Der DBfK - oder "Wie taub muss man sein, um diesen Knall nicht gehört zu haben !?"

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Christian Kröhl

Christian Kröhl

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25.06.2000
Ablehnung und kritische Auseinandersetzung kann ich verstehen - im Nachhinein Unwissenheit heucheln geht zumindest in den mir bekannten Kliniken gar nicht!
Dass KollegInnen in den ambulanten Diensten oder AH's schlecht informiert waren, ist jedoch auch ein Faktor - ob man den allerdings ausschliesslich den offiziellen Quellen zuschreiben kann, wage ich zu bezweifeln.
Das geht sehr wohl, Surrogat, wenn man kurz überschlägt, in wie vielen Kliniken Informationsveranstaltungen stattfanden und wie viele Kolleg/innen daran teilnehmen konnten (bekanntermaßen arbeiten wir in 3 Schicht-Systemen) und - nicht ganz unerheblich - wie viele vom Rest dann auch tatsächlich teilgenommen haben. Dass der gesamte Bereich, der nicht im stationären klinischen Bereich dabei ein unbearbeitetes Feld blieb, macht die Sache nicht besser. Und den Kolleg/innen dann Heuchelei vorzuhalten, ist freundlich formuliert ein starkes Stück. Deine Argumentation - die so im Übrigen auch von der Kammer RLP vertreten wird - erinnert frappierend an die eines Prostetnik Vogon Jeltz:

(…) „Hier spricht Prostetnik Vogon Jeltz vom Galaktischen Hyperraum-Planungsrat“, fuhr die Stimme fort. „Wie Ihnen zweifellos bekannt sein wird, sehen die Pläne zur Entwicklung der Außenregionen der Galaxis den Bau einer Hyperraum-Expreßroute durch Ihr Sternensystem vor, und bedauerlicherweise ist Ihr Planet einer von denen, die gesprengt werden müssen. Das Ganze wird nur etwas weniger als zwei ihrer Erdminuten in Anspruch nehmen. Danke.“

Der Endverstärker verstummte.

Verständnisloser Schrecken senkte sich über die lauschenden Menschen auf der Erde. Der Schrecken zog langsam durch die versammelten Menschenmengen, als wären sie Eisenspäne auf einem Brett, unter dem ein Magnet entlang gezogen wird. Panik schoss wieder hoch, eine verzweifelte Panik zu fliehen, aber es gab nichts, wohin man fliehen konnte.

Als sie das bemerkten, schalteten die Vogonen ihre Superanlage wieder ein. Die Stimme sagte:

„Es gibt überhaupt keinen Grund, dermaßen überrascht zu tun. Alle Planentwürfe und Zerstörungsanweisungen haben fünfzig Ihrer Erdenjahre lang in Ihrem zuständigen Planungsamt auf Alpha Centauri ausgelegen. Sie hatten also viel Zeit, formell Beschwerde einzulegen, aber jetzt ist es viel zu spät, so ein Gewese darum zu machen.“

Wieder verstummte der Endverstärker, und sein Echo hallte über das Land. Die riesigen Raumschiffe machten am Himmel mit langsamer Kraft gemächlich kehrt. Auf der Unterseite eines jeden ging eine Luke auf, ein leeres, schwarzes Viereck.

Währenddessen musste irgendwo irgend jemand eine Radiostation besetzt, die richtig Frequenz gefunden und eine Botschaft an die vogonischen Raumschiffe gesendet haben, um sich für den Planeten einzusetzen. Niemand hörte jemals, was gesagt wurde, man hörte nur die Antwort. Der gewaltige Endverstärker erwachte wieder zum Leben. Die Stimme war gereizt. Sie sagte:

„Was soll das heißen, Sie sind niemals auf Alpha Centauri gewesen? Ja du meine Güte, Ihr Erdlinge, das ist doch nur vier Lichtjahre von hier. Tut mir leid, aber wenn Sie sich nicht einmal um Ihre ureigensten Angelegenheiten kümmern, ist das wirklich Ihr Problem.

Vernichtungsstrahlen einschalten!“ Licht ergoss sich aus den Luken.

