördern, Krankheit verhüten, Wiederherstellen, Leiden lindern.
Es sollte alles vereinheitlicht werden. Man stelle sich vor, dann haben wir 4 Fachkraftgruppen mit anderen Bezeichnungen und sollen aber alle das gleiche können.
Wieso schafft man nicht eine Vereinheitlichung der Bezeichnung von den dreien, die schon da sind und passt die neue Ausbildung denen an?
ZB Gesundheits u. Krankenpflege/Schwerpunkt AP/KP/KKP oder eben dann Generalistisch.
WIEDER eine NOCH elitärere Ausbildung mit einem NOCH spezielleren Namen.
Naja, am Ende weiß man garnichtmehr, wer Putzfrau und wer Arzt ist.
 
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thorstein

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AW: Ein Vorschlag für einen neuen Berufsnamen

Ich wäre mit examinierter Pflegefachkraft vollauf zufrieden. Dann könnte man sich die nervige Unterscheidung in Weiblein und Männlein sparen. Umfassend genug scheint mir der Begriff auch zu sein. Da ja in der Ausbildung Schwerpunkte gesetzt werden sollen, kann man die gerne anhängen. und einen Hochschulabschluss auch, wie jetzt schon üblich.

Auf der Visitenkarte:eek:riginal: würde dann zum Beispiel stehen:

Examinierte Pflegefachkraft, B.A.
Schwerpunkt: Altenpflege

Humanpflege ist von Humanmedizin abgeleitet, brauche ich aber nicht wirklich. Klingt etwas geschwollen, und warum muss ich mich von Tierpflegern abgrenzen. Begegnen mir im Arbeitsalltag sehr selten. Es besteht also keine Verwechlungsgefahr. Und ich kenne auch wenige Ärzte, die sich Humanmediziner nennen.
 
leaving-the-moon

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AW: Ein Vorschlag für einen neuen Berufsnamen

@Tilidin,

Sprichst du die Arzthelferin deines Hausarztes mit "Medizinische Fachangestellte xy" an?
Den der dein Auto repariert mit Herr Mechatroniker Huber?"
Den offensichtlichen Schichtleiter bei MacDonalds mit "Herr Fachwirt für Systemgastronomie Müller"

oder tut es in der Ansprache lediglich ein Herr/Frau Maier?

Ansonsten müssten wir auch von Frau Ärztin Schmidt reden und nicht von Fr. Doktor Schmidt.

Berufsbezeichnungen sind KEINE Titel. Leider werde ich es nicht mehr erleben, dass dieses leidige Ge-schwestere endlich aus unserem Berufsalltag verschwindet - weil jede neuen Generation es wieder auf's neue belebt mit den gleichen Argumenten wie in den letzten 20 Jahren...
 
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Tilidin

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AW: Ein Vorschlag für einen neuen Berufsnamen

oder tut es in der Ansprache lediglich ein Herr/Frau Maier?
Ist vollkommen Ausreichend für mein Empfinden

Nur leider werden wir beide, ich sagt mal die Ttitellierungs-Wunsch -Welle der neuen hochqualifizierten Pflegegeneration nicht mehr aufhalten.

Es wird dann sicher auch Stationshilfen geben, die mit Broze, Silber u. Gold. Die eine darf halt nur die Kellerräume machen, die andere die Funktionszimmer.

Da gebe ich Dir Recht, auch wenn morgen 100 neue Berufsbezeichnungen kommen würden, es würde inhaltlich, an der Problematik aber auch rein garnichts verändern.

Wenn wir die nächsten drei Jahre damit beschäftigt sind, Berufsbezeichnungenl zu kreiren, haben wir wenigsten keine Zeit mehr, andere Dinge einzufordern.
 
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thorstein

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AW: Ein Vorschlag für einen neuen Berufsnamen

Ich glaube das Thema Schwester Lieschen oder Frau Müller harrt immer noch seiner Auflösung.
wurde zum Beipiel hier ausführlich diskutiert:

http://www.pflegeboard.de/30257-ich-und-uber-selbstverstaendnis-schwester-jedermann.html

oder:

http://www.oegkv.at/fileadmin/docs/Fachbereichsarbeiten/schmidlechner_rosa.pdf


Das mag jetzt eine Provokation sein, aber nach meiner Wahrnehmung rufen Menschen in höchster Not und Verzweiflung fast immer entweder nach ihrer Mama oder der Schwester. Schaffen wir die Schwester ab, bleibt nur die Mama übrig.
 
leaving-the-moon

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AW: Ein Vorschlag für einen neuen Berufsnamen

