Dürfen Angehörige in den Pflegebericht schreiben?

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Avantgarde

Hallo!

Dürfen Angehörige im Pflegebericht des ambulanten Dienstes etwas einschreiben, wenn kein Formular für Infoaustausch Pflegedienst/Angehörige vorhanden ist?
 
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Cleopatra

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Hallo Spyke13

Soweit ich weiß nein.

Mann kann doch für den Infoaustausch ein Infoheft anlegen.

Lg
Cleopatra
 
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Valentina

Valentina

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Nein, die Führung der Pflegedokumentation ist grundsätzlich den Pflegekräften vorbehalten (obwohl man mit den Angehörigen auch abweichende Regelungen treffen könnte, die dann entsprechend gekennzeichnet werden müssten).
Allerdings solte es von Seiten des Pflegedienstes das Interesse bestehen, auch Aufzeichnungen von Angehörigen zur Verfügung zu haben. Diese sollten nach Absprache mit den Pflegekräften nebenher, also gesondert, geführt werden.
Wir übertragen die Daten, die während unserer Abwesenheit erhoben wurden (BZ-Werte, RR-Werte, Temperatur usw.) dann in unsere Akte.
Nur das Ernährungs-/Trinkprotokoll haben wir schon gemeinsam geführt.

Leider schreibst du nicht, um was für eine Eintragung es sich handelt...
Valentina
 
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Monika58

Monika58

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Verstehe ich jetzt nicht ganz.

Nach meinem Verständnis ist jeder, der an der Pflege eines Menschen beteiligt ist, berechtigt, seine Beobachtungen im Pflegebericht zu dokumentieren, um alle anderen über gemachte Veränderungen zu informieren.
Klar, der Eintrag muss gekennzeichnet sein als "von einem Angehörigen gemacht" und damit nicht abrechnungsfähig.
Aber im Sinne einer Qualitätssicherung würde ich es begrüßen, wenn Angehörige das gleiche Dokumentationssystem nutzen könnten. Das Übertragen von Daten von dem einen in das andere Dokumentationssystem beinhaltet immer auch Übertragungsfehler.

Gruß
Monika
 
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Valentina

Valentina

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Vielleicht sollte bezüglich der laufenden Diskussion hier noch zwischen den Begriffen "Angehörige" und "pflegende Angehörige" differenziert werden.
Wir wissen nicht, ob es sich bei der Eintragung um "Bitte morgen Brötchen mitbringen" bzw. "Meine Mutter hat heute von Ihnen keine Kompressionsstrümpfe angezogen bekommen" handelt.

Das Übertragen von Daten von dem einen in das andere Dokumentationssystem beinhaltet immer auch Übertragungsfehler.
Ich spreche hier von Blutdruck-/BZ- und Temperaturwerten, da sind die Übertragungsfehler eher gering. Von uns werden nur kurz die besonderen Vorkommnisse während der Abwesenheit des Pflegedienstes wiedergegeben. Die Pflegedokumentation ist ein Nachweisdokument für den Pflegedienst. Beiblätter von pflegenden Angehörigen finde ich sinnvoll, eine gemeinsame Dokumentation eher schwierig.
Gruß
Valentina
 
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Mutti

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Hey Spyke13
die Dokumentationsmappe ist Eigentum des Pflegedienstes, d.h. der entscheidet wie und wer dokumentiert. Letzendlich ist die Doku ja nicht nur Abrechnungsrelvant sondern ist ein Teil des Pflegeprozesses. Ich finde es gut wenn private Pflegepersonen Ereignisse dokumentieren (natürlich kennzeichnen) denn so geht nichts verloren.

