Decubitus + ähnliches nach Kr.hausaufenthalt

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julia anna

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09.12.2004
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Hallo @-all ! :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:
Eure Meinung dazu wäre mir sehr wichtig !!!

Fakt ist : Bewohner kommen aus dem Krankenhaus und haben in der Regel einen Hautschaden : vorzugsweise an den Fersen ,Steiß,Hüftknochen - haben abgenommen.
Im Entlassungsbericht steht kein Wort darüber , dort steht nur , daß bei Aufnahme ins Kr.haus der Bewohner exsikiert war = grundsätzlich steht es da , auch wenn nachweisbar der Bewohner eine tgl. Flüssigkeitszufuhr von z.B: . 1500 ml bei uns hatte ,bevor er ins Kr.haus kam .
Meine Frage ;
Wie verhindere ich es im Vorfelde , daß die Bewohner so zurückkommen ??
Ich fürchte , daß grundsätzlich etwas falsch läuft : Pflege im Kr.haus ist überfordert von ihrem eigenen Alltag , und nicht ausgebildet in der Pflege alter Menschen .
Mich frustriert :sad: dieser Zustand ungemein .Hilfe von PDL/HL ist nicht zu erwarten .
Jo, ich danke schon mal fürs "Zuhören"
LG
julia anna
 
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Altenpflegerin
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Uli05

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Hallo Du,

ich glaube dieses Problem kennen wir alle! Wir haben unsere Bewohner meist in Krankenhaus geschickt (war direkt um die Ecke) und wie sie zurückkamen war ein desaster!! Wir waren dann sehr böse und haben das Krankenhaus beim MDK angezeigt und mit Bildern und Doku belegt! Wir hatten allerdings auf der einen Seite auch das Pech eine PDL zu haben der es egal war, dafür hetten wir wirklich tolle Betreuer die das in die Hand genommen haben!!

Das ganze mit dem Ergebnis, die Menschen waren wohlgepflegt und hatten keine Decubiti mehr!! Die Bewohner (und somit die Kassen) können übrigens von den KH eine Rückerstattung der Kosten für Verbände incl. Schmerzensgeld verlangen, da ein Decubitus definitiv einen Pflegefehler darstellt!!
uli
 
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Napster

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Ein altbekanntes Problem,ja.

Die Hauskrankenpflege schimpft auf das Krankenhaus,weil Pat. mit vorher intaktem Hautzustand desolat wiederkommen.

Das Pflegeheim schimpft auf das Krankenhaus,aus ähnlichen Gründen.

Das Krankenhaus wettert gegen die Hauskrankenpflege ob des (zu) späten Einweisens in die Klinik,gegen das Pflegeheim wegen des schlechten Pflegezustandes einiger aufgenommener Bewohner.

Man schiebt sich den Schwarzen Peter gegenseitig zu.
Davon hat aber keiner was.
Am wenigsten der anvertraute Patient.

Rasmus
 
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Fachkrankenpfleger für Pflege in der Onkologie
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Onkologie innerhalb eines Klinikums mit ca.800 Betten
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Arbeitsgruppe Pflegerichtlinien
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Uli05

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Ein altbekanntes Problem,ja.

Man schiebt sich den Schwarzen Peter gegenseitig zu.
Davon hat aber keiner was.
Am wenigsten der anvertraute Patient.

Rasmus
Was ist die Lösung? Es muss doch einen Weg geben den Teufelskreis zu durchbrechen-oder?? Und wenn es mit Gesprächen nicht geht wie dann??
Ich wollte auch nicht pauschalisieren! Es gibt auch Kh von denen die Bewohner to zurückkommen!! Und es gibt Heime die Ihre Leute top gepflegt haben!!
 
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Nasonex2001

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Ich denke die derzeitige schlechte Pflege liegt einfach an Zeitproblemen durch zu wenig Personal. Leider ist die Gesundheitspolitik in Deutschland so am Boden das sich da auch in absehbarer Zeit nichts ändern wird. Im Gegenteil die Lage wird noch katastrophaler.
 
