Arbeitsrecht Definition einer Dienstanweisung

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
T

Teetrinkerin

Aktives Mitglied
Basis-Konto
22.10.2009
Frankfurt
Kann mir jemand den Begriff einer Dienstanweisung definieren?

Benötigt diese einer Schriftform?

Wann gilt sie mündlich, ist sie mündlich überhaupt nachvollziehbar?

Bsp:
In einer Dienstbesprechung wurde von PDL verkündet, dass man ab sofort im Krankheitsfall am letzten Tag der AU sich vor 13h mittags an der Arbeitsstelle gesund zu melden hat, bzw. zu sagen ob man am kommenden Tag zum Dienst kommen wird.
Wer sich daran nicht hält, hat mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu rechnen.
Darf die PDL dies als Dienstanweisung oder Dienstvereinbarung bezeichnen die man unterzeichnet hat, weil man das Protokoll als gelesen abzeichnet?

Dazu fällt noch ein, man ist am letzten Tag der Krankmeldung ja noch krank. Kann man in einem Krankheitstag per Dienstanweisung dazu verdonnert werden, sich beim Arbeitgeber zu melden?

Dazu muss ich noch sagen, mir ist klar, dass der AG eine Planungssicherheit benötigt, aber darf das dazu führen, dass man sich dermaßen reglementieren lassen muss?
 
Qualifikation
Pflegefachkraft
Fachgebiet
Pflege
R

resigniert

Aktives Mitglied
Basis-Konto
03.01.2013
Münster
AW: Definition einer Dienstanweisung

Kann mir jemand den Begriff einer Dienstanweisung definieren?

Benötigt diese einer Schriftform?

Wann gilt sie mündlich, ist sie mündlich überhaupt nachvollziehbar?

Bsp:
In einer Dienstbesprechung wurde von PDL verkündet, dass man ab sofort im Krankheitsfall am letzten Tag der AU sich vor 13h mittags an der Arbeitsstelle gesund zu melden hat, bzw. zu sagen ob man am kommenden Tag zum Dienst kommen wird.
Wer sich daran nicht hält, hat mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu rechnen.
Darf die PDL dies als Dienstanweisung oder Dienstvereinbarung bezeichnen die man unterzeichnet hat, weil man das Protokoll als gelesen abzeichnet?

Dazu fällt noch ein, man ist am letzten Tag der Krankmeldung ja noch krank. Kann man in einem Krankheitstag per Dienstanweisung dazu verdonnert werden, sich beim Arbeitgeber zu melden?

Dazu muss ich noch sagen, mir ist klar, dass der AG eine Planungssicherheit benötigt, aber darf das dazu führen, dass man sich dermaßen reglementieren lassen muss?
Wir haben diese Dienstanweisung schriftlich, der BR hat zugestimmt.
Bis 11.00 Uhr am letzten AU-Tag die Mitteilung ob wieder arbeitsfähig oder erneuter Arztbesuch.
Wenn der Letzte Au-Tag auf einen Sonntag fällt, Freitags bis 11.00 Uhr melden.
Wir AN haben jetzt kein Problem damit, evtl. weil es schon recht lange so läuft
 
Qualifikation
GuK
Fachgebiet
Intern
P

pegean

Unterstützer/in
Basis-Konto
22.09.2009
düsseldorf
AW: Definition einer Dienstanweisung

Der AG hat das Weisungsrecht nach § 106 Gewerbeordnung (GewO).Das darf er wohl delegieren wie er es hier gemacht haben könnte .
Aber es darf nicht mißbräuchlich verwendet werden was m.M. nach hier die PDL macht .
Der AG hat den KS worauf auch das Datum vermerkt ist wann die KS endet .So lange wie man krank geschrieben ist kann niemand dazu verdonnert den AG zu kontaktieren.Ausser wenn bereits vor dem "Ablaufdatum" fest steht das die KS verlängert wird .
Frag doch mal die PDL welche arbeitsrechtlichen Konsequenzen sie meint und ob sie diese z.Bsp. mit einem FA für Arbeitsrecht abgesprochen hat .
Stände diese "Dienstanweisung" in einem Protokoll würde ich das nicht unterschreiben .Oder um eine Kopie bitten um es einen Rechtsgelehrten vorzulegen bevor ich das Original unterschreibe .Wie sie da wohl gucken würde ?

