Innere Medizin Dekubitusprophylaxe - in welchen Abständen?!

kleinsonnenschein

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Wie sollte man denn nun jetzt vorgehen wenn man Patienten hat die Dekubitusgefährdet sind?

Norten- oder Bradenskala erstellen und regelmäßig kontrollieren
Ernährungszustand des PAtienten im Auge behalten und dementsprechend reagieren...
Fingertest durchführen
Dokumentation richtig führen
...weitere?
 
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dipl. Gesundheits- und Krankenpflegerin
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Manu5959

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Hallo kleinsonnenschein,

:wink: das Wichtigste hast du nicht aufgezählt, die Druckentlastung und Mobilisierung!:wink:
Wichtig wäre es, wenn der Expertenstandard entsprechend implementiert ist, denn das Pflegepersonal muß das entsprechende Wissen aufweisen können,notwendige Hilfsmittel müssen bereitgestellt sein oder werden, um zeitnah reagieren zu können!

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
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Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
kleinsonnenschein

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Hallo kleinsonnenschein,

:wink: das Wichtigste hast du nicht aufgezählt, die Druckentlastung und Mobilisierung!:wink:
Stimmt, das hab ich wirklich vergessen, obwohl ich es im Kopf hatte. Selbstverständliches wird oft vergessen zu erwähnen.

Danke dass du mir auf die Sprünge geholfen hast.

Was für Expertenstandards gibt es denn da formuliert?
 
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mary_jane

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Wie sollte man denn nun jetzt vorgehen wenn man Patienten hat die Dekubitusgefährdet sind?
Hallo kleinsonnenschein,

Sei mir bitte nicht böse, aber ist die Frage ernst gemeint?
Wie kannst du das Handeln einer Kollegin in Frage stellen, wenn du selber eher wenig über das Thema Dekubitusprophylaxe weißt?

Habt ihr das Thema nicht in der Ausbildung behandelt?
Ich mein du bist ja noch nicht lange aus der Schule.

Primärer Faktor ist der Druck der eine gewisse Zeit über wirkt!!!
Alles andere sind begünstigende Faktoren.

Ich bin etwas verwirrt gerade bzw geschockt über deine Frage.
Eine Pflegefachkraft sollte so etwas wissen.
Gerade Prophylaxen sind doch unser täglich Brot.

Hier der Expertenstandard:
http://www.dnqp.de/ExpertenstandardDekubitusprophylaxe.pdf

ob dieser sinnvoll ist, gibts jedoch verschiedene Meinungen.

Ich hoffe du fühlst dich nicht beleidigt, denn das ist nicht meine Absicht.

lg mary:eek:riginal:
 
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kleinsonnenschein

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Sei mir bitte nicht böse, aber ist die Frage ernst gemeint?
Wie kannst du das Handeln einer Kollegin in Frage stellen, wenn du selber eher wenig über das Thema Dekubitusprophylaxe weißt?
Hast du den ganzen Thread mal gelesen, nicht nur meine Frage sondern den ganzen Zusammenhang und was ich von mir gegeben habe? :blushing:

Ich kann das Handeln einer Kollegin sehr wohl in Frage stellen. Wenn ich eine gute und gewissenhafte Begründung habe, hinter der ich stehe, schon.


Habt ihr das Thema nicht in der Ausbildung behandelt?
Ich mein du bist ja noch nicht lange aus der Schule.
Das Thema wurde sehr ausführlich in der Praxis sowie Theorie behandelt und dieses Wissen ist ja auch täglich in Anwendung.
Es sei mir verziehen, wenn ich trotz kurzer Abstinenz aus der THeorie zur Versicherung meiner Person im Forum hier nachfrage. Dafür ist es doch da. :innocent:

Primärer Faktor ist der Druck der eine gewisse Zeit über wirkt!!!
Alles andere sind begünstigende Faktoren.
Ich bin mir der Dekubitusentstehen völlig bewusst.
Meine Frage diente eigentlich dem Punkt, zu wissen, was andere Kollegen hinzufügen möchten oder ändern würden.

Dumme Fragen gibt es nicht! :nono:

Ich bin etwas verwirrt gerade bzw geschockt über deine Frage.
Eine Pflegefachkraft sollte so etwas wissen.
Gerade Prophylaxen sind doch unser täglich Brot.

