Arbeitsrecht Ein paar Fragen zum AVR, Überstundenauszahlung etc.

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Indilzar

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Hi, da ich mir einen neuen Arbeitgeber gesucht habe, muss mir mein alter Arbeitgeber nun endlich mal die Überstunden auszahlen. Ich weiss, dass es ein Kampf werden wird und die korrekte Summe wohl erst in 6 Monaten erhalten werde. ;)

Um da richtig gegen anzugehen, hätte ich noch ein paar Fragen zum AVR, die ich nicht 100% verstehe.

1. ) Anlage 6a: Zeitzuschläge, Überstundenvergütung
(3) Die Stundenvergütung ergibt sich für jede Vergütungsgruppe aus § 2 der Anlage 6a zu den AVR. Die Stundenvergütung zuzüglich des Zeitzuschlags nach Absatz 1 Satz 2 Buchst. a ist die Überstundenvergütung.
[FONT=&quot]a) für Überstunden in den Vergütungsgruppen[/FONT]
[FONT=&quot]1 bis 4b, Kr 14 bis Kr 9[/FONT]
[FONT=&quot]15 v.H.[/FONT]
[FONT=&quot]5b, Kr 8 und Kr 7[/FONT]
[FONT=&quot]20 v.H.[/FONT]
[FONT=&quot]5c bis 12, Kr 6 bis Kr 1[/FONT]
[FONT=&quot]25 v.H.[/FONT]


- Ich habe in einem Jahr über 200 Stunden angesammelt (KR4)

Verstehe ich das richtig, dass zu meinem aktuellen Stundenlohn noch 25% zusätzlich erhalte?


2. ) AVR, Anlage 14, § 2 Bezüge während des Erholungsurlaubs

Während des Erholungsurlaubs erhält der Mitarbeiter die Dienstbezüge nach Abschnitt II der Anlage 1 zu den AVR einschließlich der Zulagen, die in Monatsbeträgen festgelegt sind, die er erhalten würde, wenn er sich nicht im Urlaub befände…

4) Der Tagesdurchschnitt nach Absatz 3 beträgt bei der Verteilung der durchschnittlichen regelmäßigen Arbeitszeit auf fünf Tage 1/65, bei einer Verteilung auf sechs Tage 1/78 aus der Summe der in den dem Urlaubsbeginn vorangegangenen drei Kalendermonaten gezahlten Zeitzuschläge nach § 1 Abs. 1 Satz 2 Buchst. b bis f der Anlage 6a zu den AVR, der Überstundenvergütung nach § 1 Abs. 3 Unterabs. 2 der Anlage 6a zu den AVR, des Zeitzuschlages nach § 1 Abs. 1 Satz 2 Buchst. a der Anlage 6a zu den AVR für ausgeglichene Überstunden, der Vergütung für Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft nach § 7 Abs. 5 und Abs. 6, § 9 Abs. 1, 2, 3 und 5 der Anlage 5 zu den AVR, der Mehrarbeitsvergütung für teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter nach Abschnitt IIa Satz 2 der Anlage 1 zu den AVR sowie der Aufschlagszahlungen nach Absatz 3. Ist die durchschnittliche regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit weder auf fünf noch auf sechs Tage verteilt, ist der Tagesdurchschnitt entsprechend zu ermitteln. Maßgebend ist die Verteilung der Arbeitszeit zu Beginn des Drei-Kalendermonate-Berechnungszeitraumes.

Für meine 29 Urlaubstage habe ich bis heute keine Bezüge erhalten. Die möchte ich natürlich auch erzwingen, (wenn es sein muss mit meiner RSV) aber wie berechnet man diese? Also 1/65 von dem Durchschnitt der letzten 3 Monate?


Viiiiielen Dank für die Hilfe.

Schöne Grüße,
Indilzar
 
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AW: Ein paar Fragen zum AVR, Überstundenauszahlung etc.

Hallo Indilazar,
um deine Fragen zu beantworten müßte man folgendes Wissen: mit welchem Stundenumgang warst du beschäftigt? zu 100% oder Teilzeit oder gar geringfügig?
Was ich überhaupt nicht verstehe, ist die Aussage, das du für deinen Urlaub noch keine Bezüge erhalten hast. Ist den dein Gehalt während deines Urlaubs nicht bezahlt worden? Oder "pockerst" du auf zusätzliche Bezüge während deines Urlaubs?
Grüßle Lissy
 
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Indilzar

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AW: Ein paar Fragen zum AVR, Überstundenauszahlung etc.

