Demenzbetreuer

F

Farodina

Unterstützer/in
Basis-Konto
12
Oldenburg
0
Nun habe ich mal eine Frage:

Eine Kollegin, Pflegehelferin, ist weit über 10 Jahre in einer stationären Einrichtung vollzeit beschäftigt.
Nun möchte sie aber, weil auch schon die Knochen müde sind, in der Betreuung tätig werden, was der Arbeitgeber auch fördern will.

Muss sie allen Ernstes die Qualifikation zur Demenzbetreuerin mit diesen 4- Monatskurs absolvieren?
Sie hat viele Fortbildungen zum Thema Demenz besucht und hat somit doch eine viel höhere Kompetenz erlangt, als die Menschen,die grade erst diesen Kurs besucht haben.

Jemand eine Idee, wie das umgangen werden kann und trotzdem MDK- konform ist?

Viele Grüße
 
Qualifikation
Pflegedienstleiterin
Fachgebiet
Pflegeheim
mysteha

mysteha

Unterstützer/in
Basis-Konto
Ich fürchte, wenn sie im Sinne von § 87 b SGB XI angestellt werden will, wird sie den Kurs absolvieren müssen.
 
Qualifikation
KS/PDL/Fachkraft für Gerontopsychiatrie/Hygiene/Pflegeberaterin §7a SGB XI
Fachgebiet
Tagesstätte/Demenz
M

ms-sophie

Aktives Mitglied
Basis-Konto
71
Mannheim
0
Hallo

wie mystheha schon beschrieben hat wird ihr nix anderes übrigbleiben. Selbst ich als Gerontofachkraft müsste das. ;-)
 
Qualifikation
QM
Fachgebiet
ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
Joan Doe

Joan Doe

Unterstützer/in
Basis-Konto
8
Wolfsburg
0
Als Gerontofachkraft wärst du allerdings für den Job überqualifiziert. Ich weigere mich, als Altenpflegerin in die Betreuung zu gehen (das Jobcenter will mich immer da hin vermitteln), da ich genau weiß, dass ich dann zwischen Baum und Borke stehe.

Ich könnte Pflege ... aber schaff es körperlich nicht mehr. Wenn ich es verweigere, bin ich unkollegial. Wenn ich es tue (was heutzutage - wenn wir ehrlich sind - normal ist bei den Betreuungskräften), dann bin ich noch mehr kaputt!
 
Qualifikation
Altenpflegerin/Sozial- und Pflegeberater in der Altenhilfe
Fachgebiet
Arbeitsuchend
F

Farodina

Unterstützer/in
Basis-Konto
12
Oldenburg
0
Nun ja, bei uns übernehmen Betreuungskräfte tatsächlich keinerlei pflegerische Tätigkeiten, nicht einmal eine Essenhilfe. Darauf achte ich penibel und darum möchte die Kollegin auch aus der Pflege in die Betreuung wechseln.

Trotzdem finde ich es schräg, dass sie erst diesen Kurs machen muss, hat sie doch durch Fortbildungen jetzt schon wesentlich mehr auf dem Kasten :(
 
Qualifikation
Pflegedienstleiterin
Fachgebiet
Pflegeheim
M

ms-sophie

Aktives Mitglied
Basis-Konto
71
Mannheim
0
Hallo Joan Doe,

ich verstehe deine Haltung zur sozialen Betreuung nicht. Spontan fällt mir der Spruch ein: "Pflege frisst alles"

Wenn du in der sozialen Betreuung eingesetzt wirst, dann musst du dich abgrenzen von der Pflege, allerdings nicht als 87 b Kraft sondern als Fachkraft in der sozialen Betreuung. Das wird sicherlich anfänglich nicht einfach werden, vor allem dann nicht, wenn du beim selben AG bleibst.

Ansonsten solltest du mal einen Gedanken daran verschwenden wie wichtig die soziale Betreuung der Klienten ist.


Sophie
 
Qualifikation
QM
Fachgebiet
ambulante und stationäre Altenhilfe, Hospiz
Joan Doe

Joan Doe

Unterstützer/in
Basis-Konto
8
Wolfsburg
0
Moin Sophie

Ich verstehe, wie wichtig die soziale Betreuung ist - ich hab noch zu einer Zeit gearbeitet, als das hauptsächlich die Aufgabe der Fachkräfte war und noch nicht ausgelagert wurde ... und schon damals war dafür zu wenig Zeit vorhanden.
Aber schon damals musste ich für mich feststellen: Nee, das ist nix für mich ... ich kann das nicht - bin dafür nicht kreativ genug ...

Theoretisch ... also da dürfte ich sogar als Gerontofachkraft arbeiten ... würde es aber nie im Leben wagen, mich als solche zu bewerben.

Mein Problem ist, dass ich weiß, dass heutzutage in vielen Stellenbeschreibungen für die 87b - Kraft auch drinsteht, dass da Pflegetätigkeiten mit übernommen werden sollen / müssen.
Und wo es nicht drin steht, da wird es erwartet ...

Als Erwerbslose, die auf Sozialleistungen angewiesen ist, musst du jede Arbeitsstelle annehmen - sofern du körperlich und psychisch dazu in der Lage bist.
Bin ich körperlich dazu in der Lage, auch nur ab und an mit einem Bewohner die Toilette aufzusuchen, in etwas ungünstiger Haltung an einem Bett zu verweilen oder auch nur längere Zeit auf einem - vielleicht etwas unbequemen - Stuhl zu sitzen?

Ich sage: Nein ... aber: Schmerzen lassen sich nicht messen ...

Und dann: Ganz ehrlich - wie wissen doch alle um die Personalnot in den Einrichtungen. Sobald sich rumsprechen würde, dass ich "eigentlich" eine Fachkraft bin ... dann heißt es doch: Könntest du nicht doch schnell noch ... (Insulin spritzen, Medikamente geben, such dir was aus) ...
Wenn ich es nicht mache (steht nicht in meiner Stellenbeschreibung), dann bin ich unkollegial, will dem Betrieb, den Bewohnern schaden ... tu ich es, dann schade ich mir.
Reiche ich den kleinen Finger, dann ...

Ich kenne die Branche auch - seit über 30 Jahren. Ich mach mir da keine Illusionen mehr.
Falls du Einrichtungen kennst, die das anders handhaben: Glückwunsch!
In den meisten sieht das allerdings anders aus.

Und nein: Ich würde nicht beim gleichen Arbeitgeber bleiben
 
Qualifikation
Altenpflegerin/Sozial- und Pflegeberater in der Altenhilfe
Fachgebiet
Arbeitsuchend
Joan Doe

Joan Doe

Unterstützer/in
Basis-Konto
8
Wolfsburg
0
Wenn man sich diesen Beitrag vom NDR von gestern ansieht bzw. liest, der versteht evtl. besser, in welchem Dilemma eine Pflegefachkraft steckt, die als Betreuungskraft arbeitet / arbeiten soll:

Betreuungskräfte pflegen - trotz Verbot
 
Qualifikation
Altenpflegerin/Sozial- und Pflegeberater in der Altenhilfe
Fachgebiet
Arbeitsuchend
Die E-Mail-Adresse wird lediglich zur Versendung des Aktivierungslinks für diesen Beitrag verwendet.