Ich hoffe du fühlst dich nicht beleidigt, denn das ist nicht meine Absicht.
Dass du geschockt bist und mich nicht mit Absicht beleidigen willst tut mir ehrlich gesagt schon weh, weil ich eben gerade das vermeiden wollte.

Mit meinem vorletzten Beitrag wollte ich nur Punkte von allen hier sammeln, welche zur Dekubitusprophylaxe beitragen können oder teils auch noch gar nicht erwähnt wurden.

Wenn jetzt nur meine Frage "Wie sollte man denn nun jetzt vorgehen wenn man Patienten hat die Dekubitusgefährdet sind?" da stünde dürftest du mich gerne unabsichtlich im Schock als unqualifiziert hinstellen, aber indem ich bereits ein paar Punkte aufgezählt habe und mein Diplom bestanden habe fühle ich mich doch sehr fehlinterpretiert von dir Mary_Jane.

Trotzdem dankeschön für den Link zum Expertenstandard.

Würde mich über weitere Beiträge zum Thread hier freuen.

Kleinsonnenschein
 
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Altenpflegel

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Hallo zusammen,

muß das wirklich wiedergekäut werden:

1. ein Dkubitusrisiko ergibt sich MDK- gerecht mittels Braden- Skala
2. besteht danach ein Dkubitusrisiko ist der Standart des Hauses zur Dekubitusprophylaxe einzuhalten, da dieser Dienstanweisungscharakter hat
3. gibt es einen solchen Standart nicht, ist dieser (schriftlich) einzufordern
4. Lagerungsexperimente, die einen Dekubitus erzeugen, sind keine Prophylaxe, sondern Körperverletzungen
5. der Spatel- oder Fingerdrucktest klärt nur, ob eine Körperverletzung noch nicht oder doch schon eingetreten ist (wesentlich sicherer ist es hier eine ärztliche Lagerungsanordnung einzuhalten)
6. Kollegen/ Kolleginnen, die sich nicht an den Standart, bew. die ärztliche Lagerungsanordnungen halten sind der PDL schriftlich anzuzeigen

Gruß, Altenpflegel
 
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Manu5959

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Hallo Altenpflegel,

ich kann deinen Punkten nicht ganz zustimmen:
5. der Spatel- oder Fingerdrucktest klärt nur, ob eine Körperverletzung noch nicht oder doch schon eingetreten ist (wesentlich sicherer ist es hier eine ärztliche Lagerungsanordnung einzuhalten)
Sorry, aber ich habe noch nieeeeeeeeeeeeeeeee nicht ne ärztliche Anordung zur Lagerung bekommen, dies war und ist eine pflegerische Aufgabe.
Deinen Worten entnehme ich auch, das ein Dekubitus immer ein Pflegefehler ist( der Hinweis auf Körperverletzung), dem kann und möchte ich mich auch nicht anschließen.Es gibt einige Risikofaktoren, die durch pflegerische Interventionen nicht auszuschließen sind.
Deshalb sehe ich die Anwendung des Fingertestes anders, das Wort Körperverletzung ist mir hierbei noch nie in den Sinn gekommen.

Liebe Grüße von mir an dich:wink: , Manu
 
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mary_jane

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Hallo Kleinsonnenschein,

Ich wollte dich nicht absichtlich beleidigen oder verletzen, wenn du das so siehst kann ich das auch nicht ändern.
Wie qualifiziert du bist, weiß ich nicht.
Will ich auch nicht beurteilen.

In einen Forum, darf man fragen, dafür ist es da.
Ich habe jedoch deine Frage nicht so verstanden, dass du dein Wissen nur ergänzen lassen möchtest.
Wirkte einfach anders auf mich, denn für mich ist es unabdingbar zu wissen wie ich als Pflegekraft handle bei entsprechender Gefährdung.

Zum Thema Dekubitusprophylaxe gibt es so viele Mythen in der Pflege und oft sehr viel Nachholbedarf in Sachen neuster Stand bei uns Pflegekräften.

lg mary jane


@Altenpflegel
Ein Dekubitus ist nicht immer ein Pflegefehler!
 