„Ich weiß nicht“, sagte die Stimme von oben, „ein lahmer Drecksplanet ist das. Ich habe nicht das geringste Mitleid.“ (…)

Dieses "Gerücht" kann ich aus presönlichen Gesprächen teilweise bestätigen - es kam bei uns und anderen Kliniken über den klassischen Flurfunk bzw. stille Post zustande. Man hatte in Gesprächen jedoch in alle Regel nur "ca. 50 - 100 Euro/Jahr" mit "ca. 50 - 100 €/Monat" verwechselt und das dann munter weitergegeben.
Das habe ich ebenfalls erlebt. Aber, richtigerweise, trennst Du zwischen der "stillen Post" des Flurfunks und dem, was ver.di - darum dreht es sich ja gerade - tatsächlich zu dem Thema geäussert hat. Oder will jemand jetzt etwa ver.di vorwerfen, dass Kolleg/innen von 50-100 € ausgingen? Ernsthaft?!

Gleichzeitig muss man allerdings auch in diesem Bereich z.B. dem DPA gezielte Meinungsmache vorwerfen:
"Wir rechnen mit jährlichen Kosten von rund 120,- Euro, die jeder Beschäftigte in der Pflege privat aufbringen muss. Gleichzeitig müsste auch viel öffentliches Geld in die Einrichtung einer Kammer fließen.
Was ist daran jetzt Stimmungsmache? Die jährlichen Kosten sind richtig eingeschätzt worden, dass die Beschäftigten diese privat erbringen müssen ebenso und auch, dass in die Einrichtung der Kammer erhebliche Mengen öffentlicher Gelder fliessen müssen (Anschubfinanzierung). Dem BPA "gezielte Meinungsmache" vorzuwerfen, weil dieser der Ansicht ist, dass diese Mittel an andere Stelle dringender gebraucht würden, ist doch nun wirklich absurd. Du hast den Artikel selbst verlinkt und ich hoffe auch gelesen - denn mich würde nun interessieren, was an dem Beitrag inhaltlich falsch sein soll. Oder stört Dich lediglich, dass dort gegen die Bildung einer Kammer Stellung bezogen wird, der Artikel also mithin existiert?

Kann ich leider nicht, da mir gegenüber diese Aussagen auch nur mündlich gemacht wurden. Ich musste dann immer darüber lachen.und hab nur den Kopf geschüttelt.:fremdschaem:
Dann solltest Du es tunlichst unterlassen, hier eine Unwahrheit als Fakt zu verkaufen, nur damit es in Deine vermeintliche Argumentation passt. Die Gewerkschaft ver.di hat zu keiner Zeit verlautbart oder verlautbaren lassen, dass sich die Beträge bei 30-50 EUR bewegen müssen. Das ist schlicht gelogen.
 
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Der Eine

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Hallo Christian,

Mir hier zu unterstellen, die Unwahrheit zu verbreiten, weil ich die von Rheinland-Pfälzischen Pflegekräften mir gegenüber gemachte Aussagenieder wiedergebe und diese Aussagen auch noch als Lüge zu bezeichnen, halte ich Schleichweg für unverschämt :zornig::zornig::zornig::zornig::zornig:

Du bedienst dich in deinen Beiträgen begriffen wie "Wahlbetrug durch Wahlmanipulation (was de facto Vorsatz beinhaltet)" oder "schwerlich glaubhaft darstellbar" obwohl du keine dieser Sätze belegen kannst. Ich hingegen habe hier nur Aussagen von Kollegen wiedergegeben, die ich für durchaus Glaubhaft halte.

Du hast offensichtlich kein Interesse daran, hier Informationen auszutauschen. Es erscheint mir eher so, dass du nur deine eigene Meinung akzeptierst und andere Aussagen und Meinungen als Angriff auf dich empfindest.
Daher werde ich weitere Beiträge unterlassen, die sich auf deine Beiträge beziehen.

Ein traurig und enttäuschter
Der Eine
 
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Surrogat

Und den Kolleg/innen dann Heuchelei vorzuhalten, ist freundlich formuliert ein starkes Stück.
Der Vorwurf der "Heuchelei" bezieht sich meinerseits eindeutig auf die Passage

Persönlich und im Speziellen ärgerlich und unredlich fand ich allerdings wenn KollegInnen im Nachhinein angaben, von der Thematik "völlig überrascht worden" zu sein bzw. nie Informationsmöglichkeiten erhalten hätten - und ich ihnen dann auf die Nase zusagen konnte, dass sie mit mir in der gleichen Mitarbeiterversammlung gesessen hatten, wo die Bildung der LPK mehrfach Thema war.
Daher ist das kein "starkes Stück", sondern gelinde gesagt noch sehr höflich und umgänglich formuliert!

