Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

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stephank1987

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

Bei uns im Krankenhaus sind wir jetzt dabei einen Springerpool zu gründen.Es hat keiner mehr Lust zusätzlich Einzuspringen weil es mittlerweile von unserem AG als selbstverständlich angesehen wird. Irgendwelche Bonis gibt es leider nicht und ein "Danke" nur ab und zu mal. Sobald bei uns auf der Station einer krank wird bricht das ganze System zusammen. Es wurden sogar schon Betten gesperrt. Leider sind noch Stellen offen die nicht besetzt werden können weil sich keiner mehr bewirbt. Wer will heutzutage als junger Mensch auch noch in einem 150 Betten-Haus arbeiten das iwo in einer kleinen Stadt steht. Leider.
 
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Gesundheits- und Krankenpfleger
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Intensivstation
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schmetterflink

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

Hallo Stephan

warum sagt ihr dann nicht "nein" wenn es um einspringen geht.
Nur dann ist der Arbeitgeber gezwungen etwas zu verändern.

Solange ihr mitspielt und jetzt sogar noch einen Pool gründet hat der AG einfach keinen Grund.

schmetterflink
 
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PDL
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ambulante Pflege
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stephank1987

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

Schmetterflink du sprichst mir aus der Seele. ICH kann nein sagen und mache das auch. Aber der Rest meiner Mitarbeiter kann es nicht. Ich bin auch im Betriebsrat tätig und mache auch ständig das Thema "Mein Frei gehört mir" publik aber die denken immer: "Wir können froh sein das wir nen Job haben" und genau das ist das Problem. Man bekommt das "nein-sagen" nicht in die Köpfe. Mit einem Springerpool hoffen wir die Überstunden reduzieren zu können; evtl. sogar abzubauen.
 
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Gesundheits- und Krankenpfleger
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Intensivstation
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Tilidin

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

Wer nein sagen kann ist gut davor, hat sich sicherlich auch diese Position erarbeitet.
Wer nicht nein sagen kann, kennt die Umstände, denn meistens wird doch gnadenlos durch die PDL oder Hausleitung angeordnet.
Und oftmals wird die Situation dann noch ungerechter
Die Mitarbeiter wissen, das kein Tarifvertrag oder das AZG einen MA kurzfristig schützen kann
Ich glaube, es wird nur anders, wenn die Mitarbeiter sich mehr an die Aufsichtsbehörden wenden. ( anonym)
Es ist zwar eine Kriegserklärung, aber was soll die Pflegekraft sonst machen, wenn es Dauerzustände sind.
 
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große PDL- Ausbildung
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schmetterflink

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

dann steht es jedem Mitarbeiter frei, sich Rückendeckung zu besorgen. Od durch die Gewerkschaft, ob durch die berufsgenossenschaften, im Ernstfall auch bei einem Anwalt.

Nur es ist bequem nur zu meckern ohne selbst tätig zu werden.

Ich habe nicht nur einmal als Einzelner auf einmal alle Kollegen gegen mich gehabt wenn ich mich für die Rechte aller stark gemacht habe.

Jeder MA unterschreibt einen Arbeitsvertrag, hat aber oft nicht mal gelesen was drin steht. Später wird dann gejammert das andere mehr verdienen, nur der mindesturlaub eingetragen ist, ....
Und derjenige weiß nicht einmal was die eigene Arbeitskraft wert ist! ( als ob er genug davon zu Verfügung hat)

Von Leibeigenschaft steht da nämlich nichts drin.

Ich habe aufgegeben mich gegen Heimleitungen die nach Gutsherrenart ihre Häuser leiten zu wehren, ich werde versuchen es später anders machen. Nur eins weiß ich ganz genau: mit kaputten, ausgebranntem Pflegepersonal kann ich keine gute Pflege leisten. Und die paar Männeken die es noch gibt sollte man pfleglich behandeln.
 
