Deutscher Bürokratismus

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TheEssener

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Seit Sommer 2008 komme ich für die Job-Perspektive in Frage. Hier können Arbeitgeber einen Zuschuss von bis zu 75 % für zunächst 24 Monate erhalten, wenn diese eine langzeit-arbeitslose Person mit mindestens zwei weiteren Vermittlungshemmnissen einstellen. In der Regel werden Vollzeitstellen gefördert.
Erschwerend bei der Arbeitsvermittlung kommt für mich die Situation meiner im Haushalt lebenden hilfebedürftigen Mutter, die auf meine ständige Hilfe und Begleitung angewiesen ist. Deren Antrag auf Pflegestufe wurde im Frühjahr 2010 durch die Novitas BKK Pflegekasse auch nach Widerspruch abgelehnt. Ein erneuter Antrag wurde im Oktober gestellt und wieder abgelehnt!
Man teilte mir bei der ARGE Job-Center Essen mit, dass in meinem Falle eine Teilzeitstelle nur gefördert wird, wenn eine Pflegestufe vorliegt. Daraufhin bestand ich auf eine amtsärzt-liche Untersuchung, welche Ende November stattfand, mit dem Ergebnis das ich Vollzeit arbeiten kann. Wie die Bezeichnung „Amtsarzt“ schon verrät, handelt dieser im Interesse des Amtes und macht wenn es denn sein muss einen Hüftkranken mal eben zum Marathonläufer. Was ich damit sagen will ist, dass dieser nicht neutral ist! Hätte man einen Facharzt von außen hinzugezogen, wäre ich vielleicht schon weiter! Außerdem wurden die beiden Vermittlungshemmnisse nicht erwähnt .
Ich bestehe jedoch weiterhin darauf, eine Teilzeitstelle gefördert zu bekommen. Es heißt im Flyer des Ministeriums für Arbeit und Soziales des Landes NRW lediglich „dass in der Regel Vollzeitstellen gefördert werden“. Eine Definition, wann eine Teilzeitstelle gefördert wird, steht nirgendwo. Auch nicht im SGB!
Wenn ich mit meinem Anliegen an die Öffentlichkeit gehe (z.B. „Bild kämpft“ oder „WDR Lokalzeit bitte kommen“) könnte ich bei potentiellen Arbeitgebern keinen guten Eindruck machen. Ich darf mich nicht wehren, um bessere Chancen auf einen Job zu haben. Und muss dafür sogar den Verlust des sozialen Wohnumfeldes in Kauf nehmen, wir sind ja hier in Deutschland!
Den Bestätigungsbescheid, dass der Widerspruch (wurde am 17.11. eingelegt) bei der Pflegekasse eingegangen ist, haben wir bisher noch nicht erhalten. Damals war er bereits nach ein paar Tagen da. Will man diesen plötzlich nicht erhalten haben??? Wir sind ja hier in Deutschland!

Interessiere mich für die Qualifizierung zum Alltagsbegleiter § 87 b SGB, wofür ein Bildungsgutschein notwendig ist. Diese Qualifizierungen dauern in der Regel 2-3 Monate. Aufgrund der häuslichen Situation wäre für die Schulung ein Träger besser, der eine Unterrichtszeit z.B. von 8.00-12.30 anbietet. In meiner Stadt habe ich bisher nur eine Bildungseinrichtung gefunden, die das anbietet, doch da habe ich jetzt keine Chance mehr. Mein Fallmanager in der ARGE sagte, er habe keine Probleme mir diesen auszustellen, es gäbe da aber kaum volle Stellen. Bei einem Bildungsgutschein bin ich jedoch definitiv aus der Job-Perspektive raus, weil aus Sicht des Job-Centers wieder näher am ersten Arbeitsmarkt. Obwohl noch weiter langzeitarbeitslos. Diese Logik verstehe jetzt wer will, aber wird sind ja hier in Deutschland!

Noch Fragen....???
 
Qualifikation
Seniorenbetreuung
Fachgebiet
Keiner
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