LG
 
Qualifikation
krankenschwester
Fachgebiet
altenheim-lt.nachtwache
T

Teetrinkerin

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
22.10.2009
Frankfurt
AW: Definition einer Dienstanweisung

Stände diese "Dienstanweisung" in einem Protokoll würde ich das nicht unterschreiben .Oder um eine Kopie bitten um es einen Rechtsgelehrten vorzulegen bevor ich das Original unterschreibe .Wie sie da wohl gucken würde ?
Das kann ich immer noch machen, danke für den Tip.

So lange wie man krank geschrieben ist kann niemand dazu verdonnert den AG zu kontaktieren.Ausser wenn bereits vor dem "Ablaufdatum" fest steht das die KS verlängert wird .
Danke, aber wo kann ich das nachlesen?

Resigniert - netter Nickname - die arbeitsrechtlichen Konsequenzen wurden aufgezählt: zuerst eine mündliche Belehrung, dann eine schriftliche Ermahnung, dann die erste Abmahnung, die zweite und dann der Rausschmiss.

Sie sagte dann noch, mir kann es doch egal sein wann ihr euch krank meldet, wenn ich niemanden finde, haben die jeweiligen Kollegen die A-Karte.

Nochmal zum Protokoll. Mir fällt eben ein, dass ich nicht das fertige Protokoll unterschreibe, sondern die Anwesenheitsliste die rumgeht, wenn die Besprechung statt findet. Macht das einen Unterschied?
 
Qualifikation
Pflegefachkraft
Fachgebiet
Pflege
leaving-the-moon

leaving-the-moon

Unterstützer/in
Fördermitglied
29.06.2011
Karlsruhe
AW: Definition einer Dienstanweisung

Ich kenne da auch so. Auch als Dienstanweisung im Übrigen. Habe mir da nie Gedanken drum gemacht ob man mich dazu verpflichten kann an meinem letzten Krankheitstag beim AG anzurufen - ich habs einfach gemacht. Wenn Genesung absehbar war auch früher.
Allerdings hatte ich auch da schon immer ein Problem damit ggf. schon am Freitag abzuschätzen ob ich Montag wieder arbeitsfähig sein werde. Bei uns war das kein Problem, man hat am Freitag angerufen und gesagt: Noch fühl ich mich Scheiße, ich kann es noch nicht sagen, melde mich am Sonntag nochmal.
Ich denke es ist keine Zumutung einen kurzen Anruf zu tätigen. Wenn man morgens um fünf feststellt, dass man krank ist, ruft man ja auch an und sagt, dass man nicht zum Frühdienst kommt. Da ist man dann doch auch krank - auch wenn man den Krankenschein erst ein paar Stunden später bekommt.

Die A-Karte hat im übrigen durchaus die PDL, wenn sich so viele Leute überraschend (Grippewelle) krank melden, dass morgens um 6:00 Uhr keiner erscheint um den ND abzulösen - die muss nämlich dafür sorgen, dass Personal herbeikommt oder notfalls auch selbst mit anpacken.
 
Qualifikation
PFK Intensiv und Anästhesie
Fachgebiet
Freiberufler, Intensiv und Anästhesie
Weiterbildungen
abgebrochenes Studium von anno dunnemal, FWB Anästhesie und Intensiv, FWB Stationsleitung, Peer Toutoring Kinaesthetics,
SchwesterWolfgang

SchwesterWolfgang

Unterstützer/in
Basis-Konto
29.11.2008
Cottbus
AW: Definition einer Dienstanweisung