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Gesundheits- und Krankenpfleger, QB
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Napster

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Die wirklich einzige Möglichkeit ist die Dokumentation des Aufnahme- u. Entlassungszustandes in Form von Wundberichten,Lagerungsnachweisen u. ggf. auch Fotos.

Auch im KH arbeiten Pflegekräfte,die speziell mit alten Menschen Umgang haben,gezielt darauf vorbereitet wurden.Sicher,es gibt keine FWB Geriatrie/Gerontopsychiatrie,aber "altgediente" Kräfte auf solchen Stationen haben den Dreh meist raus.
Mir bekannte Stationen lagern,was das Zeug hält.
Und trotzdem kommt es zu sog. Pflegefehlern.

Manche Pflegefehler werden sich nie vermeiden lassen.
Und nicht jeder Dekubitus ist ein Pflegefehler.
Mach mal eine Dekubitusprophylaxe bei einem unkooperativen,möglicherweise unbeweglichen,durch Schmerzen gepeinigten Patienten.
Eine echte Herausforderung.

Damit will ich jetzt nicht Stationen deckeln,die ihre Pat. liegen u. wund werden lassen u. untätig dabei zuschauen.

Aber ein Patentrezept für dieses Problem hab ich eben auch nicht.

MfG
Rasmus
 
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Uli05

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Ich denke die derzeitige schlechte Pflege liegt einfach an Zeitproblemen durch zu wenig Personal. Leider ist die Gesundheitspolitik in Deutschland so am Boden das sich da auch in absehbarer Zeit nichts ändern wird. Im Gegenteil die Lage wird noch katastrophaler.
Sorry, das kann ich gar nicht!! Ich habe auch schön extrem unterbesetzt gearbeitet, aber unsere Bettleute waren trotzdem gut gepflegt!! Lieber lasse ich sonstige Betreuung weg aber das minimalste ist doch wohl eine gute Pflege!!

Alles nur auf Personalangel und Gesundheitspolitik zu schieben ist eine Entschuldigung die einfach nicht mehr zieht!!! Dann muss die Station eben anders organisiert werden!! Aber es geht nicht an, jemanden in seinem Dreck liegen zu lassen, mehr als 2 Stunden in eine Lage zu verharren zu lassen, weil man die Arbeit nicht geschafft bekommt!! Dann müssen eher die "Selbstständigen" mal ungepflegt herumlaufen!! Aber alles andere ist -nicht akzeptabel!!!!!
 
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Uli05

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Manche Pflegefehler werden sich nie vermeiden lassen.
Und nicht jeder Dekubitus ist ein Pflegefehler.
Mach mal eine Dekubitusprophylaxe bei einem unkooperativen,möglicherweise unbeweglichen,durch Schmerzen gepeinigten Patienten.
Eine echte Herausforderung.

MfG
Rasmus
Da gebe ich Dir völlig Recht!! Manchmal entstehen sie einfach, aber dann muss auch alles entsprechend dokumentiert sein, und es muß im Überleitungsbogen vermerkt sein um die im Krankenhaus darauf vorzubereiten! Auch manche Krankheiten können zu Decubiti führen, auch wenn Du alle Stunde lagern würdest. Aber Ausnahmen ändern die Regel nicht!!
Uli
 
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charleene

Aber es geht nicht an, jemanden in seinem Dreck liegen zu lassen, mehr als 2 Stunden in eine Lage zu verharren zu lassen, weil man die Arbeit nicht geschafft bekommt!! Dann müssen eher die "Selbstständigen" mal ungepflegt herumlaufen!! Aber alles andere ist -nicht akzeptabel!!!!!
Das ist wohl wahr. Allerdings sind die läufigen oftmals noch so fit, daß sie schneller bei HL, PDL, WBL sind als man gucken kann. Davor haben zum einen einige Angst und zum anderen. Wenn sie sich beschweren gegangen sind, dann gibt es auch die entsprechende Anweisung von Oben, daß derjenige so und so gepflegt zu werden hat.

