Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

Im Vordergrund standen: Wünsche nach Wertschätzung, Mitgestaltung, Feedback, betriebliche Information, Kontakt zu den Leitungspersonen., Supervision u. vor allen der Wunsch, für die Pflege angemessene Zeit zu haben.
Natürlich wurde auch geschrieben, das man von seiner Arbeit Leben können muss.
Mitgestaltung: Wie lösen wir ein DP-Problem - mit den Mitarbeitern besprechen, statt direktiv zu bestimmen
Feedback: Nicht der Mitarbeiter der immer Ja sagt ist ein guter Mitarbeiter - Lob und Kritik in ausgewogenen Verhältnis mit dem Ziel der Mitarbeiterentwicklung, nicht als Arbeitsvieh, sondern in der beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung
Betriebliche Infromation: Du musst aber zum Dienst einspringen ist eine gezielte Falschinformation - wird aber leider häufig so oder so ähnlich angewand.
Kontakt zu Leitungspersonen: Diese haben schlichtweg keine Zeit, weil sie selbst von weiter oben ständig die Daumenschrauben angelegt bekommen. Selbst diejenigen die wollen stehen oft mit gebundenen Händen da und können nur mit den Schultern zucken... ich würde ja gerne.
Für Pflege angemessen Zeit haben: Funktioniert nicht mit reduzierten Stellenschlüsslen, nicht besetzten Stellen, ausgedünnten Schichten.

Bezahlung und Einspringen sind nur zwei Symptome - Wertschätzung bemisst sich AUCH daran, dass man dem Mitarbeiter sein Frei zugesteht und es nicht als stille Reserve für Dienstpläne vor dem Kollaps betrachtet.

Das ist alle miteinander verwoben - und wenn Pflege etwas drehen will, dann wird sie dies nicht mit dehnbaren Begriffen wie Wertschätzung und Feedback erreichen - denn die da oben rechnen in Zahlen, deshalb muss man ihnen Zahlen auf den Tisch legen und Zahlen sind z.B. das Netto-Einkommen einer 50% Alleinerziehenden mit zwei Kindern, die für den Hungerlohn auch noch einspringen soll. Zahl zwei dazu sind die Ausfallzeiten über mehrere Jahre, die Anzahl der Dienste die ersetzt werden mussten wegen akuter Ausfälle gemittelt über die Mitarbeiter - gerne auch gegenübergestellt den freien Tagen die so ein MA in Vollzeit dann noch im Schnitt pro Monat hat, die Fluktuation, gerne das ganze auch noch in Bezug setzten zur durchschnittlichen Pflegebedürftigkeit der Bewohner/ Fallschwere der Patienten. DAS sind Zahlen die zumidnest mal nicht vom Tisch gewischt werden können. Wertschätzung? Wir machen ein Sommerfest. Feedback: Es ist ganz toll wie ihre Station die schweren Zeiten gemeistert hat, sie sind ein tolles Team. Mitgestaltung: Wir können die freie Stelle nicht besetzen weil es keine geeigneten Bewerber gibt - machen sie doch mal eine Arbeitsgruppe wie man die Arbeit umverteilen kann, damit das auch mit weniger geht.