. . . so nen dreifach gequirlten Unsinn liest man mit besonderem Vergnügen :eek:riginal:
Aber mal der Reihe nach:
Bei Wikipedia findet sich folgende Definition:
"Allgemein versteht man unter einer Anweisung eine verbindliche mündliche oder schriftliche oder digitale Äußerung der übergeordneten Dienststelle, wie sich jemand konkret verhalten oder ein Vorgang ablaufen soll. Sie kann sich auf den Einzelfall oder eine generelle Regelung beziehen. Im Arbeitsverhältnis wird entweder von Arbeitsauftrag oder Dienstanweisung gesprochen. Das Recht, Dienstanweisungen zu geben, leitet sich aus dem Direktionsrecht des Arbeitgebers her.
Die Schriftform ist für die Verbindlichkeit nicht erforderlich."
Anmerkung dazu - die Schriftform ist zwar nicht zwingend vorgeschrieben, der Arbeitgeber ist wegen der Nachweisbarkeit WAS wurde WANN gesagt, jedoch gut beraten, eine Dienstanweisung schriftlich abzufassen.
Nur:
in dem beschriebenen Vorgang gibt es
1.) eine gesetzliche Regelung - im § 5 EntgFortzG, dass man bei Arbeitsunfähigkeit den Arbeitgeber unverzüglich zu informieren habe. Unverzüglich heißt - ohne schuldhafte Verzögerung. In der Praxis bedeutet das: ich habe eine AU bis Freitag. Am Freitag gehe ich zum Arzt und der bescheinigt mir eine weitere AU bis nächsten Freitag. Also habe ich mich nach dem Arztbesuch unverzüglich zu melden. Melde ich mich nicht, bin ich wieder arbeitsfähig und die Kollegen können am nächsten Arbeitstag laut Dienstplan mit mir rechnen. Eine Festlegung auf eine Uhrzeit halte ich für sehr fragwürdig, denn was ist, wenn ich erst Nachmittag um 17:00 Uhr aus dem total überfüllten Warteraum herauskomme?
2.) das Direktionsrecht kann der Arbeitgeber nur ausüben, wenn ich arbeitsfähig und nicht im Urlaub, oder Frei bin, also an der Arbeitsstelle. Zu Hause, und schon gar nicht während der AU, hat er mir irgendwas anzuweisen, oder kehren wir sachte zur Leibeigenschaft zurück, die wir 1833 als letztes im Königreich Hannover abgeschafft hatten?
Und den Betriebsrat, der solches absegnet, sollte man ganz fix mal auf ein Seminar schicken . . .

P.S.:. . . was uns nicht hindern kann, unsere Kolleg/innen zwanglos zu informieren, dass wir nicht weiter AU sind, wenn wir 17:00 Uhr genervt aus der Sprechstunde kommen :eek:riginal:
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Altenpflegeheim
leaving-the-moon

leaving-the-moon

Unterstützer/in
Fördermitglied
29.06.2011
Karlsruhe
AW: Definition einer Dienstanweisung

Naja - hier hatte ich nie ein Problem damit dieser Anweisung zu folgen.
Es ist im übrigen nicht so, dass man nur nicht arbeitsfähig ist, wenn man einen Krankenschein hat - sondern man meldet sich ja schon nicht arbeitsfähig, wenn man feststellt, dass man es nicht ist - in der Regel geht man erst danach zum Arzt. Die Arbeitsunfähigkeit besteht unabhängig von der "Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit". Diese ist nur ein Brief mit Siegel eines Fachmanns. Das wissen vor allem Freiberufler, die keine AU brauchen für ihre Auftraggeber - wer arbeitsunfähig zuhause mit Hexenschuss durch die Wohnung kreucht ist arbeitsunfähig, Bescheinigung hin oder her. Der Arbeitgeber kann eine AU ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit verlangen - muss er aber nicht. Die unverzügliche Meldung an den Arbeitgeber über die Arbeitsunfähigkeit ist also erstmal von der Bescheinigung unabhängig.

Ich denke dass hier ein kleiner Denkfehler vorliegt. Ich kann durchaus am Freitagmorgen schon auf Station anrufen und sagen, dass ich weiterhin krank bin und nochmal zum Arzt gehe - die genaue Dauer der AU reiche ich dann nach. In der Regel geht ein durchschnittlicher ARbeitnehmer ja nicht krank zum Arzt und bekommt keine AU.
So kann es auch sein, dass ich mich am Freitag für Montag gesund melde... weil es mir deutlich besser geht und am Sonntag einen Rückfall bekomme und mit Fieber das Bett hüte und somit auf keinen Fall am Montag arbeiten kann.
 