Ich persönlich handhabe es gerne so, daß derjenige der in der Lage ist sich selbst zu kämmen, seinen OK selbst zu waschen (abgesehen vom Rücken, den wohl selbst kaum einer von uns mit einem Waschlappen anständig reinigen kann) usw. das auch tun sollte. Aktivierende Pflege so zu sagen. Allerdings wollen das viele nicht. Immerhin sind sie ja alt, haben ihr leben lang gearbeitet und KÖNNEN es ihrer Aussage nach nicht. Genau diese Herrschaften gehen sich dann beschweren, daß sie im Heim was tun mussten, obwohl wir doch für diese Arbeit bezahlt werden.
Ich bin aber auch nicht bereit Sklaven like alles zu tun, wenn ich genau weiß daß andere darunter leiden müssen wenn ich meine Zeit vertrödele bei Bewohnern die meine Hilfe garnicht in dem von ihnen gewünschten Maß benötigen.
Diese Verfahrensweise ist jedoch weder von Bewohnern noch von manch Vorgesetzen Gewünscht. Aber so kann ich mir Zeit freischaufeln die ich für pflegeintensivere Bewohner benötige.
 
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julia anna

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09.12.2004
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Hallo @-all!!
Ich möchte Euch allen danken - ich bin zuversichtlicher , daß ich etwas ändern kann - auch wenn vielleicht erst nach dem Kr.haus = Fotodoku , Gesprächew dann mit PDL +HL =schließlich geht es auch um das "Image" des Hauses , des Trägers !!!-und ....
Die Kollegen /PDL/HL sensibilisieren =z.B. daß Bewohner , die noch mobil sind , wirklich nicht soviel Zeit in Anspruch nehmen dürfen wie Bewohner mit hohen Pflegestufen !Auch , wenn sie sich beschweren gehen . Zumal in unserem Leitbild die "aktivierende"Pflege ganz oben steht !
Auch wenn das Zeitmanagement /Personalmangel und die Gesundheitspolitik "gegen" die Realität in der Pflege arbeiten : Ich werde mich weiter engagieren und versuchen die Kollegen mitzuziehen !!
LG
julia anna
 
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Uli05

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Dann wünsche ich Dir viel Erfolg!! :laughing:
 
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Twiti

Twiti

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Bei diesem Problem kann ich auch nur aus Erfahrung sprechen.

Wir hatten dieses Problem an einem Bewohner sogar zweimal. Immer dasselbe Krankenhaus. Beim ersten Krhs-Aufenthalt als er zurück kam stellten wir mehrere Decubitis fest
-Beide Knie Innenseite
-Beide Hüften
-Rücken
Diesen zustand haben wir nicht hingenommen und die PDL informiert. Es wurden Foto´s gemacht und ein saftiger Brief ans Krankenhaus geschickt.
Die weitere Stellungsnahme konnte ich nicht weiter verfolgen.

Beim nächsten Krhs-Aufenthalt wurden wir von der Station sogar gelobt, das wir eine tolle Pflege leisten, kein Wunder alle Decubitis waren abgeheilt.
Der Sohn des Bewohner teilte uns dieses Lob mit.

Aber es sollte nicht so bleiben, wie wir es als Pfleger erreicht hatten. Er kam aus dem Krhs zurück und siehe da, wir können wieder von vorne anfangen.

Nur der Aufwand den wir betreiben, wird in einem Krankenhaus wohl nicht betrieben. Obwohl wir vor Personal auch nicht gerade strotzen können. Wir gehen auch alle zwei Stunden hin und lagern und denken auch am Morgen während der Pflege eines anderen Bewohners an ihn. Gut es ist eben viel Aufwand, aber nur so haben wir wieder einiges erreicht.
Die Decubitis sind schon fast wieder verheilt.

Im allgemeinen bin ich von den Krankenhäusern sehr enttäuscht, mehr sag ich dazu nicht.

Gruß Twiti
 
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Exam. Altenpflegerin
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julia anna

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09.12.2004
25712
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Hallo Twiti !
Aus Deiner Schilderung :

"Beim nächsten Krhs-Aufenthalt wurden wir von der Station sogar gelobt, das wir eine tolle Pflege leisten, kein Wunder alle Decubitis waren abgeheilt.
Der Sohn des Bewohner teilte uns dieses Lob mit."