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stephank1987

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

Jap sehe ich auch so. Wenn immer alle einspringen wird sich einfach nichts ändern. Die Überstunden häufen sich an; abfeiern kann man sie eh nie und ausbezahlen lassen...nein danke. Ich denke an dieser Situation kann auch eine PDL nichts ändern. Nur die Geschäftsführung kann und muss dringend Personal einstellen. Das Gesundheitssystem entwickelt sich aber auch nicht gerade zum Guten wenn es um die Finanzierung von Krankenhäusern geht. Naja mal schauen wo das alles noch hinführt.
 
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Rundumsorglospaket

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

Zeitarbeiter sind teurer als Freiberufler. Für den Freiberufler muss ein Auftraggeber keinerlei Sozialabgaben und Lohnnebenkosten einkalkulieren. Daher auch billiger.
 
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ex. KS, FKS A+I, Diplom. GuKP, RbP, Studentin
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Studentin Pflegepädagogik , Gründungsmitglied Bundesverband freiberuflicher Pflegefachkräfte e.V.
Sonnensturm

Sonnensturm

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Für den Zeitarbeiter aber auch nicht.
:smile:Sonnensturm
 
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Rundumsorglospaket

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gagamusic

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nein ist genauso schnell gesagt wie ja :)
 
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Wiggum

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

...ein Wort, dass ich in diesem Thread noch gar nicht gelesen habe ist: "Bewohner" - diese sind oft die Leidtragenden von Kollegen, deren Solidarität abhanden gekommen und ist wegen Kleinigkeiten eine AU bringen und selbst niemals einspringen.
Wer halbwegs wirtschaftlich denken kann, wird wissen, dass Freiberufler oder Zeitarbeit wirtschaftlich kaum tragbar sind auf die Dauer.

Von daher bleiben nur wenige Möglichkeiten - aus dem Frei einspringen, geteilter Dienst oder mit geringerer Besetzung arbeiten. Ein- bis zweimal pro Monat pro Mitarbeiter einspringen empfinde ich es als absolut normal und dem Berufsbild mehr als angemessen. Wer einen Beruf haben will, bei dem er zu Hause niemals angerufen wird, sollte reiner Bürohengst ohne Verantwortung für Menschen werden.

Viele Grüße, von einem PDL, der insgesamt ein Minusstundenkonto hat im Schnitt bei seinen Mitarbeitern
 
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traveler

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diese sind oft die Leidtragenden von Kollegen, deren Solidarität abhanden gekommen und ist wegen Kleinigkeiten eine AU bringen und selbst niemals einspringen.
Ja, frägt sich nur was den dazu bringt, denn diejenigen die sich mit ihrem AG identifizieren, die haben sicher kein Problem hin und wieder mal einzuspringen.
Das Identifizieren mit dem AG gibts allerdings nicht zum Nulltarif, weder monetär noch emotional.

sollte reiner Bürohengst ohne Verantwortung für Menschen werden.
ja, ja, keiner im Büro hat Verantwortung für andere Menschen und diejenigen die täglich 8Stunden um Leben und Tod kämpfen sind einzig und alleine die Pflegekräfte :cry:

Genau das ist auch ein Problem der Glaubwürdigkeit der Pflegekräfte in Diskussionen und Darstellung.

Die totale Überhöhung des eigenen Berufes und das teilweise geringschätzige Herabsehen auf andere Berufe, gepaart mit der brutalen Realität, die einer Überprüfung nicht standhält.
Weder im eigenen Anspruch und Handlung noch in der Fremdbeobachtung und Bewertung.
 
