Studium & Beruf Die Wahrheit am Krankenbett

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H

Harald Zagar

Mitglied
Basis-Konto
07.07.2000
Wer sich um sterbende Patienten bemüht, muss sich mit den moralischen und ethischen Fragen auseinandersetzen, die dieses Bemühen mit sich bringt. Die geistige und psychologische Sorge für den Patienten stellt in der Tat eine Verantwortung dar, die zum Nachdenken über folgende Fragen auffordert:

- Wie können wir wissen, was die Wahrheit ist?
- Wie beurteielen wir die Fähigkeit des Patienten, die Wahrheit zu ertragen?
- Wie weit geht der Anspruch des Patienten, die Wahrheit zu ertragen?
- Wieviel von der Wahrheit darf dem Patienten legitimerweise vorenthalten werden?
- In welcher Form ist die Wahrheit in der Diagnose, Prognose und in der Behandlung des Patienten enthalten?
- Worauf gründet sich die Autorität des Therapeutischen Teams, die es in Anspruch nimmt, wenn es seine therapeutische Funktion (Behandlung/Pflege) dem Patienten gegenüber festlegt?
- Welche rechtlichen und moralischen Überlegungen müssen beachtet werden, um zu entscheiden, was dem Wohl des Patienten dient?
- Welche religiösen und seelischen Zusammenhänge werden berührt, wenn wir die Wahrheit sagen, soweit wir sie kennen?
- Wie frei können wir mit der Wahrheit umgehen, ohne die Beziehung zwischen dem Arzt und dem Patienten zu untergraben?
- Müssen wir uns beim Gespräch mit dem Patienten neuen Einsichten und neuen Verhaltensformen zuwenden?
- Welche Einstellung hat die neue Generation von Ärzten und Krankenpflege im Vergleich zu denen in der Vergangenheit?

Diese und ähnliche Fragen erfordern heute unsere Aufmerksamkeit. Ich werden versuchen alle Fragen in einem gesonderten Artikel mit der o.g. Themenstellung zu beantworten. Für dieses Forum ist er einfach zu lang (17 Seiten,)um es hier abzudrucken.Der liebe Christian bekommt sonst noch eine Abneigung gegen den Autor! Der Artikel wird wieder unter www.pflegenet.de erscheinen. Und wie ich den guten Jörg kenne wird er es wieder möglich machen. Spannend wird es wenn wir unsere Antworten mit dem Artikel vergleichen können.
So nun werde ich eine kleine schöpferische Pause machen, und bin auf eure Antworten sehr gespannt.
Wie immer provozierte (positiv) Harald.
 
J

Joerg Guenther

Hallo Harald,
ich konnte es mir doch nicht verkneifen :wink:
Wer sich um sterbende Patienten bemüht, muss sich mit den moralischen und ethischen Fragen auseinandersetzen, die dieses Bemühen mit sich bringt. Die geistige und psychologische Sorge für den Patienten stellt in der Tat eine Verantwortung dar, die zum Nachdenken über folgende Fragen auffordert:

