Durogesic Pflaster....

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resedoma

resedoma

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03.01.2006
50000
:neugier: Guten Abend,
würde gern Eure Meinung erfahren!
Zum Thema Verabreichung von Durogesic Pflaster:

1. mir ist bekannt das, dass Pflaster in den vorgeschriebenen Zeiträumen und Dosierungen verabreicht werden muß
2. es sollte auf eine fettfrei, gereinigte Hautfläche im Wechsel der Körperseiten geklebt werden
3. es soll auf Nebenwirkungen besonders geachtet werden...Gefahr der Überdosierung oder Atemdepression u.s.w.
4. es sollte nicht zerschitten oder verletzt werden
5. u.s.w.

Mir ist allerdings von mehreren behandelnden Ärzten aus der Schmerzambulanz erklärt worden, das dies Pflaster zum Abend geklebt. also gewechselt werden sollte, um die Nebenwirkungserscheinungen, wie z.B. Übelkeit, Gleichgewichtsstörungen, Nahrungsunlust, Kreislaufprobleme u.s.w. so gering wie möglich zu halten. Auf meine Nachfrage wurde mir gesagt: der Körper würde dann im Ruhezustand sein und der Wechsel besser verkraftet werden. ( Erfahrungswerte und klinische Untersuchungen ) man würde weniger andere begleitende Medikamente benötigen!:wink:

Nun meine Frage: wie sind Eure Erfahrungswerte und habt Ihr auch schon solche Aussagen gehört??:brief:


Vielen Dank im voraus Gruß resedoma
 
Qualifikation
Altenpflegerin, PA, WBL
Fachgebiet
Stationäre Altenpflege
Weiterbildungen
Tracheostomabeauftragte
Praxisanleitung, WBL
K

kreatix

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Also meine Erfahrung zeigt dies nicht, und ich finde es auch eher unlogisch, denn man sollte das Pflaster ja schon eher immer zur selben Uhrzeit kleben, damit dem Patient die Dosierung nicht verloren geht. Ich habe noch nie gehört, dass es beim TDP ( Transdermalem Pflaster) einen Unterschied der Nebenwirkungen abhängig der Uhrzeit gibt. Auch in der roten Liste ist dies nicht ersichtlich. Wenn diese Ärzte auf klinische Untersuichungen verweisen, muss es dazu doch auch ein offizielles Schriftstück geben, bzw. müssen sie dir Ihre Quellen nennen können. Frag doch mal nach. Würde mich persönlich auch interessieren.
Lieben Gruß

kreatix
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
Septische Chirurgie
Weiterbildungen
Wundexperte (ICW)
CBRN-Beauftragter
EPZ-Mitglied
S

schwesterle

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Hallo Kollegen,

also, ich kenne es auch nicht, dass das Kleben der Pflaster von der Uhrzeit abhängig gemacht wird. Bei meiner alten Arbeitsstelle wurde es zum Teil sogar angesetzt, halbe Durogesic Pflaster zu kleben ( soviel zum nicht zerschneiden).

Eine schöne Anekdote dazu:
Der Bew. bekam 12 mg BTM-Pflaster verordnet, die Apotheke hat ein Pflaster mit 75 mg Wirkstoff geliefert und ein examinierter Kollege hat es geklebt ohne nachzuschauen ob dies richtig ist. Auf die Frage seines Vorgesetzten, wieso er dies geklebt hat wo es doch zu hoch dosiert ist, meinte dieser, er dachte eben, der Arzt hätte die Dosis erhöht.... (Man erhöht ja auch so oft gleich 6fach)

schönen Abend wünscht
das schwesterle
 
Qualifikation
Pflegefachhelferin
Fachgebiet
Alten-/Pflegeheim
L

Lisy

Hallo Resedoma,
das Thema hatten wir schon mal, ich denke es schadet nichts, wenn immer am Abend das Pflaster gewechselt wird.
Die Müdigkeit und der Schlaf hilft über manches hinweg.
Außerdem ist ja noch ein Rest des Wirkstoffes im Körper.
Wie gesagt das Thema wurde schon umfassend erörtert, einfach mal unter suchen den tread nachschauen.
Gruß Lisy
 
F

Fleescha

Mitglied
Basis-Konto
01.08.2007
14979
Tach auch,

auch wenn das schon geschrieben wurde gebe ich dennoch meinen Senf dazu.:wink:

1. bitte bitte kein transdermales Pflaster zerschneiden, da der Wirkstoff somit ungehindert aus der Schnittkante austritt und nicht durch die semipermeable Membran. Sprich der Wirkstoff wird schneller (somit höher dosiert) und kürzer als die angegebene Zeit abgegeben.:nono:

2. Wichtig bei dem transdermalen Pflaster ist es den stets gleichbleibenden Spiegel im Organismus bei zu halten. Also Uhrzeiten beachten.