Das ist ein Stückweit zynisch. Ich war selbst einige Jahre in einer Leitungsposition, ich habe das gerne gemacht und will man meinen ehemaligen Mitarbeitern Glauben schenken auch gut. Warum bin ich gegangen? Weil ich es nicht mehr ertragen konnte, dass junge Menschen Mitte 20 mit grauen und grünen Gesichtern vor Müdigkeit und Erschöpfung nach dem Dienst nach Hause gehen und schließlich auf 80% reduzieren, weil sie es nicht mehr schaffen. WAS ist das für ein ARbeitsplatz an dem ein junger Mensch ohne Famlienverantwortung es nicht mehr schafft eine Vollzeitstelle auszufüllen? Und nein, das waren keine Partygirlies und keine Drückeberger, das waren hochmotivierte Mitarbeiter. Und das bei einem Arbeitgeber, den ich immer noch als wirklich gut bezeichne vor allem im Vergleich mit vielem was ich hier lese und was ich auch schon gesehen habe.
In dieser Zeit habe ich aber gelernt, dass man mit dehnbaren Begriffen gar nichts erreichen kann. Wir haben selbst Statistiken erstellt - man braucht dazu nicht einmal allzuviele Daten - eine Exeltabelle einmal eingerichtet muss sie nur noch gepflegt werden und man kann viel daraus ziehen. Wir haben uns damit ein Stück weit unabhängig von den Daten die wir von oben geliefert bekamen gemacht. Die Transparenz gegenüber dem Team... schaut im letzten Monat haben wir so und so viel gearbeitet im Vergleich zum Vorjahr... hat dem Team und dem Verhältnis Team/Leitung gut getran. Trotzdem bin ich verzweifelt an der Unmöglichkeit etwas zu verändern. Schlussendlich hat dies zu meiner Selbstständigkeit geführt, die mir im Moment gut tut. Dies ändert nichts daran ein Team zu vermissen und die Möglichkeit etwas zu bewegen - jetzt bin ich eben nur noch Söldner, ich arbeite für Geld und für sonst nichts. Nicht der hohe Anspruch, aber eine Lösung die für mich gerade die richtige ist.
 
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stern3007

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

Diese Erkenntnisse können doch nicht alle wieder in Vergessenheit geraten u. bestimmt sind nicht nur die AG schuld, hier muss noch ein anderes Störfeld vorhanden sein.??????????
Die AGs alleine sind sicher nicht schuld. Schuld sind alle diejenigen, die die Finanzmisere auf unseren Köpfen austragen.
Die einzige Schuld, die ich bei uns sehe, ist, dass wir uns fleißig weiter mißbrauchen lassen und uns nicht wehren.
 
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Lisy

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

Richtig,
ich seh das in großen Teilen auch so. Allerdings nützt es uns wenig, wenn AN auf die bösen AG schimpfen und anderst rum. Da sollte man doch lieber in den Dialog gehen.
Wobei ich sehr wohl weiß, das das oft nur in kleinen Pflegediensten oder Heimen geht- in der größeren Einrichtungen gibts zuviel mit Profilierungssucht- die dann eher alles abwiegeln (wird schon irgendwie gehen) oder Chefs, die keine Ahnung haben unter welchen Bedingungen die MA arbeiten.
Dabei ist es völlig egal, ob dies ein Privater oder ein Wohlfahrtsverband ist.
@ stern,
du hast in sofern Recht, ich bin in der glücklichen Situation, genügend Personal zu haben und wenns eng wird, frag ich das Team ob wir den Kunden noch aufnehmen können, meisten sagen die Kollegen noch ja, wo ich eigentlich schon an einen Aufnahmestopp denke.
Lisy
 
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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

Ich habe dem nichts entgegenzusetzen, weil ich auch einfach nicht eure Erfahrung habe.
Ich finde es halt nur schade, das man hier sicherlich seit Jahren definiert, wie es sein könnte/müsste.
Dabei sind hier scheinbar Menschen mit unheimlich viel positive Energie, warum schafft es niemannd mal etwas großes Bundesweites auf die Beine zu stellen, sicherlich mit Hilfe von Gew. u. Verbänden.
Und der Prozeß muß auch kontinuierllich laufen.
Veränderung wird es nur geben, wenn das Volk ein Interesse hat, sonst schreiben wir in 10 Jahren noch das gleiche.
P.S. ich habe keine Arbeitgeber kennengelernt, wo betriebliche Mitgestaltung, eine gute Informationspolitik oder ein großes Feedback- Interesse einen großen Stellenwert hatten, von daher sehe ich es nicht ganz so negativ.
Leaving- the-moon
Ich bin ja nicht mehr die jüngste, aber dennoch denke ich, das man mit einem Dialog viel erreichen kann.
Ihr Energie geladenen: macht doch eine große Baustelle auf, ich werde euch unterstützen.
Und leaving- the- moon: dein Beispiel mit der Mutter die nur 50% arbeiten kann, ist ein rein gesellschaftliches Problem, diese Thema hatten wir schon ein paar mal. ( Ich sage Ganztags- Kitas) Ich bin selber mehrfache Mutter u. kann nur sagen, es funktioniert bestens.
Ich werde den Dialog mit Intresse weiter verfolgen.
Gruß
 
