Druck auf diakonische Beschäftigte

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Teetrinkerin

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Der neueste Dreck: (entschuldigt den Ausdruck, ich bin sauer)

Das Gericht hat entschieden, dass die Diakonie ihren Angestellten dieses Jahr eine Bonuszahlung zu leisten hat und die Geschäftsleitungen jammern jetzt, dass sie, falls die Beschäftigten auf diese Zahlung bestehen, im kommenden Jahr den Notstand ausrufen müssten.
Bereits im vergangenen Jahr wurden die Arbeitnehmer übergangen, bzw. es wurden einfach keine Boni ausgezahlt - es habe zuwenig Kirchensteuern gegeben!

So haben die Mitarbeiter über die Zukünfte ihrer Arbeitsplätze zu entscheiden, bzw. die Verantwortung wird verschoben.
Schuld sind wir dann selber.

Und das alles, ohne dass die Obersten selbst Rechnung legen müssen.

So eine unterirdische Schweinerei.

Und das im Namen des Herrn in Ewigkeit Amen. :ironie:
 
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traveler

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Hallo,

verstehe ich jetzt nicht ganz. Deine Geschäftsführung muss doch einen Jahresbericht machen den du einsehen kannst?

Bonuszahlungen? Hab ich noch nie erhalten!

Gruß renje
 
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Teetrinkerin

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Ja Renje, da liegt der Hase im Pfeffer.
Jahresbericht.
So ein Teil kriegt Otto Normalarbeiter nie im Leben zu sehen. Allenfalls die MAV, falls sie es weiss und sich dafür interessiert.
Soweit ich weiss, hat die MAV das Recht (und die Pflicht) diesen Jahresbericht einzusehen und sich diesen von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer erklären zu lassen. Ist im vorliegenden Fall nicht geschehen.
Diese Bonuszahlungen sind eine freiwillige Sache. weil doch die Weihnachtsgelder nach Einführung der KDAVO empfindlich gesunken sind. Viele Betriebe haben freiwillig 10 - 40%, zusätzlich zur Weihnachtsgratifikation, an ihre Angestellten ausgezahlt, bzw. es wurden hierzu Betriebsvereinbarungen geschlossen. Soweit ich weiss, wo keine solchen Vereinbarungen geschlossen wurden, gabs keine Kohle.
Dieses Gerichtsurteil jetzt im Oktober besagte wohl, dass rückwirkend zu 2008 und in diesem Jahr 2009 diese Bonuszahlungen den Angestellten zustehen. Wenn ein Betrieb nicht zahlen will oder kann, muss der wirtschaftliche Jahresbericht vorgelegt werden. Wird dieser Bericht nicht vorgelegt, muss der Arbeitgeber zahlen. Oder man lässt als MAV prüfen und bei wirtschaftlicher Schieflage kann man als MAV dann sagen, gut wir verzichten als Belegschaft zu Gunsten unserer Arbeitsplätze auf die Bonuszahlung, bzw. einigen uns auf weniger.
Die 40% vom Vorjahr sollten mit dem Novembergehalt ausgezahlt werden, die 40% von diesem Jahr im Dezember. Im November gabs nix - natürlich. Und wenn die MAV auf Auszahlung bestehen würde, trügen sie die Verantwortung daran, wenn im kommenden Jahr alle Gehälter um 10% gekürzt werden müssten - wegen wirtschaftlichen Gründen.
Im vorliegenden Fall wurde die MAV unter Druck gesetzt, falls man auf die
Ich werd mal suchen und kann hier dann mit Fakten aufwarten.
So langsam kommen die enormen Nachteile, die unheilschwangere Abwärtsspirale der Folgen des KDAVO ans Tageslicht, die kirchlichen Arbeitgeber bluten sich langsam selbst aus.
Gruss
Gabi
 