Nebenbei mag ich Douglas Adams - aber im Bezug auf irrwitzige Bürokratie bin ich da eher bei Kafka. Nuancen eben, aber du machst deinen Punkt. ;)

Dass der gesamte Bereich, der nicht im stationären klinischen Bereich dabei ein unbearbeitetes Feld blieb, macht die Sache nicht besser.
Hier müsste ich mich in Bereiche des Hörensagens bewegen, was ich tunlichst unterlasse - wenn die Thematik von angebotenen und nicht wahrgenommenen bzw. nicht abgerufenen Informationsveranstaltungen allerdings dein Interesse geweckt hat, solltest du dich direkt an die Ausrichter von der LPK wenden; diese haben dazu ja Informationen aus erster Hand. Über deren Wahrheitsgehalt kann ich natürlich nichts sagen.

Gleichzeitig müsste auch viel öffentliches Geld in die Einrichtung einer Kammer fließen. Geld, das an anderen Stellen in der Pflege dringender benötigt wird
Mit geht es primär um diesen Teil der Aussage und nicht den ersten Teil, der lediglich eine Paraphrase der von der im Aufbau befindlichen LPK so selbst getroffen und dementsprechend einfach korrekt übernommen wurde. Ich finde die o.g. Technik in ähnlicher Form in der aktuellen Asyldebatte wieder - dort sollten die öffentlichen Gelder dann allerdings dringender bei den minderversorgten ALG II-Empfängern und Rentner landen. Auch hier wissen wir, dass das die Senkung der Unterstützung für ersteres Klientel, die Gelder nicht automatisch zu den beiden letzteren verschiebt.
Diese Forderung wird klar nachlesbar auch nur selten formuliert (i.d.R. von Parteien des eher rechten Spektrums) - aber Meinungsmache kann auch einfach und subtil dadurch geschehen, dass man zwei eigenständige (und jede für sich selbst genommen, korrekte) Tatsachen nebeneinander stellt...und den Leser dann die Verknüpfung machen lässt, damit die eigentliche Nachricht ankommt.

Empfehle hierzu: "Meinungsmache" von Albrecht Müller
 
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Igel77

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Danke, Christian, dass Du meinen Verdacht über diese nebulöse Vereinigung bestätigst.
 
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johannes2017

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Und hier meine Stellungnahme zur Pflegekammer RLP vom 20.11.2016

Stellungnahme zur Pflegekammer

Gern verkaufen Politiker ihre unausgegorenen Ideen als den großen Wurf und als unabdingbar für das Glück des Volkes. Der Eifer, mit dem für Pflegekammern in den verschiedenen Bundesländern geworben wird, ist auffallend. Schließlich soll den Pflegekräften hiermit etwas Gutes getan werden – sollte man meinen. Darum kann es nicht verkehrt sein, dieses Anliegen einmal zu hinterfragen. Ich stelle mal eine früher geführte Diskussion anonymisiert (für meine Gesprächspartner verwende ich nur Abkürzungen) zu weiteren Überlegungen ein.

Zitat:

Rheinland-Pfalz: Pflegekräfte sagen Ja zu Pflegekammer
In Rheinland-Pfalz ist die mögliche Gründung einer Pflegekammer einen Schritt näher gerückt. In einer Befragung sprachen sich über Dreiviertel (75,8 Prozent) der rheinland-pfälzischen Pflegekräfte dafür aus. 24,1 Prozent stimmten dagegen.
...
Quelle (c):Ärzteblatt.de/nachrichten … u-Pflegekammer

75,8 %! Hört sich auf den ersten Blick bombastisch an.

Mir wird manchmal vorgehalten, ich würde aus nichtseriösen Quellen zitieren. Wie seriös ist aber diese Meldung? Wer auch nur ein klein wenig nachdenkt - nicht einmal recherchiert - wird etwas Interessantes feststellen:

1. In RLP haben sich 9.324 Personen für eine diesbezügliche Umfrage registrieren lassen, rd. 20 %. Das ergibt - versteckt mitgeteilt - ca. 46.800 Pflegekräfte und nicht, wie weiter unten mitgeteilt 37.500 Pflegekräfte.

