Innere Medizin Dekubitus

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siggi

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15.02.2006
Heiligenhaus
meine seit Jahren im Wachkoma befindliche Stieftochter(43) hat, auch seit Jahren, ständig D-Entzündungen in der Analfalte bis zu 1 Ct. groß, oft mit flächigen Rötungen.Gut für das Pflegepersonal - sie bleibt dann oft 8 - 10 Tage im Bett u. kommt nicht in den Rollstuhl.
Heim: liegt an den strammen Po-Backen. Arzt: Frecacidspray u. neu: Tannolact(?), Dekubituskissen f, Rollstruhl, andere Lagerung. Ergebnis: unverändert schlecht.

Kann jemand einen Tipp geben, was noch gemacht werden könnte? Heimwechsel unmöglich wg. fehlender Alternative in noch erreichbarer Nähe.

Vielen Dank.
 
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Rentner/Betreuer
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Lisy

Hallo siggi,
seit ihr euch sicher, daß das ein Dekubitus ist?
wenn ja, ist Druckentlastung das einzig sinnvolle.
Gruß Lisy
 
Monika58

Monika58

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26.09.2005
Bonn
Hallo siggi,

und selbst wenn es ein Dekubitus sein sollte (ich habe ähnlich wie Lisy meine Zweifel) ist gerade die Lokalisation ein Grund, Deinen Stieftochter in den Rollstuhl nicht in den Rollstuhl zu mobilisieren.

Die Tatsache, dass der Arzt Tannolact verschreibt spricht eher für eine Mazeration als für einen Decubitus. Bitte doch das Pflegepersonal mal, eine einfach gelegte Mullkompresse zwischen die "strammen Po-Backen" zu legen (off-topic: was für eine bescheuerte Begründung für Hautveränderungen :sick: )

Gruß
Monika
 
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Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
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Leiterin Fachseminar für Altenpflege
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Tinimaus

Hallo Siggi,
hast du mal daran gedacht einen Abstrich machen zu lassen von diesem Defekt? Vielleicht hat sie einen Keim oder einen Pilz oÄ ... Deshalb vielleicht ein immer wieder kehrendes Problem !
Dann könnte man ein geeignetes Mittel evtl finden...

einige Links für dich :
Dekubitus-Ratgeber - Dekubitus - Immer noch ein Pflegeproblem ? !
www.medizininfo.com/wundmanagement
Homepage

und noch ein paar Infos aus dem Netz:

Allgemeine Pflegemaßnahmen

Zu den allgemeinen Pflegemaßnahmen gehört eine eiweiß-, kohlenhydrat- und vitaminreiche Ernährung. Die tägliche Flüssigkeitszufuhr sollte zwei Liter nicht unterschreiten, um ein Austrocknen zu verhindern. Fieber sollte mit Wadenwickeln und möglicherweise fiebersenkenden Medikamenten behandelt werden. Das Bett des Pflegebedürftigen ist regelmäßig von Essensresten zu reinigen. Knöpfe und Nähte an der Bettwäsche sollten so liegen, dass sie nicht zu Druckstellen führen können. Bei Inkontinenz oder starkem Schwitzen des Betroffenen muss die Bettwäsche häufig gewechselt werden


Ich wünsche dir alles gute!!!
LG Tini
 
Vaiolenz

Vaiolenz

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Hallo, Siggi!
Hast Du einen Einblick in die Wunddokumentation und in die Pflegeplanung? In den Verordnungsplan des Arztes? Dann verlange das! Sind in der Wunddoku individuelle Nah,- und Fernziele formuliert? Wie siehts in der Planung aus? Lagerungsfrequenz? Unter Aussparung der Rückenlage? Hilfsmittel? Weichlagerungsmatratze? Wechseldruckmatratze? 30-Gradlagerung? Welcher Dekubitusgrad?
Hab nicht gewußt, dass es Tannolact noch gibt, klingt dann aber eher dann so gar nicht nach nem Dekubitus, da kann ich meinen Vorgängerinnen nur zustimmen! Gibt es denn eine Wundberatung im Hause? Oder eine externe?. Das sollte mal schon etwas näher beäugt werden, da kann ich auch wieder nur zustimmen.
Laß Dich mal nicht fertig machen und mach Dich mal irgendwo schlau, was man da machen kann. Notfalls beim MDK, Heimaufsicht, keine Ahnung. Aber das sind recht scharfe Geschütze, da muß alles andere erst einmal ausgereizt sein, sonst gibt das nur Ärger! Und nichts überhasten, am besten ruhig, bestimmend und überlegend auftreten, sachlich argumentieren ohne Wutausbrüche, dass führt nur zu Unbill auf beiden Seiten, fürchte ich!
Liebe Grüße,
Dein Jens.
 