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Manu5959

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Vaiolenz

Vaiolenz

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Hallo, @ all!
Es wäre wunderbar, wenn wir zum eigenen Thema wieder zurückfinden würden. Persönliche ernst,-halbernst oder dreiviertel ernst gemeinte Angriffe, wenn möglich, außen vorlassen. Ich weiß. , das passiert im Eifer des Gefechtes, ich stand deswegen auch schon in der Kritik, ich habe aber vielleicht noch die Sachen aufklären können und mich auch entschuldigt.
Ganz im Ernst würde ich hier doch keinen thread eröffnen, um mich der Lächerlichkeit preiszugeben oder weil mir langweilig ist. Es ist ein wichtiges Thema, in den Einrichtungen, in denen ich gearbeitet habe, wurde es immer wieder kontrovers diskutiert, es wurden trotzdem Fehler gemacht, obwohl eben examiniertes Personal sich mit dem Thema beschäftigte. Das ist im Moment auch der Fall und das wird wohl auch immer so sein, leider. Ich finde es einfach sehr gut und wichitg, das die boardler hier alle Fakten so gewissentlich zusammentragen und das eben nicht jeder alles weiß, dazu gehöre ich auch, und das nach nun mehr über 26 Jahren Tätigkeit am Menschen. Also bitte ich darum, weider Fachlich,- und Sachlichkeit einzuführen, wir schwimmen in einem Boot gemeinsam mit unseren Patienten/ Bewohnern/ Kunden,.........
Nebenbei möchte ich mich geich im Voraus dafür entschuldigen, wenn ich mich zu harsch ausgedrückt haben sollte, das war nicht meine Absicht:rotwerd: .
Der Wissenstand einer Pflegefachkraft hat nichts mit ihrem Alter und den Dienstjahren zu tun, sondern mit den Erfahrungen bezüglich der Themen. Die Theorie bereitet uns auf die Praxis vor und wenn die Thematik Versorgung/ Prophylaxe von Dekubitalulcera eben nicht ständig präsent ist, kann es unter Umständen vorkommen, das man eben nicht mehr alles im Kopf hat. Ich habe vor Jahren einmal in mein Anatomiemäppchen geschaut und mich gewundert, was ich bereits schon wieder vergessen habe. Genauso erging es mir vor Wochen hinsichtlich eines Kurses in Sachen Kommunikation:suche: . Das hat in meinem Fall sicher etwas mit einem eingeschränktem Wesen zu tun :)laughing: ), ich filtere sehr viele Sachen für den eigenen Gebrauch heraus. Ich denke, das es vielen Leuten so geht wie mir. Deswegen habe ich beispielsweise viele Bücher am Start, die ich gerne mal wälze, auch für die Argumentationen am Arbeitsplatz.
Gut. Ich will hier nicht böse herüberkommen und schelten, "wer frei von Sünde ist, der werfe.....", naja, ich würde in diesem Fall wohl dann eher mit Marshmellows werfen, denn ich mache hier auch meine Fehler:thumbsup2: .
Das war es schon. Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit.
Weiter im Thema.
Einen schönen Abend wünscht Euch Euer
Jens.
 
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Altenpfleger, Pflegeexperte Wachkoma, PA, Hygiene
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Ich würde mich auf eine Fachweiterbildung in Palliative Care freuen. Und das schon seit nunmehr sechs Jahren. Ich pack das..........!
Vaiolenz

Vaiolenz

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......Im Grunde genommen sollte es auch die Aufgabe jedes Arbeitgebers sein, sein Personal wenigstens einmal im Jahr zum Thema fortzubilden. Je besser nämlich das "Rüstzeug" ist, desto weniger Fragen kommen auf und desto sicherer wird man auch im Umgang mit dem Problem.
Nochmals liebe Grüße,
Euer Jens.
 
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Manu5959: "Sorry, aber ich habe noch nieeeeeeeeeeeeeeeee nicht ne ärztliche Anordung zur Lagerung bekommen, dies war und ist eine pflegerische Aufgabe.
Deinen Worten entnehme ich auch, das ein Dekubitus immer ein Pflegefehler ist( der Hinweis auf Körperverletzung), dem kann und möchte ich mich auch nicht anschließen.Es gibt einige Risikofaktoren, die durch pflegerische Interventionen nicht auszuschließen sind.
Deshalb sehe ich die Anwendung des Fingertestes anders...."

