Arbeitsrecht Dienstplan für 2 Wochen ?!

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Yve91

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Hallo
ich habe Folgendes Problem/Frage.


Also ich arbeite in einen Seniorenheim und bei uns soll ab nächsten Monat der Dienstplan immer nur für 2 Wochen geplant werden, da laut PDL immer so viele krank sind und man dann die Dienste dann besser sichern kann... hatten sonst immer einen Dienstplan für einen ganzen Monat....


noch mal zur Erklärung
der Plan für den 1 bis 15 des Monat soll dann immer am 15. des vor Monats aushängen
und der Plan für den 16 bis letzten des Monats am 12 des Monats


Gibt es hier auch rechtliche Bestimmungen wie viele Wochen/Tage ein Dienstplan beinhalten muss?

LG
 
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leaving-the-moon

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AW: Dienstplan für 2 Wochen ?!

Fall kein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung dagegen spricht scheint mir das legal zu sein
 
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AW: Dienstplan für 2 Wochen ?!

...da laut PDL immer so viele krank sind und man dann die Dienste dann besser sichern kann...
Deine PDL plant die Krankmeldungen vorsorglich schon mal im DP ein. Das ist ja schön und gut aber Krankmeldungen sind nicht planbar.
Meiner Kenntnis nach hast Du ein Anrecht auf einen DP, der rechtzeitig, dh. mindestens 14 Tage vorher aushängt.
Heißt also vom 1.-15.02. -> Aushang bis 15.01. und vom 16.-28.02. -> Aushang bis 01.02.
 
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AW: Dienstplan für 2 Wochen ?!

Das Gerücht mit den 14 Tagen hält sich ja hartnäckig - es sind nur 4 - also was der Gesetzgeber vorgibt bzw. Gerichte als noch zulässig erachtet haben mit "ausreichend vorher"
Deshalb, wenn kein TV da anderes regelt ist da wohl nix zu machen.
 
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AW: Dienstplan für 2 Wochen ?!

Hallo leaving-the-moon,

nein, kein Gerücht sondern von den meisten vernünftigen AG praktiziert. Es soll wohl noch vereinzelt Arbeitgeber geben, die meinen 24 Std. Vorlauf wäre ausreichend. Das ist vielleicht nur ein Gerücht, denn die Sklavenhaltung ist ja längst abgeschafft...
 
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traveler

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AW: Dienstplan für 2 Wochen ?!

@sistermercy:
Meiner Kenntnis nach hast Du ein Anrecht auf einen DP, der rechtzeitig, dh. mindestens 14 Tage vorher aushängt.
nein, kein Gerücht sondern von den meisten vernünftigen AG praktiziert.
Könntest du dich vielleicht entscheiden?
Denn zwischen Anrecht und den Apell an die Vernunft - da ist ein himmelweiter Unterschied.

Wenn du behauptest, dass der AN ein Anrecht darauf hätte, woraus Gesetz/Vorschrift/Urteil leitest du das ab?
 
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AW: Dienstplan für 2 Wochen ?!

. . . zu dieser Problematik gibt es zwar ein paar Richtersprüche, welche die rechtzeitige Anordnung von Dienstplänen bejahen (BAG Beschluss vom 28.5.2002, 1 ABR 40/01) und (BAG 29.9.2004 - 5 AZR 559/03). In beiden wird vom Wortlaut her betont, dass die rechtzeitige Erstellung von Schichtplänen das Interesse der Arbeitnehmer an einer sinnvollen Abgrenzung zwischen Arbeitszeit und der für die Gestaltung des Privatlebens verfügbaren Zeit schützt.
Eine gesetzliche Grundlage gibt es hingegen nicht, wird es wahrscheinlich auch so bald nicht geben, weil dann ein dickes Buch an Ausnahmeregeln dazu gehören würde. Der Gesetzgeber zieht sich darauf zurück, dass das Aufstellen von Regeln für die Erstellung von Dienstplänen eine Angelegenheit für Betriebsräte und Personalvertretungen ist, die beim Aushandeln dieser Regeln die betrieblichen Besonderheiten beachten können.
Simple Argumentation: wer keine Interessenvertretung wählt, hat anscheinend keinen Bedarf an Regelungen. Wer Bedarf an Regelungen hat, mag eine Interessenvertretung wählen. Die Hürden dafür sind insbesondere für Kleinbetriebe sehr niedrig, also liegt es an jedem selbst, ob man mit der bestehenden Situation zufrieden ist, oder nicht.
Ja, es gibt Argumentationen für eine rechtzeitige Bekanntgabe des Dienstplanes, aber eben nur Polemik. Z.B.:
"Die Beschäftigten brauchen frühzeitig Klarheit über die Lage der Arbeitszeit, um über die eindeutige Abgrenzung der verbleibenden freien Zeit ihr Leben gestalten zu können. Die Beachtung von Einhaltung von Erholungszeiten, Sonntagen oder Ersatzruhetagen genügen allein dazu nicht. Wir wollen uns für unsere arbeitsfreien Stunden oder Tage etwas vornehmen können. Wir wollen uns dazu mit Freunden oder der Familie auch längerfristig verbindlich verabreden. Wir wollen Termine mit Handwerkern und Lieferanten einhalten. Viele Beschäftigte können es sich nicht leisten, ein Familienmitglied als „Hausfrau“ für solche Aufgaben von der Erwerbsarbeit freizustellen.

Das Weisungsrecht des Arbeitgebers (§106 Gewerbeordnung) die Zeit der Arbeitsleistung betreffend übt dieser darum nur dann nach billigem Ermessen aus, wenn er rechtzeitig und verlässlich seine Anordnungen bekannt macht. Dort, wo keine Interessenvertretung schützt und regelt, geraten Beschäftigten in üble Konflikte."
(Tobias Michel in der Fachzeitschrift "Arbeitsrecht und Kirche" 1/2009)
 
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