Qualifikation
Altenpfleger, Pflegeexperte Wachkoma, PA, Hygiene
Fachgebiet
24- Stunden Heimbeatmung
Weiterbildungen
Ich würde mich auf eine Fachweiterbildung in Palliative Care freuen. Und das schon seit nunmehr sechs Jahren. Ich pack das..........!
L

Lisy

Hallo Siggi,
ich hab da doch noch mal ne Idee. Kann es sein, das deine Stieftochter öfters sehr dünnen Stuhlgang hat?
Das könnte auch noch ein Auslöser für dss Problems sein.
Gruß Lisy
 
R

Rixte

Hallo Siggi,
Kann mich den anderen nur anschließen. Ich arbeite mit Wachkomapat. und dieses Problem taucht immer wieder auf.
Durch das Sitzen im Rolli entsteht eine "feuchte Kammer" gerade in der Analfalte.

Meistens sind es bei unseren Pat. tatsächlich Pilze.

Mehrmals am Tag säubern mit Wasser, und gut trocknen. Bitte nur einmal am Tag Seife, oder nach Stuhlgang.
WIr behandeln sie mit Fungizidsalbe und Mirfolangemisch 2xtgl (Noch 10 Tage nach abklingen) außerdem einen dünnen Tupfer dazwischen,(Keine Faltenbildung, sonst entsteht ein Deku ) so dass nicht Haut auf Haut kommt. Mirfulan nur dünn auftragen.
ES gibt Gegner von Mirfulan, wir haben auch schon anderes ausprobiert, aber der Erfolg hat uns immer wieder darauf zurückgreifen lassen.

Wenn die Haut abgeheilt ist, kann sie geschützt werden mit Cavilon. Muss richtig trocken sein, sonst klebt die Haut zusammen.Hält drei Tage und muss dann erneuert werden. In den drei Tagen keine Seife und keine Cremes in den Bereich, da sonst keine Wirkung.

Versuchen die Schutzhose wegzulassen und legen nur eine größere Vorlage vor. Gibt aber mehr zum Waschen, da manchmal etwas vorbeigeht. Im Bett nichts, außer die Creme und der Tupfer.

Abstrich wäre gut.Damit gezielt behandelt werden kann.

Übrigens im Rolli wird die Analfalte nur bei falschem Sitz belastet. Es wird deutlich mehr Druck in Rückenlage im Bett ausgeübt. Oder aber wenn der Rolli zu weit gekippt ist. Der meiste Druck im Sitzen geht auf die Sitzhöcker.

Mal ganz ehrlich, wenn es seid Jahren besteht, und es sich nicht vergrößert, spricht es für das Heim. Bei mangelnder Pflege wäre es größer und tiefer geworden.

Wieviele Frauen mit "strammen Pobacken" kennen es, das bei anhaltenden Schwitzen, sich die Analfalte rötet.Bedingt durch Feuchtigkeit und Haut auf Haut reiben. Dieses Problem kenne ich auch von anderen Stationen, es nur besser zu beheben, als bei jemanden der sich nicht äußern und bewegen kann und auf den Rolli angewiesen ist.


LG Rixte
 
U

UlrichFürst

Also von einer Arztanordnung (im Bereich Cremes/Salben/Tinkturen) auf eine Erkrankung zu schließen halte ich für sehr gewagt...

Ulrich
 
Monika58

Monika58

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siggi

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15.02.2006
Heiligenhaus
Dank an alle, die mir so viele Ratschläge gegeben haben. Der Arzt war stocksauer, als ich das bei ihm angesprochen habe. Er hat meine Frau so angefahren, dass sie auf der Rückfahrt einen schweren Unfall verursachte.

Lt. Arzt kann man nichts machen, die Haut in der Analfalte sei eben zu dünn. So kommt nach Anheilen alle 8 - 10 Tage wieder eine neue Entzündung, heißt Frecacid sprühen (vom Taschengeldkonto) und im Bett bleiben.

Ich gebe mich geschlagen.

Vielen Dank.
 
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Monika58

Monika58

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Vaiolenz

Vaiolenz

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Hallo, Siggi!
Das ist jetzt nicht Dein Ernst???!!!:mad_2: Was ist denn das für ein Arzt???!!!
Und wie ist das mit dem Unfall? Also, mir brennen gleich sämtliche Lichter durch, dass geht man ja gar nicht! Das läßt Du Dir doch hoffentlich nicht gefallen? Wie ist es mit einer Beschwerde bei der Ärztekammer? Ich weiß nicht, inwiefern da noch andere Gremien helfen könnten, aber so ein Miesepter gehört in die Zeitung, mit nem fetten Artikel und Photos plus Adresse!:angry: Ich hoffe, dass das Pflegepersonal wenigstens sein Bestes gibt? Oder sind die Herrschaften Deiner Meinung wirklich froh darüber, dass sie im Bett liegt? So ein Mensch ist doch schnell angezogen und in den Rollstuhl gesetzt? Ich hoffe, dass Du nicht im Ernst aufgibst und Deinen Weg zuende gehst?!:thumbsup2:
Ich wünsche Dir trotzdem ein schönes Wochenende, viel Kraft, Mut und einen festen Willen, weiterzumachen und nicht zu resignieren.
Liebe Grüße,
Dein Jens.
 