Qualifikation
PFK Intensiv und Anästhesie
Fachgebiet
Freiberufler, Intensiv und Anästhesie
Weiterbildungen
abgebrochenes Studium von anno dunnemal, FWB Anästhesie und Intensiv, FWB Stationsleitung, Peer Toutoring Kinaesthetics,
T

Teetrinkerin

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
22.10.2009
Frankfurt
AW: Definition einer Dienstanweisung

Ich seh das natürlich ein, dass man sich melden muss, es muss ja weitergehen, ich spreche auch nicht von plötzlicher Erkrankung, das kann mir kurz vor Dienstantritt passieren, wenn ich aus der U-Bahn rausfalle und mir den Fuss breche oder verstauche.
Mir geht es um die Festlegung auf die Uhrzeit und wenn ich das nicht tue, erwarten mich arbeitsrechtliche Konsequenzen.
Es wurde sich Samstag und Sonntag krank gemeldet (AU Bescheinigung wurde Montag vom Arzt ausgestellt). Es wäre noch angerufen worden und so wie ich es verstehe, wäre gesetzlich noch den ganzen Tag Zeit gewesen.
So wie ich die Beiträge verstehe, geht das gar nicht was sie da mit uns macht.
das Direktionsrecht kann der Arbeitgeber nur ausüben, wenn ich arbeitsfähig und nicht im Urlaub, oder Frei bin, also an der Arbeitsstelle. Zu Hause, und schon gar nicht während der AU, hat er mir irgendwas anzuweisen,
Bei der Unverzüglichkeit geht es um die Arbeitsunfähigkeit, das ist mir auch klar. Meine Frage bezog sich auf die "Gesundmeldung".

Wobei - gibt es das in der Form überhaupt?
 
Qualifikation
Pflegefachkraft
Fachgebiet
Pflege
R

resigniert

Aktives Mitglied
Basis-Konto
03.01.2013
Münster
AW: Definition einer Dienstanweisung

Bei der Unverzüglichkeit geht es um die Arbeitsunfähigkeit, das ist mir auch klar. Meine Frage bezog sich auf die "Gesundmeldung".

Wobei - gibt es das in der Form überhaupt?
Ich bin oft mit meinen Vorgesetzten nicht einer Meinung!
Aber wenn ich mich irgendwann "gesund melde" oder "weiter krank" kann dies ja auch spät abends sein. Wer soll dann den nächsten Tag organisieren? Meine SDKollegen? Oder dann doch lieber meine SL, die aber um 16.00 Uhr fertig umgezogen an der "Stechuhr" steht?
Ich kann diese Dienstanweisung "Rückmeldung aus der Arbeitsunfähigkeit" nachvollziehen und habe deshalb damit keine Probleme.
Um die Rechtmäßigkeit habe ich mir keine Gedanken gemacht.
Da gibt es größere Baustellen bei meinem AG :devil:
Z.B.: "das ist aber eine Pflichtfortbildung!"
"ich habe aber an dem Tag Urlaub"
"ja, fährst du denn weg? Wenn nicht kannste doch kommen?!!!" :motzen:
 
Qualifikation
GuK
Fachgebiet
Intern
SchwesterWolfgang

SchwesterWolfgang

Unterstützer/in
Basis-Konto
29.11.2008
Cottbus
AW: Definition einer Dienstanweisung

. . . also nochmal schön langsam:
Eine gesetzliche Regelung für eine "Gesundmeldung" gibt es nicht. Eine solche Regelung erübrigt sich auch, weil es die "Unverzüglichkeitsregel" bei Arbeitsunfähigkeit gibt.

Beispiel:
Meine AU-Bescheinigung geht bis Freitag (korrekt bis 24:00 Uhr).
Ich habe jedoch am Freitag Nachmittag einen Arzttermin, weil er mich noch einmal anschauen will, ehe er mir die Arbeitsfähigkeit attestiert.
Wenn er der Meinung ist, dass ich weiter AU bin, wird er mir das bescheinigen. Und da ich dann die Pflicht habe, mich unverzüglich zu melden, weiß mein Arbeitgeber Freitag Abend 19:00 Uhr, dass ich weiter AU bin. 19:00 deshalb, weil gerade eine Grippewelle in der Region grassiert und mein ohnehin überlasteter Hausarzt schon Überstunden gemacht hat, um alle noch abzufertigen. Und wenn ich mich nicht unverzüglich gemeldet habe, bin ich arbeitsfähig.
Was nützt dem Arbeitgeber eine zeitliche Festlegung, dass ich mich bis 11:00 Uhr melden soll, oder bis 16:00, wenn ich noch gar nicht auskunftsfähig bin? Ich könnte höchstens sagen "wahrscheinlich komme ich wieder". Das hilft jedoch demjenigen, der den Dienstplan absichern muss, herzlich wenig. Er/sie muss eh einen Plan B parat haben, für den Fall, dass ich weiter AU bin.