2. hiervon haben sich an der Abstimmung 7.061 beteiligt, das sind real 15,09 % von den auf die 20 % bezogenen 46.800 Pflegekräften

zur Verdeutlichung: FÜNFZEHNKOMMANULLNEUN PROZENT haben sich tatsächlich beteiligt

3. hiervon haben sich dafür ausgesprochen 5.357, das sind von den gesamten Pflegekräften gerade mal 11,45 %

zur Verdeutlichung: ELFKOMMAVIERFÜNF PROZENT anstatt der großkotzig bekannt gegebenen 75,8 Prozent

Eine seriöse Berichterstattung sieht für mich anders aus! Was hier geschieht, ist eine bösartige Manipulation der Wahrheit. Zu welchem Zweck?

Wieder einmal bestimmt also eine Minderheit, was für eine Mehrheit gelten soll.

Stell' dir vor, ich halte die Pflegekammer für eine hervorragende Sache, sagte mir AP.

Da ist auch nichts gegen einzuwenden, wenn es - wie Du sagst - eine freiwillige Angelegenheit ist. Eine Zwangsmitgliedschaft aber ist eine Diktatur. Ich persönlich habe etwas gegen Diktatur. Das hatten wir schon! Wenn denn die Mitgliedschaft auch noch etwas bringen sollte, was nicht auf anderem, freiem Wege erreichbar wäre, könnte man ja noch drüber nachdenken. Und zwar freiwillig! Aber so?

Nun weiß ja jeder, Th. , dass Du ein Verfechter der Pflegekammern bist. Ist soweit nicht schlimm. Die folgenden drei Argumente für eine Pflegekammer höre ich immer wieder. Drum habe ich nur eine kleine Bitte:

Teile den Pflegekräften, die mit diktatorischen Mitteln (Zwang durch eine Minderheit) in die Pflegekammern gepresst werden sollen, bitte in kurzer, prägnanter Form mit, aus welchem § der Statuten der Pflegekammer hervor geht , dass sie etwas

1 an der unzureichenden Personalsituation verändern kann/darf (ich bin sicher, dass sie das dann gewiss an die große Glocke gehängt hätte.) Wenn Du davon ausgehst, dass es so sei, ist das nur eine hypothetische Annahme. Diese nützt aber niemand.

2 ob und wie die Pflegekammern zu einer gerechten Vergütung der Pflegekräfte beiträgt

3 welche Vorteile sie darüber hinaus wem bringen, die nicht bereits in anderer Form gegeben sind.

Bei Deinem Engagement für die Pflegekammern dürfte das sicher nicht schwer fallen.

Eine Antwort erhielt ich bis heute nicht.

Statt dessen erklärte ein anderer Teilnehmer auf meine Fragen:

1 und 2 wären Aufgaben der Gewerkschaft. Das sieht diese aber offensichtlich anders. Mir haben Mitarbeiter von Verdi gesagt, dass sie dafür nicht zuständig ist!

Zitat: „Aufgaben einer Kammer sind vereinheitliche Ausbildungsvorgaben.“

Es geht wohl um das zweite Steckenpferd der Politik im Bereich Pflege, der Zusammenlegung von Kranken-, Kinderkrankenpflege und Altenpflege. Wenn man auf geradem, ehrlichen Wege nicht zum Ziel kommt in dieser Angelegenheit, muss man es auf dem versteckten Wege durchsetzen? Gibt es nicht bereits gesetzliche Vorgaben für diese drei Ausbildungswege?

Dass der Gesetzgeber seine Rechte, die er praktisch inne hat, aufgibt und einer Pflegekammer überträgt, ist wohl ein schlechter Scherz. Man überträgt seine direkten Rechte auf ein neu geschaffenes „Gremium aus meinen Gnaden“. Im Übrigen wollen die Länder jedes eine eigene Pflegekammer einrichten. Also eine weitere Festschreibung der Kleinstaaterei, die jetzt schon undurchsichtig ist ...