Hi,

- ich war zur Teilzeit beschäftigt (75%)
- laut AVR gibt es während der Urlaubstage noch zusätzliche Zuschläge (da man da ja keine Züschläge für Sa, So-Arbeit etc. bekommt)

Greets,
Indilzar
 
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Lisy

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AW: Ein paar Fragen zum AVR, Überstundenauszahlung etc.

o.k.
zur Berechnung der Zuschläge kann ich nicht viel Sagen, zu den Mehrarbeitsstunden schon. Als Überstunden gelten nur die Stunden, die entanden wären, wenn du zu 100% beschäftigt gewesen wärst. Ergo, bekommst du nicht für alle Stunden den Zuschlag. Jetzt kannst dich hinsetzen und Monat für Monat das nachrechnen.
Grüßle Lisy
 
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AW: Ein paar Fragen zum AVR, Überstundenauszahlung etc.

Wie Lissy schon schreibt hast Du Überstunden erst ab einer Stundenzahl die höher ist als die Arbeitszeit einer VZ-kraft. Alles andere heißt Mehrarbeitsstunden und wird mit Deinem normalen Stundensatz vergütet.
Du meinst sicher, dass Du für Deinen Urlaub nicht den Aufschlag bekommen hast. Dass Du gar keinen Lohn erhalten hast halte ich für ausgeschlossen.
1/65 des Durchschnittes der letzten 3 Monate , die dem jeweiligen Urlaub voran gingen. Kann also jeweils variieren, es sei denn Du hast Deine Urlaubstage komplett zusammenhängend genommen.
Dann kommt es noch darauf an, wann die Ansprüche entstanden sind. Es gibt Fristen, bis zu denen Du überhaupt etwas nachgezahlt bekommst.
 
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AW: Ein paar Fragen zum AVR, Überstundenauszahlung etc.

§ 21 Plusstunden, Überstunden und Minusstunden
(1) Plusstunden sind die über die jeweilige monatliche Soll-Arbeitszeit eines Dienstnehmers / einer Dienstnehmerin hinaus geleisteten Arbeitsstunden.
(4) Überstunden entstehen, wenn die monatliche Plusstundengrenze von 25 Stunden (§ 20 Absatz 6) auf Basis der monatlichen Soll-Arbeitszeit des Dienstnehmers / der Dienstnehmerin überschritten wird, sofern diese Arbeitsstunden angeordnet oder genehmigt sind.

Das ist die Reglung in meinem AVR: Diakonie Bayern.

Überstundenzuschläge würdest du immer dann erhalten, wenn du mehr als 25 Plustunden in einem Monat machst, völlig egal ob Voll-oder Teilzeit!! Wenn du jeden Monat 20 Plustunden machst, hast du am Ende das Jahres 240 Plustunden ohne irgendeinen Anspruch auf Überstundenzuschläge.

Schau also noch einmal in deinem AVR nach, wie das geregelt ist. Es gibt nicht den AVR!

Die Zuschläge für den Urlaub erhälst du häufig erst zwei Monate später und werden daher häufig übersehen. Also bitte alle Lohnzettel genau anschauen.
 
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Indilzar

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AW: Ein paar Fragen zum AVR, Überstundenauszahlung etc.

Also, ich habe noch mal mit meinen Arbeitskollegen gesprochen und dieser ist immer noch der Meinung, dass die Mehrarbeitsstunden zu 25% + 100% zu vergüten sind. Es stünde auch so in meinem AVR. Habe nun mal gesucht und dies hier gefunden:

[FONT=&quot]AVR Anlage 5b § 3 Arbeitszeitkonten, § 4 Zeitgutschriften [/FONT]

[FONT=&quot]Zunächst einige grundsätzlichen Anmerkungen zur Arbeitszeitkontenregelung durch Dienstvereinbarung gemäß AVR Anlage 5b. [/FONT]
[FONT=&quot]Diese Arbeitszeitkontenregelung ersetzt den Ausgleichszeitraum gemäß AVR Anlage 5 § 1 von 13 Wochen, der generell - soweit keine Dienstvereinbarung besteht - gilt. Nach dieser Bestimmung wird die durchschnittlich vertraglich feststehende wöchentliche Arbeitszeit innerhalb von 13 Wochen dienstplanmäßig bzw. betriebsüblich auf die einzelnen Wochen verteilt; es stehen also 13 x 38,5 = 500,5 Stunden zur Verteilung an. Die so auf die einzelnen Wochen verteilte Arbeitszeit ist zunächst einmal das festgesetzte Wochenleistungsmaß. [/FONT]
[FONT=&quot]Die Stunden, die auf Anordnung oder Kenntnis und Duldung des Dienstgebers oder seines Bevollmächtigten bzw. des unmittelbaren Vorgesetzten über das Wochenleistungsmaß hinausgehen, sind bei Vollzeitbeschäftigten Überstunden, für die der Überstundenzuschlag (15%, 20%, 25% der Stundenvergütung) fällig wird. Darüber hinaus muss jede Überstunde, bei der kein Freizeitausgleich bis zum Ende des Folgemonats erfolgt, abgegolten werden (100% der Stundenvergütung gemäß AVR Anlage 6a § 2). [/FONT]