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stern3007

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Dabei sind hier scheinbar Menschen mit unheimlich viel positive Energie, warum schafft es niemannd mal etwas großes Bundesweites auf die Beine zu stellen, sicherlich mit Hilfe von Gew. u. Verbänden.
Ganz einfach, weil da eine Vielzahl mitarbeiten sollten und nicht nur ein paar wenige. Warum kann nicht jeder in einen Verband/Gewerkschaft eintreten und Druck machen, damit unsere Probleme endlich mal von "unseren" Vertretungen angenommen werden.

Ihr Energie geladenen: macht doch eine große Baustelle auf, ich werde euch unterstützen.
Mitmachen ist angesagt. Was nutzt es, wenn ein paar die Welle aufbauen, dann aber ein Großteil der Kollegen sich mal wieder unterbuttern läßt und fleißig weiter Überstunden klopft, Zusatzdienste schiebt was weiß ich. Nach anderen rufen ist immer einfach.

Zeigt doch bitte alle mal, dass ihr auf der Welle mitreiten wollt, indem ihr ab sofort euch nicht mehr ständig für Zusatzdienste rufen lasst. Pocht doch erst einmal selbst auf eure Rechte und versteckt euch nicht hinter ein paar mutigen.

Ich hab vor längerer Zeit beschlossen, nix mehr für andere in die Wege zu leiten. Ich erkämpfe mir das was ich für mich für sinnvoll ansehe und ich erreiche das auch, was ich will.
 
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Pflegeangi

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

mitmachen ist angesagt, sich organisieren ist angesagt, alles richtig.
Trotzdem können nicht alle loslaufen, ohne ein genaues ZIEL:
Da werden schon ein paar Leitwölfe gebraucht, die ein gemeinsames Ziel vorgeben.
Die Pflege hat doch bestimmt 30-40 Interessengruppen, wenn jede Gruppe in eine andere Richtung läuft, was kommt dann dabei raus.
 
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stern3007

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mitmachen ist angesagt, sich organisieren ist angesagt, alles richtig.
Trotzdem können nicht alle loslaufen, ohne ein genaues ZIEL:
Da werden schon ein paar Leitwölfe gebraucht, die ein gemeinsames Ziel vorgeben.
Die Pflege hat doch bestimmt 30-40 Interessengruppen, wenn jede Gruppe in eine andere Richtung läuft, was kommt dann dabei raus.
In der aktuellen Situation ist es erst einmal wichtig, dass potentielle Leitwölfe erkennen, dass ihre Kollegen wirklich mitmachen wollen. Schon daran scheitert es doch. Es gibt ein paar wenige, die etwas bewegen wollen, doch wenn sie etwas bewegen, gibts von den anderen keine Unterstützung.

Ich denke potentielle Leitwölfe brauchen ein Signal, dass es sich wieder lohnt, sich für andere einzusetzen. Ein Zeichen wäre doch schon, wenn sich alle gewerkschaftlich organisieren und dann innerhalb ihrer Gewerkschaften darauf pochen, dass sie nicht nur Beitragszahler sind, sondern auch ihre Interessen vertreten haben wollen. Wenn das wirklich mal von jedem in Angriff genommen wird, entwickelt sich das ganze auch weiter. Aber noch nicht einmal dazu sind die meisten in der Lage.