Das ist ein Erfolgserlebnis und man weiß dann , daß die Mühe sich gelohnt hat - nur es ist auch selbstverständlich , daß die Pflege den Schaden behebt . Der Frust dabei ist : wir haben den Schaden nicht verursacht und schlimmer noch : er wird vom gleichen Kr.haus erneut verursacht .Das ist der Irrsinn dabei !!! und der Bewohner wird ja jedesmal verletzt!!< vorsätzliche Körperverletzung> So sehe ich das - welche Gründe es auch immer hat - wir arbeiten mit Menschen !

Ich danke Dir für die Info - ich werde es jedenfalls so nicht mehr hinnehmen .Tips von den anderen Diskussionsteilnehmern habe ich reichlich bekommen und ich werde einige davon umsetzen .
Es kann nur besser werden !
LG
julia anna
 
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Alten-Pflegeheim
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Weirdoz

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22.02.2005
83607
Genau diese Problem haben wir auch mit einem Krankenhaus in unserem Landkreis.
Wir führen mittlerweile eine Dekubitusstatistik, mit Bild und schriftlicher Dokumentation. Dies muss allerdings sofort nach eintreffen des Bewohners aus dem Krankenhaus erfolgen.
Genutzt hat es bisher nichts.
Wohl auch wegen der Nachdrucklosigkeit unserer PDL/HL.
Mittlerweile versuche ich die Angehörigen und Betreuere "scharf" zu machen.

Kommen liegende Bewohner für über eine Woche dorthin, kann man zu 80% davon ausgehen, daß sie ein Druckgeschwür haben.

Es ist eine leidige Geschichte, und nur sehr schwer beizukommen.
Natürlich ist ein Dekubitus nicht immer ein Pflegefehler, auch wenn dies immer wieder behauptet wird.
Diese Aussage darf aber nicht dazu führen, daß dies leichtfertig immer behauptet wird, denn es kommt wohl eher selten vor, daß er nicht zu verhindern ist.

Ja klar Exsikkiert ist doch fast jeder ältere Mensch, selbst Menschen die per Sonde mit Nahrung und Flüssigkeit vollgepumpt werden, werden von Krankenhäuser oft als exsikkiert bezeichnet.

Dies ist aber nicht der Grund warum ein Dekubitus entsteht, sondern der Zeit-/Druckfaktor in jedem individuellen Fall ist ausschlaggebend.
Individuell natürlich auch auf den EZ bezogen.

In den allermeisten Fällen wissen wir, daß es genügt den Bewohner ausreichend zu bewegen (früher hat man auch Lagern gesagt, was meiner Meinung aber übeholt sein sollte).
Dies geschieht aber in der Regel in Krankenhäusern nicht.
Allein der Umstand, daß alle inkontinenten Bewohner in einem Krankenhaus bei Einweisung einen Dauerkatheter geschoben bekommen, sollte einen schon stutzig machen.
Warum geht es bei uns im Heim denn, daß Leute ohne medizinische Indikation auch ohne DK auskommen und keinen Dekubitus bekommen?
Ist die Pflege besser? Oder nur besser organisiert?
Es geht nur darum, möglichst wenig pflegerischen Aufwand zu erzeugen, d.h. die Menschen möglichst lange ohne Pflege liegen zu lassen. Denn volle Einlagen zu wechseln macht eben etwas mehr arbeit als einmal am Tag den Beutel zu leeren. Und wenn jemand es irgendwie noch schafft Mikrobewegungen hinzubekomen, dann kann man den schonmal 6 Stunden im eigenen Saft schmoren lassen, ohne Konsequenzen für die Pflegekraft.
Dies passiert aber nicht nur in Krankenhäusern sondern überall wo Menschen überlastet sind, und sich das auch gefallen lassen.