Ein weiteres Argument für eine Pflegekammer sei

„die Klärung der Übernahme ärztl. Tätigkeiten“,

wird argumentiert. Gibt es da nicht bereits ein Gesetzgebungsverfahren, das das klären soll? Worin besteht denn dann die Aufgabe der Pflegekammer?

Wieder ein anderes Argument sind Fortbildungen.

Eine Pflegekammer soll durchsetzen, dass Fortbildungen besucht werden. Um welche Fortbildungen geht es denn? Wie man hört, soll die Pflegekammer eine instituionalisierte Fortbildungsmaschinerie durchsetzen. Will sagen, dass nur noch das als Fortbildung anerkannt wird, was von der Pflegekammer initiiert wird und viel Geld kostet. Alles andere wird platt gemacht, keine hausinternen Fortbildungen mehr, oder wie? Daran kann man ja nichts verdienen.

Eine Pflegekammer soll Normen für die Fortbildung von Pflegepersonen erstellen, wird argumentiert.

Die gesetzlichen Normen für die AUSBILDUNG wurden vom Gesetzgeber erlassen - ohne Pflegekammer. Interessant, dass die Ausbildung entsprechend dieser Normen funktioniert. Warum geschieht das nicht auch für die FORTBILDUNG?

Fortbildungen sind ja vorgeschrieben. Es bedarf also nur einer Klarstellung, WELCHE Fortbildungsprofile erforderlich sind. Dazu würde bereits ein einfache Ergänzung des § 75, SGB XI und der entsprechenden §§ im Bereich Kranken-, und Kinderkrankenpflege reichen. Eine Pflegekammer ist hier so überflüssig wie im Bereich der Ausbildung.

Ein anderes Argument, das ich hörte, ist die Pflegeethik.

Was will man mit diesem Schlagwort zum Ausdruck bringen? Gab es bisher keine Pflegeethik, oder was? Wird jetzt das Rad neu erfunden?

Hinzu kommt eine Pflegeüberwachung.

Was hat man sich darunter vorzustellen? Eine weitere Organisation, die Pflegekräfte von der eigentlichen Arbeit abhält in der Manier von Heimaufsicht und MDK? Oder begleiten die Mitarbeiter der Pflegekammer die Pflegekräfte mal einen Tag und überwachen, ob sie ihre Pflege normgerecht ausführen?

Wer hat dazu interessante Hintergrundinformationen?

Besondere Aufmerksamkeit ist dem Argument Disziplinierung zu widmen.

Was haben Pflegekräfte unter Disziplinierung zu verstehen? Steh da wirklich auf dem Schlauch. Ist wohl nicht gemeint, dass eine Pflegekraft eins auf die Mütze bekommt, wenn sie etwas nach Meinung eines Mitarbeiters der Pflegekammer falsch macht?

Ich weiß, viele Fragen! Aber Du siehst gewiss ein, dass sie nach einer Beantwortung lechzen.

Interessant fand ich das Argument:

„Es gibt doch auch andere Pflichtveranstaltungen in Deutschland.“

Da werden beispielhaft die Kranken- und Haftpflichtversicherungen angeführt. Wenn ich richtig orientiert bin, geht es hierbei um Schutzmaßnahmen, die zudem für alle Betroffenen in ganz Deutschland gelten. Da kocht nicht jeder (jedes Bundesland) sein eigenes Süppchen mit eigenen Regeln.

Geht es nicht vielmehr darum, dass Menschen zwangsweise in eine Organisation Pflegekammer gepresst werden, die sie auch notfalls zwangsweise bezahlen müssen, obwohl sie ihren angeblichen Nutzen bis heute nicht annähernd offenlegt? Das sind Mittel einer Diktatur! Hatten wir übrigens schon in Deutschland!

Ein Diskussionsteilnehmer schrieb:

Zitat: „Viele haben falsche Vorstellungen, negative Erwartungen und teils auch übertriebene Hoffnungen.“

So? Ist das nicht verständlich? Warum wird nicht konkret aufgeklärt, worum es wirklich geht? Das ist wie seinerzeit mit der Pflegeversicherung.

