Innere Medizin Dekubitus

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Elisabeth Dinse

Gesperrter Benutzeraccount
13.08.2000
00000
Hallo @all,
ich wurde auf dem forum des Werner Schell teams auf folgende Seite aufmerksam gemacht und fand sie weiterempfehlenswert.

Elisabeth
 
Qualifikation
KS, PA BasStim, FS A/I
Fachgebiet
IBFW
Bob Brewer

Bob Brewer

Mitglied
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01.12.2000
44287
Qualifikation
Einrichtungsleitung, Pflegedienstleiter, TQM Qualitätsbeauftragte
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
WBL, PDL, TQM-QMB, HL
C

Coratte

Mitglied
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02.10.2004
41239
Re: Dekibitus

Hi - also ich habe mir diese Leitlinie interessiert durchgelesen, ,jedoch fehlen mir hier Anregung zur Hautpflege...

In unserem KH werden Dekubitigefährdete Pat 2 mal täglich mit Bepanthen Creme an Gesäß und Fersen mit Panthenol Creme eingecremt. Nun haben wir uns vor kurzem überlget ob das eigentlich auch wirklich Sinn macht - oder ob wir das nur aus gewohnheit machen ...

Ich brauche eure Rückmeldung - wie sieht bei euch Dekubitisprophylaxe aus ? Cremt ihr ein ?

Bei uns wird halt 1 mal pro Woche die überarbeitete Nortonskala ausgefüllt - demnach entscheidet sich ob der Pat eine Weichlagerungsmatratze (Tempur, Airwave oder Biwave) - und ob er 2hlich gelagert wird oder nicht (wobei dies auch gelegentlich ohne entsprechendes Ergebniss der Skala gemacht wird). Mobilisation gehört natürlich ebenfalls dazu!! Und dann halt das eben beschriebene eincremen von Gesäß und Fersen - ggf auch andere Hautstellen (wenn diese trocken oder andersweitig besonders gefährdet sind)
 
Qualifikation
exam. Krankenschwester
Fachgebiet
Gastroenterologie - Nuklearmedizin - Infektstation
J

Jens Schouten

Mitglied
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Re: Dekibitus

Eincremen ist ansich nicht schlecht, solang man nicht die anderen Faktoren vergißt, die die Haut geschmeidig und elastisch halten UND nicht außer Acht läßt, daß ein Decubitus KEIN Salben-Mangel-Syndrom, sondern ein Druckgeschwür ist.

Grüße!
Jens
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Pflegemanagement Innere Medizin
I

Infermiera

Mitglied
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19.07.2001
76327
Re: Dekibitus

Hallo zusammen, Hallo Schaaf

Ich dachte ich sehe nicht richtig, als ich deinen Beitrag gelesen habe....In Deinem KH wird tatsächlichnoch geschmiert?!
Hinterfragt das denn keiner in unserer heutigen aufgeklärten Welt?
Das oberste Ziel der Deku-Perophylaxe ist doch intakte Haut erhalten, oder?
Wie verhindert man denn mit Salben ein Druckgeschwür?
mit Bepanthen wird´s doch nur schmierig und keime Fühlen sich doch dann erst richtig wohl?

Und Mobilisation und lagern scheint da wohl eher zweitrangig???


Liebe Grüsse
Infermiera
 
Qualifikation
Krankenschwester
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Innere
C

Coratte

Mitglied
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02.10.2004
41239
Re: Dekibitus

Bei uns wird halt 1 mal pro Woche die überarbeitete Nortonskala ausgefüllt - demnach entscheidet sich ob der Pat eine Weichlagerungsmatratze (Tempur, Airwave oder Biwave) - und ob er 2hlich gelagert wird oder nicht (wobei dies auch gelegentlich ohne entsprechendes Ergebniss der Skala gemacht wird). Mobilisation gehört natürlich ebenfalls dazu!! Und dann halt das eben beschriebene eincremen von Gesäß und Fersen - ggf auch andere Hautstellen (wenn diese trocken oder andersweitig besonders gefährdet sind) (s. oben - mein erster beitrag)!!!!



.... also auch bei und wird mobilisiert - und wie du durch meinen Beitrag siehst wird auch in unserer heutigen Welt hinterfragt....
 