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Angestellt
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stern3007

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

...ein Wort, dass ich in diesem Thread noch gar nicht gelesen habe ist: "Bewohner" - diese sind oft die Leidtragenden von Kollegen, deren Solidarität abhanden gekommen und ist wegen Kleinigkeiten eine AU bringen und selbst niemals einspringen.
Wer halbwegs wirtschaftlich denken kann, wird wissen, dass Freiberufler oder Zeitarbeit wirtschaftlich kaum tragbar sind auf die Dauer.der insgesamt ein Minusstundenkonto hat im Schnitt bei seinen Mitarbeitern
Man sollte die Problematik des Bewohners ausnahmsweise mal ausklammern. Warum? Weil Pflegekräfte IMMER wieder erpresst werden mit dem Hinweis auf die Bewohner. Das Problem ist, dass man aufgrund des Finanzdruckes keine Springer oder wie auch immer man Ersatzkräfte nennen mag, einstellen will. Das ist aber notwendig, um die Versorgung der Bewohner zu garantieren.

Wirtschaftlich denken und Mitarbeiterhygiene haben noch nie zusammen gepasst.

Ich habe mich aus der Pflege herausgebeamt und arbeite in einer psychiatrischen Praxis. Ich werde niemals wieder in die Pflege gehen, denn ich will diesen unmenschlichen Umgang mit dem Personal nicht mehr erleben. Ich werde tagtäglich bestätigt in meiner Denkweise, wenn ich nur auf unsere Patienten schaue. Da sind sehr viele wegen Burnout übelst krank geworden. Die Anzahl an Pflegepersonal ist sehr hoch und viele können nur noch mit Medikamenten halbwegs ihre Arbeit leisten. Die Psychiater sind völlig überlaufen. Wo soll das noch enden?
 
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Krankenschwester
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ambulante Pflege
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Katshke

AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

...ein Wort, dass ich in diesem Thread noch gar nicht gelesen habe ist: "Bewohner" - diese sind oft die Leidtragenden von Kollegen, deren Solidarität abhanden gekommen und ist wegen Kleinigkeiten eine AU bringen und selbst niemals einspringen.
Wer halbwegs wirtschaftlich denken kann, wird wissen, dass Freiberufler oder Zeitarbeit wirtschaftlich kaum tragbar sind auf die Dauer.
Wer halbwegs wirtschaftlich denken kann, denkt zuerst an seine eigene körperliche und seelische Gesundheit. Schließlich soll er bis 67 arbeiten und nicht mit Ende 40 ausgepowert sein.

Wenn die Betreiber von Pflegeeinrichtungen bisher nicht darauf geachtet haben, dass es erst ihren Mitarbeitern gut gehen muss, damit es den Bewohnern gut gehen kann und schließlich auch dem Geldbeutel des Betreibers, dann deshalb, weil es auf dem "Arbeitsmarkt" genügend billigen willigen Ersatz gab. Diese Zeiten sind in weiten Teilen der Bundesrepublik vorbei.

Solidarität mit meinem Arbeitgeber empfinde ich nur, wenn er mich menschenwürdig behandelt, meine Rechte achtet und mir ermöglicht, die Bewohner, Kunden, Klienten menschenwürdig zu pflegen. Dann will ich meine Arbeit auch finanziell anerkannt bekommen, ich muss schließlich davon leben.

Inzwischen gibt es Arbeitgeber, die die Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens finanziell beteiligen. Warum tun das nicht alle?

Im übrigen ist der wirtschaftliche Personaleinsatz Sache des Arbeitgebers. Wenn die Arbeitgeber im Pflegebereich es insgesamt nicht schaffen, kostendeckende Pflegesätze zu verhandeln und sich gegenseitig über den Preis tot konkurrieren, ist das nicht meine Verantwortung.

Es fand sich z.B. immer eine Firma, die einen Intensivpatienten noch billiger versorgen wollte. Woran wurde gespart? Am Gehalt der Mitarbeiter. Dieser Weg funktioniert nicht mehr. Die Arbeitgeber haben genau wie wir Arbeitnehmer Verbände. Warum schlagen sie nicht mehr Krach und fordern genug Geld ein?




