Durogesic

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UrgoTüll

Mitglied
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02.06.2006
71287
Hallo miteinander,

ich bräuchte euren Rat, eine Patientin von mir (Krebs im Endstadium) bekommt alle 72 Std. ein Durogesic50 aufgeklebt. Nun ist es schon wiederholt passiert, das sich das Pflaster vor dem geplanten Wechsel gelöst hat. Zuletzt heute, es war unauffindbar. Ich dokumentiere den vorzeitigen Wechsel und klebe ein neues auf. Kann es dadurch zu einer Überdosierung kommen, könnte ich das Pflaster noch zusätzlich fixieren und mit welchem Pflaster habt ihr die besten Erfahrungen bei einer sehr empfindlichen Haut gemacht?
Wie ist die rechtliche Lage bei einem häufigen Schmerzpflasterwechsel?

Der Umgang, die Vorgehensweise, auf was ich achten muß ist mir hinreichend bekannt, über meine Fragen finde ich nichts im Beipackzettel noch auf der Seite von Durogesic.
Die Ärztin sagt, das macht nichts, wieder eins drauf, klar ich will auch nicht das eine Schmerzspitze kommt...und was das kostet.

Danke schon mal im voraus:eek:riginal:
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Ambulant
P

Pet Shop Girl

Mitglied
Basis-Konto
08.02.2006
53881
Hallo Urgo Tüll,
das Pflaster gibt kontinuierlich seinen Wirkstoff ab, überdosieren kannst Du also nicht. Das blöde ist, das die Pat. in der Zeit zwischen Pflasterverlust und neukleben ohne Schmerzmittel ist und man so keinen vernünftigen Spiegel aufbauen kann. Ich würde das Pflaster zusätzlich mit OpSitefolie überkleben. Falls der Hausarzt meckert dies sei zu teuer, dann halte ihm entgegen, das der höhere Pflasterverbrauch noch teurer ist und die Folie auf jeden Fall die Haut schont.
Gruß
PSG
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Häusliche Pflege
G

gina

Mitglied
Basis-Konto
18.07.2004
Siegen
hallo,

wir kleben immer ein Stück Fixomull auf das Durogesic, da kann man das Datum draufschreiben, findet es leichter wieder (!!), und es hält prima. Wird auch gut vertragen.

lg gina
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambul. Pflege
B

Batz

Mitglied
Basis-Konto
15.05.2006
64625
Hallöle!:eek:riginal:
Kann mich dem nur anschließen. Hatten ebenfalls eine Zeit lang Probleme das sich das Plaster zu früh ablöste.
Mit Opsite zusätzlich hält es prima!
Lg Batz:smile:
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Wachstation
N

Napster

Mitglied
Basis-Konto
10.10.2004
16816
Hallo @ all,

Auch wir analgesieren mit Durogesic.

Ich möchte PetShopGirl widersprechen,wenn sie sagt,eine Überdosierung mit Durogesic sei nicht möglich.Das ist sie sehr wohl,das habe ich schon erlebt.Die Patienten sind mir in diesem Falle schläfrig begegnet,bleiern müde.
Nach Entfernung des Pflasters dauerte es bis zu 12 h ,bis die Pat.wieder hinreichend wach waren.

Vielleicht habe ich aber auch PetShopGirl falsch verstanden,und gemeint war,das neue Pflaster,vorzeitig wegen Verlust des alten geklebt,führe zu einer Überdosierung.Damit ist eher nicht zu rechnen,weil - wie schon von ihr beschrieben - das Pflaster kontinuierlich seinen Wirkstoff abgibt.
Soll heißen : Ein Pflaster,nach 50 h entfernt,hat ca. zu zwei Dritteln seine Wirkung getan.Jetzt ein neues kleben,bedeutet,ab jetzt neuer Wirkungsaufbau.

Auf PSG's Befürchtung,zwischen Verlust des alten Pflasters u. dem Neukleben wäre eine Zeit ohne Analgesie,kann ich sagen,daß sich bis zum Ablösen bereits ein Spiegel aufgebaut haben dürfte,der seine Wirkung tut.Der hält natürlich nicht ewig,aber bei Kontrolle des Pflasters auf Sitz läßt sich der Verlust ja schnellstens feststellen.