Auch wenn man uns heute weismachen will, dass die Pflegeversicherung von Anfang an nur eine Teilkaskoversicherung gewesen sei - als sie kreiert wurde, wurde das nicht so gesagt! Seinerzeit wurde tatsächlich der Eindruck erweckt, sie würde die vollen Pflegekosten übernehmen. Ihr wahres Gesicht zeigte sie erst, nachdem sie installiert war! [Wie auch die Riesterrente (gesetzliche Geldvermehrungsmaschine für Banken und Versicherungen)!]

Ein anderes Argument für die Pflegekammer war:

„Wem das nicht passt, sollte sich überlegen die Rechtsmittel zu bemühen die ihm zustehen, bzw. all die anderen Verfahren einzuleiten, welche in solchen Fälle zur Verfügung stehen.“

Ja! Stuttgart 21 oder die Genderschulpolitik in Baden-Württemberg sind phantastische Beispiele, welche Möglichkeiten der Bürger – hier die Pflegekräfte – hat, Rechtsmittel einzulegen.

Es trifft ja nicht zu dass jemand, dem etwas nicht passt Rechtsmittel zur Verfügung stünden. Da gibt es Wasserwerfer (Stgt 21) als probates Mittel, oder Petitionen werden nicht zugelassen (Landtag BW) mit dem Satz: "Wir machen doch, was wir wollen!" Das sind nur zwei große Beispiele von Willkür. Die Zeit des Rechtes dürfte wohl vorbei sein.

Wie viel Euronen wird denn der Wasserkopf einer Pflegekammer kosten? Finanziert von jenen, die ihr Geld eigentlich zum eigenen Überleben benötigen? Mittlerweile ist offenkundig, dass die Rechtsprechung hinter dem Willen der Politik steht (Rheinland-Pfalz) und dass mit der Rechtsprechung im Rücken jetzt die Beiträge mit Gewalt eingezogen werden. Die Pflegekräfte sind real entrechtet in dieser Angelegenheit.

11.000 Mahnbescheide wurden allein in RP versandt ... Ja, das ist konkret! Mit Zwangsmitteln will man etwas durchsetzen, was auf Grundlage persönlicher Entscheidung nicht zustande käme.

Da wird für Pflegebedürftige die absolute Selbstbestimmung bis hin zum Tod gefordert, selbst zur totalen Verwahrlosung hat ein Bürger dieses Landes das Recht - aber Pflegekräften wird mit diktatorischen Maßnahmen etwas aufgezwungen, was sie gar nicht haben wollen.

Da brauche ich keinen Vergleich mit Nordkorea, wie ein User schrieb - das ist eine deutsche Form von Diktatur - in diesem Falle gegenüber Pflegekräften.

So etwas nenne ich schizophren!

Zigmal wurde dazu aufgefordert, die Aufgabe der Pflegekammer offenzulegen. Das bedeutet selbstverständlich auch eine Offenlegung, wofür die eingepressten (anders kann man es wohl kaum nennen, wenn der Gerichtsvollzieher an der Tür klopft) Gelder verwendet werden. Niemand hat bisher die Aufgaben der Pflegekammer konkret benannt, Es wurden lediglich Erwartungen ausgesprochen, die man hofft, dass sie ausgeführt werden.

Traurig ist, dass das ist wie mit TTIP - es wird gemauschelt, bis es zu spät ist. Erst dann kommt die Katze aus dem Sack. Dass man sich nicht für dumm verkaufen lassen will, sollte wohl einleuchten. Darum noch einmal:

Karten auf den Tisch!

Kann ja sein, dass sich die ganze Diskussion dann in Luft auflöst.
 
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johannes2017

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1. Es ist aber schon aufgefallen, dass ich meinen Beitrag im November 2016 geschrieben hatte?

2. Für mich ist es höchst interessant, dass auf einen klitzekleinen Nebensatz eingegangen wird und dann noch ohne sich auf eine inhaltliche Diskussion einzulassen.
 
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Der Eine

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Hallo Johannes,

1. Ich habe durchaus gelesen, dass dein Beitrag ursprünglich im November 2016 verfasst wurde. Dein Post ist aber von gestern.
2. Ich habe dir mit Absicht eine konkrete Antwort auf eine einzige Frage gegeben. Im Besonderen, dass diese Frage auch durch eine kurze Internetrecherche eindeutig beantwortet wird und als Gesetz (gültig seit dem 01.01.2015) identifizierbar ist.
3. Eine Inhaltliche Diskussion ist schwierig. Dazu ist dein Beitrag einfach zu lang. Zu einzelnen Punkten, die in deinem Beitrag genannt wurden, habe ich bereits bei Beiträgen anderer Teilnehmer konkret Stellung bezogen.