Qualifikation
exam. Krankenschwester
Fachgebiet
Gastroenterologie - Nuklearmedizin - Infektstation
G

gunde

Mitglied
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31.01.2003
47551
Re: Dekibitus

Hallo Schaaf, Hallo @all!
Ich kann euch nur den Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege empfehlen. Dieser ist herausgegeben vom Deutschen Netzwerk für Qualitätssicherung in der Pflege und enthält alle wichtigen Informationen über die Art der Prophylaxen die sinnvoll sind und solche, die man nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht mehr anwenden darf.

Liebe Grüße
Gunde
 
Qualifikation
Krankenschwester/ BA of Nursing
Fachgebiet
RK Bedburg-Hau
C

Coratte

Mitglied
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02.10.2004
41239
Re: Dekibitus

und wo gibt es den ?
 
Qualifikation
exam. Krankenschwester
Fachgebiet
Gastroenterologie - Nuklearmedizin - Infektstation
G

gunde

Mitglied
Basis-Konto
31.01.2003
47551
Re: Dekibitus

Den Expertenstandard Dekubitusprophylaxe gibt es unter www.dnqp.de und dann unter Veröffentlichungen. Leider ist hier wirklich nur der Standard abgebildet ohne weitere Erläuterungen. Meiner Meinung nach sind die Erläuterungen aber sehr wichtig, da hier auch die anzuwendenden Mittelchen erwähnt werden (bzw. der Grund angegeben wird warum bestimmte Sachen nicht angewendet werden sollen/dürfen). Das gesamte Skript ist für 17,- Euro zu erwerben. Ich will hier keine Werbung machen, aber ich habe ihn mir bestellt und kann nur sagen - es lohnt sich wirklich.

LG
Gunde
 
Qualifikation
Krankenschwester/ BA of Nursing
Fachgebiet
RK Bedburg-Hau
Manegger

Manegger

Mitglied
Basis-Konto
Re: Dekibitus

Bei uns wird halt 1 mal pro Woche die überarbeitete Nortonskala ausgefüllt - demnach entscheidet sich ob der Pat eine Weichlagerungsmatratze (Tempur, Airwave oder Biwave)...


Hallo Schaaf,
es sicher sehr lobenswert, wenn ihr dieses Procedere so durchführt. Allerdings warum gerade Panthenol?
Was spricht gegen W/Ö Emulsionen? Hilft das nicht genau so gut? Meiner Ansicht ja und es ist auch noch günstiger.

Außerdem: Ist es nicht so, dass Wechseldruckmatratzen schwer in der Diskussion stehen, da sie eigentlich nicht viel Nutzen?
Ich meine Ich habe da mal gehört. Wissen tue ich, dass KCI z.B. diese Matratzen nur deswegen vertreibt, weil sie vom Kunden angefragt werden, weniger, weil sie einen überdurchschnittlich größeren Nutzen als eine TEMPUR - Matratze haben.
Kann jemand diese Annahme unterstreichen?

Gruß
Klaus
 
Qualifikation
Dipl.Pflegewirt
N

Nommo

Mitglied
Basis-Konto
31.01.2005
Re: Dekibitus

Encremen hat ja solange nichts mit einem Närboden zu tun, wie die Haut intakt ist, also finde ich das nichts dagegen spricht.

Lagern ist ja wohl sowieso usus, oder nicht?

Wenn die haut allerdings offen ist würde ich bei erstem Grad wohl noch Panthenol verwenden (Granulierend), danach aber in jedem Fall spezielle Vb Materialien verwenden (Sorbalgon, Salbengitter, Hydrocolloidplatten oder ähnliches) wir haben auch mit alternativen Methoden wie bestimmten Ölen (Calendula und ???) gute Erfarungen gemacht und nicht zuletzt mit medizinischem Honig

probierts mal aus, Jan
 
Qualifikation
GuKP | Facharzt Anästhesie - Notfallmedizin - TEE
Fachgebiet
Anästhesie
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Herold

Neues Mitglied
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10.04.2005
70173
Re: Dekibitus

Außerdem: Ist es nicht so, dass Wechseldruckmatratzen schwer in der Diskussion stehen, da sie eigentlich nicht viel Nutzen?
Ich meine Ich habe da mal gehört. Wissen tue ich, dass KCI z.B. diese Matratzen nur deswegen vertreibt, weil sie vom Kunden angefragt werden, weniger, weil sie einen überdurchschnittlich größeren Nutzen als eine TEMPUR - Matratze haben.
Kann jemand diese Annahme unterstreichen?

