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Dienstplanänderung

  1. Hallo.

    Ich arbeite als Pflegefachkraft in einem Pflegeheim halbtags/20Stunden in der Woche.
    Ich hab das deshalb so gewählt, weil ich noch ein krankes Kind zu Hause zu versorgen habe (Herzfehler).
    In letzter Zeit jedoch wird in meiner Abwesenheit ständig das frei gestrichen. Einfach von jetzt auf gleich und ohne mit mir Rücksprache zu nehmen. Ich seh es nur, wenn ich durch Zufall auf den Dienstplan schaue!
    Da ich an meinen freien Tagen viel Arzttermine mit meinem Sohn habe, finde ich das sehr ärgerlich. Schließlich habe ich die Termine extra außerhalb der Arbeitszeit geplant.
    Als ich deswegen mit meiner PDL gesprochen habe, verwies sie mich auf einen Satz im Arbeitsvertrag, in diesem steht: " Die Arbeitnehmerin ist dazu verpflichtet, kurzfristige Änderungen des Dienstplanes Folge zu leisten!"

    Wenn ich den angeordneten Dienst nicht erfülle, bleibe ich mit Absicht der Arbeit fern und das wäre ein Grund zur Abmahnung!

    Ich bin komplett verunsichert und ehrlich gesagt sehr wütend!
    Ich bin doch nicht deren Leibeigene!

    Ist das denn so rechtens?

    LG Xsandi
     
  2. Hallo Xsandi,

    zunächst müssten wie wissen, was Du für einen Arbeitsvertrag hast. Also einen Tarifvertrag oder normalen Angestelltenvertrag.

    Du arbeitest in Teilzeit auf 20Std/Woche.
    Ich bin mit nicht sicher ob der Satz " Die Arbeitnehmerin ist dazu verpflichtet, kurzfristige Änderungen des Dienstplanes Folge zu leisten!" mit "Arbeit auf Abruf" im Teilzeitgesetz gleichzusetzen ist. Vieleicht weis einer der mitlesenden Kollegen mehr dazu.
    Wenn dem so ist, darf die kurzfristig abgerufene Arbeitszeit 25% der Wochenarbeitszeit nicht überschreiten (seit 01.01.2019) also 5 Std bei Dir. Und es ist Dir mind. 4 Tage vorher zu sagen, wann Deine Arbeit benötigt wird.

    Du solltest Dir diese Vereinbarung aus dem Arbeitsvertrag streichen lassen. Denn Du hast einen triftigen Grund nur auf 20Std zu arbeiten und benötigst dringend Planungssicherheit.
     
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  3. Kleiner Tip: den Dienstplan nach der Veröffentlichung fotografieren, und danach nicht mehr darauf schauen. Wenn gemeckert wird, einfach sagen, du wusstest von nichts.
     
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  4. Ich würde aus Prinzip nicht kommen.

    Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen das dieser Passus bindend ist. Unbedingt prüfen lassen.

    Ich bezweifle auch das ein einfaches ändern des DP den §12 (3) Teilzeit und Berfristungsgesetz entspricht. Auch das prüfen lassen. Ich finde eine Kommunikation ausschließlich über das ändern eines DP doch schon sehr fragwürdig. Da muss mehr gehen wie eine Mail, Anruf oder persönliches Gespräch. Das würde ja bedeuten das du mehrmals täglich auf den DP gucken müsstest. Wie willst du das machen wenn du Frei hast?

    Also ich halte das Gebahren für Fragwürdig. Lass da mal jemanden drüber gucken der sich auskennt. Ein Anruf bei der Verdi hilft da. Oder mal ein Beratungsgespräch beim Anwalt in Anspruch nehmen. Rechtsschutzversicherungen übernehmen sowas häufig wenn man Arbeitsrecht abgesichert hat. Wenn keine RS besteht und auch das Geld knapp ist kannst du einen Beratungsschein beim jeweiligen Amtsgericht beantragen.
    https://justiz.de/formulare/zwi_bund/agI1.pdf
     
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  5. Übrigens verstehe ich den § auch so, das es keinen wirklichen DP gibt, sondern das der AG lediglich mitteilt das XY dann und dann arbeitet. Nicht mit nem Plan sondern... in 5 Tagen etc. Mindestens 4 Tage vorher muss das bekannt gegeben werden.

    Ich frag mich ob unter dem Passus Arbeit auf Abruf überhaupt ein bestehender DP so einfach, einseitig geändert werden kann? Meins Verständnis hat man mit einen DP die Arbeit auf Abruf ja auch schon bekannt gegeben. Und ein Frei damit auch verpflichtend verteilt.

    Weil entweder arbeitet man nach DP oder auf Abruf.

    Das auch unbedingt prüfen lassen.

    Übrigens muss Arbeit auf Abruf eindeutig und Einzelvertraglich im Arbeitsvertrag vereinbart sein.
    z.B. "Arbeit auf Abruf gilt entsprechend §12 Teilz.-u.Befristungsgesetz als vereinbart".

    Arbeit auf Abruf (Abrufarbeit) - HENSCHE Arbeitsrecht

    ICH GLAUBE NICHT DAS DU EINEN VERTRAG AUF ABRUF HAST. Bitte las das aber von einem Fachmann überprüfen.
     
    #5 lulli00
    Zuletzt bearbeitet: 15. März 2019 um 00:35 Uhr
  6. Grundsätzlich geht es ja darum bei Arbeit auf Abruf kurzfristige und schlecht planbare Flauten und Engpässe abzudecken. In der Pflege kann man ja nicht von unvorhersehbaren Flauten sprechen sondern von vorhersehbaren Engpässen.
     
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