- Wie können wir wissen, was die Wahrheit ist?
Die Wahrheit ist das was wir als wahr empfinden und was wir als Wahrheit sehen. Es gibt eine subjektive und eine objektive Wahrheit. <BLOCKQUOTE>Zitat:</font><HR>
- Wie beurteilen wir die Fähigkeit des Patienten, die Wahrheit zu ertragen?
<HR></BLOCKQUOTE>
Dazu müssen wir den Patienten und sein Umfeld kennen. Nur ein waches Auge erkennt die Seele des anderen Menschen. <BLOCKQUOTE>Zitat:</font><HR>
- Wie weit geht der Anspruch des Patienten, die Wahrheit zu ertragen?
<HR></BLOCKQUOTE>
Soweit wie er die Wahrheit kennen will und sie ohne Gefahr für Leib und Leben ertragen kann. Auf der anderen Seite, nur wenn er die Wahrheit kennt kann er mit sich und seinem Leben ins Reine kommen und gegebenenfalls gegen die Krankheit kämpfen. <BLOCKQUOTE>Zitat:</font><HR>
- Wieviel von der Wahrheit darf dem Patienten legitimerweise vorenthalten werden?
<HR></BLOCKQUOTE>Wer will das entscheiden. Eigentlich kann es nur der Patient selbst entscheiden. Wäre es nicht richtiger ihm bei der Verarbeitung des Problems zu helfen ? <BLOCKQUOTE>Zitat:</font><HR>
- In welcher Form ist die Wahrheit in der Diagnose, Prognose und in der Behandlung des Patienten enthalten?
<HR></BLOCKQUOTE>Die Behandlung stellt sich gegen die momentane Wahrheit. Stirbt der Mensch, hat sich die Prognose bestätigt und ist zur unwiderruflichen Wahrheit geworden. Die Diagnose zeigt den Weg zur Wahrheit <BLOCKQUOTE>Zitat:</font><HR>
- Worauf gründet sich die Autorität des Therapeutischen Teams, die es in Anspruch nimmt, wenn es seine therapeutische Funktion (Behandlung/Pflege) dem Patienten gegenüber festlegt?
<HR></BLOCKQUOTE>
Sie sollte auf der Kenntnis der Entstehung von Krankheiten und deren Behandlung und der Kenntnis des Menschenbildes als ein ganzheitliches Wesen beruhen. <BLOCKQUOTE>Zitat:</font><HR>
- Welche rechtlichen und moralischen Überlegungen müssen beachtet werden, um zu entscheiden, was dem Wohl des Patienten dient?
<HR></BLOCKQUOTE>
Als rechtliche Grundlage sollte auf jeden Fall die Würde des Menschen stehen. Sie IST UNANTASTBAR. Moralisch verpflichtet zumindest den Arzt der Eid des Hipokrates und das Pflegepersonal deren Berufsethos. <BLOCKQUOTE>Zitat:</font><HR>
- Welche religiösen und seelischen Zusammenhänge werden berührt, wenn wir die Wahrheit sagen, soweit wir sie kennen?
<HR></BLOCKQUOTE>
Ein religiöser Mensch kann unter Umständen eine schwere Krankheit oder auch die Nähe des Todes eher durchstehen und gefasster damit umgehen, als ein Atheist, dem der Halt in den Glauben fehlt. Ein seelisch ausgeglichener in sich ruhender Mensch kann unter Umständen dieses Ereignis auch eher bewältigen als ein Mensch, der mit sich und seiner Umwelt nicht im Reinen ist <BLOCKQUOTE>Zitat:</font><HR>
- Wie frei können wir mit der Wahrheit umgehen, ohne die Beziehung zwischen dem Arzt und dem Patienten zu untergraben?
<HR></BLOCKQUOTE>
Das kommt auf das Verhältnis Arzt/Pflege an. Wenn beide Professionen sich auf eine Vorgehensweise geeinigt haben sollte es hier keine Probleme geben. Das Pflegepersonal ist in meine Augen auch Seelsorger und sollte immer auf der Seite des Patienten stehen. <BLOCKQUOTE>Zitat:</font><HR>
- Müssen wir uns beim Gespräch mit dem Patienten neuen Einsichten und neuen Verhaltensformen zuwenden?
<HR></BLOCKQUOTE>
Sicherlich ist dies unbedingt erforderlich, da sich zunehmend Menschen vom Glauben abwenden fehlt zum Beispiel diese Stütze. Auch die Zunahme der Singles bedingt eine Änderung des Vorgehens. Gerade in Situationen wie der Todesnähe benötigt der Mensch zuspruch und Nähe. <BLOCKQUOTE>Zitat:</font><HR>
- Welche Einstellung hat die neue Generation von Ärzten und Krankenpflege im Vergleich zu denen in der Vergangenheit?
<HR></BLOCKQUOTE>
Die Wärterschaft zum Einen und die Mildtätigkeit zum anderen weicht der Professionalität, dies häufig einhergehend mit Verlust der menschlichen Wärme und Zuwendung zum Patienten. Allerdings läßt sich auch feststellen, das viele den Beruf der Pflege als Notlösung ergreifen und das Handeln ist entsprechend. <BLOCKQUOTE>Zitat:</font><HR>