Was nutzen Leitwölfe wenn sie durch die eigenen Kollegen immer wieder ad absurdum geführt werden? Ich denke da an die vielen Kollegen die immer noch nicht gelernt haben Nein zu sagen. Zeigt doch bitte mal euren Willen mitzuarbeiten indem ihr nicht immer wieder direkt springt, wenn zusätzliche Dienste verteilt werden.

Im Tierreich sind Leitwölfe wichtig. Die haben aber einen großen Vorteil: Das Rudel steht bedingungslos hinter ihnen. Wie ist das hier mit dem Rudel? Wer steht hinter menschlichen Leitwölfen? Nur sehr wenige stehen dahinter. Die meisten beschimpfen solche Menschen obendrein als unkollegial. Also für was bitte soll sich Typ Leitwolf in der heutigen Gesellschaft noch einsetzen?
 
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Pflegeangi

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

Hallo stern 3007
Natürlich hast Du mit jeder geschriebenen Zeile recht, ich kann dem nichts entgegen setzen.
Aber seit Jahren definiert die Pflege ihren Ist- Zustand, untermauert von ein paar Zeitungs/Fachliteratur- Artikeln u. vieleicht Fernsehsendungen.
Seit Jahren rufen wir nach Solidarität, Gewerkschaft, Verbänden u. vieleicht nach der Pflegekammer u. nichts bewegt sich.
Mein Partner u. Ich haben die Erfahrung gemacht, wenn man z.B. die Gewerkschaft oder Politik anschreibt, dann bekommt man einen lieben Brief zurück, wo Verständnis bekundet wird u.das man das Thema in einem Ausschuss ansprechen wird. Man könnte auch sagen, sie teilen einem mit, das man sich nicht zu oft melden sollte.
Ganz aktuell hatten wir auf Kreisebene angeregt, das die Gew. wieder in die Einrichtungen kommen, moderate Beiträge einführen u. den Bedarf der Pflegekräfte mal ermitteln.
Sympathie wurde bekundet, das war es dann aber auch.
Klar müssen z.B. die Gewerkschafften stark gemacht werden, jeder sollte im Rahmen seiner Möglichkeiten einzahlen
.Also für was bitte soll sich Typ Leitwolf in der heutigen Gesellschaft noch einsetzen
Für das Gefühl, tausenden von Pflegekräften den Arbeitsalltag erträgllicher zu machen
Für das Gefühl, tausende von Pflegebedürftigen, eine erträglliche Zukunft in Aussicht zu stellen.
Für das Gefühl, Pflege einen gesellschaftlichen Stellenwert zu geben.
Für das Gefühl, das die sogenannten Trittbrettfahrer, die da schimpfen, doch eigentllich nur über die eigenen Defizite sich beklagen.
Ich bin ehrlich, du hast mich an meine Grenzen gebracht, weil ich auch nicht den Leitwolf mit Namen benennen kann.
Aber diese starke Wand, aus Politik u. Arbeitgeberverbänden, die den Weg der Pflege sicherlich schon klar vordefiniert haben, braucht einen starken Gegenspieler.
Ich lass die Gedanken einfach mal laufen: dann kommt mir die Idee, das tausende von Pflegkräften eine Mail mit gleichen Inhalt, innerhalb von 14 Tagen an den Bundespräsidenten schicken. In dieser mail wird z.B. die Einrichtung eines eigenen Ministeriums/Abteilung angeregt.( ist das strafbar?????)
Oder das ganze geht an Zeitungsverlage, einen besseren bundesweiten Aufruf kann man doch nicht haben.
Meine Kompetenzen sind am ende, ich hoffe eure nicht
Gruß
 
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stern3007

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

Pflegeangi die Zeiten der netten Schreiben als Mail oder wie auch immer sollten vorbei sein.
Wichtig ist, dass jeder in der Pflege sich genau überlegt, inwieweit er noch bereit ist, zusätzlich in irgendeiner Form einzuspringen. Es kann nicht sein, dass ständig wegen Überforderung gejammert wird, sich der Großteil aber immer weiter überfordern läßt, ohne Einspruch dagegen zu erheben.