3. Die Uhrzeit ansich ist egal. Da es bei der Initialisierung der BTM-Pflaster oft zu Müdigkeit etc. kommen kann, könnte ich mir vorstellen, dass es für den Betroffenen Abends angenehmer ist. Jedoch ist die Eingewöhnungszeit relativ kurz.
 
Qualifikation
Gesundheits - & Krankenpfleger
Fachgebiet
Berlin/Brandenburg
Weiterbildungen
da gibt es keine Arbeitsgruppe... ;o)
P

Popinga

Mitglied
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23.11.2007
12167
1. bitte bitte kein transdermales Pflaster zerschneiden, da der Wirkstoff somit ungehindert aus der Schnittkante austritt und nicht durch die semipermeable Membran. Sprich der Wirkstoff wird schneller (somit höher dosiert) und kürzer als die angegebene Zeit abgegeben.:nono:
Hallo!
Also man darf die Fentanylpflaster zerschneiden(!!!!!), nur nicht alle! Die TTS mit Wirkstoffreservoir natürlich nicht z.B. Fentanyl Pflaster von HEXAL, aber Durogesic als Matrix TTS darf man zerschneiden!!!!!!!!

Gruß, Popinga
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
schmerzen
L

Lisy

Hallo Popinga,
wieso sollte man ein Pflaster zerschneiden? Viel besser ist doch dann ein Pflaster mit weniger Wirkstoff zu verwenden.
Gruß Lisy
 
P

Popinga

Mitglied
Basis-Konto
23.11.2007
12167
Hallo Lisy!

Man soll die Pflaster ja nicht zerschneiden, aber man darf es! ;-)

Gruß, Popinga
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
schmerzen
H

Holzhacker

Mitglied
Basis-Konto
27.07.2007
24145
Moin moin,

Wegen eines CRPS benötigte ich das Durogesic-Pflaster. Da die Nebenwirkungen so unangenehm waren, wurde ich auf Tabletten mit Hydromorphinhydrochlorid als Wirkstoff umgestellt.

Am 2. Tag begannen schon leichte Entzugserscheinungen, depressive Verstimmungen und die Schmerzen vermehrten sich. Durch starkes Schwitzen löste sich das Pflaster oft schon vor dem 3. Tag. Somit fand der Wechsel nicht immer zur gleichen Zeit statt.

Nun komme ich zu resedomas Fragestellung:
Obwohl im Waschzettel nicht erwähnt, machte ich die Erfahrung, wenn
ich das Pflaster tagsüber klebte, war die Müdigkeit zu Beginn besonders stark. Da kam es schon vor, dass ich mich zum Schlafen legen musste.

Gestern hatte ich wieder ein Treffen mit der Sudeck-Gruppe und fragte nach deren Erfahrungswerten. Einigen erging es wie mir, den meisten ist kein Unterschied aufgefallen, oder sie nahmen auch Tabletten.

Übelkeit, Schielen, Sekundenschlaf, Kreislaufprobleme oder Appetitverlust nahmen darauf aber keinen Einfluss.


Durch die Tabletten haben sich die Nebenwirkungen dermaßen minimiert, sodass ich jetzt eine wesentlich bessere Lebensqualität habe.
Mit Grausen denke ich an die Zeit zurück.

Marie (Holzhacker)
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Psychiatrie
P

Popinga

Mitglied
Basis-Konto
23.11.2007
12167
Mir ist allerdings von mehreren behandelnden Ärzten aus der Schmerzambulanz erklärt worden, das dies Pflaster zum Abend geklebt. also gewechselt werden sollte

Nun meine Frage: wie sind Eure Erfahrungswerte und habt Ihr auch schon solche Aussagen gehört??:brief:
Hallo resedoma und alle pflegeboardbesucher,

"Das Pflaster (Durogesic) sollte morgens geklebt werden, da gleichmäßige Wirkstoffspiegel nach 12 bis 24 h erreicht werden und so mögliche Nebenwirkungen im Verlauf des Tages erkannt werden können."
Praxis der transdermalen Schmerztherapie; UNI-MED Verlag ´02

Gruß, Popinga
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
schmerzen
G

Glücksstern

Hallöchen!