Von daher bleiben nur wenige Möglichkeiten - aus dem Frei einspringen, geteilter Dienst oder mit geringerer Besetzung arbeiten. Ein- bis zweimal pro Monat pro Mitarbeiter einspringen empfinde ich es als absolut normal und dem Berufsbild mehr als angemessen. Wer einen Beruf haben will, bei dem er zu Hause niemals angerufen wird, sollte reiner Bürohengst ohne Verantwortung für Menschen werden.

Viele Grüße, von einem PDL, der insgesamt ein Minusstundenkonto hat im Schnitt bei seinen Mitarbeitern
Ich empfinde es nicht als normal, wenn ich einen Teilzeitvertrag abschließe, weil ich bei meinem schweren Beruf und als alleinerziehende Mutter eben nur Teilzeit arbeiten will und kann und mein Arbeitgeber dann erwartet, dass ich jeden Monat mehr arbeite. Ich habe einen Vertrag geschlossen, keine unverbindliche Absichtserklärung.

Viele Arbeitgeber meinen, eine Vollzeitstelle mit drei Mitarbeitern besetzen zu können und trotzdem Früh- und Spätschicht abdecken zu können. Tut mir leid, solche Leute können nicht rechnen. Ich bin nicht bereit, deshalb meine Gesundheit und mein Familienleben aufs Spiel zu setzen. Und wenn ich krank bin, kommt ein Krankenschein, wenn ich Urlaub habe, habe ich Urlaub.

Das heißt übrigens nicht, dass ich nicht auch einspringe. Es gibt Situationen, da hilft auch ein Springerpool nicht weiter. Aber Personalmangel lässt sich nicht damit beheben, dass man seine Mitarbeiter ausbeutet, Personalmangel ist eine Frage dessen, was ich bereit bin, zu bezahlen. Und wenn ich nicht genug Personal bezahlen kann, muss ich mich als Arbeitgeber fragen lassen, ob ich wirklich auf Dauer ein Unternehmen führen kann. Immer natürlich unter der Voraussetzung, dass gute Mitarbeiter nicht auf Bäumen wachsen oder vor meiner Tür Schlange stehen.
 
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Lisy

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

So ihr dürft mich auch gleich killen,
@stern, deine Ausführungen haben einen kleinen Hacken: Die ambulante und die stationäre Pflege wird zum Teil über die Pflegeversicherung finanziert- da kann man nicht eben bei einem Gläschen Wasser neue Preise aushandeln. Jede Erhöhung der Preise bedeutet eine Erhöhung des umlage für jeden AN. Das würde auch niemanden gefallen.
Weiterhin ist es unserem Klientel und deren Angehörigen schwer zu vermitteln, wieso ihre Zuzahlung so hoch ist.
Es geht mir jetzt nicht darum dieses für alle Beteiligten ungute Einspringen zu verteidigen- sondern einfach mal laut "zu sagen" schaut euch mal das System im Ganzen an- nicht nur aus eurer Sicht.
Übrigens: ich habe einen Springerpool, aber auch die springen mir nur bedingt bei Krankheit ein- denn auch diese AN haben ein Recht auf Freizeit.
Lisy
 
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stern3007

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

@Lisy,
für mich gehts hier nicht konkret um die ambulante Pflege in diesem Thread.
Zudem sage ich auch bei der ambulanten Pflege, dass das Problem der Finanzierung nicht auf den Köpfen der Mitarbeiter ausgetragen werden darf. Ich hab ja selbst das Dilemma viele Jahre miterlebt, bin selbst in einen Burnout gerasselt, war dadurch 1 Jahr krankgeschrieben und werde nie wieder in der ambulanten Pflege arbeiten. Mit der Problematik macht man sich seine Mitarbeiter nur kaputt und es sind immer weniger bereit, in der ambulanten Pflege zu arbeiten. Das Finanzierungsproblem ist ein Schlachtfeld zwischen KK und Pflegedienstinhabern und nicht zwischen Pflegedienstinhabern und Mitarbeitern.

Wobei ich aufgrund deiner vielen Beiträge hier weiß, dass du das Problem noch ganz gut im Griff hast, ohne das deine MA zu sehr darunter leiden.
 
