Arbeitsrecht Dienstplanänderung ohne Zustimmung/Arbeitsverweigerung?

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Andione

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Hallo,

Ich arbeite 70% AP als Nachtwache, bevorzugt an Wochenenden, wegen Schichtzulagen.
Ich bekam für Februar einen "sub-optimalen" Dienstplan und bin mit konkreten Änderungsvorschlägen (inklusiv 2 Urlaubstage zu verschieben) zur Chefin. Meine Vorschläge wurden alle verändert, so weit, so gut.
Dann sah ich, dass an einem der (ehemaligen) Urlaubstage ein zusätzlicher Dienst eingetragen wurde, obwohl ich gebeten hatte mir den Tag frei zu lassen (Freitag, 2.2.)

Vorgesehen für die Nachtschicht war die PDL, um meinen Urlaubstag da zu decken.

2 Tage vorm 2.2. schrieb mich PDL an und fragte, ob ich den zusätzlichen Dienst gesehen habe. Ich bejahte. Am 1.2. schrieb ich ihr umd Chefin, dass ich den Dienst nicht antreten würde, weil er mir ohne meine Zustimmung eingeteilt wurde.
PDL versuchte erst, noch andre zu holen, die absagten und musste den Dienst antreten.

Nun wurde ich zum Gespräch gebeten und mir wurde gesagt, dass ich unentschuldigt gefehlt hätte und es entweder einen Urlaubstag kostet oder Überstunden Abbau, sie hätten das Recht mir Dienste zu "geben", wenn sie mir 4 tage vorher Bescheid sagen. Dem wiedersprach ich, das sei nur im Notfall und auch überwiegend für bereits bestehende Dienst (Früh auf Spät etc)

Wer kennt sich da GENAU aus?

Liebe Grüße,
Andione
 
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Christian Kröhl

Christian Kröhl

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Mit Deinen 70% unterliegst Du dem Teilzeitbefristungsgesetz. In der Tat gab es hierzu ein Urteil des Amtsgerichts Berlin (siehe dazu diesen Beitrag: FAQ: Antworten zu häufig gestellten Rechtsfragen). Frage ist also, wann Dir die Dienstplanänderung formal korrekt mitgeteilt wurde. Ist das erst mit dem Anruf am 31. Januar geschehen, liegt das bereits innerhalb der 4-Tage-Frist und sie ist damit unwirksam.
 
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Wenn ein Dienstplan aufgehängt wird und unterschrieben ist, ist er bindend und kann nur im Einvernehmen geändert werden. Das Direktionsrecht wurde ausgeführt und das erneute Recht erlischt.
V.erdi hat dazu eine schöne Veranstaltung gemacht.
"Mein frei gehört mir"
 
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@Christian Kröhl,
nur Teilzeitbeschäftigt reicht aber nicht um mich 4Tage vorher zu "verpflichten", wenn ich ganz normal Arbeit nach Dienstplan habe, oder? Also ohne die Arbeit auf Abruf unterschrieben zu haben.
 
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Christian Kröhl

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@Christian Kröhl,
nur Teilzeitbeschäftigt reicht aber nicht um mich 4Tage vorher zu "verpflichten", wenn ich ganz normal Arbeit nach Dienstplan habe, oder? Also ohne die Arbeit auf Abruf unterschrieben zu haben.
Das ist genau so korrekt, es müssen beide Bedingungen zutreffen. Ich hätte vielleicht nicht nur auf das Urteil verweisen, sondern auch die Bedingungen näher erläutern sollen. Dank Dir für den aufmerksamen Hinweis, resigniert. ;)

Viele Grüße,
Christian.
 