Diese und ähnliche Fragen erfordern heute unsere Aufmerksamkeit. Ich werden versuchen alle Fragen in einem gesonderten Artikel mit der o.g. Themenstellung zu beantworten. Für dieses Forum ist er einfach zu lang (17 Seiten,)um es hier abzudrucken.Der liebe Christian bekommt sonst noch eine Abneigung gegen den Autor! Der Artikel wird wieder unter www.pflegenet.de erscheinen.
<HR></BLOCKQUOTE>
Weiterhin kann ich die Aussage in Deinem Artikel im Pflegenet "Wenn die Seele truer trägt" in dem Punkt der unbewußten Abkehr von Sterbenden nur bestätigen, die gleichen Erfahrungen habe ich auch gemacht.
Mit freundlichen Grüßen überhaupt nicht provoziert
Jörg :smile:



[Dieser Beitrag wurde von Joerg Guenther am 20. September 2000 editiert.]
 
H

Harald Zagar

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
07.07.2000
Hallo und einen guten Tag
an alle Leser

eigentlich habe ich geglaubt, mit dem Beitrag " Die Wahrheit am Krankenbett" eine...; ja ich möchte es so ausdrücken, Lawine auszulösen. Das ist aber wohl nicht der Fall. Liegt es etwa daran, dass wir uns an ein solches Thema nicht wagen, weil auch wir mit der Angst leben müssen, das uns Morgen jemand die Wahrheit über unsere eigene Diagnose sagen könnte? Das wir selber nicht damit umgehen können, die Wahrheit verdrängen? Wenn das so ist, dann können wir dem Patienten nicht helfen, weil wir selber noch nicht so weit sind!? Ich danke dem Jörg sehr für seine Ausführungen, und dem Mut sich darauf einzulassen; nicht nur als Moderator.
Nun wie gesagt, der Artikel wird bald im Pflegenet.com zu lesen sein. Möglicherweise wird dann die Diskussion neu beginnen. Es ist ja auch immer etwas leichter nicht als erster eine Meinung gegen ein so schweres Thema Diskutieren zu müssen. Ich kann das sehr gut nachvollziehen.
Harald.
 
S

Sabine Kuhn

Mitglied
Basis-Konto
01.08.2000
Hallo Harald,
deine einzelnen Gedankenfragen abzuarbeiten sprengt den momentanen Zeitfaktor den ich zur Verfügung habe!
Deine Gedanken bewegen und ich finde mich einfach mal 5 Stunden zurückversetzt.
Da liegt ein Patient Sehr alt, gestürzt, hoher Querschnitt, gerade Extubiert-
Atemmuskulatur nur bedingt funktionstüchtig.
Der Patient atmet wie ein Fisch an Land.
Gebt mir Luft! -gebt mir Luf! t-Gebt mir Luf! t-Gebt mir Luft!......................................
Wir kommen zum Dienst. Stehen am Bett. Die Nacht wird furchtbar werden.
Überforderung auf allen Seiten!
Wahrheiten?!
Nach dem wir einige Zeit mit ihm Sprechen-alle Kollegen unterschiedlich so wie wir halt funktionieren- kommt ein DU auf mich zu!
Diese Situation ist so unwirklich und doch eine Wahrheit.
Entscheidungen was du sagst-welche Wahrheit ist jetzt eine Situation und man begibt sich auf dünnes Eis.
Will er wirklich Wissen-was wird er fragen-er wird bestimmt auch über das Sterben sprechen wenn ich mich anbiete.
Es ist mein erster Nachtdienst –Müdigkeit-
Ich will damit nur deutlich machen was manchmal in Sekunden für Wahrheiten auf uns niedergehen und uns bewegen. Mich auch manchmal in die Knie zwingen.
Ich bin hier und das ist mein Beruf. Über mein Verständnis aus der Basalen Stimulation bin ich nicht mehr ganz hilflos und möchte eine Begleitung anbieten. Das schließt die Wahrheit mit ein.
Die Wahrheit auch über meine Grenzen. Ich versuche meine innere Aufmerksamkeit wach zu halten- auch in Bezug darauf welche Wahrheit der Patient heute Nacht braucht- morgen ist es vielleicht schon eine andere.
Ich liege da bestimmt nicht immer richtig, aber ich versuche in kleinen Schritten zu arbeiten und hoffe dadurch den Punkt wahrzunehmen bis zu welcher Wahrheit der Patient heute gehen möchte und welche Wahrheit für ihn existiert.
Für ihn war es als würden wir ihn sterben lassen, Hilflosigkeit,Verzweifung, Luft.....auf diese Wahrheit gehe ich heute Nacht ein.