Yepp, das sehe ich auch so. Hingegen hatte ich lernen müssen, das ein Dekubitus, der ganz klar als Pflegefehler nachzuweisen ist, schon eine Körperverletzung im rechtlichen Sinne darstellt. Denn man hat gegen sein bestes Wissen (und Gewissen) gehandelt, obwohl man eben hätte wissen müssen, was man dagegen hätte tun können mit all den zu Verfügung stehenden "Mitteln", die im thread aufgezählt wurden. Ich hatte da mal einen Rechtsanwalt zum Thema.
Also immer schön auch in der Pflegeplanung und auf den entsprechenden Dokublätter alles gewissenhaft dokumentieren, was nicht dokumentiert ist, wurde nicht gemacht.
Die Patientenakten müssen eine lange Zeit aufgehoben für den Fall eines Rechtsstreites. Die Verweildauer dieser schwankt zwischen 15 und 30 Jahren, 10 Jahre sind nicht mehr aktuell. Scheinbar sind sich selbst die Experten nicht ganz einig, sonst würden sich eben nicht diese hohen Schwankungen ergeben. Na klar lasse ich mich eines besseren belehren, meine Weiterbildung ist immerhin über ein Jahr alt (Gesundheitsamt Braunschweig, Weiterbildung zum Hygienebeauftragten).
So, jetzt muß ich erst einmal pausieren, ich habe Kopfschmerzen.
Liebe Grüße,
Euer Jens.
 
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Lisy

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Hallo Jens,
du hast ein bischen Recht. Die meisten Dekubitis sind Pflegefehler, aber halt nicht alle.
Wenn jemand im Sterben liegt und der BMI schon im Keller ist, kannst du machen, was du willst. Dekubitis sind vorprogramiert.
Gruß Lisy
 
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Hallo, Lisy!
Da gebe ich Dir auch Recht, nur sieht das eben nicht jeder so wie wir zwei beide. Ich kann mich an eine ältere Dame erinnern, die ins Krankenhaus kam. Die hatte Pergamenthaut (ärztlich diagnostiziert) und einiges anderes mehr. Damals war diese Person im KH versorben und von dort aus wurde uns, wenn ich das noch richtig zusammenbekomme, ein Pflegefehler vorgewurfen. Sie ging halt wirklich überall auf. Man wollte uns nachweisen, das wir da was hätten tun können. Im Nachhinein hat unser Haus damals aufgrund einer lückenlosen Dokumentation Recht bekommen, aber auch nur gerade so. Ansonsten wäre es nicht glimpflich ausgegangen. Ein anderes Mal kam eine Frau ins KH, die jahrelang schwersten Kortisonabusus (bzw. auch Thrombozytenaggregationshemmer....) betrieben hatte und dementsprechend aussah. Ein kleiner Buff ihrererseits gegen das Bettgitter bewirkte da so ein schönes, großflächiges Hämatom. Da sich die Person aufgrund einer beginnenden Demenz nicht vollständig zum Thema selber äußern konnte, wurde uns vorgewurfen, wir hätten diese Dame mißhandelt. Kein Witz. Trotz ärztlicher Diagnosen. Es gibt mehrere Beispiele mehr zum Thema, ich möchte hire jetzt blos niemanden langweilen.
Wir wissen schon, worum es in der Regel geht, aber ist dieses Wissen auch anerkannt? Warum muß ich mioch für etwas rechtfertigen, was ich nicht getan habe? Eine Frau, die im sterben lag, bekam keine Nahrung über PEG. Die Hausärztin hat diese Maßnahme zusammen mit den Kindern abgelehnt. Trotzdem wurde uns das angekreidet und als Pflegefehler, oder was immer der offizielle Wortlaut war, angekreidet. Auch hier hat uns eine lückenlose Dokumentation geholfen, zumal die Ärztin schriftlich eine Ernährung über PEG abgelehnt hat. In der Öffentlichkeit würde es heißen, das wir die Mneschen verhungern lassen. Wir hatten ja weiterhin alles versucht, aber wenn ein Mensch eben nicht möchte, dann ist das sein mutmaßlicher Wille und Schluß.
Blos ohne hinreichende Dokumentation wäre es ein Desaster geworden, da bin ich mir sicher.
Ich finde es weiterhin genial, das wir uns hier austauschen können und jeder seinen Teil zur Lösung beitragen kann, das ist auf jeden Fall ein sehr wichtiger Aspekt, der zu beachten ist. Wir sollten den Patienten/ Bewohnern ihre Würde und auch die Ruhe zum sterben lassen und dabei alles geben, um es so erträglich wie möglich zu machen, auch wenn die Situation prikär ist und diese Menschen eben sich schneller wund liegen. Es sollte meiner Meinung in Grenzen bleiben. Und so auch dokumentiert werden.
Euch allen eine gute Nacht, bis gleich,
Euer Jens.
 