Viele Grüsse
Mutti
 
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Lisy

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Hall euch allen,
ich versteh grad nur "Bahnhof". Klar ist die Pflegedokumentation Eigentum des Pflegedienstes. Trotzdem ist es bei uns erwünscht, das die pflegenden Angehörigen in die Doku schauen und auch eintragen.
Ich find es schon wichtig, das wir erfahren ob die Kundin über Tag erbrochen hat oder Stuhlgang hatte. Manchmal macht es auch Sinn, einzutragen wieviel jemand trinkt oder ißt.
Jedes zusätzliche Heft ist eine zusätzliche Fehlerquelle und macht die Doku unüberschaubar. Zettelwirtschaft ist dann die Krönung des Durcheinanders.
Wir benützen schwarze Stifte und bitten die Angehörigen blaue Stifte zu nehmen.
Auch eine Kennzeichnung über einen Pfeil oder über einen Stern macht Sinn oder wie schon erwähnt ein Blatt/ Formular für den Austausch zwischen den Angehörigen und dem PD
Gruß Lisy
 
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Avantgarde

Es handelt sich hier um meine Mutter und meine Schwester und ich sind die pflegenden Angehörigen. Ich eher seltener. Meine Mutter ist unglücklich über die Ausführung der Behandlungspflege des ambulanten Dienstes. Sie bekommt 1x tägl. einen VW, wegen Ulcus Cruris am li. Unterschenkel. Es ist schon mehrfach vorgekommen, das der VW nicht Fachgerecht durchgeführt wurde. VW mit Fungizid-Salbengaze, Kompressen & Mullbinden. Laut meinen Erkenntnissen sollte die Gaze den Wundrand mit mindestens 1cm abdecken. Das Pflegepersonal schneidet die Gaze aber nur auf Wundgröße aus, sodaß meine Mutter über Schmerzen klagt, da die Gaze ständig in der Wunde "umherutscht". Vor einiger Zeit sollte laut ärztlicher AO eine Kompressionsverband angelegt werden. Der Kompressionsverband wurde stetig nur mit einer Binde gewickelt und die Ferse nie mit eingebunden. Da die Beine stark ödematös sind hat sich der Kompressionsverband schnell wieder gelockert. Therapieerfolg nicht gegeben. Weiterhin wurde nie eine Hautpflege durchgeführt. Die Beine sind sehr rauh und schuppig. Die Hautpflege gehört für mich zu einem Verbandswechsel dazu. Ich könnte noch viel mehr aufzählen, von der Aktenführung ganz zu schweigen. Ich habe dann in den Pflegebericht geschrieben, man möge doch bitte mehr auf die Haupflege achten und mit meinem Namen und pflegende Angehörige unterschrieben. Ich war mir jetzt etwas unsicher, ob dies richtig war, aber in meiner langjährigen Berufserfahrung kenne ich es auch so, das pflegende Angehörige Ihre Beobachtungen in den Pflegebericht vermerken dürfen oder aber in einem Infoblatt für Angehörige. Denn mit Zettelwirtschaft usw. komme ich da nicht weit, hatten wir alles schon zumal ständig und fast täglich das Personal wechselt. Bei meiner Mutter wird seit 3 Jahren VW durchgeführt und es kamen bis jetzt 30 Verschiedene Pflegepersonen.:kopfkratz: Ich habe mich auch anschließend mit der Pflegedienstleitung in Verbindung gesetzt, weil ich mir das nun schon etwas länger angeschaut hatt und sich nie etwas geändert hat und Ihr meine Beobachtung geschildert. Mir wurde versichert, man würde dies überprüfen. Am nächsten Tag rief mich meine Mutter an, das die Schwester sich bei Ihr beschwert hätte, da sie jetzt den Rüffel abbekommen hätte. Ich persönlich finde dies unmöglich, denn jetzt fühlt sich meine Mutter eingeschüchtert.

Ich bin zwar selbst Pflegedienstleitung nur empfindet man solche Dinge doch als Angehöriger etwas anders.
 
L

Lisy

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Hallo Spyke,
das Problem kenn ich leider auch. Auch ich bin manchmal pflegende Angehörige, mir gehts oft wie von dir grad beschrieben.
Trotzdem, wenn MA des PD deiner Mutter ein schlechtes Gewissen machen, denk über einen Wechsel nach. Wenn ihr wechselt oder den PD behaltet, rede über das Problem. Nur wenn die PDL weiß was läuft kann sie gegensteuern.
Ich bin mir sicher, du würdest auch wissen wollen, was so bei dir läuft.
Gruß Lisy
 
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Monika58

Monika58

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Ich habe dann in den Pflegebericht geschrieben, man möge doch bitte mehr auf die Haupflege achten
Hier liegt der Hase im Pfeffer.