Bis bald

Sabine
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
chirurgische ITS
H

Harald Zagar

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
07.07.2000
Guten Morgen Sabine,

danke für DEINEN einfühlsamen Kommetar. Ich habe mich sehr schnell einfühlen können. Nach 15 Jahre in der Anästhesie und Intensivmedizin ziehen ähnliche Bilder an mir vorbei. Darum habe ich auch empfinden können wie dramatisch solche Situationen für Dich sind. Ich wünsche Dir einfach viel Kraft um solche Situationen "heil" durchzustehen. Ich werde versuchen meinen Artikel schnell in "pflegenet.de" unterzubringen. Möglicherweise kann der Inhalt auch für Dich ganz persönlich eine Hilfe sein. An dieser Stelle wäre er einfach zu lang (18 Seiten).

Das möchte ich aber noch für a l l e anfügen:

es sollte im pflegeboard auch möglich sein, ein Problem darzustellen, mit dem man nur schwer alleine zurecht kommt. In der Solidarität trägt sich die Last etwas leichter. Wir müssen nicht immer stark sein. Die Pflege des (Kranken)-pflegepersonals sollte einfühlsam entwickelt werden. Ich stehe für eine solche Beratung ein.
Bis bald Harald.
 
K

Kai-Uwe

Hallo Harald
Ich werde mal versuchen deine Fragen für mich zu klären!

Original erstellt von Harald Zagar:
Wer sich um sterbende Patienten bemüht, muss sich mit den moralischen und ethischen Fragen auseinandersetzen, die dieses Bemühen mit sich bringt. Die geistige und psychologische Sorge für den Patienten stellt in der Tat eine Verantwortung dar, die zum Nachdenken über folgende Fragen auffordert:

- Wie können wir wissen, was die Wahrheit ist?

Genau und exakt werden wir die Wahrheit nicht deffinieren können,sondern nur aus Vorerfahrungen,Rückschlüsse und Vermutungen ziehen.

- Wie beurteielen wir die Fähigkeit des Patienten, die Wahrheit zu ertragen?

Die wird meiner Ansicht nach von Ärzten oftmals missachtet,ansonsten sprechen Angehörige sehr oft für den Patienten und es wird Akzeptiert.Wir die Pflegenden richten uns dann an die Tatsachen aus dem Vorgespräch,oder versuchen über den Arzt nochmal Einfluss zu nehmen.


- Wie weit geht der Anspruch des Patienten, die Wahrheit zu ertragen?

Soweit er sie Verarbeiten und auch aufnehmen will und kann.Wobei es gerade hier auf Sprachliches können des Aufklärers beruht.


- Wieviel von der Wahrheit darf dem Patienten legitimerweise vorenthalten werden?

Eigentlich gar keine denn Prognosen für den Pat. sind noch keine Wahrheiten.Und einstellen und Umgehen mit einer Erkrankung
kann ich nur voll Aufgeklärt.


- In welcher Form ist die Wahrheit in der Diagnose, Prognose und in der Behandlung des Patienten enthalten?

Zu einem grossen Teil wenn man sie sehen möchte.

- Worauf gründet sich die Autorität des Therapeutischen Teams, die es in Anspruch nimmt, wenn es seine therapeutische Funktion (Behandlung/Pflege) dem Patienten gegenüber festlegt?

Auf die moderne Medizin und auf die Fachkompetenz in der Pflege.


- Welche rechtlichen und moralischen Überlegungen müssen beachtet werden, um zu entscheiden, was dem Wohl des Patienten dient?

Es kann moralisch das beachtet werden was rechtlich zu lässig ist.Man kann nicht jeden Willen des Pat. in die Tat umsetzten.


- Welche religiösen und seelischen Zusammenhänge werden berührt, wenn wir die Wahrheit sagen, soweit wir sie kennen?