[FONT=&quot]Mehrarbeitsstunden sind die Stunden, die in Absprache zwischen dem DG und dem Mitarbeiter über die dienstvertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinaus geleistet wurden. Diese sind durch entsprechende Freizeit auszugleichen. Ist dies nicht möglich, sind die Stunden gemäß Anlage 1 II a AVR zu vergüten.[/FONT]


AVR Anlage 1
IIa Dienstbezüge teilzeitbeschäftigter Mitarbeiter
(a) Teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter erhalten von den Dienstbezügen, die für entsprechende Vollbeschäftigte festgelegt sind, den Teil, der dem Maß der mit ihnen vereinbarten durchschnittlichen Arbeitszeit entspricht. Arbeitsstunden, die der Mitarbeiter darüber hinaus leistet, können durch entsprechende Freizeit unter Fortzahlung der Dienstbezüge und der in Monatsbeträgen festgelegten Zulagen ausgeglichen werden. Soweit ein Ausgleich nicht erfolgt, erhält der Mitarbeiter für jede zusätzliche Arbeitsstunde den auf eine Stunde entfallenden Anteil der Dienstbezüge eines entsprechenden vollbeschäftigten Mitarbeiters.
Zur Ermittlung des auf eine Stunde entfallenden Anteils der Dienstbezüge sind die Dienstbezüge des entsprechenden vollbeschäftigten Mitarbeiters durch das 4,348fache der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit ( 1 Abs. 1, 2 und 4 der Anlage 5 zu den AVR) des entsprechenden vollbeschäftigten Mitarbeiters zu teilen.
(b) Absatz a gilt entsprechend für die in Monatsbeträgen festgelegten Zulagen, soweit diese nicht nur für vollbeschäftigte Mitarbeiter vorgesehen sind.


Also stimmt es doch, oder verstehe ich das falsch?
 
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AW: Ein paar Fragen zum AVR, Überstundenauszahlung etc.

Also stimmt es doch, oder verstehe ich das falsch?
WAS stimmt doch? Kann Dir gerade nicht folgen?
Ich verstehe es so, dass Deine jetzigen Mehrarbeitsstunden mit Deinem normalen Stundenlohn bezahlt werden, sofern sie nicht in Freizeit ausgeglichen werden können.
 
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Indilzar

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AW: Ein paar Fragen zum AVR, Überstundenauszahlung etc.

Also das meine Überstunden , da es keinen Freizeitausgleich gab, genauso gehandhabt werden wie bei einer Vollzeitkraft. D. h. 25% Zuschlag & 100% Zuschlag auf meine Mehrarbeitstunden/Überstunden.

Mehrarbeitsstunden sind die Stunden, die in Absprache zwischen dem DG und dem Mitarbeiter über die dienstvertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinaus geleistet wurden. Diese sind durch entsprechende Freizeit auszugleichen. Ist dies nicht möglich, sind die Stunden gemäß Anlage 1 II a AVR zu vergüten.

AVR Anlage 1 IIa sagt:

... Soweit ein Ausgleich nicht erfolgt, erhält der Mitarbeiter für jede zusätzliche Arbeitsstunde den auf eine Stunde entfallenden Anteil der Dienstbezüge eines entsprechenden vollbeschäftigten Mitarbeiters.

Also auch für Teilzeitbeschäftigte dieser Zuschlag:

Die Stunden, die auf Anordnung oder Kenntnis und Duldung des Dienstgebers oder seines Bevollmächtigten bzw. des unmittelbaren Vorgesetzten über das Wochenleistungsmaß hinausgehen, sind bei Vollzeitbeschäftigten Überstunden, für die der Überstundenzuschlag (15%, 20%, 25% der Stundenvergütung) fällig wird. Darüber hinaus muss jede Überstunde, bei der kein Freizeitausgleich bis zum Ende des Folgemonats erfolgt, abgegolten werden (100% der Stundenvergütung gemäß AVR Anlage 6a § 2).
 
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Na dann viel Erfolg...
 
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Auch von mir, viel Glück und einen Richter, der deine Ansichten teilt.
Lisy
 
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