Dekubitus

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zui-op

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Hallo,

ich brauch`mal eure Meinung, wie ich weiter verfahren soll!
Die Fakten:

Mein Vater, Pflegestufe 3, kam heute nach 13 Tagen Aufenthalt aus der Kurzzeitpflege wieder nach Hause. Dieses Heim verfügt neben den regulären Pflegestationen auch über eine reine Kurzzeitpflegestation. Nun mein Aufreger des Tages: Er hat einen Dekubitus am Steiß von der Größe und Tiefe einer Klein-Finger-Kuppe.
Ich bin sowas von stinkesauer, somal er mit einem komplett intakten Hautbild am Gesäß in die Kzp gebracht wurde. Da ich selbst ex. Krankenschwester bin, kann ich wirklich mit Stolz behaupten, dass Vater in den nunmehr 4 Jahren seiner Pflegebedürftigkeit noch nie eine rote Stelle, geschweige denn einen Dekubitus irgendwo hatte. Und das, was sich nun an seinem Po befindet ist meines Erachtens auf grobe Pflegefehler zurückzuführen.

Morgen werde ich mal ein ernstes Gespräch mit der PDL führen, aber ich trage mich ebenfalls mit dem Gedanken, auch den örtlichen MDK zu verständigen.
Was meint ihr dazu? Soll ich mich auch an den MDK wenden, oder wäre diese Reaktion zu überzogen? Ich bin mir da etwas unsicher.

Zu sagen wäre noch, dass Vater vor ca.6 Monaten schon mal in diesem Heim war. Zwar auch als Kzpfl.-Pat., aber eingestreut auf eine reguläre Pflegestation. Dort war die Versorgung vorbildlich, die Pflege hervorragend und auch geistig wurde er dort ausgeprochen gut "gefördert". Es gab nicht das Geringste auszusetzen. Und damals war er immerhin 3 Wochen dort. Um so schockierter bin ich nun, dass es in ein und dem selben Haus solche qualitativen Unterschiede in der Pflege gibt.

Was würdet ihr nun in meiner Situation tun? Beschwerde beim MDK oder nur ein Gespräch mit der PDL des Hauses?

Für Antworten bedanke ich mich schon mal im voraus.

LG
 
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nofretete

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AW: Dekubitus

Rede bitte erstmal mit PDL und entscheide nach dem Gespräch , wie es weitergehen soll. Kannst ja nochmal posten wenn Gespräch vorbei.
 
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janto

janto

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AW: Dekubitus

Guten Morgen, ich bin auch dafür, erst einmal das Gespräch mit der PDL zu suchen, laß dir von der KzP die Doku zeigen, und melde dich, wie es weitergehen wird
Gruß Glaskugel
 
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zui-op

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AW: Dekubitus

Hallo,

habe nun mein Gespräch mit der PDL gehabt. Wie schon von mir erwartet, ist nicht allzuviel dabei rausgekommen. Die PDL sowie auch die Stationsleitug bedauern den Vorfall sehr, es tut ihnen schrecklich Leid, aber sie sind sich keiner Schuld bewusst. Sie hätten gelagert und Vater des öfteren in den Stuhl gesetzt, ganz wie ER es wollte. Nun ja, ist ja ganz schön, wenn man auf den Patientenwunsch eingeht, aber Vater ist mit seinen 89 Jahren und auf Grund seines Apoplexes nicht mehr immer in der Lage abzuschätzen, was gut für ihn ist. Da hätte ich aber erwartet, dass dies von erfahrenen Pflegekräften erkannt wird.
Ferner behaupteten sie, es wäre erst ein Tag vor Entlassung der Dekubitus sichtbar gewesen! Vorher keine Druckstelle, keine Rötung. Also bitte, ....ein Dekubitus Stufe 2 entsteht doch nicht von heute auf morgen! Klingt mir irgendwie nach "unbefleckter Empfängnis"....................

Jedenfalls wanden sich PDL und Stationleitung wie ein Wurm, entschuldigten sich immer wieder, gaben aber nicht offen zu, einen Pflegefehler begangen zu haben.

Nun, wie dem auch sei, von KZPfl. habe ich vorerst die Nase voll. Vater beruhigt abzugeben für einige Tage, mit der Gewissheit, dass er gut versorgt wird, kann ich nicht mehr.

Gruß
 
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EmmaPeel

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AW: Dekubitus

Hallo...

Wie geht es denn jetzt für euch weiter...Schaltest du den MDK ein, um den Sachverhalt prüfen zulassen??

Lieben Gruß
 
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Ulmerich

Ulmerich

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AW: Dekubitus

Hi zui-op!

Eine schwere Gewebsschädigung kann man auch in kürzester Zeit erreichen, ...da braucht man auch keine unbefleckte Empfängnis.
Ist Dein Vater orientiert? Das wäre interessant. Haben bei uns in der KZPFL. immer wieder Gäste, die hochgradigst dekubitusgefährdet sind aber jegliches Umlagern und /oder Umpositionieren ablehnen. Auch bei vorliegenden Sensibiltätsstörungen, die ja nun mal auch durch die paretische Symptomatik vorhanden sind, sind unsere Argumente nicht unbedingt ausreichend um einen Gast von prophylaktischen Maßnahmen zu überzeugen. Wir handhaben dies dann so: Wir machen den Gast im Gespräch immer wieder auf die möglichen Gefahren einer nicht durchgeführten Druckentlastung aufmerksam und schildern ihm auch die evtl daraus resultierenden Probleme. !!!!Dies wird im Kadex immer wieder dokumentiert!!! Des weiteren sprechen wir auch den behandelnden Arzt auf die vorliegende Problematik an !!!Dies wird dokumentiert, auch vom Arzt!!!!
Evtl. versuchen wir auch die nächsten Angehörigen, die ihren Vater/ihre Mutter/Ehepartner, häufig besuchen,für die Problematik
zu sensibilisieren. Wirkt häufig Wunder, das Gespräch "PAPA-TOCHTER"

Bei desorientierten Gästen ähnelt unser Vorgehen dem oben Beschriebenen ebenfalls: Das Problem wird angesprochen beim Gast (immer wieder), beim behandelnden Arzt und bei seinem zuständigen Betreuer oder auch Vormund. Alles wird genauestens dokumentiert!!! Naja, und dann wird entschieden, wie wir vorgehen dürfen/sollen. Sagen Betreuer, Arzt und Gast "NEIN", dann heißt das "NEIN", auch für uns. UNd umgekehrt, na logo!

Wie sagt man so schön:" Wer schreibt, der bleibt"!! Ist ein bißchen was Wahres dran.

Gruß Ulmerich
 
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Krankenpfleger, Fachpfleger für palliative Versorgung
Fachgebiet
Palliativ- und Hospizpflege
Weiterbildungen
Pain Nurse
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