Potentielle Leitwölfe von heute wollen nur ein Gefühl erleben. Zusammenhalt, Zusammenhalt, Zusammenhalt. Bisher endete es meist recht unangenehm für Leitwölfe, weil ihnen die eigenen Kollegen in den Rücken fielen. Was bringt es einem Leitwolf das Gefühl, für 1000de etwas getan zu haben, wenn aufgrund fehlenden Rückhalts unter den Kollegen die Kündigung erhalten hat? Es bringt nur Frust. Man beachte, einem einzelnen kann man schnell kündigen, aber einer kompletten Mannschaft nicht.

Was heißt das für den einzelnen? Nicht hinter einem Leitwolf verstecken sondern mit gutem Beispiel vorangehen und nicht mehr einspringen. Überforderungsanzeigen schreiben, wenn die Situation es gebietet. Auf Auszahlung der zahlreichen Überstunden bestehen bzw. auf Abfeiern. Keine Überstunden machen, wenn diese vorab erst genehmigt werden müssen. Keine unbezahlten Rufbereitschaften machen. Überstunden nur dann machen, wenn korrekte Bezahlung oder Freizeit glaubhaft in Aussicht gestellt wird.

Solange Pflege noch nicht einmal die eigenen Bedürfnisse vertreten kann, wird das nie was mit Anerkennung etc.
Also nicht fordern, wünschen, jammern, selbst aktiv werden ist das Stichwort für jeden. Und vor allem aktiv werden in Gewerkschaften und dort die Beachtung der Interessen unseres Berufsstandes einfordern. Das kann jedes Mitglied tun.
 
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Pflegeangi

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

Hey stern 3007
Ich hab ja schon geschrieben, das ich an meiner Grenze bin, keine Munition mehr.
Gott sei gedankt, das wir uns Inaktivität nicht auf die Fahne schreiben müssen, auch wenn es nichts gebracht hat?
Ich sehe halt die vielen tausend Mitarbeiter in den kleinen Einrichtungen, die genau das nicht durchziehen, was eigentlich erforderlich sein müsste.
Weil sie Angst haben: gekündigt zu werden, gemobt zu werden, ausgelacht zu werden u. weil sie aus vielfälltigen Gründen nicht einfach mal den AG wechseln können.
Dann kommt noch die Persönlichkeitsstruktur : nicht auffallen, immer nett sein, blos nichts riskieren u. schon haben wir das, was Du u. Andere hier ja gut beschreibst.
Viele haben einfach nicht das Selbstbewustsein, Wissen, Sicherheit, Flexibilität
Ich werde die anderen Meinungen mit Interesse beobachten, denn meine Munition ist weg.
Gruß
 
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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

Hallo Pflegeangi,

ich kann deine Argumentation nachvollziehen.

Was ich allerdings nicht Akzeptieren kann, ist sich beschweren und nicht wenigstens diejenigen die Kämpfen mit ein paar Euros unterstützen.

Nicht schon wieder, wir verdienen ja so wenig.

Der wenig verdient, zahlt auch weniger als der der mehr verdient zahlt mehr.

Tatsächliche Kosten für eine Gewerkschaft, Berufsverband noch etwas billiger 10-15€, eingerechnet die Steuerermäßigung, bei ca. 2000€ brutto, andere Vergünstigungen nicht berücksichtigt.
 
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Pflegeangi

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

Hallo renje
Ich wollte nicht den Eindruck erwecken, das man die Gewerkschaften nicht ordentlich finanziell unterstützt.
Sollte der Eindruck entstanden sein, so kann ich nur Sorry sagen.
Aber: ich gebe auch zu bedenken, das für die Kräfte, die nur ca. 1000€ netto haben, ein Jahresbeitrag von ca. 120€ schon viel Geld ist.
Du hast recht: angebrachte Beiträge müssen bezahlt werden.
Gruß
 
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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

Was ich allerdings nicht Akzeptieren kann, ist sich beschweren und nicht wenigstens diejenigen die Kämpfen mit ein paar Euros unterstützen.