Ja dies ist ein Problem das alle betrifft die in der Pflege tätig sind. Wir sind zu leidensfähig, in fast jeder anderen Berufssparte wären die Leute schon lange auf die Barrikaden gestiegen. Mit Pflegepersonal kann man dies in der Regel lange machen, zumindest bis zum BurnOut. Wenn man es dann garnicht mehr aushält steigt man aus, und macht was ganz anderes.

Wir die Pflegenden dürfen es uns nicht mehr gefallen lassen dafür benutzt zu werden. Das ist der Knackpunkt.

Irgendwann hat uns der Beruf doch auch mal Spass gemacht, was ist anders geworden.

In diesem Sinne, haut rein.:whistling
 
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examinierter Altenpfleger
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U

Uli05

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06.04.2005
47906
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Irgendwann hat uns der Beruf doch auch mal Spass gemacht, was ist anders geworden.


Das frage ich mich auch schon längere Zeit!! Ich weiß es nicht!!!:sad:
 
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Altenheim
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Ivonne

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20.04.2005
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Hallo,
mir macht der Berurf immer noch Spass!!!

Ich denke das Problem in den KH ist, das den Pflegenden dort die Bewohner nicht so am Herzen liegen wie uns. Dort sind sie nur für kurze Zeit, wir pflegen sie meist über viele Jahre, kennen daher genau ihren Zustand und wissen worauf wir bei der Pflege jedes Einzelnen achten müssen!!!
Bei uns ist es ähnlich, die Bewohner gehen mit intakter Haut ins KH und haben dann nach der Entlassung mindestens einen Dekubitus, sind in einem ungepflegten Zustand und haben an Gewicht verloren. Natürlich steht davon nichts im Entlassungsbericht, ganz im Gegenteil, dort steht dann meist das der Bewohner bei Einweisung exsikkiert war!!! Wir haben dann die Aufgabe unseren Bewohner wieder in einen ordentlichen gepflegten Zustand zu bringen, das macht schon wütend!!!
Aber Wut wird uns nicht helfen!!! Dokumentation ist alles!!!
Bei der Einweisung ins KH wird im Verlegungsbericht vermerkt das kein Dekubitus besteht, nach der Entlassung werden alle Hautschäden genau dokumentiert, Fotos gemacht und vom Hausarzt bestätigt. Angehörige und Betreuer werden auch informiert. Viel bringt auch das nicht aber zumindest wird klar das wir nicht die Verursacher sind!
Ich hoffe das die Krankenhäuser irgendwann mal so streng kontrolliert werden wie die Pflegeheime!!!

Zum Glück müssen wir uns bei der täglichen Arbeit nicht nur mit solchen Problemen befassen, sondern erleben auch sehr viele schöne Momente!!! Also wünsche ich allen trotzdem viel Spass an diesem Beruf!!!

Gruß Ivonne
 
Qualifikation
exam. Altenpflegerin, PDL
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Pflegeheim
N

Napster

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10.10.2004
16816
Ivonne,

Ich arbeite im KH u. tue es immer noch gern.

Ich möchte Dir widersprechen,wenn Du sagst,daß die KH Heimbewohner anders versorgen als die PGH,weil die Liegezeit ganz einfach kürzer ist.

Mit der Aufnahme eines Heimbewohners in den stat. KH-Bereich,aus welchem Grund auch immer,übernimmt (oder,so sollte es sein !) das KH-Personal die Verantwortung für den anvertrauten Patienten.
Auch das Personal in den KH hat die Pflege gelernt.
Sie pflegen auch.Vielleicht anders.Aber bestimmt nicht schlechter.

Absichtlich lassen sie die Leute sich auch nicht wund liegen,um dann dem PGH eine "reinzuwürgen".
Manche Dinge lassen sich ganz einfach nicht vermeiden.Das hatte ich aber schon in einem anderen Beitrag hier geschrieben.
Wenn nun aber ein Pflegefehler passiert,u. das tut er im KH wie im PGH,dann sollten die Verantwortlichen auch dazu stehen.

Wir (unsere Station) verschweigen keinen Dekubitus,keine Hautveränderung,keinen reduzierten Kräftezustand.
Warum dies andere tun,kann ich mir nicht erklären.