Gruß
Klaus
Hallo,

diese Annahme kann ich nicht unterstreichen und auch nicht unterstützen. Es ist erwiesen, dass Wechseldruckmatratzen einen geringeren Auflagedruck aufbauen und bei bereitsbestehenden Dekubities und bei stark gefährteten Patienten eine bessere Heilungstendenz und auch Prophylaxe bieten.

Der einzige Nachteil sind sehr hohe Kosten und der Verlust der Körperwahrnehmung durch sehr geringen Auflagedruck.
Daher ist bei Apoplexpatienten dies zu überlegen.

Bei uns Im Haus wurde die Nortonskala vor kurzem abgelöst, gegen die Braden-Skala, die ein wenig individueller auf den Patienten abgestimmt ist.
Nach der Auswertung der Punkte wird das Risiko verglichen mit dem Expertenstandart und die nötigen Maßnahmen eingeleitet.


Gruß Michl
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Innere MedI
U

UlrichFürst

Re: Dekibitus

Den Expertenstandard Dekubitusprophylaxe gibt es unter www.dnqp.de und dann unter Veröffentlichungen. Leider ist hier wirklich nur der Standard abgebildet ohne weitere Erläuterungen. Meiner Meinung nach sind die Erläuterungen aber sehr wichtig, da hier auch die anzuwendenden Mittelchen erwähnt werden (bzw. der Grund angegeben wird warum bestimmte Sachen nicht angewendet werden sollen/dürfen). Das gesamte Skript ist für 17,- Euro zu erwerben. Ich will hier keine Werbung machen, aber ich habe ihn mir bestellt und kann nur sagen - es lohnt sich wirklich.
Oder mal den AG fragen. Dürfte in vielen Kliniken vorhanden sein...

Ulrich
 
T

Theresa.Jahn

Neues Mitglied
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17.12.2005
51491
Hallo ich grüß euch alle,
bei uns im Haus ist man derzeit aktiv in der Umsetzung des Expertenstandards zu gange. Folge ist dass wir nun die Norton-Skala gegen die Braden-Skala getauscht haben und dass es anstatt einem einfachen Lagerungsplan nun einen ausführlichen Bewegungsplan gibt. Druckentlastug ist das A und O in der Dekubitusprophylaxe und porenverstopfende Salben wie z,B Zinksalbe sind laut Expertenstandard ebens so wie Felle, absulut out. Neu im Kommen sind immer mehr die Mikrolagerungen. Ebenso neu war zumindestens der Fingerdrucktest bei Rötungen zur Feststellung eines Dekubitus ersten Grades.
 
Qualifikation
Azubi Krankenschwester
Fachgebiet
Innere
Monika58

Monika58

Aktives Mitglied
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26.09.2005
Bonn
Re: Dekibitus

Wenn die haut allerdings offen ist würde ich bei erstem Grad wohl noch Panthenol verwenden (Granulierend)
Sorry, aber wenn sich eine offene, nässende Wunde zeigt, handelt es sich nach Seiler bereits um einen Decubitus II°

Leider wird die nicht wegdrückbare Rötung, die den Decubitus I° charakterisiert, immer noch übersehen oder verharmlost. Salben helfen in dem Stadium NULL, einzig richtig ist dann die 100%ige Druckentlastung über 24 Stunden bist zum Verblassen der Rötung.
Der in einem anderen Beitrag erwähnten Mikrolagerung sollte in der Tat viel mehr Beachtung geschenkt werden: sie ist effektiv, auch durch eine Pflegeperson durchführbar (z.B. im Nachtdienst ein wichtiger Aspekt) und für den Patienten/Bewohner gerade auch in der Nacht schonend, da die Nachtruhe weniger gestört wird.

Gruß
Monika
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
R

Rosi S.

Unterstützer/in
Basis-Konto
14.12.2005
München
Re: Dekibitus

Wo gibt es genaue Anleitungen für diese Mikrolagerungen?
 