.
Steigerung:

sich beschweren, Mitglied bei Verdi und dann den BR boykottieren

Hab das Spiel 10 Jahre mitgemacht. MIt grossen Wiederstand des AG Betriebsrat gegründet, 80 % der MA durch viele Gespräche und Infoveranstaltrungen in die Gewerkschaft gebracht.

Und was war das Resultat? Na was, es hat sich nichts geändert. Gejammer wegen Einspringen, Überstunden und was auch immer. Sprüche wie :Der BR macht doch nichts.

Aber wenige hatten den Mut ihr Anliegen schriftlich beim BR einzureichen. Alle erhofften sich der BR und die Gewerkschaft reagieren von sich aus.

Aber ich hab wenigstens daraus gelernt das es sich meistens nicht lohnt für andere zu kämpfen.

Gruss silversurfer
 
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Lisy

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

Ist schon erstaunlich in welche Richtung sich so ne "einfache Frage" entwickeln kann. Nachdem die meisten treads sich hier, immer wieder aus einfachen Sachfragen heraus, in Richtung berufpolitischer "Zukunftder Pflege" entwickeln, wäre es doch nur klug, wenn sich die Alphatiere hier im board mal zusammen schliesen würden und was auf die "Füße stellen" würden.
Mag sein, das der Effekt nicht sofort der Gewünschte sein wird, aber, wie heißt es so schön, stetes Wasser höhlt den Stein.
Allso liebe Kollegen bitte handelt mal, ohne das es euch um einen sofort sichtbaren Erfolg geht, jede Wandlung dauert und braucht Zeit, aber auch jede Zeit braucht Kämpfer.
Und verlasst euch nicht auf die Berufsvrbände, die Gewerkschaft- Revolution geht nur in Konfrontation zur Obrigkeit- die Gerwerkschaften/ die Berufsverbände sind schon längst auf der falschen Seite. Die schauen auch nur noch auf die Mitgliedsbeiträge und auf eine gute Presse.
Lisy
 
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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

@ Lisy

Na das zeigt doch das eigentlich wie viele mit den derzeitigen Arbeitsbedingungen unzufrieden sind. Aber warum geschieht nichts?
Ich sags mal so: Im Grunde sind sie doch die meisten zufrieden wie`s ist. Was anderes geht mir nicht in den Kopf. Wehe im Supermarkt bekommt einer nen Euro zu wenig Wechselgeld. Da wird sofort reagiert. Aber wenn in der Arbeit was nicht passt? Nur Gejammer und weiter nichts. Und was hilft es dann etwas auf die Füsse zu stellen, sich aufzulehnen, für andere zu kämpfen?
Warum treten hier immer wieder die selben Fragen auf? Muss ich Überstunden machen? Muss ich dies oder daß?
Ich denke jeder hier, der eine Frage stellt, weiss die richtige Antwort. Er/Sie hat nur nicht den Mut seine Antwort einzufordern, dafür zu kämpfen.

Gruss Silversurfer
 
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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

Es würde ja funktionieren über Berufsverbände und Gewerkschaften oder ähnliches... wenn man es sich auchmal was kosten ließe.

Ich erinner mich gut an den Ver.di streik 2006 glaube ich. Und ich erinner mich gut, wer sich daran überwiegend beteiligt hat aus meiner damaligen Klinik. Ich konnte selbst nur zwei Tage tatsächlich streiken, weil an den anderen Tagen sonst die mit Ver.di ausgehandeltete Mindestbesetzung (Inteniv) nicht gewährleistet gewesen wäre.