Und,noch eins.Auch die KH werden kontrolliert,u. nicht zu knapp.
Deinen Wunsch nach strengeren Kontrollen der KH kann ich deshalb nicht ganz nachvollziehen.

Ich grüße Dich !
Rasmus
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Pflege in der Onkologie
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Onkologie innerhalb eines Klinikums mit ca.800 Betten
Weiterbildungen
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Arbeitsgruppe Onkologische Fachpflege
J

Jona27

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01.11.2002
88316
Also sorry Leute! Da krieg ich echt die Kriese!!! Immer dieses gezerfel zwischen Klinik und Heimen! Wir haben das ganze für uns optimal gelöst! Wir haben mit allen PDL in den hier ansässigen Heimen einen gemeinsamen aufnahem und verlegungsbericht erstellt und seidher kommunizieren wir wirklich gut miteinander!
Verabschiedet Euch von den gegenseitigen schuldzuweißungen und arbeitet mit den Kliniken bzw mit den Heimen zusammen!!
Viel Erfolg dabei!
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Chirg.
I

Ivonne

Mitglied
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20.04.2005
06844
Hallo Rasmus,
Du schreibst das schon richtig, es sollte so sein!!!
Ich meinte auch nicht das es in allen KH so ist, aber in unserem KH ist es nun mal leider so! Es gibt zum Glück auch KH die super arbeiten.
Natürlich ist auch klar das sich manche Druckgeschwüre trotz intensiver Pflege nicht vermeiden lassen, aber es wäre halt schön wenn das dann auch im Entlassungsbericht stehen würde!!!
Leider sind da nicht alle so vorbildlich wie auf Deiner Station.
Was die Kontrollen angeht, wird unser KH wahrscheinlich doch noch zu wenig kontrolliert.

Hallo Jona27,
schön das es bei euch so gut läuft, leider sind nicht Klinikleitungen so gesprächsbereit!!! Aber ich geb die Hoffnung nicht auf, irgendwann wird eine gute Zusammenarbeit zwischen KH und Heimen sicher unbedingt nötig sein!!!

So nun muss ich aber langsam zum Dienst!!
Bis bald!
Liebe Grüße Ivonne
 
Qualifikation
exam. Altenpflegerin, PDL
Fachgebiet
Pflegeheim
T

thesi74

Hallo,

ich habe Eure Diskussionen spannend verfolgt. Ich denke mal Schuldzuweisungen bringen nichts. Es müsste eine Sensibilisierung zum Thema Dekubitus stattfinden, und zwar in allen Disziplinen. Unsere Dekubitusrate im Spital ist stark gesunken. Wir haben ein Einschätzungsinstrument, der bei jedem Patient innerhalb von 24 Stunden, nach Spitaleintritt, ausgefüllt werden muss. Dieses Einschätungsinstrument nennt sich die Norton Skala. Dieses Insrument wird jeweils bei AZ Veränderung oder sicher nach 7 Tagen evaluiert und der Patient wird neu eingeschätzt. Patienten zu lagern bedeutet für mich keinen grossen Zeitaufwand. Lagern kann man den Patienten mit Kopfkissen, kleinen Keilen, zusammengefaltete Frotierwäsche... Der Patient muss ja nicht jeweils von der einen Achse bis zur anderen Achse gedreht werden. Das Lagerungsmaterial kann ein paar Milimeter verschoben werden, dies reicht schon aus. Bei Patienten, die Dekubitus gefährdet sind, betten wir eine Spezialmatraze ein, die sogenannten Terarest Matrazen. Bei Bettlägerigen Patienten, die aufgrund ihres Krankheitsbildes nicht mehr gelagert werden können, gibt es das Monarch Bett, ein Luftkissensystem, bei der der Patient, durch die Matraze gelagert wird.
Was ist Pflege?
Pflege beinhaltet Wahrnehmen, Analysieren und Beurteilen der Situatin des Patienten. Daraus erfolgt die Entscheidung für therapeutisches Handeln. Dies kann sowohl emotional, kognitiv, kommunikativ, informationsbezogen, als manuell sein.

Es grüsst
Thesi
 
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