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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

Puh, da muss man erst mal schlucken - also ich. NEIN es ist überhaupt nicht normal 1-2x pro Monat einzuspringen - ohne dies angemessen entlohnt zu bekommen. Es ist in keinem Beruf normal - es mag nur normal sein für ein paar Leute die dies so wollen. Und diese werden dann zum Maß der Dinge gemacht.
Von Pflegenden ein Engagement in ihrer Freizeit zu erwarten aufgrund ihrer Berufswahl manifestiert ein althergebrachtes Berufsbild a la Florence Nightingale. Darüber sollten wir aber nun endlich mal hinaus sein. Ich will wenn ich im Krankenhaus bin keine "Schwestern aus Berufung" - ich will professionelle Pflegekräfte. Zu dieser Professionalität gehört ein fundiertes Wissen, die Motivation gute Arbeit zu machen, ein ausgewogenes Nähe-Diszanz-Verhältnis zum zu Pflegenden und eine adäquate Bezahlung für diese Pflegekraft. Es gehört NICHT dazu, dass diese in ihrer Freizeit auf Abruf bereit steht.
Es gibt auch andere Berufe in denen Überstunden normal sind, in denen auch eine Arbeitbereitschaft in der Freizeit erwartet wird - zunehmend auch von den so abwertend beschriebenen Bürohengsten. Die Folgen sind mitnichten bessere Arbeit und zufriedene Mitarbeiter (weil sie ja so sehr gebraucht werden.. .das trägt nämlich genau nur bis zum Burn out) - sondern gehäufte Fehler, sinkende Motivation und Qualität und steigende Krankenstände. Eine Spirale nach unten.

Es gibt in der Pflege viel Mitarbeiter, die bereit sind einzuspringen - ohne wäre mitunter der Pflegebetrieb auch gar nicht aufrecht zu erhalten. Das ist auch nicht prinzipiell schlecht solange die Entscheidung einzuspringen im eigenen Ermessen des Mitarbeiters bleibt und sie nicht mit emotionalem und moralischem Druck zugunsten des Arbeitgebers quasi erzwungen wird. Dies ist aber Gang und Gäbe - Mitarbeiter werden unter Druck gesetzt, ihnen wird die Last und die Schuld aufgebürdet am Leiden der Bewohner/Patienten und der Kollegen. Gerade im Kollegenkreis wird dadurch ein Gruppendruck aufgebaut, der entsprechenen PDLs nur entgegenkommen kann. Wer nicht einspringt ist ein Kollegenschwein (auch wenn dieses Wort nicht so gesagt wird) und kommt damit ans untere Ende der Beliebtheitsskala und hat mit entsprechenden Folgen zu leben (auch ohne direkt zu Mobben kann man einem Kollegen das Leben schwer machen).
Das Versagen und die Schuld liegt aber nicht bei den Mitarbeitern sondern ist ein Organistationsverschulden des Arbeitgebers. Gerade bei privaten werden gerne mal die Ausfallzeiten (Urlaub, Krank, Fortbildung) in der Stellenberechnung unter den Tisch fallen gelassen - frei nach dem MOtto, dann sollen die anderen halt mal mehr arbeiten. Wenn zu dieser Milchmädchenrechnung dann noch außergewöhnliche Ausfälle hinzukommen bricht das ganze Konstrukt zusammen und die Mitarbeiter sollen es dann richten - entweder indem sie Überstunden anhäufen, die sie niemals wieder nehmen können, und die ihnen im schlimmsten Fall irgendwann einfach gekappt werden - oder indem die Schichtbesetzungen so zusammengestrichen werden, dass die Freizeit nur noch dazu dient zu schlafen und zu essen... um dann mal wieder einzuspringen.