In einen Pflegebericht gehören keine Wünsche , sondern die Beschreibung, wann und warum vom Pflegeplan abgewichen wurde sowie die Pflegewirkung.

In keinem Fall ist der Pflegebericht ein Instrument, Kritik zu üben. Das muss im persönlichen Gespräch erfolgen.

Gruß
Monika
 
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stern3007

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Ich denke auch, dass das Problem an der eingetragenen Kritik lag. Das sollte nicht Inhalt des Pflegeberichtes sein. Andererseits weiß ich aber auch nicht, wie ich in der Situation reagiert hätte. Manchmal helfen solche Maßnahmen besser als immer wieder darüber zu diskutieren.

Bei mir läuten allerdings mehrere Alarmglocken wenn ich den Bericht lese.
1. die Wundbehandlung selbst erscheint mir suspekt
2. Die Arbeit des Pflegedienstes

zu 1. Mit Gaze und Kompressen arbeiten ist die uralte konventionelle Methode, die nun wirklich nichts mit moderner Wundversorgung zu tun hat. Ein guter Pflegedienst wird alleine deshalb schon beim Arzt nachhaken und ggf. einen Wundmanager hinzuziehen.

zu 2. Ständig wechselndes Pflegepersonal in dem Umfang sind für mich ein Indiz, dass eine kontinuierliche, qualitativ hochwertige Versorgung nicht gewährleistet ist. Wird bestätigt durch die Art und Weise, wie ein Kompressionsverband durchgeführt wird. Die Leute wissen offensichtlich nicht, wie wichtig eine konsequente Kompression ist. Durch den ständigen Wechsel fühlt sich auch keiner verantwortlich und niemand kommt so auf die Idee, mal eine Diskussion über die Wundversorgung einzuleiten.

Ich würde, wenn ein Gespräch keine Änderung herbeiführt, einen Wechsel des Pflegedienstes herbeiführen.
 
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haraldo

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Ich denke auch, dass das Problem an der eingetragenen Kritik lag. Das sollte nicht Inhalt des Pflegeberichtes sein.
Hallo stern,
das seh´ich ganz genau so. Und denkt dran: Die Doku gilt als Dokument (wie der Name schon sagt) und kann z.B. auch vom MdK eingesehen werden!
Das Problem liegt aber meiner Meinung darin, dass nur die wenigsten Angehörigen wissen, wie ein Pflegebericht korrekt geführt wird, was da rein gehört usw.Woher sollen sie das auch wissen? In der Pflege bekommt das jeder Schüler(egal in welchem Fachbereich)eingetrichtert, bis es ihm zu den Ohren wieder raus kommt.
Aber wenn man sich in die Lage eines Angehörigen versetzt, der nun nicht in den Genuss dieser Ausbildung gekommen ist, woher soll er das wissen?:blushing: Damit es nicht zu Missverständnissen oder Unstimmigkeiten durch falsche Eintragungen kommt, lege ich bei den Pat., die zusätzlich von Angehörigen versorgt werden eine Extra-Mappe an(ein ganz normaler Schnellhefter mit Blanko-Dokublättern). Da können die Angehörigen eintragen was sie wollen, die MA wissen was los ist und bei Problemen kann der PD reagieren.
Diese Mappe ist aber kein Dokument und die kriegt auch bestimmt kein Mdk zu Gesicht:wink: .

Grüße von haraldo
 
Qualifikation
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tatdom

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Der Pflegebericht ist für die interdisziplinäre Arbeit auf jeden Fall geeignet. Die Ärzte und Krankengymnasten dürfen da reinschreiben. Mit den Angehäörigen muss der Infoaustausch individuell abgesprochen sein! Der Vorschlag mit dem Heft ist eine gute Möglichkeit..
 
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