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romana

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Verständnisfrage : meinst Du mit Bonuszahlung die Auszahlung des Weihnachtsgeldes oder die Einmalzahlungen aus den Jahren 2007/2008 ? Grundsätzlich ist das Weihnachtsgeld in den AVR festgelegt und muss bezahlt werden, auf Antrag kann es gesplittet werden oder gekürzt werden, das geht dann aber nicht, ohne einen Bericht über die wirtschaftliche Situation vorzulegen. Als MAV der Einrichtung würde ich diese Angelegenheit an die Vertreter der Regionalkommissionen weiterleiten und um deren Unterstützung bitten. Keinesfalls würde ich als MAV eine betr. Vereinbarung für die MA ohne Rechtsberatung abschließen, hier hat ja ein Gericht die Rechtmäßigkeit der Zahlung bestätigt und der AG wusste, dass er das zahlen muss. Er hätte (und hat vermutlich auch...) diese Zahlungen in seiner Bilanz zurückstellen und einplanen müssen, da dies Gelder sind, die er normalerweise zahlen muss. Wenn seine Hoffnung auf ein AG-freundliches Urteil sich nicht erfüllt haben, kann er die AN nicht dafür büßen lassen. Krieg ich soooooooooooo............ einen Hals !!!!!!!!!! LG romana
 
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Teetrinkerin

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Danke Romana, es handelt sich um die Einmalzahlungen.
Chef hat das letztes Jahr schon einfach übergangen, bzw. es gab einen formlosen Rundbrief, in dem über sinkende Kirchensteuerzahlungen geklagt wurde und deshalb in diesem Jahr keine Einmalzahlung erfolgen würde.
Keine Rede von wirtschaftlichem Bericht, keinen Piep! :spank:

Die damalige MAV hat sich nicht gerührt, ob aus Unkenntnis oder aus Solidarität gegenüber der Leitung, entzieht sich meiner Kenntnis.

Aber die heutige MAV will auf die Vorlage des Wirtschaftsberichtes bestehen.

Hast du zufällig eine Ahnung, ob es möglich sein könnte dass die Leitung diese Sache so lange "verschleppen" und hinziehen kann, um dann zu einem Zeitpunkt zu sagen: Tut mir leid, Fristen verstrichen, Geld futsch?

Die ersten 40% sollten im November ausgezahlt werden, das haut auf normalem Weg nicht mehr hin.

Ich finde es eine Frechheit ohnegleichen.

Und alles im Namen des Herrn! :mad_2:
 
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romana

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Ich weiss ja nicht, ob unsere MAVO der KDVO entspricht, ich glaube aber schon. Alles was ich Dir hier schreibe, gilt für die AVR. Der §27a der MAVO regelt die Berichtspflicht in wirtschaftlichen Angelegenheiten, die hat immer jährlich einmal an die MAV zu erfolgen. Hier kommt es auf die Größe der Einrichtung an, bei unter 50 MA informiert die GL in einer MA-Versammlung die MA über die wirtschaftliche Situation. Bei über 50 MA hat ein detaillierter Bericht unter Vorlage der des Jahresabschlußberichts an die MAV zu erfolgen. Was Euer AG aber macht, ist schlicht und einfach, eine rechtlich anerkannte Zahlung zu verweigern. Kann er diese Zahlung aus wirtschaftlichen Gründen nicht leisten, muss er einen Antrag bei der arbeitsrechtlichen Kommission stellen, die sein Anliegen prüft nach Einsicht in die Bilanz. Dann kann sie entscheiden, dass der AG die Zahlung splittet, sprich in Raten auszahlt, aber all das geht nur mit Zustimmung der MAV. Als MAV würde ich folgendes tun : Den AG schriftlich dazu auffordern, seiner Zahlungspflicht mit Hinweis auf das Gerichtsurteil nachzukommen. Ist ihm dies aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich, muss er sich mit dem Anliegen an die arbeitsrechtliche Kommission wenden. Rat und Mithilfe würde ich mir auf jeden Fall bei dem Regionalvorsitzenden holen und/oder die Vertreterversammlung informieren. Auch der Hinweis auf die Zustimmungspflicht der MAV in dieser Angelegenheit würde ich erwähnen. Es ist auch bei uns so, dass überall gespart werden muss, aber die Einmalzahlung ist schon vor drei Jahren! beschlossen worden, und somit keine Überraschung für den AG. Bei uns wurde sie auch aufgeteilt, aber wir haben sie bekommen. Nur die Schüler warten noch auf ein Gerichtsurteil, ob sie es noch kriegen oder nicht. Natürlich können die MA auch einzeln die Zahlung einklagen, aber der AG verletzt hier Rechte aus dem "Tarifvertrag" und kann somit von der MAV als Organ für die MA dies einklagen. Ich wünsche Euch eine taffe und gut informierte MAV, die sich nicht einschüchtern lässt! LG romana
 
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