[Diskussion] SWR NACHTCAFé bittet um Mithilfe

Allround

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Es lag mir fern, eine Schreckensmeldung verbreitet zu haben, und dadurch die Motivation, im Nachtcafe mitzuwirken, evtl. vermindert habe.

Ich dachte nur, als ich das Thema las, an die empörende Geschichte meiner Kollegin, und dass wir diesen mittelalterlichen und erniedrigenden Methoden endlich ein Ende setzen müssen

Sorry, wenn der Beitrag verkehrt rüber kam.
Gruß Marie
Hallo Marie,

also, ich finde, wenn du auf Risiko und Nebenwirkungen hinweist, indem du diese Geschichte erzählst, dann handelst du auch verantwortungsbewusst. Denn wer gewarnt ist, der kann sich auch überlegen, wie er der Gefahr trotzen kann und wird sich genauer überlegen, welche "Waffen" er braucht.

Der/die geeignete Person wird/sollte damit fertig werden können.

Und dafür geben wir unsere gedankliche Unterstützung! :thumbsup2:

LG, Allround
 
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Sahawe

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Re: [Aufruf] SWR NACHTCAFé bittet um Mithilfe für TV-Talkrunde

Hallo zusammen,
schön, dass sich so viele gemeldet haben. Ich bin echt gespannt.

LG Sabine
 
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Studium der Germanistik und Pflegewissenschaften mit dem Schwerpunkt Gerontologie
Allround

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Re: [Aufruf] SWR NACHTCAFé bittet um Mithilfe für TV-Talkrunde

Hallo zusammen,
schön, dass sich so viele gemeldet haben. Ich bin echt gespannt.

LG Sabine
Hallo Sabine und alle anderen,

Vergesst nicht um 22:00 SWR einzuschalten, :thumbsup2: ,

denn heute kommt's!! :eek:riginal:

Lieben Gruß, Allround
 
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Sabine777

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Re: [Aufruf] SWR NACHTCAFé bittet um Mithilfe für TV-Talkrunde

Ein ganz supertoller Fernsehbeitrag und eine sehr engagierte und dekorative ;-) Krankenschwester.
Interessant auch die Beiträge vom Helioschef.

Gruß, Sabine777
 
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Rosi S.

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War nicht zuhause, konnte es auch nicht aufnehmen, gibt es einen Link?
 
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Christian Kröhl

Christian Kröhl

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shaya133

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Ich bin seit einigen jahren grosser Fan vom "Nachtcafe", und habe mich deshalb auch sehr über die Mail gefreut, dass Pflegekräfte für eine Sendung gesucht werden. Viel zu oft habe ich mich schon über andere Sendungen im Radio und Fernsehen geärgert, in denen über das selbe Thema gesprochen wurde, aber nur Ärzte und keine einzige Pflegekraft zur Sprache kamen, im Gegenteil, wo sogar Ärzte zur Situation der Pflege gesprochen haben. Leider war ich bis vor drei Tagen für länge Zeit im Ausland, sonst hätte ich mich gerne selbst dafür beworben, ich habe mich aber gefreut die Ausstrahlung der Sendung mitzubekommen.

Leider muss ich sagen, dass ich eher enttäuscht von dem war was ich gesehen habe. Ich hätte mir gewünscht dass die ausgewählte Kollegin vielleicht etwas weniger "dekorativ" und dafür etwas lauter und selbstbewusster gewesen wäre. Statt dessen ist es mal wieder gelungen, die Pflege in der Position der "Schwester Stephanie" dar zu stellen, was aber auch leider ein wenig an den gestellten Fragen von Herrn Backes lag. Wieso muss sich die Krankenschwester in der Runde gleich zweimal hintereinander nach ihrer Motivation den Beruf zu ergreifen und auf einer Intensivstation zu arbeiten fragen lassen? Er hat keinen der Ärzte so etwas gefragt. Die Pflege wurde wieder einmal in eine Rolle hineingedrängt, in der es ausschliesslich um Aufopferung geht, und nicht darum professionell auf hohem Niveau zu pflegen und auf Augenhöhe mit den Ärzten zu arbeiten. Nichts gegen Frau Schnell, einiges was sie gesagt hat hat mir gut gefallen. Leider hat sie aber zum Teil ihre Beispiele, von denen sie berichtet hat, ein wenig unglücklich gewählt, so dass ein außenstehender Zuschauer nicht viel damit anfangen kann- beispieslweise glaube ich nicht dass ein Laie sich etwas unter Kittelpflege oder dem Aufwand von CT-Fahren mit Intensivpatienten vorstellen kann.