Grundsätzlich: Ich habe Schwierigkeiten damit, wenn über die Berechnungsgrundlagen von demokratischen Wahlen diskutiert wird.
Egal, was dabei raus kommt: Man findet immer eine Möglichkeit, Zahlen so "umzurechnen" wie sie einem persönlich besser passen.
Bei demokratischen Wahlen kann jeder Berechtigte wählen. Wenn er nicht will, muss er sich der Mehrheit der Wählenden beugen. Wer im Nachhinein meckert, sollte lieber daraus lernen und beim nächstem mal zur Wahl gehen.

LG Der Eine
 
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johannes2017

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1. Meiner Stellungnahme von 2016 hatte ich nichts Substantielles beizufügen, darum habe ich gleich zu Anfang deutlich gemacht, dass sie aus 2016 ist.

2. Es wird immer und überall behauptet, dass die Pflegekräfte selbst bestimmen, welche Aufgaben eine Pflegekammer habe. Selbstverständlich habe ich mir ausführlich die Aussagen des HeilBG bezüglich der Pflegekammer zu Gemüte geführt. An keiner Stelle wird auch nur ansatzweise dargestellt, dass diese gesetzlichen Grundlagen von Pflegekräften geschaffen wurden. Sie wurden von staatlicher Stelle entschieden!

3. Meine Fragen hatte ich bisher nicht als lang empfunden. Dass ich Erklärungen zu verschiedenen Aussagen abgebe, hat auf diese Fragen keinen Einfluss. Hier nun eine weitere Frage:

Wenn behauptet wird, dass die Pflegekräfte selbst bestimmen, was wie zu geschehen hat - haben sie dann das Recht, die gesetzlichen Vorgaben abzulehnen und statt dessen andere zu erlassen?

4. Du sprichst von demokratischen Wahlen. An welcher Stelle des HeilBG wird Pflegekräften das Recht zur Formulierung von Kammeraufgaben eingeräumt? Diese angebliche demokratische Wahl ist nichts als Augenwischerei, der der Gesetzgeber den Teufel tun wird, dieses Recht an Pflegekräfte - auch wenn sie zwangsverkammert sind - abzutreten. Die Pflegekammer wurde nicht frei und demokratisch gewählt, sie wurde von den Politikern verordnet! Die sog. "demokratische Wahl" dient offensichtlich (in der praktischen Anwendung) ausschließlich dazu, der fremdbestimmten Entscheidung der Politiker den Anschein der Legitimation zu verschaffen.

Ich habe Schwierigkeiten damit, dass real Minderheiten über Mehrheiten bestimmen. Das ist für mich nicht demokratisch. Solche Wahlen sind für mich Alibiveranstaltungen. Auch der Satz, die hätten ja zur Wahl gehen können ist für mich mehr als fragwürdig bei einer Sache, die von oben herab bereits festgelegt ist. Die Bundesländer SH und NS geben ebenfalls ein beredtes Zeugnis von dieser Haltung.

Hiermit vertrete ich zwar nicht die allgemeine Meinung (Mainstream), aber ich habe dennoch eine Meinung, mit der ich offensichtlich nicht alleine stehe.

Ebenfalls liebe Grüße
Johannes
 
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Der Eine

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Es wird immer und überall behauptet, dass die Pflegekräfte selbst bestimmen, welche Aufgaben eine Pflegekammer habe.
Wo wird das behauptet ???

Die Aufgaben aller im Gesetz genannter Kammern sind gleich. Warum sollten Kammern auch unterschiedliche Aufgaben haben ???

