Digitalisierung der Altenpflege

A

Altenpfegehelfer

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04.05.2021
Sehr geehrtes Pflegeboard Forum, dieses Profil dient dazu, eine Umfrage im Bereich Digitalisierung der Pflege durchzuführen. Ich befinde mich derzeit im Berufspraktikum und im 6. Semester meines Studiums. Es soll zunächst mal der Bedarf nach Digitalisierung im Bereich Pflege geklärt werden. Es wäre sehr hilfreich, wenn Pflegekräfte (egal ob examiniert oder nicht) Feedback zum Ist-Zustand geben könnten und aufzeigen, wo sie Verbesserungspotenzial sehen. Fragen wie bspw. was ist verbesserungswürdig? Haben Sie Erfahrung mit der Nutzung von digitalen Systemen in der Pflege? Wenn ja, welche. Wenn nein, wieso nicht? Wie ist ihr derzeitiges Sresslevel bei der Arbeit und glauben Sie das Digitalisierung helfen kann, Stress zu minimieren? Es können gerne mehr Fragen und Anregungen gegeben werden, die über die oben genannten Fragen hinausgehen.

MfG
 
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Student
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Menschenkind

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18.12.2012
Da hier bisher keiner geantwortet hat...

Seit der Umstellung er Qualitätsprüfrichtlininen des MDK ist meiner Meinung nach der Schritt zur digitalisierten Pflegedokumentation absolut sinnvoll. Durch die Indikatorenerhebung (2x jährlich) ist der Arbeitsaufwand zur Datenerhebung so hoch, dass diese durch eine entsprechende Datenbank stark vereinfacht und zeitsparend umgesetzt werden sollte. Wobei dies nach wie vor kein must-have ist.

Für mich als Anwender würden sich Verbesserungspotenziale bei der Pflegedokumentation in folgenden Bereichen ergeben:
- Usability = einfacherer Nutzerführung innerhalb der Software, einfach Verfahrenwege für bestimmte Schritte.
- Controllingdashboards für die Leitungsebene
- Intrgrierte Pflegecontrollings könnten besser an den Arbetisprozess angepasst sein
- Systematisch Querverbindungen zwischen unterschiedlichen Dokubereichen werden nicht konsequent genutzt.

Hierzu gibt es je nach Software unterschiedliche Ansätze die tlw. bereits umgesetzt sind, jedoch habe ich zusätzliche Ideen, die ich bisher in der Umsetzung unterschiedlichster Programme noch nicht gesehen habe.

Eine weitere mögliche Digitalisierung ist für mich der übergeordnete Qualtitätsmanagementbereich. Viele QMH sind in Word zusammengeschrieben. Hier stelle ich mir integrierte Softwarelösungen vor, die mit anderen Softwares vernetzt sind (z.B. Standards und Verfahrenanleitungen, Clinical Pathways definieren) und Prozesse sowohl transparent als auch nachweisbar machen. Hier kommt meiner Meinung nach viel zu viel Papier zum Einsatz.

In Bezug auf eine Hardware-Digitalisierung stelle ich mir mobile Rufanlagen vor (die am Bewohner sind) und nicht melden, wo das Zimmer ist, sondern, wo der Bewohner sich befindet, der Hilfe braucht. Am besten gleichzeitig gekoppelt mit einem Sturzsensor.
Auch eine direkte Schnittstelle im Bewohnerzimmer ist hilfreich (Dokumentation, Abruf von Infos für die Pflegenden) als Wandtablet. Gleichzeitig kann darüber der Bewohner informiert werden, welche Angebote für ihn geplant sind, Erinnerungen zur Essenszeit, welches Menü es mittags gibt, etc. Ich denke, die Möglichkeiten sind theroretisch da, werden aber nicht genutzt.
 
Qualifikation
Krankenpfleger, Pflegefachmann, freiber. Dozent
Fachgebiet
Heimaufsicht/WTG-Behörde
Weiterbildungen
Pflegedienstleitung, Qualitätsbeauftragter, Algesiologischer Fachassistent (DGSS)
A

Altenpfegehelfer

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04.05.2021
Sehr geehrter Menschenkind,
Ihre Punkte machen durchaus Sinn und ich bin froh, dass Sie das so sehen. Da auch wir der Überzeugung sind, dass es viele Punkte gibt, die verbesserungsbedürftigt sind haben Sie uns schon sehr weitergeholfen. Danke

Mit freundlichen Grüßen,
Altenpfegehelfer
 
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Cutter

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16.11.2008
Hannover
Ich wünsche mir eine verschlüsselte Schnittstelle zwischen den PC´s der Arztpraxen, Altenheime, Apotheken, Klinken, Hilfsmittellieferanten, Gesundheits-/Pflegekassen, usw.

Wir verschicken zu viel Papierkram in der Welt umher: Rezepte, AVO´s, Überweisungen, Transportscheine + Genehmigungen, Krankenhausberichte, usw. Ist ja ein Wahnsinn. Das hat man vor 200 Jahren schon so gemacht und läuft immer noch.... nur jetzt nicht mehr mit dem Pferd.

Die meiste Software in den Betrieben ist modular aufgebaut und könnte mit einer zertifizierten DIN-genormten, digitalen, verschlüsselten Schnittstelle, die Rechner in den anderen Betrieben erreichen.
Aber bitte dezentral und nicht über einen riesigen Server. Man stelle sich von, was passiert, wenn der ausfällt, verschlüsselt oder einfach nur befischt wird.
 
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Pflegehelferin
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Hannover
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Menschenkind

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18.12.2012
Ich wünsche mir eine verschlüsselte Schnittstelle zwischen den PC´s der Arztpraxen, Altenheime, Apotheken, Klinken, Hilfsmittellieferanten, Gesundheits-/Pflegekassen, usw.
Sehr guter Vorschlag...einige Arztpraxen, Apotheken und Heime nutzen so etwas bereits...einfache Installation als Druckertreiber, verschickt wird verschlüsselt eine PDF-Datei, dezentrale Speicherung der Daten. Habe ich in der Praxis mal mit gearbeitet...funktionierte super!
 
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Cutter

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16.11.2008
Hannover
Ist ja cool. Ein Traum.
Wir leben hier noch im Mittelalter.
 
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Altenpfegehelfer

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04.05.2021
Sehr geehrter Cutter,
danke für die Antwort.
 
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