Ich halte das für Quatsch - denn in höchster Not sind unsere Patienten selten und für alle anderen Gelegenheiten tut's dann wie sonst auch immer der Name - oder wenn man den nicht weiß auch mal "Herr Wachtmeister" oder eben "Frau Krankenschwester" oder auch nur "du da" oder "Hilfe" oder "AUAAAAA"... ist ja nicht so, dass wir darauf nicht reagieren würden. Warum sollte ich meine Anrede - selbst wenn es so wäre - am Punkt der allergrößten Not orientieren?
Nach meinem persönlichen Erleben rufen Menschen in höchster Not nach jemandem von dem sie erwarten, dass er ihnen helfen kann. Das sind in der Klinik nicht die Angehörigen sondern die Menschen die dort arbeiten... da wird auch mal die Putzfrau angefleht.

Ich stelle mich meinen Patinnen mit dem Nachnamen vor und NUR mit dem Nachnamen. Sage dann, in welcher Funktion ich da bin (Pflegerische Betreuung) auf meinem Schild steht auch nur der Nachname und eine abgekürzte Berufsbezeichnung, weil "Gesundheits und Krankenpfleger/in für Intensivpflege und Anästhesie" liest kein Mensch.

Dann die Hauptargumente: Die alten Leute können sich das nicht merken, die sind das so gewohnt. Die alten Leute von heute standen vor 20 Jahren, als ich dieses Argument auch schon gehört habe noch im Berufsleben... und sind nicht mehr die alten Leute von vor 20 Jahren.
Ich habe Angst dass ich belästigt werde und Anrufe zuhause bekomme. Ich denke, dass dies vorkommen kann - aber das es selten ist und ich gehe mal davon aus, dass die masse der Starker und Belästiger sich auch dann. wenn die Pflege endlich zu einer wie in anderen Berufen übliche Anrede sich durchringen könnte, nicht aus den Reihen ehemaliger Patienten rekrutieren würde. Ein Restrisiko bleibt immer - das aber auch mit dem Vornamen.
 
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thorstein

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AW: Ein Vorschlag für einen neuen Berufsnamen

Ich halte das für Quatsch
gutes Argument, da weiss ich jetzt natürlich auch nicht weiter.
Und deine Erfahrungen in der Intensivpflege und meine Erfahrungen in der Langzeitpflege sind vielleicht doch nicht eins zu eins vergleichbar.
Ich verfolge die Debatte auch schon seit gut 25 Jahren, vor allem weil ich mir sehr wohl bewußt bin, welche Macht Sprache hat.

Mindestens drei Hauptargumente gibt es:
Historisch, der Begriff Schwester ist veraltet, überkommen und teilweise auch belastet.
Stört bei den Professionalisierungsbemühungen.
In der Gender-Debatte gilt Schwester als diskriminierend.

Diese Argumente kann man noch sehr weit ausbauen und sie sind eigentlich so erdrückend, dass man sich nur wundern kann, warum es den Begriff Schwester noch gibt.
Und ich bin inzwischen der Überzeugung, dass bestimmte Aspekte schlichtweg noch nicht berücksichtigt oder als zu unbedeutend abgetan wurden.

Besonders spannend finde ich die Frage, was die Frischexaminierten dazu bringt, sich immer noch völlig selbstverständlich als Schwester xy vorzustellen. Das Thema ist sicher in der Ausbildung besprochen worden.
Meine These lautet, dass Schwester doch wie ein Titel verwendet wird, und diesem Titel auch ein gewisser Wert beigemessen wird.

Ich persönlich bin schon lange gegen den Begriff Schwester, in der Altenpflege sowieso. An die Verknüpfung Vorname + Siezen werde ich mich auch nie gewöhnen. Das hilft mir aber im Alltag nicht weiter, die Dinge sind so wie sie sind, und offensichtlich von einem enormen Beharrungsvermögen. Das würde ich gerne verstehen, und die schon bis zum Überdruss vorgetragenen Argumente reichen dafür offensichtlich nicht aus.
 
IMC Köln

IMC Köln

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AW: Ein Vorschlag für einen neuen Berufsnamen

Was soll denn dieses dauernde Umbenennen der Berufsbezeichnung ? Und vor allem dieses willkürliche Zusammenschmeissen der Berufe in der generalisierten Ausbildung ? Ich habe meine Urkunde mit dem "Krankenpfleger" sowie die mit dem "Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie" und damit hat sichs ! Im Dienst bin ich "Pfleger xy" und nicht "Herr Fachkrankenpfleger" oder "Herr Stationspfleger" und mir reicht das vollkommen. Eine erneute Umbenennung steigert weder das Ansehen noch das Interesse an unserem Beruf,sondern verwirrt vielmehr.
Und diese "Generalisierte"... Entweder ich mache Krankenpflege oder Altenpflege,denn nicht jeder kann nun mit alten Menschen oder mit kranken Kindern,deswegen wird einem mit dieser Ausbildung quasi ein Teil aufgezwungen,den man gar nicht machen wollte.
Auch wieder kein Imagegewinn oder ?
 