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Ich würde mich auf eine Fachweiterbildung in Palliative Care freuen. Und das schon seit nunmehr sechs Jahren. Ich pack das..........!
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Lisy

Hallo sigi,
bitte alles, aber nicht aufgeben! Zieh doch einen Hautarzt zu Rate und vor allem, wechsle den Hausarzt.
Ich hoffe bei dem Unfall wurde niemand verletzt.
Gruß Lisy
 
S

siggi

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15.02.2006
Heiligenhaus
Danke für die aufmunternden Worte. Die wenigen Pflegekräfte geben ihr Bestes, sind m.E. schon lange gründlich überfordert, weil zu wenige für viele Bewohner im Koma. Ein Arztwechsel ist kaum möglich, niemand will eine einzelne Person im Koma in einem Heim betreuen, keiner in die Pfründe des Platzarztes eindringen. So kann er seit Jahren auch die Salben u. Sprays alle privat verschreiben, weil wir machtlos sind. Eine Heimalternative, für über 73-jährige Angehörige noch erreichbar, gibt es hier nicht. Das ist ein Drama, an dem meine Frau und ich als Stiefvater so langsam zu Grunde gehen.

Warum leben wir nicht in Bayern, wo die Anzahl der heime u. die Pflege um Welten besser sein soll.
 
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Tinimaus

Lieber Siggi,
ich schicke dir ein paar liebe Grüsse aus Bayern, vielleicht hilft das!
Lg Tini aus Bayern ( eigentlich Franken :wink: )
 
U

UlrichFürst

Persönliche Erfahrungen:sick:

@siggi:
Ich würde an Deiner Stelle trotzdem eine Zweitmeinung einholen. Oder schau mal ob bei Euch in der Gegend eine Wundambulanz/Wundtherapeutin/-managerin zu finden ist. Ansonsten sieht evtl. ein Wundmanager einer Verbandsmittelfirma sogar mal drauf (in der Hoffnung seine Produkte los zu werden). Bei letzteren bleibt natürlich die Frage ob der seine Kompetenz oder seine Bilanz in den Vordergrund schiebt.

Ulrich
 
M

M.schwarz

Neues Mitglied
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23.07.2007
32791
Hallo Siggi!
bin neu hier aber was hälst du von Mirfulansalbe heist die ,habe da sehr gute Erfahrungen mit gemacht in der Praxis.Wennes wirklich ein Dekubitus ist hilft auch sogenannte Konfilplatten oder Gase nennt mann das auch ist so eine art Gitter und ist in der Verpackung schon in Betaisadonalösung eingelegt.
Das andere ist eine elektrische Antidekubitusmatratze was mir jetzt so spontan einfällt.

Ciao

M.Schwarz
 
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Rixte

Danke für die aufmunternden Worte. Die wenigen Pflegekräfte geben ihr Bestes, sind m.E. schon lange gründlich überfordert, weil zu wenige für viele Bewohner im Koma. Ein Arztwechsel ist kaum möglich, niemand will eine einzelne Person im Koma in einem Heim betreuen, keiner in die Pfründe des Platzarztes eindringen. So kann er seit Jahren auch die Salben u. Sprays alle privat verschreiben, weil wir machtlos sind. Eine Heimalternative, für über 73-jährige Angehörige noch erreichbar, gibt es hier nicht. Das ist ein Drama, an dem meine Frau und ich als Stiefvater so langsam zu Grunde gehen.

Warum leben wir nicht in Bayern, wo die Anzahl der heime u. die Pflege um Welten besser sein soll.
Ich glaube auch in Bayern gilt das gleiche Gesundheits gesetz.
Was den Arztwechsel so erschwert ist auch die Tatsache, dass das Buget leicht überschritten wird, und wenn es das nicht soll, es eine Unmenge an Schreibkram bedeutet.

Habt ihr schon mal von Wachkoma Ev gehört?

PiW e.V. - Patienten im Wachkoma

Ist zumindest hier in HH ein guter Ansprechspartner für Probleme mit Wachkomapat.

LG Rixte
 
P

panterra80

Mitglied
Basis-Konto
15.07.2007
12169
Lieber Siggi, es ist natürlich schwer mit einem Arzt zu argumentieren, wenn man nicht das gleiche Wissen hat. Du scheinst sogar Pech mit deinem Exemplar zu haben, der offenbar weder sehr fachkompetent noch den richtigen Umgang mit Menschen kennt. Was du natürlich im Endeffekt machst sei dir überlassen. Ich will dir nur etwas Mut zusprechen. Wenn alle Stricke reißen und keine Kommunikation möglich ist würde ich erst ein Gespräch mit der Heimleitung führen. Falls es nichts bringen sollte hast du die Möglichkeit dich mit dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen in Verbindung zu setzen um einfach mal den Fall zu schildern und neue Therapieansätze aufzutun. Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute
 
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05.07.2001
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