Was mich auch etwas geärgert hat war der Umgang von Herrn Backes mit den beiden anwesenden Klinikchefs Herrn Schmitz und Herrn De Meo. Wieso wird Herr De Meo als Verantwortlicher für die Helios Klinken von ihm gefragt ob er sich die Reformation des deutschen Gesundeheitssystems zutrauen würde, während Herr Schmitz als Geschäftsführer des Klinikum Stuttgarts sich mehrfach anhören muss das seine Brichte über die schlechte finanzielle Situation der Kliniken in Deutschland "gejammer" seien? Wieso wird die erste grosse Demonstration seit Jahrzenten von Mitarbeitern der Kliniken in Deutschland (über die ich übrigens vom Ausland aus im Internet gelesen habe und mir gewünscht habe dabei gewesen zu sein) so in Frage gestellt und dargestellt als würde es nur ums Geld gehen?

Was mich interessieren würde ist, ob die Helios Kliniken wirklich in allen Bereichen so grossartig und unantastbar sind wie Herr De Meo es versucht hat aussehen zu lassen, oder ob er sich einfach nur hervorragend verkaufen kann.
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester
Fachgebiet
Neurointensiv
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Leider muss ich sagen, dass ich eher enttäuscht von dem war was ich gesehen habe. Ich hätte mir gewünscht dass die ausgewählte Kollegin vielleicht etwas weniger "dekorativ" und dafür etwas lauter und selbstbewusster gewesen wäre. Statt dessen ist es mal wieder gelungen, die Pflege in der Position der "Schwester Stephanie" dar zu stellen, was aber auch leider ein wenig an den gestellten Fragen von Herrn Backes lag. Wieso muss sich die Krankenschwester in der Runde gleich zweimal hintereinander nach ihrer Motivation den Beruf zu ergreifen und auf einer Intensivstation zu arbeiten fragen lassen? Er hat keinen der Ärzte so etwas gefragt. Die Pflege wurde wieder einmal in eine Rolle hineingedrängt, in der es ausschliesslich um Aufopferung geht, und nicht darum professionell auf hohem Niveau zu pflegen und auf Augenhöhe mit den Ärzten zu arbeiten. Nichts gegen Frau Schnell, einiges was sie gesagt hat hat mir gut gefallen. Leider hat sie aber zum Teil ihre Beispiele, von denen sie berichtet hat, ein wenig unglücklich gewählt, so dass ein außenstehender Zuschauer nicht viel damit anfangen kann- beispieslweise glaube ich nicht dass ein Laie sich etwas unter Kittelpflege oder dem Aufwand von CT-Fahren mit Intensivpatienten vorstellen kann.
Hallo shaya, ich kann das nachvollziehen, was du schreibst. Dieses Bild kam auch dadurch zustande, dass eine Intensivschwester ausgewählt worden war. Sicher gab es Gründe für diese Wahl, die wir vielleicht zum Teil nur erahnen können.
Im Intensivbereich lässt sich der Personalschlüssel nicht durch die Kostenkontrolle beliebig herunterfahren, ebenso kann die Verwaltung weniger gering qualifiziertes Personal im Austausch zu examiniertem einsetzen als an der Peripherie.
Die Problemstellung der Krankenpflege heute wird also weniger deutlich abgebildet als im normalen Akutbereich, somit kann das Bewusstsein dafür von einer dort Beschäftigten nicht wirklich transparent für den Zuschauer gemacht werden.

An der Peripherie gibt es noch ganz andere Probleme als das, dass keine Zeit bleibt, um seelischen Trost zu spenden. :innocent:

Trotzdem möchte ich Fr. Schnell meine Anerkennung aussprechen für ihren Fernsehauftritt, denn das war wirklich eine große Herausforderung. Man muss es erstmal besser machen.