Noch etwas zur Sicherung des Pflasters.Urgo schrieb etwas von sehr empfindlicher Haut bei seiner Patientin.In diesem Falle das Durogesic mit OpSite zu sichern oder auch Fixomull drüber zu kleben,halte ich für problematisch,weil dann mit Hautschäden beim Ablösen zu rechnen ist.Mein Tip : Einfaches Fixierpflaster auf Papierbasis benutzen.Hält ausreichend,ist hautschonend während Verbleib u. Ablösen,beschriften kann man es auch,preisgünstiger als Fixomull u. Opsite ist's allemal.

Greetz
Napster
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Pflege in der Onkologie
Fachgebiet
Onkologie innerhalb eines Klinikums mit ca.800 Betten
Weiterbildungen
Arbeitsgruppe Pflegerichtlinien
Arbeitsgruppe Onkologische Fachpflege
U

UrgoTüll

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
02.06.2006
71287
herzlichen Dank für eure Antworten,
wünsche euch einen sonnigen Sonntag!
Liebe Grüße UrgoTüll
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Ambulant
I

Infermiera

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Basis-Konto
19.07.2001
76327
Hallo,
lieber spät als nie, aber ich möchteauch noch kurz was dazu sagen.

Durogesic hat sich inzwischen etwas verändert und es ist ganz arg wichtig wie man beim Anbringen schon vorgeht

Man Muss es 30!!!Sekunden mit der flachen Hand aufdrücken.
Unsere Patienten schwitzen auch sehr stark,aber ich habe seit der Umstellung auf Durogesic smat nicht mehr erlebt, dass sich einPflaster gelöst hätte.

Wegen der Überdosierungsfrage:
das habe ich schon sehr oft erlebt bei schlanken oder gar kachektischen Patienten die kaum Fettgewebe haben um den Wirkstoff rich zu verarbeiten, da sind S.c. spritzen die bessere wahl.
Ärzte muss man da immer wieder darauf hinweisen

Liebe Grüsse
infermiera
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere
S

stern3007

Aktives Mitglied
Basis-Konto
29.07.2005
Köln
Man Muss es 30!!!Sekunden mit der flachen Hand aufdrücken.
Unsere Patienten schwitzen auch sehr stark,aber ich habe seit der Umstellung auf Durogesic smat nicht mehr erlebt, dass sich einPflaster gelöst hätte.
Das stimmt, die SMAT Pflaster halten besser als die alten.
Man sollte sich aber auch Gedanken machen wo das Pflaster aufgeklebt wird. Ich habe schon erlebt, dass Kollegen ein 100ug Pflaster, also nicht unbedingt mehr als klein zu bezeichnen, einer Patienten so in die Schulterblattregion gepatscht haben, dass sich das Pflaster durch die Bewegungen schon ablösen mußte. Hinzu kam, dass die Patientin einseitig gelähmt ist und dadurch die bepflasterte Stelle auch extrem belastet war weil der "am Schulterblatt hängende Arm" ihr "Arbeitsarm" ist.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
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xray3279

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11.06.2006
40223
Moin auch mal. Das Pflaster braucht 12 std, bis die richtige Wirkstoffmenge im subkutane Gewebe ist und ein Depot aufgebaut hat. Max. Wirkung ist in 24Std.
Also wenn das Pflaster nach einem Tag verloren geht kannst du ohne Wirkungsverlust ein neues drauf kleben, da das Depot unter der Haut auch mind. 12 Std noch anhält. Natürlich ist sowas sehr teuer
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger I&A
Fachgebiet
Innere
Weiterbildungen
Weiterbildung I&A, Praxisanleiter
S

stern3007

Aktives Mitglied
Basis-Konto
29.07.2005
Köln
Ich beobachte immer wieder, dass die Wirkungsdauer am 3. Tag nachläßt und für die Patienten die 3. Nacht dann nicht sehr schön verläuft.

In einer Fortbildung zum Thema Schmerztherapie wurde mir auch genau das bestätigt und Konsenz war, dass bei diesen Patienten schon ein früherer Wechsel erfolgen sollte.

Gerade in der ambulanten Pflege ist es schwierig, eine gute Schmerztherapie durchzusetzen. Die ambulanten Ärzte halten an dem 3 Tage Rhythmus unerbittlich fest und zeigen sich der Schmerzsymptomatik der Patienten ziemlich desinteressiert. Eine Dosiserhöhung dürfte das Problem auch nicht lösen, es sei denn, es gibt Mechanismen die die kontinuierliche Abgabe der Substanz beschleunigen, wenn die Dosis zu gering angesetzt ist, sodaß dann nicht genügend Substanz vorhanden ist. Dürfte aber meines Wissens nicht passieren, da das Pflaster so konzipiert ist, dass nur ein genau festgelegte Menge regelmässig abgegeben wird.