Qualifikation
Krankenschwester, PA
Fachgebiet
Berufsfachschule
S

stern3007

Aktives Mitglied
Basis-Konto
29.07.2005
Köln
Die Salbenschmiererei mit Panthenol bringt nichts. Dekubiti sind Druckgeschwüre und da kommt man nicht umhin, eine konsequente Druckentlastung zu machen.

Die Aussage, dass Wechseldruckmatratzen keinen Nutzen haben sollen kann ich nicht nachvollziehen. Ich arbeite im ambulanten Pflegedienst, regelmässige Lagerung (z.B. alle 2 Stunden) der Patienten ist meist aufgrund der Anfahrtsrhythmen nicht möglich. Wir sorgen dafür, dass unsere Patienten schnellstmöglich ein Wechseldrucksystem erhalten, mit Ausnahme der wenigen Patienten, wo dies keinen Sinn macht und können in den meisten Fällen einen Dekubitus verhindern.

Unsere Rollstuhlpatienten erhalten meist auch ein entsprechendes Wechseldruckkissen für den Rollstuhl. Druckgeschwüre am Po sind seitdem eine Seltenheit bei uns. Außerdem hat ein Roho Kissen mit einem 4Kammer System auch den Vorteil, dass man den Patienten entsprechend seines Defizits in eine optimale Sitzposition bringen kann.

Allerdings stelle ich immer wieder mit Erstaunen fest, dass zwar alle über Pflegestandards, QM etc sprechen, aber wenn ich sehe, in welchem Zustand manche Patienten aus dem Krankenhaus kommen, kann ich nur den Kopf schütteln. Vor allem dann, wenn wir innerhalb kurzer Zeit die Dekubiti zur Abheilung bringen. Warum dann nicht gleich so arbeiten, dass keine entstehen?
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
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hauer001

Mitglied
Basis-Konto
20.09.2005
Homburg Saar
hi alle,
also ich war beim umsetzten des expertenstandarts dekubitus bei uns im haus mit eifer dabei.
- aus dem lagerungsplan wurde ab sofort ein bewegungsplan
darin werden alle bewegungen des patienten festgehalten, links - rechts - mobilisation an den tisch und so weiter. natürlich dachten wir auch an die mikrolagerung, wir haben die aber absichtlich auf der station weggelassen, aber eine spalte dafür freigelassen.
- ein dekubitus kann auch durch magelernährung auftreten
- wechseldruckmatratzen sind wohl personalsparend, aber haben auch seine nachteile


zu stern3007: also bitte nicht die kollegen persönlich angreifen. in deiner ausbildung warst du bestimmt in einer klinik und dort kennst du das treiben was da abgeht, und es wird immer schlimmer.
wenn ich an manche einlieferungen denke die von den kollegen der ambulanten pflege kommen, denke ich auch oft wo die gelernt habe und äußere mich nicht.also immer zuerst an die grunderkrankung denken.

in dem neuen "Bewegungsplan" wird alles detailgetreu aufgeführt, selbstverständlich auch wenn der patient es verweigert. schon wegen der rechtlichen sache

gruss hauer
 
Qualifikation
Krankenpfleger Praxisanleiter
Fachgebiet
Innere
V

vera222

Neues Mitglied
Basis-Konto
07.12.2005
37691
Hallo Schaaf, das eincremen mit Panthenol o ä. dient oft nur zur eigenen Selbstberuhigung-ja, ich habe etwas getan- ok als Hautschutz akzeptabel aber als Dekubitusprophylaxe völlig indiskutabel siehe Expertenstandard. Mobilisation und erhöhte Eiweißzufuhr ist das a und o.Hier können Pflrgekräfte beweisen, was sie "drauf" haben!
 
Qualifikation
pdl
Fachgebiet
altenpflege
E

elena

Mitglied
Basis-Konto
30.07.2005
29562
Ich frage mich wann diese unsinnige Schmiererei endlich ein Ende findet. Nichts gegen Salben, aber es wäre wünschenswert, wenn man auch diese, ähnlich wie Medikamente gezielt und bewußt einsetzt.
elena
 
Qualifikation
fachkrankenschwester
Fachgebiet
IMC
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