Ich gebe Fleescha völlig recht, das Zerschneiden dieser Pflaster (egal welcher Stärke) ist aufgrund des speziellen Pflasteraufbaus nicht zulässig. Durch das Zerschneiden wird die Kontrollmembran beschädigt und somit das Pflaster unbrauchbar.
Also: man soll nicht und man darf nicht!!!

Liebe Grüße Glücksstern
 
P

Popinga

Mitglied
Basis-Konto
23.11.2007
12167
Hallöchen!

Ich gebe Fleescha völlig recht, das Zerschneiden dieser Pflaster (egal welcher Stärke) ist aufgrund des speziellen Pflasteraufbaus nicht zulässig. Durch das Zerschneiden wird die Kontrollmembran beschädigt und somit das Pflaster unbrauchbar.
Also: man soll nicht und man darf nicht!!!

Liebe Grüße Glücksstern
Hallo Fleescha, hallo Glücksstern! :eek:riginal:
Also, die Rote Liste gibt an, Durogesic SMAT nicht zu zerschneiden--> das ist richtig und lt. tel. Auskunft von Janssen-Cilag GmbH ist es "offiziell", von der Firma, "nicht zulässig." ABER, da der Wirkstoff nicht austreten kann(genau dies macht die spezielle Pflasteraufbau möglich), "kann der Arzt es aber anordnen" und somit ist es erlaubt. "Der Arzt haftet dann" und nicht die Firma.
Also, wenn der Doc anordnet -->ist es erlaubt. :wink:
Alles was in "...." steht ist lt. Firma.
LG, Popinga
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
schmerzen
NetSpy

NetSpy

Mitglied
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24.06.2002
48151
Der Hersteller schreibt auf seiner Homepage:

Kann man Durogesic® SMAT teilen?
Durogesic® SMAT ist derzeit für die individuelle Einstellung von Patienten mit chronischen Schmerzen, die nur mit Opioidanalgetika ausreichend behandelt werden können, in fünf Wirkstärken zugelassen und verfügbar:
Durogesic® SMAT 12 µg/h, 25 µg/h, 50 µg/h, 75 µg/h und 100 µg/h.
Bei stärkeren Schmerzen können mehrere Pflaster miteinander kombiniert werden und die Dosis dadurch individuell und der Schmerzstärke entsprechend erhöht werden.
Durch die innovative D-Trans-Matrixtechnologie von Durogesic® SMAT ist der Wirkstoff Fentanyl nicht wie bisher in einem gelhaltigen Reservoir eingebettet, sondern befindet sich direkt in der Klebeschicht.
Dabei bleibt diese Matrix auch nach (akzidenteller) Beschädigungen funktionsfähig.
Zum Zerschneiden von Durogesic® SMAT liegen jedoch keine Daten vor.
Die sollen es wissen :) Die Zerschneiderei hat mich immer schon genervt. Schließlich gibt es 5 Wirkstärken, in 12,5er Schritten kann also variiert werden. Wozu dann noch zerschneiden, und ein gewisses Risiko auf sich nehmen?

Unabhängig davon sollte jeder Patient, der zur Ersteinstellung mit einem Fentanyl- Pflaster versorgt wird, auf mögliche Nebenwirkungen und Gefahren hingewiesen werden. Nicht wenige fahren während der Einstellungsphase mit ihrem Pkw durch die Gegend. Gerne auch der atemdepressive, offensichtlich überdosierte Patient in der Aufnahme, der sich zuhause wegen HWS- Beschwerden 'ne schöne heiße Wärmflasche in Nackenhöhe (das Pflaster klebt im Schulterblattbereich) positioniert hat. Ungünstig ebenso sämtliche andere lokale Wärmequellen (Trockenhauben, Rotlicht, Heizdecken, Sauna, heiße Bäder etc.).

Gruß
 
Qualifikation
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Fachgebiet
Notaufnahme
Weiterbildungen
Stationsleitung, Notfallpflege, Pain Nurse, Mega-Code-Trainer
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05.07.2001
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