Lieben Gruß, Allround
 
Qualifikation
Stationsleitung Krankenschwester
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Sahawe

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Hallo zusammen,
ich habe das Nachtcafé gestern Abend gesehen. Wie immer (ich sehe diese Sendung öfters) bestand die Diskussionsrunde aus unterschiedlichen Beteiligten die mit ihrer Sicht, dem Laien einen guten Überblick über die der verschiedenen Problematiken der betroffenen Gruppen, vermittelten. Es ist ja klar, dass es eine begrenzte Sendezeit gibt und einen Redebevorechtigten, der jedem Diskutanten auch nur eine begrenzte Redezeit zugestehen kann. Unter Berücksichtigung dieser Aspekte fand ich die Diskussion gelungen, auch wenn nur an der Oberfläche der Thematik gekratzt wurde.
Ich finde, dass alle Probleme die wichtig waren angesprochen wurden und die ganze Diskussion lösungsorientiert angelegt war, die zum weiteren Nachdenken anregen soll.
Einleitend mit dem Bericht der Mutter, die durch Strukturmängel ihre Tochter verloren hat wurde gezeigt, dass das allzu gerühmte deutsche Gesundheitssystem unschuldige Opfer fordert. Mit der Fassungslosigkeit der Mutter, die wie ich finde ihr ins Gesicht geschrieben war, war kam zum Ausdruck, dass man über Nacht eine Betroffene werden kann, eine Betroffenheit, die man sich selbst vorher nicht vorstellen konnte. Man hatte sich darauf verlassen, dass dem eignen Kind eine schnelle Hilfe zuteil wird. Auch kam zum Ausdruck, dass so ein Ereignis jeden treffen kann und dass man dieser Situation völlig hilflos gegenüber steht.
Mit Frau Koppmann, die bis zu 90 Operationen hinter sich hatte wurde auch klar, dass Strukturmängel ein ganze Lebensplanung zerstören und letztlich unverschuldet zu einer Situation führen kann, in der man selbst seinen Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten kann.
Herrn Simon veranschaulichte die Situation der Ärzte, die sich ähnlich die der Pflege darstellt. Gerade die Situation der Chirurgen, die zwischen Station und Op hin und her jonglieren müssen und die alle ihre Aufgaben nur halbherzig oder völlig übermüdet bewerkstelligen können und Patienten operieren müssen, die sie weder vorher gesehen haben noch nachher ärztlich betreuen können. Man kann sich vorstellen, dass dieses Fließbandoperieren zu großen Frustrationen und auch inneren Konflikten führen müssen. Da kann man auch verstehen, dass er eine Auslandsarbeit vorzieht, auch wenn er seine Familie zurück lassen muss. Interessant fand ich die Ausführungen über die abgeflachten Hierarchiestrukturen in Finnland.
Spiegelautor Herr Ludwig zeigte die Situation gerade junger Ärzte auf, die es immer noch mit Chefärzten zu tun haben, die sehr traditionsbehaftet sind und die sich in unsicheren Situationen nicht trauen einen Kollegen oder den Chefarzt selbst zu Rate zu ziehen, aus Angst vor einer schlechten Darstellung ihrer Person.
Herrn Schmitz, dem Geschäftsführer der Stuttgarter Klinik merkte man an, dass er zwar ein kühler, rationaler Rechner ist (war er auch sein muss), aber dass auch er in einzelnen Situationen gerne eine andere Entscheidung treffen würde, eine persönlichere, menschlichere, ihm aber die Hände gebunden sind. Er muss die finanzielle Situation der ganzen Klinik im Auge haben und der Erfolg seiner Arbeit wird nur in Zahlen gemessen, die er vorlegt. Da aber das Personal, die größte Gruppe im Krankenhaus, die meisten Kosten verursacht, ist er gezwungen Personal abzubauen, da ihm sonst die Schließung der Klinik droht - auch er in einer ständigen inneren Konfliktsituation. Mit der Teilnahme an der Demonstration bei Verdi aber brachte er seine Unzufriedenheit an den Missständen zum Ausdruck, was für einen Geschäftsführer sicher auch nicht selbstverständig ist.
Frau Schnell die die Pflege vertrat, wurde gleichberechtigt die gleiche Redezeit wie den Mitdiskutanten zugestanden und man überließ ihr den Schlusssatz. Frau Schnells ruhige und aufrechte Haltung hat mir sehr gut gefallen und auch ihrer zielgerichtete, adäquate Weise zu antworten. Sie brachte zum Ausdruck, dass man nicht in die Krankenpflege geht, weil man sonst nichts anderes bekommt, sondern aus Liebe zum Beruf mit allen seinen Höhen und Tiefen (es gibt immer noch Menschen die eine sauber und satt Mentalität haben und sich das nicht vorstellen können). Persönliche Erlebnisse haben sie motiviert diesen Beruf zu ergreifen. Sie bewies Solidarität gegenüber ihren KollegInnen indem sie nicht nur ihre persönliche oft aufwendige Arbeit auf der Intensivstation geschildert hat, sondern auch die Situation der Krankenpflegekräfte auf Normalstation beschrieb, die für die einzelnen Patienten noch weniger Zeit haben (diese Haltung ist auch nicht immer üblich). Gleichzeitig wies sie auf ihre gerade älteren KollegInnen hin, die mit dem Personalmangel noch schwerer zu Recht kommen.
Ich fand es gut, dass zwar der Personalmangel und die dürftige Bezahlung genannt wurden, aber nicht zum Aufhänger der Diskussion wurden. Mit einem Beispiel hat sie ihre Arbeit skizziert und auch auf ihre Regenerationszeit hingewiesen. Diese Gedanken ob sie alles richtig machte und auch nichts vergessen hat, begleiten sie im Frei und mit ihrem letzten Satz:
Ich kann nicht einen Patienten der nebenan um sein Leben kämpft liegen lassen um einen Patienten beim Sterben zu begleiten,
machte sie ihre inneren Konflikte deutlich, sich für einen Patienten entscheiden zu müssen und nicht allen gleich gerecht sein zu können. Sie muss täglich, wie viele andere Krankenpflegekräfte damit leben dass durch ihre Entscheidung der Nichtausgewählte zum Betroffenen wird.