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Ich würde mich auf eine Fachweiterbildung in Palliative Care freuen. Und das schon seit nunmehr sechs Jahren. Ich pack das..........!
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Hi Manu :eek:riginal:,
Deinen Worten entnehme ich auch, das ein Dekubitus immer ein Pflegefehler ist( der Hinweis auf Körperverletzung), dem kann und möchte ich mich auch nicht anschließen.Es gibt einige Risikofaktoren, die durch pflegerische Interventionen nicht auszuschließen sind.
Letzteres ist absolut richtig und wichtig - aber:
Ein bestehender Dekubitus gilt als "Anscheinsbeweis" für einen Pflegefehler, mit der gefürchteten Beweislastumkehr. D. h. das Gericht darf von einem Pflegefehler ausgehen, demgegenüber muß das Heim beweisen, daß es keinen Pflegefehler begangen hat.
Das gelingt nur, wenn in jeder einzelnen Schicht geeignete Doku- Einträge vorhanden sind. Da aber irgendwann immer vergessen wird einzutragen (von inadäquaten Einträgen mal ganz abgesehen), dürfte ein Dekubitus in annähernd 99 % der gerichtlichen Fälle als Pflegefehler glatt durchgehen. Auf das verbleibende 1% kann man sich natürlich berufen - mir ist das allerdings schlichtweg zu gefährlich.

Deshalb sehe ich die Anwendung des Fingertestes anders, das Wort Körperverletzung ist mir hierbei noch nie in den Sinn gekommen.
Gut, sagen wir, daß mit dem Fingertest ein Dekubitus grob festgestellt werden kann, der nur in annähernd 1 % der gerichtlichen Fälle als Pflegefehler (und damit Körperverletzung) wiederlegt werden kann.

Sorry, aber ich habe noch nieeeeeeeeeeeeeeeee nicht ne ärztliche Anordung zur Lagerung bekommen, dies war und ist eine pflegerische Aufgabe.
Ich fürchte du irrst: Wenn die Behandlung eines Deku´s eine ärztliche Aufgabe ist (und das ist sie zweifelsfrei), dann gehört auch die erforderliche Druckentlastung dazu - mithin die Anordnung von Lagerungsintervallen. Auch aus unserer Sicht scheint das wünschenswert, denn wir haben sonst nichts, außer einem zufällig gewonnenem Erfahrungswert von Fr. Nightingale (der wissenschaftlichen Anforderungen kaum genügen dürfte).

Ärztliche Lagerungsintervall- Anordnung darf man also guten Gewissens einfordern, werden diese verweigert, genügt, wie du weißt, eine entsprechende Dokumentation.
Jetzt kommt der Arbeitgeber ins Spiel: gibt es einen entsprechenden Standart, dann gut; gibt es ihn nicht, dann muß er eingefordert werden ( ich wette er besteht auf zweistündiger Lagerung). Und gut is ...

Liebe Grüße zurück :laughing:
 
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Manu5959

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Huhu Andreas:eek:riginal: ,

Das gelingt nur, wenn in jeder einzelnen Schicht geeignete Doku- Einträge vorhanden sind.
:thumbsup2: Sicher, so soll und muß es sein.


Gut, sagen wir, daß mit dem Fingertest ein Dekubitus grob festgestellt werden kann, der nur in annähernd 1 % der gerichtlichen Fälle als Pflegefehler (und damit Körperverletzung) wiederlegt werden kann.
Gut, ich habe in der Anwendung des Fingertestes erst mal nicht ständig das Gericht vor Augen, so klang es mir aber bei deinem Beitrag sehr stark raus.
Klar ist es so, das ein bestehender Dekubitus als Pflegefehler gilt, in manchen Fällen ist er das aber nicht.


