Drei Abstriche bei MRSA sagen nichts aus ?

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Chef de Saucier

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Guten Morgen,

Einen MRSA bei einem Bewohner / Pat. nach drei negativen Abstrichen als saniert zu betrachten, sei falsch bzw. eine Aussage ohne wissenschaftliche Grundlage aufgrund fehlender Studien. Eine konkrete Quelle kann ich auf Wunsch gerne nachtragen ( im Moment schläft meine Katze auf meinen Beinen ... ). Kommt aber aus der Richtung LAGUS / Krankenhaushygiene / MRSA / Stand Januar 2007 und bezieht sich auf eine Aussage von Geisel 2003.

Wenn diese Aussage zutrifft, warum gibt es dann die gängige Praxis der 3-Abstrich-Methode ? Gibt es ggf. andere Expertenmeinungen, die hier eine gegenläufige Meinung haben. Ist das allg. bekannt ( nur ich hatte keine Ahnung ), aber hat sich dennoch so etabliert.

Und natürlich die Frage, wann kann die Schutzausrüstung abgelegt werden. Anhand welcher Kriterien könnte/ sollte man sagen, dass ein MRSA saniert ist.

Gruß Zelig
 
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JoAn 98

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Guten Morgen,
nach 3 negativen Abstrichen sollte eigendlich alles klar sein. MRSA wird im KH anders gehandhabt, als in Altenpflegeeinrichtungen. Schau doch mal bei den Empfehlungen vom Robert- Koch- Institut nach. Die sind bindend, nach Information von unserem Gesundheitsamt.

Gruß, JoAn
 
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Chef de Saucier

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Hi JoAn !
Ich kenne das eigentlich auch so, also die Annahme oder gängie Praxis, dass ein Person nach drei negativen Abstrichen als MRSA ... frei, saniert (?) gilt. Gerade deshalb war ich natürlich erstaunt, dass hier eine gegenläufige Aussage gemacht wird: ... nach drei negativen Abstrichen kann eine Person nicht als saniert angesehen werden ... hierfür fehlt der wissenschaftliche Nachweis und/ oder Studien, die diese Aussage belegen.

Für die Aussagen des RKI gilt ( so glaube ich ), dass nicht alle Aussagen, sondern nur die relevant sind, die auch auf festen Beinen stehen ( Ia, Ib sowie IV ).

Werde Morgen mal die genaue Quelle angeben, damit das nochmal selbst nachgelesen werden kann.

Eine Aussage finde ich auch in diesem Zusammenhang interessant, dass die eigene Besiedlung mit Staph. aureus im Sinne einer Standortflora ( nicht die resistente Form ) das Personal davor schützt, mit der resistenten Form (MRSA/ ORSA ) besiedelt zu werden im Bereich der Nase.
Folgerung: Eine normaler Mund-Nasen-Schutz, der nicht den Anforderungen nach Din 139 entspricht bzw. einer FFP 1 Maske in der Partikelfiltierung entspricht, kann auch weggelassen werden, da hier ein normaler Schutz des Personals besteht aufgrund der o.g. Standortflora ? ( Sofern einzelne Leute nicht über besondere Dispositionen verfügen, die ein erhöhtes Infektionsrisiko bedeuten. Aber dann würde man wahrscheinlich nicht i.d. Pflege arbeiten ... ).

Was ist Eure Meinung bzw. was habt Ihr vielleicht dazu gelesen, dass die 3 - Abstrick - Methode untermauert.
 
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UlrichFürst

Kann schon sein, dass das nicht "wissenschafltich nachgewiesen" ist. Nur muss man sich dann halt nach irgendwelchen Anhaltspunkten, die es aktuell gibt richten. Dass ein Mensch, der einmal positiv getestet wurde für immer und ewig (oder bis eine wissenschaftlich sichere Methode gefunden wurde - die auch noch bezahlbar ist) als positiv gilt, kann es ja auch nicht sein, bzw. ist nicht praktikabel.

Ulrich *der das auch mit drei Abstrichen kennt*
 
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matras

Hallo JoAn,

die Tatsache, daß das Landesgesundheitsamt auf die Arbeit von Geisel verweist, stellt die Regel nicht in Frage einen Patienten nach drei Abstrichen an drei aufeinanderfolgenden Tagen als saniert zu betrachten. Heißt es doch weiter beim RKI (wo auch diese Regel definiert wurde) es soll wöchentlich ein Kontrollabstrich folgen. Es ist leider so, daß sich die Patienten leicht (z. B: an eigenen Hygieneartikeln wie Doeroller, Zahnbürste, Kamm, Bürste usw.) rekolonisieren. Dem trägt dieser Nachsatz Rechnung. Eine einzelne Veröffentlichung die einer Regelung widerspricht, hat noch nie dazu geführt, daß sofort davon abgewichen werden soll.....

Die Vorgaben des RKI sind weiter bindend und eventuell gemachte Aussagen müssen ihre Stichhaltigkeit erst unter Beweis stellen. Es ist zu prüfen auf welche Anhaltszahlen der Autor seine Arbeit gründet, wie er zu seinen Rückschlüssen kommt usw.
Bitte, liebe Kollegen nicht durch solche Einzelmeinungen verunsichern lassen, sondern solche Literatur kritisch (auch zwischen den Zeilen) lesen. Oft steht hinter solchen "aktuellen wissenschaftliche Arbeiten" eine starke Lobby mit einem gesteigerten finanziellen Interesse!
Also: - RKI rulez! -

Greetz Matras
 
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