Diagnosen stellen

I

[email protected]

Mitglied
Basis-Konto
0
63154
0
Hallo,

seit einer internen Fordbildung, welche ich heute hatte, brennt mich eine bestimmte Frage:
Darf ein/e ex. Gesundheits- und Krankenpfleger/in eine Diagnose stellen?

Genannt wurde in meinem spez. Fall das Beispiel Dekubitus. Ich dachte immer das ich nur "nicht wegdrückbare Hautrötung oder Hautdefekt" schreiben darf, also nur beurteilen was ich vorfinde aber nicht die Diagnose Dekubitus stellen.
Nur bestritt heute unser "Dozent" dies und behauptet, dass es die Pflegekräfte auf Grund ihrer Ausbildung beurteilen könnten und deshalb auch z.B. "...Pat. XY hat eine Dekubitus Grad I..." dokumentieren könnten und sollten.

Gibt es dazu irgendwelche rechtlichen Grundlagen?

Liebe Grüße
 
Qualifikation
ex. Krankenschwester
Fachgebiet
Altenpflege
Schwester Christa

Schwester Christa

Unterstützer/in
Basis-Konto
3
Heilbronn
0
AW: Diagnosen stellen

Exakte rechtliche Grundlagen kenne ich nicht, aber das Problem ist mir sehr vertraut.
Man kann sich aber sehr einfach brauchbare Erklärungen und Lösungen herleiten.

In der Tat scheint es so zu sein, dass GuK keine Diagnosen stellen dürfen.
Medizinische Diagnosen stellt derjenige, der letztendlich verantwortlich für die Behandlungsplanung ist: der Arzt! Dieser ist sogar verpflichtet, sofort bei Aufnahme eine Diagnose zu stellen, sonst darf er gar nicht anfangen zu behandeln. Die Diagnose erfolgt üblicherweise nach ICD-10, mit dem sich Pflegekräfte normalerweise nicht auskennen oder auseinandersetzen.

Wenn du im Rahmen deiner Krankenbeobachtung einen Hautdefekt dokumentierst, der dir aufgefallen ist, dann kannst du im Pflegebericht selbstverständlich schreiben "Pat. hat einen Dekubitus Grad I". Am Besten schreibst du noch die Skala dazu, nach der du die Gradeinteilung festgestellt hast.
Zwar gibt es auch SL und PDL, die sich in so einem Fall an dem Wort "Dekubitus" stören, aber das halte ich mit Verlaub für Korinthenkackerei. Du dokumentierst deine Beobachtungen im Pflegebericht, da wird niemand auf die Idee kommen, das mit einer medizinischen Diagnose zu verwechseln.

Aber selbst das kannst du umgehen, indem du dann z.B. "Hautdefekt" o.ä. schreibst.

Darf ein/e ex. Gesundheits- und Krankenpfleger/in eine Diagnose stellen?
Diese Frage ist etwas an deinem eigentlichen Thema vorbei...
Hier lautet die Antwort eindeutig: JA!
Es darf eben nur keine medizinische Diagnose sein; Pflegediagnosen (z.B. nach NANDA 2-Taxonomie) darfst du selbstverständlich stellen.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger f. Psychiatrie
Fachgebiet
Niederschwelliger Drogenentzug
Die E-Mail-Adresse wird lediglich zur Versendung des Aktivierungslinks für diesen Beitrag verwendet.

Ähnliche Themen