Ich hatte im Verlauf der Diskussion den Eindruck, dass alle Teilnehmer interessiert an den Schilderungen des Sprechers waren und gespannt zuhörten, die sich in der Aussage von Herrn Simon:
Ich bin überrascht, vielleicht hat sich hier doch schon was getan, widerspiegelten. Vielleicht in der Hoffnung auch etwas Neues zu erfahren, das man sich für die eigene Situation zunutze machen kann.
Dieser gegenseitige Respekt der sich auch in dem ruhigen Ablauf der Diskussion bemerkbar machte, hat mir sehr gut gefallen.
Wenn man auch ab und zu das Gefühl der Oberflächlichkeit hatte, wurden alle zentralen Punkte angesprochen: Die Gefährdung und das Risiko der Patienten, die sich entweder in einem vorzeitigen Todesfall oder katastrophaler Lebensqualität äußern, den Verlust des Vertrauens in das Gesundheitssystem, die mangelnde und schlechte interdisziplinäre Kommunikation und Kooperation, die fehlende Transparenz, schlechte Führungsstile und subjektive Frustrationen aller Berufsgruppen und Beteiligten, die schlechte Personalsituation, die schlechte Bezahlung, die inneren Konflikte und das älter werden der Krankenpflegekräfte.
Man spürte eine Niedergeschlagenheit und eine Suche nach der Lösung. Trotz alledem spürte man aber auch ein Wille nicht aufzugeben und hier wurde Herr de Meo, der mit seinem Konzept das ja offensichtlich sehr erfolgreich zu sein scheint, ein klein wenig zum Hoffnungsträger für den Ausweg der Misere.

Mit dieser Diskussion wurde dem Außenstehenden klar, dass eine Lösung nur gemeinsam gefunden werden kann und es, wie es auch genannt wurde, nicht nur ein finanzielles Problem ist.

So das war’s von mir.
LG Sabine
 
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sister

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Hallo,
habe aufmerksam geschaut - mir war das zu "brav" was Frau Schnell von sich gab.

Natürlich ist mir klar, dass sie im Angestelltenverhältnis nicht voll vom Leder ziehen kann, aber sie spiegelte nicht wirklich wieder, wie es auf „Normalstation“ zugeht.

Ich hätte mir erhofft, dass die Situation der Pflegekräfte besser dargestellt wird und auf die teilw. miserablen Zustände hingewiesen wird (z.B., dass keine Zeit mehr für die elementarsten Dinge wie Essen, Gertränke anreichen besteht, ganz zu schweigen von der menschlichen Zuwendung, den Fehlern die ständig passieren). Drastischere Beispiele hätten benannt werden müssen, die jede PK aus dem täglichen Alltag kennt.

