Doppeldienste

Nisaya

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Hallo an alle :)
wie ist es bei euch mit den Schichten so. Wir haben am WE Doppeldienste von 6:00 bis ca 13:00 PAUSE dann wieder 16:00 bis ca 21:00 was haltet ihr von diesen Zeiten ? Zb ein MA macht am Samstag DD hat vorher 1 Tag und nach dem DD 1 Tag Frei. Dann am Sonntag ist der nächste drann.

Viele Grüße Nisa
 
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Hallo Nisa,

ich tue mich immer schwer damit, wenn ich nicht weiss ob die Frage arbeitsrechtlich zu beantworten ist (dann wäre sie im entsprechenden Forum besser aufgehoben) oder hier lediglich ein Meinungsbild abgerufen werden soll.

Arbeitsrechtlich sind solche Arbeitszeitgestaltungen natürlich schlecht, andererseits bieten sie - vermutlich für einige überraschende - Vorteile. Fangen wir mit dem Schlechten an: diese Arbeitszeitgestaltung verstösst gegen das Arbeitszeitgesetz. Aus zusammenhängender Arbeit, die einen zusammenhängenden Zeitraum von 4 Stunden erfasst oder übersteigt, erfolgt zwingend der Anspruch auf die gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit. Dies gilt ausdrücklich auch dann, wenn am gleichen Kalendertag ein weiterer Dienstzeitraum abgeleistet werden soll. D.h., zwischen dem Dienst 6-13 Uhr (in dem im Übrigen eine mindestens 30 minütige Pause enthalten sein muss) müssen bis zum nachfolgenden Dienst die Mindestruhezeiten von 9 Stunden eingehalten werden, bevor die Arbeit wieder aufgenommen werden darf. Die Zeitspanne zwischen 13 Uhr und 16 Uhr ist keine Unterbrechung der Arbeit (im Sinne einer Arbeitsunterbrechung oder Pause), sondern stellt eine Beendigung der Arbeit um 13 Uhr da, der die Ruhezeit nach ArbZG §5 - Ruhezeit folgt. Ein erneuter Dienstantritt um 16 Uhr ist damit ausgeschlossen, würde den berufshaftpflichtlichen Schutz des Arbeitnehmers ausser Kraft setzen, Wege und BG-Unfälle wären nicht mehr abgedeckt und - im ambulanten Dienst recht wichtig, wenn man mit Firmenfahrzeugen unterwegs ist, die nicht auch zur privaten Nutzung vorgesehen sind - auch der Deckungsschutz der KFZ-Versicherung des Unternehmens wäre nicht mehr gegeben, da das Fahrzeug dann unberechtigt geführt wurde.

Das gute daran ist jedoch, dass bei solchen Dienstzeitmodellen ohne arbeitsvertagliche Vereinbarung, den Arbeitnehmern nicht nur die Entgelte für die Zeit 6-13 und 16-21 Uhr zustehen (also 11 Stunden), sondern die Rechtsprechung eindeutig für Recht erkennt, dass der Zeitraum von erstmaliger Arbeitsaufnahme (06.00 Uhr) bis endgültiger Beendigung (21.00 Uhr) als durchgängiger und zusammenhängender Arbeitszeitraum abzurechnen ist, hier also 15 Stunden.

Gruß,
Christian.
 
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Das gute daran ist jedoch, dass bei solchen Dienstzeitmodellen ohne arbeitsvertagliche Vereinbarung, den Arbeitnehmern nicht nur die Entgelte für die Zeit 6-13 und 16-21 Uhr zustehen (also 11 Stunden), sondern die Rechtsprechung eindeutig für Recht erkennt, dass der Zeitraum von erstmaliger Arbeitsaufnahme (06.00 Uhr) bis endgültiger Beendigung (21.00 Uhr) als durchgängiger und zusammenhängender Arbeitszeitraum abzurechnen ist, hier also 15 Stunden.
Ist das neu?
 