ABER ich hab an den zwei Streiktagen natürlich mir auch durchgefroren meinen Kaffee im Streikcafe abgeholt und mich in die Listen eingetragen. Wer saß nun da so... ist früh aufgestanden und hat Zettel verteilt. Pflege? Ja, auch aber in Relation hätten viel mehr Pflegekräfte dort sein müssen. Da saßen Lagerabeiter, Frauen aus der Wäscherei... die haben sage und schreibe 7 oder 8 Tage gestreikt OHNE Gewerkschaftsmitglied zu sein. Die verdienen mit Sicherheit weniger als eine Krankenschwester/pfleger und haben auf mehr als ein drittel ihres Gehaltes für diesen Monat verzichtet und haben NICHTS bekommen. Es liegt nicht am Geld, dass man es sich nicht leisten kann. Es liegt am Wollen und an der Wichtigkeit. Aber man (ich schließe mich ein) neigt wohl immer noch dazu von anderen vorgekaut zu bekommen was man zu tun hat. Und den Druchhaltewillen gegen den Arbeitgeber kriegen mal wieder die Müllmänner und die STraßebahnfahrer/innen besser hin - die beleibe auch nicht zu den Großverdienern gehören. Pflege knickt ein, weil ja die Patienten leiden könnten - und vergisst dabei, dass sie selbst Patient werden könnte und dann von solchen Pfelgekräften am Limit gepflegt werden würde. Es ist schlichtweg Bequemlichkeit und die Unfähigkeit sich zu solidarisieren UND für eine Übergangsphase auch mal Unannehmlichkeiten zu ertragen.
 
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Liebe Pflegeangi,

Aber: ich gebe auch zu bedenken, das für die Kräfte, die nur ca. 1000€ netto haben, ein Jahresbeitrag von ca. 120€ schon viel Geld ist.
erstens ist das nicht die Mehrheit und zweitens sinds dann etwa 5-7€ - oder?
 
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@lisy

Und verlasst euch nicht auf die Berufsvrbände, die Gewerkschaft- Revolution geht nur in Konfrontation zur Obrigkeit- die Gerwerkschaften/ die Berufsverbände sind schon längst auf der falschen Seite.
Nein ich verlasse mich nicht drauf. Ich trete ein und arbeite mit.

Denn WIR sind die ... und gestalten deren Auftreten.

Ich gebrauche immer wieder gerne das Beispiel der Gew. Pflege - die hatte bestimmt nicht den Ruf AGfreundlich oder auf der falschen Seite zu sein.

Ergebnis ...

Also müssen die Instrumente genutzt und unterstützt werden, die vorhanden sind.
Ein neues Instrument wird von der Pflege offensichtlich nicht gewünscht oder unterstützt.
 
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stern3007

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Es würde ja funktionieren über Berufsverbände und Gewerkschaften oder ähnliches... wenn man es sich auchmal was kosten ließe.
Nicht immer die Verantwortung auf andere schieben. Schuld ist jeder hier der nicht nein sagen kann. Wenn die Gewerkschaften und Berufsverbände sehen, dass sich etwas ändert in der Einstellung des Pflegepersonals, dann werden die mit Sicherheit auch aktiver.

Ich würde hier gerne mal einen Beitrag lesen mit dem Inhalt wie:
Ja ich habe verstanden, ich werde ab sofort nicht mehr ständig einspringen. Aber selbst hier im Forum kommt nix rüber. Sehr motivierend für potentielle Leitwölfe.
 
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stern3007

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An alle in der Region München. Hier sind Leitwölfe an der Arbeit, also unterstützt sie bitte.

http://www.dbfk.de/regionalverbaende/ba/Demo_Aufruf.pdf

Schaut euch das mal an. Wäre schön wenn es eine rege Teilnahme gäbe von den Kollegen, die in der Ecke wohnen. Irgendwo hab ich mal gelesen, dass es ca. 20000 Pflegekräfte in der Region gibt.
 
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