Desinfektion von diskonnekten DK

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S

Steffi07

Mitglied
Basis-Konto
01.06.2008
hannover
Hallo,
ich möchte mal bitte Eure Meinung hören oder Ideen bzw. vielleicht kann mir jemand meine Fragen beantworten...

Also zum Fall.
Wir haben in der ambl. Pflege eine Pat. die morgens und abends immer den Katheterbeutel umgestöpselt haben möchte. Am Tag trägt sie einen Beinbeutel, nachs einen grossen..
Ich möchte jetzt keine Diskussion, das dies nicht erlaubt ist usw. das wissen wir, doch was soll man gegen den Willen der Pat. machen...

Nun sprühen manche Kollegen Kodan Spray an die Verbindungsstelle... ICH bin der Meinung, daß Kodan nur als Hautantisptikum zu nutzen ist... Mein Chef meinte wenn es auf der Haut Keime abtötet, warum nicht auch am Katheter...
So nun fehlen mir die Worte....

Jetzt meine Fragen...
1. was macht ihr in einem solchen Fall????

2. was kann man stattdessen zur Desinfektion nehmen??? Wären Flächendesinfektionstücher besser???

3. Hilft Kodan nun ja oder nein????


was noch als Info interessant ist, daß die Pat. bisher keine Blasenentzündungen oder dergleichen bekommen hat...
 
Qualifikation
Krankenschwester, staatl. Hygienebeauftragte
Fachgebiet
amb. Pflege
Ulmerich

Ulmerich

Mitglied
Basis-Konto
08.11.2010
65795
AW: Desinfektion von diskonnekten DK

Hallo Steffi07!

Naja, wenn die Pat. bisher keine Blasenentzündung hatte oder der Katheter sich nach dem täglichen Besprühen
nicht in seine Einzelteile zerfleddert hat, scheint es zumindest bisher nicht zu nachweisbaren Schäden durch
die "Kodanbesprühung" gekommen zu sein. Is´ doch schon mal was......
:( :( ......Asche auf mein Haupt, pfui und Verderben über mich :( .........hab´ ich auch schon mal gemacht.....mmmh, muß
ich zugeben und mit leben.
...In irgendeiner Fachzeitschrift habe ich aber mal etwas ähnliches gelesen. Da ging es um das Tragen von
Gummihandschuhen und die Desinfektion dieser mit Sterilium ( also quasi Händedesinfektion nur mit den Handschuhen an den
Floßen). Ich will mich nicht festlegen und darauf festnageln lassen, .......ich meine aber in Erinnerung zu haben, dass die
damaligen Experten in diesem Beitrag das als "möglich" bezeichnet haben.
Das heißt jetzt nicht, ich würde das machen!!!!!!!! PUNKT




Es grüßt der sich schuldig fühlende "Kodansprüher" Ulmerich :)
 
Qualifikation
Krankenpfleger, Fachpfleger für palliative Versorgung
Fachgebiet
Palliativ- und Hospizpflege
Weiterbildungen
Pain Nurse
H

Hypet

Mitglied
Basis-Konto
06.10.2008
31141
AW: Desinfektion von diskonnekten DK

Hallo Steffi07,
zunächst der obligatorische Hinweis, dass die Um- oder gar Abstöpselei nicht im Sinne des Erfinders (des geschlossenen Systems) ist . Dennoch ist es im ambulanten Bereich und in den Altenheimen gang und gäbe. Auf der anderen Seite werden Day & Night Beutel kaum verwendet.
Wenn Beutel und Katheter zusammengesteckt werden muss wird in der KRINKO-Empfehlung "Empfehlung zur Prävention und Kontrolle Katheter-assoziierter Infektionen" eine alkoholische Sprüh- und Wischdesinfektion der Verbindungsstellen angeraten. Was unterscheidet nun aber ein alkoholisches Flächen- von einem alkoholischen Hautdesinfektionsmittel, zumal der Wirkstoff weitgehend identisch ist? U.a. enthalten Hautdesinfektionsmittel Rückfetter, Duftstoffe und ggf. Farben; alkoholische Flächendesinfektionsmittel vor allem Remanenzstoffe, wie z.B. Ammoniumchloridverbindungen oder gar Glutaral. Letztere haben mitunter ein hohes Allergisierungspotential und sowas kann ich in Hautnähe nicht gebrauchen, schon gar nicht an Stellen, wo es schon rot genug ist ;-).
Deshalb kann man in einem solchen Fall mit einem Hautdesinfektionsmittel viel weniger falsch machen, als mit einem Flächen- oder gar Instrumentenpräparat. Ich wüsste auch keinen Grund, warum ich die Desinfektionswirkung anzweifeln sollte. Mal davon abgesehen würde ich es auch beim bloßen Einsprühen lassen, weil es beim Abwischen häufig zu Kontaminationen kommt.

Viele Grüße sendet
Hypet
 
Qualifikation
Hygienefachkraft
Fachgebiet
Hygieneberatung
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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