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Vielen Dank für die Antwort.Die Pausen sind in diesen Diensten natürlich schon mit drin. Ich werde gerne nochmal in dieser Arbeitsrecht Rubrik mich umschauen.
Gruß Nisa
 
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Hallo
Bei uns ist es ähnlich. An manchen Tage kommen wir auf über 12 Stunden!! Manchmal hat man 3- 4 Doppeldienste innerhalb von 11 Tagen.
Und wir haben nicht davor oder danach eine Tag frei.
Geht am nächsten Morgen gleich sehr früh weiter oft um halb 6.
Manchmal ist nicht mal die vorgeschriebene Ruhezeit in der Nacht von 9 Stunden drin.
Zur Zeit sind in den Doppeldiensten über 70 Patienten anzufahren. Ich finde das unverantwortlich den Mitarbeitern und den Patienten gegenüber, kämpfe aber da auf verlorenem Posten, da meine Kollegen zwar jammern aber nicht mitziehen.

Das der Tag dann mit der tatsächlichen Stundenzahl gerechnet wird, habe ich noch nie gehört.
Im Prinzip ist die Zeit zwischen den beiden Schichten doch dann Pause oder verstehe ich das falsch.
Wenn ich von 5:30 bis 13:00 und von 15:30 bis 21:00 arbeite werden mir 12 Stunden gerechnet.
Ab 13:00 bis 15:30 ist dann Pause und wird nicht gerechnet.
An eine Pause nach 6 Stunden z.B am Vormittag ist nicht mal zu denken und von den Mitarbeitern auch nicht gewollt.
 
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Im Prinzip ist die Zeit zwischen den beiden Schichten doch dann Pause oder verstehe ich das falsch.
Wenn ich von 5:30 bis 13:00 und von 15:30 bis 21:00 arbeite werden mir 12 Stunden gerechnet.
Ab 13:00 bis 15:30 ist dann Pause und wird nicht gerechnet.
Das hab ich weiter oben bereits ausgeführt, wie geteilte Dienste arbeitsrechtlich bewertet werden und das es sich eben genau nicht um eine Pause handelt.
 
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Das hab ich weiter oben bereits ausgeführt, wie geteilte Dienste arbeitsrechtlich bewertet werden und das es sich eben genau nicht um eine Pause handelt.
Hey wie genau definiert sich eigentlich eine Pause und warum genau ist diese Unterbrechung keine?
 
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Hey wie genau definiert sich eigentlich eine Pause und warum genau ist diese Unterbrechung keine?
Wie sich eine Pause definiert, dazu verweise ich mal auf einen Beitrag, den ich zum Thema Risiko: Ausnahme- und Sondergenehmigungen zur Einrichtung von 12h-Schichten in AIPDs geschrieben hatte.
D.h., werden im Dienstplan Pausen angegeben, müssen diese auch faktisch allen Merkmalen einer gesetzlichen Pause entsprechen (ArbZG § 4 - Ruhepausen, BAG 28. September 1972 - 5 AZR 198/72 - AP AZO § 12 Nr. 9 = EzA AZO § 12 Nr. 1), - d.h., der AN muss in dieser Zeit nachweislich von seinen Pflichten entbunden und darf nicht in den Betrieb eingebunden sein, wie z.B. durch eine örtliche Bindung oder eine weiter bestehende Interventionsbereitschaft.
Näheres, welchen Merkmalen eine Pause noch unterliegt, findest Du unter Verwendung des enthaltenen Links.

Und warum die Unterbrechung bei geteilten Diensten keine Pause ist, steht im Beitrag #2 in diesem Thema hier. Augen auf im Strassenverkehr ;)
Aus zusammenhängender Arbeit, die einen zusammenhängenden Zeitraum von 4 Stunden erfasst oder übersteigt, erfolgt zwingend der Anspruch auf die gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit. Dies gilt ausdrücklich auch dann, wenn am gleichen Kalendertag ein weiterer Dienstzeitraum abgeleistet werden soll. D.h., zwischen dem Dienst 6-13 Uhr (in dem im Übrigen eine mindestens 30 minütige Pause enthalten sein muss) müssen bis zum nachfolgenden Dienst die Mindestruhezeiten von 9 Stunden eingehalten werden, bevor die Arbeit wieder aufgenommen werden darf. Die Zeitspanne zwischen 13 Uhr und 16 Uhr ist keine Unterbrechung der Arbeit (im Sinne einer Arbeitsunterbrechung oder Pause), sondern stellt eine Beendigung der Arbeit um 13 Uhr da, der die Ruhezeit nach ArbZG §5 - Ruhezeit folgt. Ein erneuter Dienstantritt um 16 Uhr ist damit ausgeschlossen
 
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