Ich fürchte du irrst: Wenn die Behandlung eines Deku´s eine ärztliche Aufgabe ist (und das ist sie zweifelsfrei), dann gehört auch die erforderliche Druckentlastung dazu - mithin die Anordnung von Lagerungsintervallen. Auch aus unserer Sicht scheint das wünschenswert, denn wir haben sonst nichts, außer einem zufällig gewonnenem Erfahrungswert von Fr. Nightingale (der wissenschaftlichen Anforderungen kaum genügen dürfte).
Ja sag mir bitte, was der Arzt für andere Einschätzungskriterien hat als Pflegefachkräfte!?
Nein, wir haben nicht nur den zufällig gewonnenen Erfahrungswert von Fr. Nightingale.
In unserer Einrichtung wird das Dekubitusrisiko anhand der Bradenskala und bestimmter Risikofaktoren eingeschätzt.
Ist der Bewohner gefährdet, wird zeitnah reagiert in viele Richtungen reagiert.
Allerdings wird nicht der Arzt um Lagerungsanordnung gebeten, ehrlich gesagt werden die mir den Vogel zeigen!:sick:



Ärztliche Lagerungsintervall- Anordnung darf man also guten Gewissens einfordern, werden diese verweigert, genügt, wie du weißt, eine entsprechende Dokumentation.
Heißt das jetzt, wenn der Arzt die Lagerung mit entsprechendem Intervall nicht anordnet, wird diese Tatsache dokumentiert, der Bewohner erhält aber dann auch keine Lagerung?:sick:
Gerade dann macht sich die Pflege strafbar, da hilft dann auch kein Arzt und die entsprechende Doku!


Jetzt kommt der Arbeitgeber ins Spiel: gibt es einen entsprechenden Standart, dann gut; gibt es ihn nicht, dann muß er eingefordert werden ( ich wette er besteht auf zweistündiger Lagerung). Und gut is ...
:innocent: Wir haben den Expertenstandard implementiert, da steht also auch nix mehr von 2-stdl. Lagerung sondern individueller Positionierung.
Gerade wenn Pflegekräfte das Hintergrundwissen zum Expertenstandard haben, dafür auch ihre Unterschrift gesetzt haben, können sie sich nicht auf die Arztanordnung berufen.

So sehe ich das, nach einer morgendlichen Tasse Kaffee:laughing: ,

sei lieb gegrüßt:wink: , Manu
 
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Liebste Manu :eek:riginal:,
Gut, ich habe in der Anwendung des Fingertestes erst mal nicht ständig das Gericht vor Augen, so klang es mir aber bei deinem Beitrag sehr stark raus.
Jep, dazu vielleicht grundsätzlich:
Ich empfinde es als Zumutung, individuelle Lagerungen zu fordern, ohne Mindestlagerunsintervalle zu benennen - insbesondere dann, wenn Bew. Gefahr laufen einen (vermeidbaren) Dekubitus zu entwickeln, und Pflegekräfte dadurch Gefahr laufen straffällig zu werden.

Auch der Expertenstandart liefert keine Mindestlagerungszeiten, die Pflegewissenschaft verweist auf den Expertenstandart, die PDL zuckt mit den Schultern, und das zuständige Gericht beruft sich auf fehlende Fachkompetenz (aber es verurteilt)!

Damit wird die Verantwortung den Pflegekräfren aufgeladen - aber was hat man ihnen als Handwerkszeug gegeben: den zufällig gewonnenen Erfahrungswert von Fr. Nightingale (der wissenschaftlich nie überprüft wurde) und den Fingerdruck- Test, der bestenfalls feststellen kann, daß (noch) kein Dekubitus entstanden ist (grade noch mal Glück gehabt).

Diese Verantwortung gebe ich daher gerne an den Hausarzt ab; soll er - der er für Wohl oder Wehe seiner individuellen Patienten verantwortlich ist (also auch für die Prophylaxen)- mir doch sagen, wie und wieoft ich "individuell - richtig" zu lagern habe.

Ja sag mir bitte, was der Arzt für andere Einschätzungskriterien hat als Pflegefachkräfte!?
Völlig Wurscht - Hauptsache er übernimmt die Verantwortung (schließlich will er sie ja sogar für die Anwendung von Wadenwickel haben).