Habe viele Kontakte zu Fachkräften auf Normalstation in unterschiedlichen Häusern - alle sind unzufrieden nicht mehr "pflegen" zu können. Das hat mir in der Diskussion gefehlt - dass wir nicht mehr dazu kommen, die Patienten bestmöglich zu pflegen!!!! (Stichwort: gefährliche Pflege).
Und zum Helios-Mann habe ich nur folgendes zu sagen: Man hätte mal genauer hinterfragen sollen, weshalb hier so gut gewirtschaftet wird. Doch nicht etwa, da das Pflegepersonal mit den Gehältern "runtergekeult" wird, es beispw. keine Zusatzversorgungskasse o.ä. gibt, kein Urlaubs- Weihnachtsgeld, etc? Klar, in manchen Häusern der öffentlichen Hand herrschen verkrustete Strukturen, es gibt Einsparpotential. Die privaten Häuser, welche ich kenne, haben in erster Linie an den Gehältern der PK´s gespart.
Aber, vielleicht ist es ja bei Helios anders, kann ich nicht beurteilen.

Insgesamt, Hut ab vor Frau Schnell, das muss man sich erst mal trauen!

LG
sister
 
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Hallo,

Zunächst mal Respekt und Anerkennung an Frau Schell. Sich öffentlich an einer solchen Talkrunde zu beteiligen erfordert Mut. Und sie hat das sehr souverän gemeistert. Das ganze Umfeld solcher einer Fernsehaufnahme ist an sich schon sehr aufregend. (Scheinwerfer, Mikro, Kameras...)

Zum Inhalt bin ich Zwiegespalten. Das Bild der aufopfernden Krankenschwester wurde mal wieder bestätigt. Wobei ich Frau Schell für ihre Haltung und Motivation meinen Respekt ausspreche.
Das Problem fehlender Zuwendung lässt sich zumindest in der Öffentlichkeit gut darstellen (das ist nicht so abstrakt wie "Kittelpflege" oder "aufwendige CT-Transporte").

Dennoch geht es schon längst nicht mehr darum das "nur" die Menschlichkeit und das "Hand halten" wegrationalisiert werden. Sondern es ist weitaus kritischer. Jeder Arbeitende im KH weiß, was ich meine. Wenn keine gut ausgebildete Pflegekraft auf einer Allgemeinstation AZ- Veränderungen am Patienten wahrnimmt (weil keine da ist), wird auch nie ein Arzt informiert...

Das die Menschlichkeit in unserer Gesellchaft nicht sehr gefragt ist, ist schlimm genug. Vielleicht ist uns Sicherheit und eine höhere Überlebensrate mehr wert.

Wo bleibt die Studie, die den Zusammenhang herstellt zwischen Letalität und der Anzahl von Pflegepersonal? In anderen Ländern gibt es solche Untersuchungen. Hat man in Deutschland Angst vor dem Ergebnis?

LG
loomey
 
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Krankenpfleger
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"Eine Beweisführung und empirische Überprüfung der komplexen Zusammenhänge zwischen Personalausstattung und Patientensicherheit kann nicht im Rahmen einer Befragung erbracht werden. Hier bedarf es systematischer Erhebungen und spezifischer Forschungsarbeiten." (pflegethermometer-2007 S.32)

Danke für den link. Das Pflegethemometer ist mir in der Tat bekannt. Das es einen Zusammenhang zwischen Personalausstattung und Patientensicherheit gibt ist auch bekannt. Aber eine "publikumswirksame" Studie zum Verhältnis Pflege:Letalität (bzw. Patientensicherheit) fehlt für Deutschland!

Gruß
loomey

(ups: ich glaub jetzt ist es bald off topic)​
 
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Hallo loomey,

Überprüfung der komplexen Zusammenhänge
ich stimme dir zu, dass diese Studie keine allgemeinschockierende Wirkung zeigt und viele weitere spezifischen Untersuchungen notwendig sind. Dennoch bin ich der Meinung, dass die Datenerhebung eine grundlegende und aktuelle Situationslage in Krankenhäuser erkennen lässt und die Hypothese über eine Gefährung der Patientensicherheit (zwar keine direkte nachgewiesene Letalität, aber schon eine Bedrohung, Tabelle S.33) erlaubt. Diese Zustandsbeschreibung in ihrem, wie ich finde, differenzierten Umfang, ist bedrohlich genug um dem von dir bezeichnetem Publikum einen Handlungsbedarf zu signalisieren.

LG Sabine
 
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