Meiner Meinung nach ist es höchste Zeit Einspringen extra zu belohnen - oder ein Hintergrundsystem (Rufbereitschaft) zu schaffen, das entlohnt wird. Bei der Bezahlung in der Pflege ist die Erwartung kostenlos auf Abruf zur Verfügung zu stehen eine bodenlose Frechheit.
Auch hier - wie immer in der Pflege fehlt der Mut endlich einmal Nägel mit Köpfen zu machen... nicht mehr einzuspringen, nicht ans Telefon zu gehen (auf dem Handy lassen sich in der Regel auch einzelne Rufnummern blocken) - man muss nicht erreichbar sein in der Freizeit - allein dieses Bewußtsein würde schon helfen.
Das Problem der Finanzierung kann die Pflege nicht lösen - das muss auf einer anderen Ebene gelöst werden - wenn allerdings Pflege dafür sorgt, dass sie irgendwie schon noch bezahlbar bleibt und alles mit sich machen lässt ist der Druck hier etwas zu ändern auf die höheren Etagen gleich null.
 
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PFK Intensiv und Anästhesie
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Freiberufler, Intensiv und Anästhesie
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abgebrochenes Studium von anno dunnemal, FWB Anästhesie und Intensiv, FWB Stationsleitung, Peer Toutoring Kinaesthetics,
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stern3007

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

Das Problem der Finanzierung kann die Pflege nicht lösen - das muss auf einer anderen Ebene gelöst werden - wenn allerdings Pflege dafür sorgt, dass sie irgendwie schon noch bezahlbar bleibt und alles mit sich machen lässt ist der Druck hier etwas zu ändern auf die höheren Etagen gleich null.
Dem schließe ich mich absolut an. Aber es ist heutzutage wohl offensichtlich einfacher, auf die Kollegen zu schimpfen, die dies schon erkannt haben, anstatt sich selbst auf diesen Weg zu begeben.
 
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ambulante Pflege
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Pflegeangi

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AW: Dienstplan abdecken, wenn MA wg. "Krank" ausfallen

Wenn ich hier so mitlese, dann kommt bei mir das Gefühl auf, das die Fronten zwischen Arbeitgebern u. Arbeitnehmern zu verhärtet sind.
Das eigentliche Problem ist glaube ich auch nicht mehr das Einspringen ( Ja oder Nein?)
Habe eben eine große Projektarbeit ( Erhebung) meines Partners gelesen zum Thema Burnout, die im Rahmen einer Fachweiterbildung angefertigt wurde. Hier wurden in 5 Kliniken 176 Pflegemitarbeiter befragt.
Im Ergebnis der Befragung: waren Bezahlung u. das Einspringen in der Rangliste auf Nr. 7 u. 8
Im Vordergrund standen: Wünsche nach Wertschätzung, Mitgestaltung, Feedback, betriebliche Information, Kontakt zu den Leitungspersonen., Supervision u. vor allen der Wunsch, für die Pflege angemessene Zeit zu haben.
Natürlich wurde auch geschrieben, das man von seiner Arbeit Leben können muss.
Hätten wir mehr Wertschätzung, hätten wir alle eine höhere betriebliche Identifikation u. würden vieleicht nicht über das 1-2 malige Einspringen diskutieren.
Diese Erkentnis ist zwar toll, wird uns Allen leider kurfristig nicht viel bringen.
Ich als kleine Pflegekraft? frage mich schon, warum sich im Führungsbereich so wenig zu Gunsten der Pflege verändert, denn die Zahl der Pflegekräfte, die etwas über Motivation, Organisation, Führungswissen vermittelt bekommen ist unendllich groß.
Diese Erkenntnisse können doch nicht alle wieder in Vergessenheit geraten u. bestimmt sind nicht nur die AG schuld, hier muss noch ein anderes Störfeld vorhanden sein.??????????
Ist es der enorme Qualifikations- Anspruch, die minimale gesellschafftliche Anerkennung, der Statusverlust ( Schw. Agnes auf dem Mopet im ambulanten Dienst)??????????
Egal: in Teilen: machen wir uns das Leben selber schwer
 
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Altenheim u. Klinik
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