Arbeitsrecht Dienstplanänderung trotz Krankmeldung

K

Kaya81

Mitglied
Basis-Konto
0
61476
0
Hi,
ich habe folgendes Problem. Ich habe einen Bandscheibenvorfall und bin dementsprechend jetzt erstmal eine Zeit AU. Habe mich natürlich sofort tel. krank gemeldet worauf ich mir gleich das üblich anhören durfte:spinner:.
Am Montag habe sie per Post die Krankmeldung bekommen und die PDL hat auf dem DP unter zwei von meinen Nachtdiensten frei eingetragen und darunter dann das krank. Darf er das so einfach? Nach meinen Berechnugen gehe ich dadurch mit minus diesen Monat raus obwohl ich krank bin.
 
Qualifikation
Altenpflegerin/ Praxisanleitung
Fachgebiet
Pflegeheim
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
595
6
Am Montag habe sie per Post die Krankmeldung bekommen und die PDL hat auf dem DP unter zwei von meinen Nachtdiensten frei eingetragen und darunter dann das krank. Darf er das so einfach? Nach meinen Berechnugen gehe ich dadurch mit minus diesen Monat raus obwohl ich krank bin.
Hallo Kaya,

die Dienstplanänderung bedarf u.a. Deiner Zustimmung, sofern der Dienstplan in der ursprünglichen Fassung genehmigt und freigegeben wurde. Die Änderung ist somit nicht rechtmäßig, sondern hat offensichtlich einzig den Sinn Dich für Deine Krankmeldung abstrafen zu wollen.

Gruß,
Christian.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
K

Kaya81

Mitglied
Basis-Konto
0
61476
0
Hallo Christian,
was habe ich da jetzt für Möglichkeiten? Er wird bestimmt nicht zugeben, dass er es erst am Montag gemacht hat.
 
Qualifikation
Altenpflegerin/ Praxisanleitung
Fachgebiet
Pflegeheim
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
595
6
Hallo Christian,
was habe ich da jetzt für Möglichkeiten? Er wird bestimmt nicht zugeben, dass er es erst am Montag gemacht hat.
Das spielt auch keine Rolle. Da Dein AG diese Dienstplanänderung weder mit Dir besprochen noch Dir zur Kenntnis gegeben hat und Du bislang über einen gültigen DP verfügt hast, ist die Änderung nichtig. Gleichgültig wann sie durchgeführt wurde.
Da Dienstpläne in aller Regel durch den Betriebsrat genehmigt werden müssen, erkundige Dich doch mal dort.

Gruß,
Christian.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
K

Kaya81

Mitglied
Basis-Konto
0
61476
0
Der Betriebsrat würde nie was gegen meinen AG sagen. Die wissen auch das Dienste geändert werden ohne die MA zu fragen. Interessiert aber nicht.
 
Qualifikation
Altenpflegerin/ Praxisanleitung
Fachgebiet
Pflegeheim
Sonnensturm

Sonnensturm

Aktives Mitglied
Basis-Konto
20
63110
0
Das ist eben das Problem, wie auch bei allen anderen "Rechtsfragen".

Recht haben und Recht bekommen

:thumbsup2: Wassermann
 
Qualifikation
Krankenschwester
Clavius

Clavius

Aktives Mitglied
Basis-Konto
10
44143
0
Habt ihr einen Papierdienstplan, oder einen EDV Dienstplan?
Bei der EDV kann man die Änderungen nachvollziehen, beim Papier muss es ein Exemplar geben, aus dem sich die Grundplanung erkennen lassen muss.

grüsse von Clavius
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
PDL
S

stupanka

Aktives Mitglied
Basis-Konto
3
52070
0
Hallo,
außerdem darf meines Wissens nach ein Mitarbeiter durch Krank nicht ins Minus kommen.

Lg stupanka
 
Qualifikation
PDL
Fachgebiet
Stationär Altenheim
Y

youngMephisto

Ahoi Allerseits.
Also wenn der Diensplan bereits abgesegnet war und du für Nachtdienst vorgesehen warst, den aber nun krankheitsbedingt nicht halten kannst, ist das nicht dein Problem, sondern das der Station. Krank ist Krank und deshalb solltest du einfach mal bei der SL oder PDL nachhaken. Das geht so nicht. Hoffe, du lässt es dir nicht so einfach gefallen.
Viel Erfolg!
 