3. Meine Fragen hatte ich bisher nicht als lang empfunden.
Ich bezog mich auf die Gesamtlänge des Beitrags

Wenn behauptet wird, dass die Pflegekräfte selbst bestimmen, was wie zu geschehen hat - haben sie dann das Recht, die gesetzlichen Vorgaben abzulehnen und statt dessen andere zu erlassen?
Eine Kammer hat immer die gleiche Aufgaben. Egal für welche Berufsgruppe sie tätig ist. Daher können ihre Mitglieder natürlich nicht das Recht, gesetzliche Vorgaben abzulehnen oder andere zu erlassen.
Was nur spannend ist:
Im Gesetz sind Kammern für folgende Berufsgruppen genannt:

Ärztinnen und Ärzte,
Zahnärztinnen und Zahnärzte,
Psychologischen Psychotherapeutinnen und Psychologischen Psychotherapeuten,
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten,
Apothekerinnen und Apotheker und Tierärztinnen und Tierärzte

Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und Gesundheits- und Krankenpfleger,
Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger,
Altenpflegerinnen und Altenpfleger,

Die ersten 5 Berufsgruppen sind seit vielen Jahren erfolgreich verkammert. Aus deren Reihen hört man keinerlei laute Kritik an der Kammer. Im Gegenteil. Diese Berufsgruppen berufen sich auf Beschlüsse und Regelungen ihrer Kammern, um ihre Rechte durchzusetzen.

Die 3 unteren neuen Berufsgruppen suchen (nach meinem Empfinden) ausschließlich Probleme und Fehler, die eine Kammer haben könnte oder machen könnte

Du sprichst von demokratischen Wahlen
Die Pflegekräfte in Rheinland-Pfalz hatten die Wahl, ob sie eine Kammer möchten oder nicht. Dies Möglichkeit hatten ALLE Pflegekräfte in Rheinland-Pfalz. Alle konnten, niemand musste wählen. Die Pflegekräfte, die gewählt haben, haben sich mehrheitlich für eine Kammer ausgesprochen. Diejenigen, die nicht gewählt haben, müssen sich dieser Entscheidung beugen.
DAS NENNT MAN DEMOKRATISCHE WAHL !!!

Die sog. "demokratische Wahl" dient offensichtlich (in der praktischen Anwendung) ausschließlich dazu, der fremdbestimmten Entscheidung der Politiker den Anschein der Legitimation zu verschaffen
Ich finde es immer wieder interessant: Bei den Kammergegner sind Lobbyisten von Arbeitgeberorganisationen und Politiker unterschiedlichster Parteien(Extrembeispiel : Bayern). Bei den Vertretern der Kammer finde ich nicht einen einzigen Politiker. Ich kenne sogar einige Vertreter der Pflegekammer Rheinland-Pfalz persönlich. Keine von Ihnen war bisher parteipolitisch aktiv.
ALSO: Welche fremdbestimmten Entscheidungen der Politik meinst du konkret ???

LG der Eine
 
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johannes2017

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Ich sagte: „Es wird immer und überall behauptet, dass die Pflegekräfte selbst bestimmen, welche Aufgaben eine Pflegekammer habe.“

Du fragst: „Wo wird das behauptet ???“ und gleich mit 3 Fragezeichen.

Nun ja, Berlin Brandenburg, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen von den Befürwortern oder Initiatoren der Pflegekammern z. B. hab Dir gleich die entsprechenden Aussagen und Links mitgeliefert. Bin ja nicht so …

upload_2018-1-30_22-49-30.png
Gleich der erste Punkt: Wir wollen die Belange unseres Berufes selbst bestimmen.

Oder das Erklärvideo für die Pflegekammer Baden-Württemberg

Pflegeberufekammer Erklärvideo (DBfK) – Pflegekammer Baden-Württemberg

oder die Pflegekammer RLP

Erste Weiterbildungsordnung einer Landespflegekammer in Deutschland tritt in Kraft - Landespflegekammer Rheinland-Pfalz

„Zum ersten Mal haben die professionell Pflegenden ihre Weiterbildung in Selbstverwaltung und eigenverantwortlich geregelt.“

Oder Niedersachsen

Startseite - Pflegekammer Niedersachsen - Errichtungsausschuss

können damit die Heilberufe in der Pflege die Zukunft der Pflege selbst wählen.

Dabei ist bereits alles in Gesetzen vorhanden!
 

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johannes2017

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Klar findest Du auf Seiten der Kammer keine Politiker, die sich engagieren. Die machen das ja auch anders. Die machen die entsprechenden Gesetze - und die sind vor den Kammern da! Also warum sollten die sich noch mit den Pflegekräften rumschlagen? Schau mal, hier:

Pflegekammer - DBfK
 
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www.pflegeboard.de
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