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Stripping

AW: Ein Vorschlag für einen neuen Berufsnamen

Hallo IMC Köln,

der Sinn liegt ja gerade darin, Pflegeprofis darin zu befähigen, dass sie JEDEN Klienten, ob klein, erwachsen oder alt professionell versorgen können.
Entweder ich mache Krankenpflege oder Altenpflege
Ja schon, aber Pflegeberufe entwickeln sich auch am gesellschaftlichen Bedarf weiter und ich sehe darin schon einen großen Sinn. Ein Profi kommt mit JEDER Altersklasse zurecht. Heute sind nicht nur alte Leute, sondern auch Kinder ambulant zu versorgen. Warum also nicht?

Liebe Grüße
 
Böserwolf

Böserwolf

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AW: Ein Vorschlag für einen neuen Berufsnamen

Ich brauche keine neue Berufsbezeichnung, bin mit meinem exam. Altenpfleger zufrieden.
Angeredet werde ich unterschiedlich: Herr....., Vorname und du oder Vorname und Sie... viele fragen ob sie mich duzen dürfen und wenn die-oder derjenige mir sympathisch ist, sag ich Ja, ansonsten nein. Gerade alte Menschen freuen sich wenn sie den Vornamen benutzen dürfen und mir macht das nichts aus.

Auf meinem Namensschild steht mein voller Name, meine Berufsbezeichnung - also what?
 
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Tilidin

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AW: Ein Vorschlag für einen neuen Berufsnamen

der Sinn liegt ja gerade darin, Pflegeprofis darin zu befähigen, dass sie JEDEN Klienten, ob klein, erwachsen oder alt professionell versorgen können.
So war es vor 30 Jahren, um unsere Autos bestellt, ein Mechaniker konnte alles, heute gibt es vieleicht 30 Berufsgruppen im Bereich Auto.

Der Pilot der Bundeswehr, kann auch nicht die Flugzeuge der Gesellschafft XYZ fliegen

Das komplexe menschlliche Wesen, will natürlich aus 30 Fachkräften, einen machen, ob das gut geht????????ich glaube : Nein
 
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Stripping

AW: Ein Vorschlag für einen neuen Berufsnamen

Hy Tilidin
ob das gut geht????????ich glaube : Nein
Warum?
Meine Bedenken sind die, wie innerhalb 3 Jahren der Stoff von 3 Pflegeberufen hinein passen soll. Wobei... in der Ausbildung zum Altenpfleger kann man sich auf die Unmengen Stunden an Bastel- u. Beschäftigungsangebote auf viel weniger Stunden einigen.
Vieles zwischen Alten-u. Krankenpflege ist anders, aber auch gleich. Der Sinn, es so zu lassen fände ich blöd. Frustrationen gehen hauptsächlich bei den Altenpflegern verständlicherweise hoch.
Gäbe es eine Generalistische, so könnte ich mir eine 2. Pflegeausbildung in der KP ersparen.
 
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Tilidin

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AW: Ein Vorschlag für einen neuen Berufsnamen

Auch Hy

Mal ganz Platt ausgedrückt
jetzt mache ich 1 Jahr kinderkrankenpflege, 1 Jahr Altenpflege u. 1 Jahr Krankenpflege,muss alles beherschen, was ansonsten in drei Jahren vermittelt wurde.

Ich denke heute: 2 Jahre Grundausbildung in allen drei Bereichen, dann sollte ein jeder eine Wahlmöglichkeit haben u. nach weiteren 2 Jahren ist er dann Fachpfleger für ???

Nach vier Jahren hat derjenige sein Kranken u. Altenpflegexamen, hier können sie immer arbeiten u. je nach Wahl eben seinen Fachpfleger für Gerontologie oder Intensiv, oder Anästhesie
 
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Stripping

AW: Ein Vorschlag für einen neuen Berufsnamen

Nochmal Hy

hört sich gut an...deine Vorstellung
 
Böserwolf

Böserwolf

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AW: Ein Vorschlag für einen neuen Berufsnamen

Auch hi, Tilidin - dein Vorschlag hört sich super an, weiter so:wink:
 
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