Allerdings wird nicht der Arzt um Lagerungsanordnung gebeten, ehrlich gesagt werden die mir den Vogel zeigen!:sick:
Versuch´s mal mit der Sugestivfrage: "Ansonsten bleibt´s bei der üblichen zweistündlichen Umlagerung". Abnicken ist vorprogrammiert, wenn nicht muss er wohl oder Übel was anderes anordnen.

Heißt das jetzt, wenn der Arzt die Lagerung mit entsprechendem Intervall nicht anordnet, wird diese Tatsache dokumentiert, der Bewohner erhält aber dann auch keine Lagerung?:sick:
Nö, Doku- Eintrag: keine individuelle Lagerungsanordnung; nach Rücksprache mit der PDL wird x- stündlich gelagert, beginnend um ..h. Das Ganze in die Pflegeplanung hauen - und schau´n mer mal, wer sich zuerst aufregt ....

Liebe Nikolaus - Grüße
 
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Manu5959

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Hi Andreas ,

Nö, Doku- Eintrag: keine individuelle Lagerungsanordnung; nach Rücksprache mit der PDL wird x- stündlich gelagert, beginnend um ..h. Das Ganze in die Pflegeplanung hauen - und schau´n mer mal, wer sich zuerst aufregt ....
:laughing: :laughing: :laughing: des ist gut!:laughing: :thumbsup2:

Liebe Grüße Manu
 
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pdlandy

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Hi,
also so n Mist. Das Assessment von DecuRisiko ist pflegerische Aufgabe=Pflegediagnostic ->somit fällt das nicht in den ärztlichen Aufgabenbereich , soweit kommt s wohl noch:-( . Die Skalen sind lt. Expertenstandard nicht A-evidenzbasiert und somit nicht unisono. Das heißt die klinische Untersuchung durch die Pflegefachperson sichert die Erhebung des DecuRisikos - Skalen sind demnach nur als Gedankenstütze zu verwenden.
mfg
 
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Altenpflegel

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Hi pdlandy,

was meinst du denn mit:
Scheint als wolltest du dich zukünftig in die Riege derjenigen Vorgesetzten einreihen, die sich wie die Axt im Walde benehmen.
Jetzt noch der Spruch "Vorgesetzte müssen nicht geliebt werden", und schon wär´ er wieder da - der wohlvertraute Würgereiz.
M. a. W. ein bißchen Contenance darf man von einer angehenden Führungskraft eigentlich erwarten.

Aber zum Inhaltlichen:
Das Assessment von DecuRisiko ist pflegerische Aufgabe=Pflegediagnostic
Das ist richtig und wurde daher in diesem Thread m. E. auch nie bestritten.

Ich z. B. habe prophylaktischen Maßnahmen (insbesondere Lagerungsintervalle) hinterfragt, die NACH der Erhebung eines Dekubiusrisikos ja umgehend eingesetzt werden sollen.

Gerade zu diesen Lagerungsintervallen fehlen aber - die von dir geforderten - evidezbasierten Daten. So bleibt der PFK nur ein Arbeiten wie die Alchemisten: wenn´s Blasen wirft und stinkt, ist´s wahrscheinlich kein Gold, sondern ein Dekubitus (mittelalterlich eben).

Nichtdestotrotz, kann man natürlich so weitermachen (schließlich hat sich die Menschheit auch aus der Steinzeit weiterentwickelt); schade nur daß dadurch auch weiterhin unnötige Dekubitakulzera entstehen werden und Pflegekräften zugemutet wird, straffällig zu werden.

Man könnte aber auch auf den Gedanken kommen, daß die erforderlichen evidezbasierten Daten gar nicht von er Pflege, sondern nur von der Medizin eruriert werden können, da es sich um pathophysiologische Vorgänge handelt. Da ich glaube, daß Pflege keine pathophysiologische "Antworten" geben kann, denke ich, daß die Frage der Lagerungsintervalle an die Medizin gestellt werden muß und somit an den Hausarzt. Pflege hat im Bereich der Pathphysiologie keine Kompetenzen.

mfg
 
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Langzeit- Pflegeheim für körperbehinderte, junge Menschen; PA
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