Einziger Effekt einer (überdies durch kein Gesetz gestützten und deshalb kaum abmahnfähigen) Uhrzeitregelung: die MA spüren den auf ihnen lastenden Druck, verfallen evtl. in Hektik, kreischen beim Hausarzt herum, dass sie unbedingt einen zeitigeren Termin brauchen und bekommen dazu noch ein schlechtes Gewissen, weil sie sich überhaupt gewagt haben, arbeitsunfähig zu sein.

Aber hatte ich das nicht schon einmal erläutert????:kopfkratz:

P.S.: sollte mein Arbeitgeber eine Uhrzeitregel als Anweisung herausgeben, würde ich es genau wie oben geschildert darauf ankommen lassen und würde mit dieser Abmahnung zum Arbeitsgericht gehen. Nach meinen bisherigen Erfahrungen ziehen sich die Arbeitsrichter die Hose morgens auch nicht mit der Kneifzange an und würden genau das, was ich dargestellt habe, in Betracht ziehen. Aber leider, leider kommt mein Arbeitgeber nicht auf solche blöden Gedanken und wenn doch, dann haben wir im Betrieb eine kleine Spaßbremse, einen Betriebsrat gewählt, die ihn beizeiten ausbremst . . .
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Altenpflegeheim
SchwesterWolfgang

SchwesterWolfgang

Unterstützer/in
Basis-Konto
29.11.2008
Cottbus
AW: Definition einer Dienstanweisung

Da gibt es größere Baustellen bei meinem AG :devil:
Z.B.: "das ist aber eine Pflichtfortbildung!"
"ich habe aber an dem Tag Urlaub"
"ja, fährst du denn weg? Wenn nicht kannste doch kommen?!!!" :motzen:
. . . na dann mal ran, an die Baustellen :super:
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Altenpflegeheim
A

Arkam

Mitglied
Basis-Konto
14.02.2013
40476
AW: Definition einer Dienstanweisung

Hallo zusammen,

solange die Meldung über den weiteren Krankheitsstand nicht verbindlich ist sehe ich in der Regelung kein Problem. Denn normalerweise kann man doch abschätzen ob man wieder Arbeiten gehen kann.
Liegt der Arzttermin natürlich nach dem Zeitpunkt an dem man sich melden muss sollte beiden Seiten klar sein das es noch eine Änderung geben kann.

Gruß Jochen
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Altenpflege
SchwesterWolfgang

SchwesterWolfgang

Unterstützer/in
Basis-Konto
29.11.2008
Cottbus
AW: Definition einer Dienstanweisung

. . . Arkam, prinzipiell stimme ich Dir zu und es wäre für beide Seiten entspannt, wenn sie das so pragmatisch sehen könnte. Wenn ich mich richtig besinne, ging es hier jedoch darum, dass eine diesbezügliche Dienstanweisung ergangen ist . . .
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Altenpflegeheim
A

Arkam

Mitglied
Basis-Konto
14.02.2013
40476
AW: Definition einer Dienstanweisung

Hallo SchwesterWolfgang,

unser Haus hart eine ähnliche Regelung und keiner hat ein Problem mit der Dienstanweisung gehabt. Weil einfach alle Seiten denn Sinn eingesehen haben. Wenn sich jetzt natürlich alle Kolleginnen und Kollegen bis Dienstag krank schreiben lassen und den Kontrolltermin am Montag haben hat man sich natürlich selbst ins Bein geschossen.
Ganz klar sollte auch sein das es hier um Rückmeldung vor Ende der Krankschreibung geht und das ganze kein Präzedenz Fall ist.
Eine ähnliche Dienstanweisung für Urlauber etwa wäre aus meiner Sicht nicht statthaft. Denn der Urlaub ist eben die Zeit wo man ganz frei von dienstlichen Belangen ist und der Dienst danach ist im Dienstplan ja eindeutig geregelt. Bei Änderungen hat die Einrichtung die Pflicht nach zu fragen ob eine Änderung möglich ist.
Auch ein Fischen nach zusätzlichen Kontaktdaten, also etwa der Handy Nr. zusätzlich zum stationären Telefon, muss natürlich ausgeschlossen sein.