Y

youngMephisto

Als Tipp: Wenn du in der Gewerkschaft bist, gibts auch ganz tolle Gewerkschaftssektretäre, die dann einfach nen Anruf machen oder einen netten Brief schreiben =)
 
S

Sittichfreundin

Mitglied
Basis-Konto
4
35457
0
Habt ihr einen Papierdienstplan, oder einen EDV Dienstplan?
Bei der EDV kann man die Änderungen nachvollziehen, beim Papier muss es ein Exemplar geben, aus dem sich die Grundplanung erkennen lassen muss.

grüsse von Clavius
Es gibt auch elektronische Systeme, wo man keine Veränderung mehr nachvollziehen kann.

Ich würde folgendes tun:
Laß Dir jeden neu herausgegebenen gültigen Dienstplan kopieren und entweder von der Stationsleitung oder auch von der MAV/ Personalrat gegenzeichnen, dass Du ihn so bekommen hast. Wenn im Nachhinein ohne Dein Einverständnis etwas zu Deinen ungunsten geändert wird, dann hast Du so einen Beweis. Dann würde ich die nicht vergüteten Nachdienste mit Hinweis auf das Entgeltfortzahlungsgesetz schriftlich einfordern, am besten auch gegenzeichnen lassen. Fordere den Dienstgeber auf, dass die Stunden während der Krankheitszeit gutgeschrieben werden.
Ein Dienstgeber kann nicht einen Dienstplan im Nachhinein abändern, wenn ein Mitarbeiter krank wird, um das Entgeltfortzahlungsgesetz zu umgehen :nono:. Laßt Euch nichts gefallen! Wenn er nicht einlenkt, würde ich eine Rechtsberatung (Gewerkschaft, Berufsverband, Rechtsanwalt) hinzuziehen.
Viel Erfolg!
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere, Stroke Unit
K

Kaya81

Mitglied
Basis-Konto
0
61476
0
Hi, hätte noch mal kurz eine Frage dazu. Meine PDL wußte bzw. hat angenommen, dass ich im September noch krank bin und hat mich im Dienstplan für September voll ins Minus geplant. Darf sie das?
 
Qualifikation
Altenpflegerin/ Praxisanleitung
Fachgebiet
Pflegeheim
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
595
6
Hi, hätte noch mal kurz eine Frage dazu. Meine PDL wußte bzw. hat angenommen, dass ich im September noch krank bin und hat mich im Dienstplan für September voll ins Minus geplant. Darf sie das?
Nein - und eben reicht es ja wohl. Es wird Zeit das Du Deine Mitarbeitervertretung von diesen Machenschaften unterrichtest und die ihr mal gehörig auf die Finger hauen.

Gruß,
Christian.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
K

Kaya81

Mitglied
Basis-Konto
0
61476
0
Ach der Betriebsrat. Die wissen doch genau was da läuft. Das sind unsere Köche und natürlich ganz dick mit AG und PDL. Von denen kommt nur blablabla und wir kümmern uns drum wenn wir Zeit haben evtl. 2010 oder so.
 