Es kommt darauf an wie der Pat. getauft oder auch nichtgetauft ist und vorallen Dingen wie er dazu steht.Die Seele nimt Schaden ob wir dazu in der Lage sind sie wieder in Ausgeglichenheit zu bekommen ist eine Frage die ich nicht Beantworten kann.


- Wie frei können wir mit der Wahrheit umgehen, ohne die Beziehung zwischen dem Arzt und dem Patienten zu untergraben?

Ich glaube nicht das man diese Beziehung durch Wahrheiten untergraben kann.

- Müssen wir uns beim Gespräch mit dem Patienten neuen Einsichten und neuen Verhaltensformen zuwenden?

Wir müssen versuchen uns der Form der Kommunikation zu verpflichten die der Pat. versteht,neue Einsichten bekommt man dadurch auf jeden Fall mit auf den Weg.Man muss andere Verhaltensformen auf jeden Fall respektieren und tolerieren können ob man sich selbst dadurch verändert?ich denke ja.


- Welche Einstellung hat die neue Generation von Ärzten und Krankenpflege im Vergleich zu denen in der Vergangenheit?


Für die Ärzte mag ich nicht sprechen,
in der Pflege hat sich eine Menge verändert um das dann auch wieder neu zu Gestalten .Es ist auf jeden Fall vom ´´dienenden`` Beruf zu einem Proffesioneleren Beruf gewandelt,dadurch haben sich die Menschen
auch geändert die diesen Beruf ausüben.Wobei ich Joerg recht gebe das diesen Beruf auch viele als Notlösung ausüben.

Danke nochmal für den Hinweis auf die LEP.
MfG Kai-Uwe


------------------
 
C

Christian

Möglicherweise kann der Inhalt auch für Dich ganz persönlich eine Hilfe sein. An dieser Stelle wäre er einfach zu lang (18 Seiten).
hallo harald,

schick mir deinen artikel doch mal zu. ich würde ihn dann zum download bereitstellen, wenn dir das recht ist.

<BLOCKQUOTE>Zitat:</font><HR>Das möchte ich aber noch für a l l e anfügen:

es sollte im pflegeboard auch möglich sein, ein Problem darzustellen, mit dem man nur schwer alleine zurecht kommt.
<HR></BLOCKQUOTE>

das hielt ich bisher für selbstverständlich - oder ist in der zwischenzeit ein gegenteiliger eindruck entstanden ?

viele grüße,
christian



------------------
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S

Sigi

Hallo @All,

ich glaube es war Elisabeth :smile: in diesem Fall ( Kübler-Ross ) die einmal davon sprach, daß Helfer ein „ Heulzimmer“ benötigen. Ein Zimmer, in dem er weinen, schimpfen, seine Wut loswerden, sich mit einem Mitarbeiter zurückziehen und Bosheiten über all die Kollegen äußern kann, die ihn reizen oder hindern, sich mit einem Patienten zu befassen, der es nötig hätte. Wenn wir „Heulzimmer“ hätten, könnte das Pflegepersonal seine eigenen Gefühle mitteilen und wäre dann viel eher fähig, sich bei der Arbeit auf der Station einigermaßen im Zaum zu halten.

Ich habe die Antworten auf Haralds Fragen gelesen und möchte Euch allen auch zustimmen. Aber Ihr befaßt Euch zu wenig mit dem Patienten/Bewohner, dem Sterbenden.
Auch ich habe in meinem Berufsleben manchen Menschen sterben sehen. Die Menschen lebten je nach Sterbephase in Angst, Depression, Hoffnung, Zorn oder in Zustimmung, aber eines mußte ich nie, nämlich diesen Menschen sagen, daß sie sterben.
Sie wußten es - sie fühlten es.
Es gab sicherlich einige, die sich ihre eigene Erkenntnis und ihr Wissen bestätigen lassen wollten, aber etwas für sie neues und bisher nicht gewußtes habe sie nicht erfahren.

Ich sehe vielmehr die Gefahr, daß ich die/den Sterbende/n für meine „innersten Bedürfnisse“ „benutze“ und dabei fesstelle, daß ich ihr/ihm nicht helfen kann, denn ich werde wohl stets nur soviel zurückbekommen, wie ich bereit bin zu geben.

Sigi
 
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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