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Ich danke dir :), ich bekam Panikattacken, da ich dachte, ich hätte immerfalsch argumentiert. :laughs:
 
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Fidelis.Lupus

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Nun wurde ich zum Gespräch gebeten und mir wurde gesagt, dass ich unentschuldigt gefehlt hätte und es entweder einen Urlaubstag kostet oder Überstunden Abbau, sie hätten das Recht mir Dienste zu "geben", wenn sie mir 4 tage vorher Bescheid sagen. Dem wiedersprach ich, das sei nur im Notfall und auch überwiegend für bereits bestehende Dienst (Früh auf Spät etc)

Wer kennt sich da GENAU aus?

Liebe Grüße,
Andione
Das wird gerne immer wieder behauptet, gilt aber nur für Arbeitsverträge, in denen explizit "Arbeit auf Abruf" vereinbart wurde (§ 12 Teilzeit - und Befristungsgesetz).

Ich gehe davon aus, dass du einen ganz "normalen" Arbeitsvertrag hast. Dann ist es so, wie hier schon darauf hingewiesen wurde: Einseitige DP-Änderungen sind nicht möglich. Punkt.
 
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SchwesterWolfgang

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. . . und das würde ich Gespräch auch ganz deutlich sagen . . .
 
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Mal ne kurze Frage zu dem "Dienst auf Abruf"

Muß in einem Arbeitsvertrag darauf gesondert hingewiesen werden?
Ist das ggf. ein Tarifvertraglicher Bestandteil?

Mir geht es darum, kann es passieren das man sowas mal versehentlich mitunterschreibt und dann bindend ist?
Bis man so einen Tarifvertrag durchgelesen hat, auch noch aufmerksam genug ist und auch alles versteht was da steht.
Unbedingt ein paar Tage zur Durchsicht mit nach Hause nehmen und erst dann unterschreiben. Ich kann mir aber vorstellen das schnell mal ein Arbeitsvertrag unterschrieben ist ohne das man allen Inhalt und Sinn verstanden hat. Gerade dann wenn es noch zu Betriebsvereinbarungen kommt.
 
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Mal ne kurze Frage zu dem "Dienst auf Abruf"

Muß in einem Arbeitsvertrag darauf gesondert hingewiesen werden?
Ist das ggf. ein Tarifvertraglicher Bestandteil?

Mir geht es darum, kann es passieren das man sowas mal versehentlich mitunterschreibt und dann bindend ist?
Bis man so einen Tarifvertrag durchgelesen hat, auch noch aufmerksam genug ist und auch alles versteht was da steht.
Unbedingt ein paar Tage zur Durchsicht mit nach Hause nehmen und erst dann unterschreiben. Ich kann mir aber vorstellen das schnell mal ein Arbeitsvertrag unterschrieben ist ohne das man allen Inhalt und Sinn verstanden hat. Gerade dann wenn es noch zu Betriebsvereinbarungen kommt.
Ich wage zu behaupten, dass "Arbeit auf Abruf" in einem Arbeitsvertrag zwingend fixiert sein muss. Und dann wäre es auch irrelevant, ob es in einem Tarifvertrag (was ich mir überhaupt nicht vorstellen kann) oder gar in einer Betriebsvereinbarung theoretisch ermöglicht wird, da die für den Arbeitnehmer günstigere Regelung Vorrang hat. Sprich: Wenn nichts im Arbeitsvertrag steht, sind TV und BV in dem Punkt irrelevant.
 
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lulli00

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HENSCHE Arbeitsrecht: Arbeit auf Abruf (Abrufarbeit)

Hab das hier mal gefunden. Arbeit auf Abruf betrifft wohl am ehesten auch TZ Beschäftigte. Allerdings muß das wirklich im Arbeitsvertrag stehen. Eine BV wäre eine Schlechterstellung des AN und daher unzulässig.

"In einigen Betrieben gibt es tatsächlich Betriebsvereinbarungen, die eine solche zu Lasten der Arbeitnehmer gehende Pflicht zur Abrufarbeit enthalten. Eine solche Pflicht kann aber in einer Betriebsvereinbarung nicht wirksam festgeschrieben werden, da sie die arbeitsvertragliche Situation der betroffenen Arbeitnehmer verschlechtern würde."
 
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