Welche Erfahrungen habt ihr da gemacht? Wie geht ihr damit um?
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
Isis

Isis

Aktives Mitglied
Basis-Konto
16.05.2005
2
Hallo,
am 3-Tage-Rhytmus halten auch unsere Ärzte fest - aber meistens setzen sie noch schnell wirksame Opioide wie z.B. Sevredol für die Schmerzspitzen an. Ich habe bis jetzt nur eine Bewohnerin erlebt, die das Sevredol täglich brauchte, ansonsten melden sich die Bewohner wegen Schmerzen meistens am dritten Tag. Sie bekommen dann das zusätzliche Medikament und am Abend wird dann das Pflaster gewechselt.
Zum Glück sind unsere Ärzte auch bereit, die Dosis des Durogesic-Pflasters anzupassen. So bekam die oben genannte Bewohnerin nach einer Woche die nächst höhere Dosis, usw, bis sie unter Pflastergabe komplett schmerzfrei war.
 
Qualifikation
Krankenschwester/Nachtwache
Fachgebiet
Altenpflegeheim
N

Napster

Mitglied
Basis-Konto
10.10.2004
16816
Hallo Stern,

In der Tat ist es schwierig,in der ambulanten Pflege so zu analgesieren wie unter stationären Bedingungen.Der Patientenkontakt ist viel kürzer,möglicherweise bestehen während der Anwesenheit des Pflegedienstes noch gar keine akuten,sogenannte 'Durchbruchsschmerzen' , das hört man dann alles erst beim nächsten Besuch.

In diesem Falle ist es hilfreich,wie von Isis beschrieben,ein schnellwirksames Bedarfsmedikament zur Hand zu haben.Sevredol ist da schon ganz gut.
Mit der Erhöhung der Durogesic - Dosis ist man bei uns eher vorsichtig,schnell ist der Pat. überdosiert,wie schon früher von mir beschrieben.Da kombinieren unsere Ärzte - stationärer Bereich - lieber 2 Präparate.

Ich sprach auch bereits mit einer Dame von Durogesic betr. Handhabe des Pflasters,da einige Bereiche die Pflaster überlappend anwenden,soll heißen,für ca. 12 h kleben das alte und das neue Pflaster parallell.Dieses bringe aber keinen entscheidenden Vorteile.Nach 72 h das alte Pflaster weg,zeitgleich ein neues geklebt - das sei das Optimum.

Greetz
Napster
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Pflege in der Onkologie
Fachgebiet
Onkologie innerhalb eines Klinikums mit ca.800 Betten
Weiterbildungen
Arbeitsgruppe Pflegerichtlinien
Arbeitsgruppe Onkologische Fachpflege
U

UlrichFürst

es sei denn, es gibt Mechanismen die die kontinuierliche Abgabe der Substanz beschleunigen, wenn die Dosis zu gering angesetzt ist,
Die gibt's laut einem Artikel in der aktuellen "Die Schwester, der Pflege". Und zwar soll genau aus diesem Grund (beschleunigte Wirkstoffabgabe) keine Wärmeanwendung im Bereich des Pflasters stattfinden.

Ulrich
 
U

UlrichFürst

Zitat von <http://www2.aerztezeitung.de/docs/2006/07/28/139a0101.asp?cat=/medizin/schmerz>

Opioid-Pflaster abgelöst - was tun?

Gelegentlich löst sich ein Opioid-Pflaster einmal vorzeitig. Fragen besorgte Schmerzpatienten oder Angehörige dann, was zu tun ist, um den Therapie-Effekt zu erhalten, können Sie ihnen erklären, daß sofort ein neues Pflaster in gleicher Dosierung an einer anderen Stelle wieder aufgeklebt werden kann.

Das ähnelt der Situation eines normalen Pflasterwechsels: Denn von dem abgelösten Pflaster besteht noch ein Hautdepot, das langsam resorbiert wird. Parallel dazu beginnt sich das Hautdepot unter dem neuen transdermalen Opioid-Pflaster zu bilden.
Ulrich
 
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05.07.2001
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