Gruß Jochen
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Altenpflege
SchwesterWolfgang

SchwesterWolfgang

Unterstützer/in
Basis-Konto
29.11.2008
Cottbus
AW: Definition einer Dienstanweisung

. . . tjaaa Jochen, diesmal kann ich Dir nur teilweise zustimmen, weil: prinzipiell bin ich zwar auch stets ein Verfechter des verträglichen Miteinanders (man muss schließlich zusammen arbeiten und wie soll das bei verhärteten Fronten gehen?), aber die Frage war hier nicht, wie man das Problem mediatorisch behandeln kann, sondern, ob der Arbeitgeber die "Gesundmeldung" per Dienstanweisung einfordern kann. Und da kann im Arbeitsrechtsforum nur die eindeutige Antwort kommen - nein, kann er nicht, denn an den Tagen, an denen ich arbeitsunfähig bin, unterliege ich nicht dem Direktionsrecht des Arbeitgebers, ergo kann er mir auch für diese Tage keine Anweisungen erteilen.
Das Direktionsrecht nach § 106 GewO ist eingeschränkt, denn darin steht nun mal: ". . . soweit diese Arbeitsbedingungen nicht durch den Arbeitsvertrag, Bestimmungen einer Betriebsvereinbarung, eines anwendbaren Tarifvertrages oder gesetzliche Vorschriften festgelegt sind. Dies gilt auch hinsichtlich der Ordnung und des Verhaltens der Arbeitnehmer im Betrieb."
Eine solche Dienstanweisung beträfe offensichtlich die Ordnung und das Verhalten und ist bereits im § 5 EntgFortzG geregelt, auch die Folgebescheinigung einer Erkrankung, kann also laut Gesetzestext nicht Inhalt einer Dienstanweisung sein.

Was die Verträglichkeit und das Miteinander angeht, wäre es wohl angebracht, wenn sich die PDL, oder wer auch immer mit den Kolleg/innen im Rahmen eine Dienstberatung zusammensetzt und ihnen klarmacht, dass die Folgen einer zu späten Meldung auch sie selbst mal treffen könnte, dass es also im Interesse aller und der Kollgialität ist, sich rechtzeitig zu melden.

Wie oben beschrieben - ich bin auch immer gern für Verträglichkeit, diese darf nur nicht immer einseitig ausschließlich von den Arbeitnehmer/innen gefordert werden. Ob das bei der der Fragestellerin der Fall ist, bleibt spekulativ - die Fragestellung an sich lässt die Vermutung jedoch zu. Aber ich vertrete auch prinzipiell die Meinung, dass die bestehenden Gesetze das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt wurden, wenn keiner darauf achtet, dass sie auch eingehalten werden . . . :eek:riginal:
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Altenpflegeheim
A

Arkam

Mitglied
Basis-Konto
14.02.2013
40476
AW: Definition einer Dienstanweisung

Hallo SchwesterWolfgang,

erst ein Mal danke für die genaue Angabe. Denn du hast recht Gesetze gelten für alle Seiten.
Vielleicht wäre es ja eine Möglichkeit mit dem Betriebsrat oder der MAV und dem Dienstgeber eine Betriebsvereinbarung zu schließen.

Denn ohne eine wie immer geartete Lösung bekommt man schnell ein Problem. Denn die Kolleginnen und Kollegen müssen gegebenenfalls ja auch gefragt werden ob sie Einspringen. Da sie ablehnen können sollte man dafür eben auch Zeit einplanen.

Gruß Jochen
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Altenpflege
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
Dieses Thema hat seit mehr als 365 Tagen keine neue Antwort erhalten und u.U. sind die enthalteten Informationen nicht mehr up-to-date. Der Themenstrang wurde daher automatisch geschlossen. Wenn Du eine ähnliche Frage stellen oder ein ähnliches Thema diskutieren möchtest, empfiehlt es sich daher, hierfür ein neues Thema zu eröffnen.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.