Arbeitsrecht Diuretikagabe durch KPH

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Karl-Heinz Ritter

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09.03.2001
www.dukas-online.de
In einem kleinen Krankenhaus in unserer Nähe ist folgendes Vorgehen an der Tagesordnung :

Im Nachtdienst auf einer Inneren Abteilung ( Alleindienst durch KPH ) wird von dieser ohne ärztliche Anordnung Diuretika i.v. verabreicht.

Weiter wird durch die PDL angeordnet, Digitalis unverdünnt i.v. durch das Pflegepersonal zu verabreichen. Die Begründung hierfür lautet : "NaCl 0,9 ist zu teuer !"

Es wäre interessant Eure Meinung hierzu zu erfahren.

Gruß

Karl-Heinz :confused:
 
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Pflegeplanung / Fortbildungen
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Also:
Es fällt mir schwer, das tatsächlich zu glauben.....
Die PDL hat doch gar keine Befugnis Verordnungen zu treffen. Tja und das mit dem NACL....
Gruß Heike :eek:
 
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Fachgebiet
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Kai-Uwe Klöting

Mitglied
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17.07.2000
44225
Hallo Karl-Heinz

Das KPH´s Intravenöse Injektionen verabreichen ist meines Wissens verboten das dies noch ohne vorherige Anordnung geschieht ist doppelt zweifelhaft.Warum sollten Digitalispräperate mit Nacl 0.9% verdünnt werden? für die Reizung die sie machen? oder weil es gefährlich sein könnte?
 
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Fachkrankenpfleger A+I
Fachgebiet
Anästhesie
H

Harald Zagar

Mitglied
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07.07.2000
Hallo und Guten Tag,

da reden wir von Pflegewissenschaft, von Akademisierung, und dann muß man solche unmöglichkeiten in der Pflege lesen. Eine solche PDL muß umgehend von der Verwaltung abgelöst werden. Einen Kommentar zur Sache werde ich mir ersparen. Eigentlich muß hier der Staatsanwalt eingeschaltet werden, schon im Interesse und zum Überleben der Patienten.
Gruß Harald.
 
J

Joerg Guenther

Zur Sache....
1. Alleindienst einer KPH also Krankenpflegehelferin im Nachtdienst ist schlicht eine Unverantwortliche Handlung der PD. Wenn hier etwas passiert und alles deutet darauf hin, das JEDERZEIT etwas passieren kann, so liegt ein Organisationsverschulden seitens der PD vor. Sie sollte sich schonmal nach einem guten Rechtsanwalt umsehen. Das Krankenhaus braucht eigentlich garnicht zum Gericht gehen, sondern nur das Einverständnis zum Schadensersatz leisten.
Wer hat eigentlich die Diurethika angeordnet ? Die PD ? Es ist fast zu befürchten.
2.Die PD hat gar kein Recht irgendwelche Anordnungen im Bereich der Arzneimittel zu treffen. Dieses Recht hat nur der Arzt. Oder ist die PD Arzt ?

Es gibt heir eigentlich nur eine mögliche Handlung !

Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft

Ansonsten kann ich Harald nur beipflichten.

MfG

J.Günther
QM Pflege- und Funktionsdienst
Pflegedienstleiter

[ 22. Juni 2001 19:35: Beitrag editiert von Joerg Guenther ]
 
K

Karl-Heinz Ritter

Mitglied
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Themenstarter/in
09.03.2001
www.dukas-online.de
Die bisherigen Antworten zeigen mir, dass ich mit meiner Maßnahme, das zuständige Ministerium des Landes Rheinland-Pfalz über die Zustände zu informieren richtig lag. Die Antworten, die ich bisher von dort bekommen habe sind aber eher nichtssagend.

In Bezug auf die Verdünnung von Digitalis mit NaCL scheinen aber auch hier unterschiedliche Meinungen zu herrschen. Bisher war mir nur die Verabreichung als Kurzinfusion bekannt. Eine direkte und unverdünnte Gabe über ZVK habe ich bisher noch nirgends erlebt.

Gruß

Karl-Heinz

[ 25. Juni 2001 16:30: Beitrag editiert von Karl-Heinz Ritter ]

[ 25. Juni 2001 16:31: Beitrag editiert von Karl-Heinz Ritter ]
 
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EDV-Beratung / Ehemann einer Krankenschwester
Fachgebiet
Pflegeplanung / Fortbildungen
E

Elisabeth Dinse

Gesperrter Benutzeraccount
13.08.2000
00000
Hallo @all,
bei uns im Haus wird Digitoxin ebenfalls verdünnt: 1Amp. ad 10 ml. Warum? Ich nehme an, um das Medikament langsamer geben zu können. Größere Mengen spritzen sich halt leichter langsam als 1 ml.
Das man Digitoxin aber nicht zu langsam spritzen braucht habe ich als Jungschwester erfahren dürfen. ;) Damals sollte ich einem Patienten 0,25 Digitoxin geben. In der Regel gab es sonst immer nur die Hälfte. Also habe ich das ganze auf 20 ml aufgezogen und schöön laangsaaaam gespritzt. Der danebenstehende Doktor komentierte das dann mit den Worten: Das Medikament soll heute noch wirken.
Elisabeth

PS Die i.v. Gabe von Medikamenten durch KPH halte ich ebenfalls für sehr bedenklich. Aber auch bei manchen examinierten Kollegen beobachtet man hin und wieder eine gewisse Sorglosigkeit bei dieser Applikationsform. Es ist schon erschreckend, wie wenig oft Zusammenhänge bekannt sind was Wirkung und Nebenwirkung anbetrifft (z.B. niedriger Kalium- gleichzeitige Gabe von Furesis und Digitoxin- wieso bekommt der Patient denn nach ca. 20 Minuten auf einmal eine Tachyarrhythmie?).
 
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