Qualifikation
Altenpflegerin/ Praxisanleitung
Fachgebiet
Pflegeheim
S

Sittichfreundin

Mitglied
Basis-Konto
4
35457
0
Es gibt einige Gerichtsurteile zu dem Thema. Entscheidend ist, ob der Arbeitnehmer vor oder nach Aushändigung bzw. Aushängen (und damit Gültigwerden) des Dienstplans erkrankt ist. Wenn der Arbeitgeber weiß, dass der Mitarbeiter in dieser Zeit weiterhin krank sein wird, dann darf er keinen Überstundenabbau planen, denn wenn die Arbeitspflicht schon aus anderen gesetzlichen, tarif- oder arbeitsvertraglichen Gründen suspendiert ist, kann eine Arbeitsbefreiung nicht wirksam angeordnet werden, wenn der Angestellte im Zeitpunkt der Anordnung schon und im Zeitpunkt des vorgesehenen Ausgleichs noch arbeitsunfähig erkrankt ist. Anders ist es, wenn die Krankheit nicht vorhergesehen werden kann und der Mitarbeiter seinen Dienstplan mit dem geplanten Überstundenabbau schon rechtsverbindlich erhalten hat und danach erkrankt. Dann zählen die Überstunden als abgefeiert.
Aber ein Arbeitgeber kann nicht hergehen, wohlwissend, dass ein Mitarbeiter vorraussichtlich noch krank ist und für diese Zeit einen Überstundenabbau dienstplanmäßig einplanen und sich die Hände reiben, weil er diese Überstunden dann nicht ausbezahlen muß :nono: . So geht´s nicht! :spinner:
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere, Stroke Unit
S

Suseline

Also dieses Problem betrifft mich gerade nicht selbst, interessiert mich aber trotzdem, weil es immer wieder mal ein Thema ist.
Mich würde vor allem interessieren, wo ich es jeweilig nachlesen kann.
- Wie ist das mit geplantem Minus, der MA aber nicht Bescheid wusste (war so bei mir)
- Kann ein AG einen MA ins Minus planen, wenn man eine längerdauernde Erkrankung (geplante OP) ankündigt? Die zu erbringenden Sollstunden bleiben doch gleich, ob krank oder gesund?
- Was scheinbar klar ist, das ein bereits bestehender Dienstplan NICHT ohne Zustimmung geändert werden darf, aber wo steht das?
Es ärgert mich maßlos, dass AG es scheinbar manchmal einfach versuchen, AG übers Ohr zu hauen, wenns klappt, dann hat es sich schon gelohnt und wenns nicht klappt, braucht man sich nicht mal zu entschuldigen.
Knurrrrrrrrrrrrrrr...
Susi
 
S

Sittichfreundin

Mitglied
Basis-Konto
4
35457
0
Zitat Suseline:
- Kann ein AG einen MA ins Minus planen, wenn man eine längerdauernde Erkrankung (geplante OP) ankündigt? Die zu erbringenden Sollstunden bleiben doch gleich, ob krank oder gesund?
Ich zitiere aus einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf vom 06.06.2006: Ueberstundenausgleich

