Intensiv early warning scores

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G

GPP

Morgen,
wer kennt "early warning scores"?

Das sind festgeschriebene "Frühwarnzeichen", z.B. bedrohliche Vitalparameter, die als Alarmzeichen gewertet werden müssen.
In manchen KHs gibt es sie angeblich (???!)...und sie wären dort in den Reanimationsrichtlinien festgeschrieben.
Kennt das jemand von Euch und kann mir sagen, wo?

Gerhard
 
nero444

nero444

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26.10.2007
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www.ainurse.org
Jepp, die gibt es in der Tat - habe mal von ein paar israelischen Kollegen davon gehört, und auch ich suche schon lange nach einer entsprechenden Guideline. Es geht da wohl nicht nur um bestimmte Parameter, sondern vor allem auch um spezielle Verlaufsprofile von Parametergruppen. Es soll sogar PDM-Systeme geben, die aus aufgezeichneten Monitoring-Daten entsprechende Ereignisse (Warnmeldungen) generieren, wenn es gefährlich werden könnte.

Aber ich denke, du wirst im deutschsprachigen Raum wohl nicht fündig werden, versuche es doch mal jenseits des großen Teiches. Und "notify me", wenn du was rausfinden konntest.
 
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Intensiv
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Ernährung
G

gomer05

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10.11.2006
47228
Hallo GPP,

der Begriff "Early Warning Scores" ist mir bislang nicht geläufig.
Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass damit eine computergestützte (in der Regel mittels PDM-Systemen) engmaschige Auswertung von Vitalparametern, Laborwerten u.a. innerhalb eines hinterlegten Algorithmus gemeint ist. Ich weiß, dass derzeit so etwas zur Sepsis-Früherkennung entwickelt wird.
Prinzip: Per Computer erfaßte Daten werden in einem engen Rhythmus (z.B. stündlich) automatisch durch diesen Algorithmus geleitet. Sofern die Kriterien für für eine Sepsis erfüllt sind, erfolgt eine Warnmeldung.
Problematisch hierbei sind aber verschiedene Dinge: Wie werden Artefakte gewichtet und interpretiert? Wie zuverlässig ist demnach die Warnmeldung? Wer übernimmt die "Garantie" für eine richtige oder falsche Interpretation der Warnmeldung, d.h., wer muss eventuell für eine "falsche" Therapieentscheidung aufgrund einer falsch positiven oder auch einer falsch negativen Meldung geradestehen?
Google doch mal unter dem Stichwort Sepsis + "Watch dog" (=Wachhund) oder auch "Watch doc" (=sinngemäß 'wachsamer Arzt'). Ich weiß nicht genau, ob sich dahinter ein Produktname oder eine Art Sammelbegriff für derartige Algorithmen verbirgt, da mir diese Thematik bislang nur beiläufig untergekommen ist.

Gruß

*****05
 
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Krankenpfleger
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Intensivstation
G

GPP

Themenstarter/in
Hallo und Danke erstmal,
ich habe weiter recherchiert und in Fachartikeln von Sefrin und Co etwas in diese Richtung gefunden.
  • Es geht um Warnzeichen, anhand derer die Pflegekraft entscheidet einen "Reanimationsalarm" (Herzalarm, Notfallalarm...) auszulösen.
Da gehören Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen, Atemnot (Schweregrad?), AP Schmerz...rein. Interessant ist das, weil es keine Vorwürfe nach dem Motto: "Das wäre nicht nötig gewesen" gibt. Arbeiten nach Richtlinien...saubere Sache! Kennt das jemand, oder weiss wo des praktiziert wird?

Gerhard
 
HBR69

HBR69

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Hi Gerhard,

bei uns gibt es zwar keine "Frühwarnrichtlinien" (und ich persönlich hab auch noch nichts davon gelesen) aber so wie du es beschrieben hast wird bei uns eigentlich schon die ganzen Jahre hindurch fortgebildet. Wir haben sog. Leitsyntome. Wenn Patienten AP Beschwerden bekommen, krampfen, bewußtlos sind, Atemstörungen ect. haben wird "Rea-Alarm" gegeben. Das heißt für uns natürlich, dass nicht jeder Alarm gleich eine Reanimation bedeutet. Aber für die Stationen ist dies eine enorme Hilfe da sie bei sämtlichen Notfällen anrufen können und nicht alleine da stehen.
Oftmals hat sich auch aus einem "Vorsichtsanruf" ein echter Notfall entwickelt und somit waren wir schon bei dem Patienten bevor die Sache "richtig" ernst wurde.:wink:


Gruß
Heike
 
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Fachkrankenschwester I/A, freie Dozentin
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Lungenfachklinik Intensivstation, Stationsleitung
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HBR69

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"Festgeschrieben" im eigentlichen Sinne zwar nicht aber sie werden auf den Fortbildungen erwähnt.
(Analog der "Leitsyntome" im RD für die Leitstellendisponenten)
Wichtig bei dieser Sache ist einfach, dass die Stationen das Gefühl der Sicherheit bekommen sollen. Sie können anrufen wenn sie sich überfordert fühlen bzw. sich nicht sicher sind. (Dies gilt insbesondere auch für die unerfahrenen Ärzte am Anfang ihres Berufslebens)
Für den Patienten bedeutet das die best möglichste Sicherheit und für das Personal: Kein Gemotze für "überflüssige" Alarmierungen!!

Gruß
Heike
 
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HBR69

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Hab noch einen Link gefunden.

Wenn du dieses hier SpringerLink - Journal Article
meinst, so beschreibt es genau das, was bei uns eben schon seit einigen Jahren praktiziert wird.
Na dann wissen wir jetzt wenigstens wissenschaftlich ausgewertet was mir mein nomaler Ausbilderverstand schon immer gesagt hat.....:wink:

Gruß
Heike
 
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G

GPP

Themenstarter/in
Genau das meine ich...
Danke
Gerhard
 
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05.07.2001
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