(Es ist entscheidend, wie ich oben schon erwähnt habe, ob der Arbeitgeber den Dienstplan bei Bekanntwerden der Krankheitsphase schon herausgegeben hat oder nicht. Wenn der AG vorher weiß, dass der MA krank sein wird, dann darf er nicht ins Minus planen! Am besten das ganze Urteil im gesamten durchlesen! Hier der entsprechende Ausschnitt. Beklagte = Arbeitgeber)
"Anders verhält sich dies nach Auffassung der erkennenden Kammer bei dem
Freizeitguthaben der Klägerin ab dem 01.03.2005. Bei der Dienstplanerstellung Mitte Februar 2005 für den Monat März 2005 und noch eher bei der Dienstplanerstellung Mitte März 2005 für den Monat April 2005 wusste die Beklagte oder musste infolge der bisherigen Erkrankungen der Klägerin ab dem 03.01.2005 jedenfalls damit rechnen, dass die Klägerin auch im Monat März 2005 bzw. im April 2005 weiterhin arbeitsunfähig krank sein würde. Mitte Februar 2005 lagen der Beklagten die bis dahin erstellten Atteste vom 03.01., 06.01., 14.01. und 21.01.2005 vor sowie die ärztliche Bescheinigung der AOK Rheinland vom 28.01.2005 über die weitere Arbeitsunfähigkeit der Klägerin bis vorerst 15.02.2005. Es hätte der Beklagten bei der Dienstplanerstellung Mitte Februar 2005 - erst recht bei der Dienstplanerstellung Mitte März 2005 - oblegen, sich gegebenenfalls bei der Klägerin persönlich über deren weitere voraussichtlichen Arbeitsunfähigkeitszeiten zu erkundigen. Dies gilt um so eher, soweit die Beklagte ohnehin nicht mit einer baldigen Rückkehr der Klägerin gerechnet hat. Hierfür spricht die völlige Freistellung der Klägerin sowohl für den Monat März 2005 als auch für den Monat April 2005. Eine Verpflichtung der Beklagten zur Berücksichtigung der bisherigen und voraussichtlich künftigen Krankheitszeiten der Klägerin bei der Dienstplanerstellung Mitte Februar 2005 und Mitte März 2005 sieht die Kammer auch deshalb, weil die Klägerin mit der Erbringung der nach den vorherigen Dienstplänen angeordneten Überstunden insoweit Vorleistungen erbracht hat, die vom Arbeitgeber grundsätzlich auszugleichen sind und nur in engen Grenzen in Wegfall geraten können. Ein weiterer Abbau des bis zum 28.02.2005 bestehenden Freizeitguthabens in Höhe von 124,51 Stunden ist danach nicht eingetreten.
Hinsichtlich dieser Stunden kann die Klägerin auch finanzielle Abgeltung verlangen. Zwar steht der Beklagten nach § 3 Ziffer 4 des Arbeitsvertrags das dort vereinbarte Wahlrecht zu. Dieses Wahlrecht verstößt nach Auffassung der Kammer auch nicht gegen das Transparenzgebot des § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB. Jedoch kann die Beklagte das ihr vertraglich eingeräumte Wahlrecht nur nach billigem Ermessen (§ 315 BGB) ausüben. Hier ist zu berücksichtigen, dass die Klägerin seit dem 03.01.2005 durchgehend arbeitsunfähig erkrankt ist und dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht feststeht, ob überhaupt und ggf. wann die Klägerin an ihren Arbeitsplatz zurückkehrt. Unter Berücksichtigung dieser besonderen Umstände entspricht es billigem Ermessen im Sinne des § 315 Abs. 3 BGB, wenn die von der Klägerin bereits erbrachten Vorleistungen nicht erst zu einem zur Zeit nicht feststehenden Zeitpunkt durch Freizeitausgleich abgegolten, sondern gemäß § 3 Ziffer 4 des Arbeitsvertrags ausgezahlt werden. Der Anspruch aus den verbleibenden 124,51 Stunden (x 7,83 EUR brutto) errechnet sich auf 974,91 EUR brutto."

Also, §307 BGB Transparenzgebot, § 315 BGB billiges Ermessen
Ihr habt als MAV doch ein Recht auf Einsicht und Genehmigung der Dienstpläne vor Herausgabe, auf dieses Recht würde ich mal pochen! Dann die Genehmigung verweigern, wenn bei voraussichtlicher Krankheit ins Minus geplant wird. Wird der Dienstplan nicht korrigiert: Kirchliches Arbeitsgericht anrufen! Euer Dienstgeber scheint in so manchem, wie ich hier im Forum lese, eine etwas seltsame Rechtsauffassung zu haben :spinner: und er wird es so lange weitertun, bis ihr euch wehrt! Als MAV hätte ich schon längst mal ordentlich auf den Tisch gehauen bei solchen Umständen, denn ich denke, Euer AG müßte mal etwas Nachhilfe im Arbeitsrecht von einem Richter bekommen. :mad_2:
Dem einzelnen Mitarbeiter kann man nur raten notfalls zu klagen.

Bzgl. Abändern eines herausgegebenen Diensplans im Nachhinein möchte ich auf folgendes Infoblatt von Verdi verweisen, welches etliche Rechtsquellen enthält: http://mein-frei.verdi.de/kreativ_werkstatt/data/schutzbrief




 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere, Stroke Unit
C

Cleopatra

Mitglied
Basis-Konto
0
90763
0
Was manche Arbeitgeber sich erlauben ist unmöglich!

Ich habe einen Monat vorher den OP Termin bekannt gegeben und stellt euch vor, genau an diesem Tag habe ich Frei bekommen, statt Krank! :mad_2:



Lg
Cleopatra
 
Qualifikation
Krankenschwester, Praxisanleiterin
Fachgebiet
Ambulante Pflege
Die E-Mail-Adresse wird lediglich zur Versendung des Aktivierungslinks für diesen Beitrag verwendet.