Intensiv Death Space

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L

luv

Mitglied
Basis-Konto
24.08.2001
64281
Hallo,

nach einem Klinikwechsel wurde mir langsam bewußt, dass die Grösse des installierten Totraumes bei intubierten Patienten eine wesentliche, vielleicht lebenswichtige Bedeutung haben kann.

Mich interessiert, ob allgemein bekannt ist, wie gross der Totraum, gemessen von Tubusansatz bis Y-Stück des Respirators ist. Dieses Volumen kann, je nach Art von Faltenschlauch, geschlossener Absaugung, CO2-Messung, HME-Filter, Vernebler (???) usw. 200 ml erreichen. Das führt meines Erachtens bei einer Reihe von Patienten zu erheblichen Problemen.

Wer gibt seine Erfahrungen weiter?
 
Qualifikation
krankenpfleger
Fachgebiet
interdisz. ITS
K

Kai-Uwe Klöting

Mitglied
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17.07.2000
44225
Hall Luv

Welche Probleme hinsichtlich des Tottraumes meinst du denn?
Volumenprobleme?
:confused:
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger A+I
Fachgebiet
Anästhesie
L

luv

Mitglied
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Themenstarter/in
24.08.2001
64281
Das Totraumvolumen kann problematisch werden, natürlich. Bei einem installierten Totraum von 200 ml kann der gesamte Totraum auf 350 ml veranschlagt werden. Der Totraumquotient ist dann, je nach Hubvolumen, oft über 50%, die alveoläre Ventilation muss mit höherem Hubvolumen wieder hergestellt werden.

Spontan atmende und augmentiert atmende Patienten kompensieren über eine höhere Atemfrequenz; die gesteigerte Atemarbeit führt oft in die Erschöpfung: kein Wunder, dass das weaning oft mit einer ex-und-hopp-Extubation abgeschlossen wird: erfolgreich natürlich, weil der Totraum kleiner und die AtemArbeit leichter wird.

Aber mich würde interessieren, wie groß der Totraum ist, der auf euren Stationen üblicherweise installiert wird. Kein Problembewußtsein vorhanden?

Grüsse
luv
 
Qualifikation
krankenpfleger
Fachgebiet
interdisz. ITS
S

Sabine Kuhn

Mitglied
Basis-Konto
01.08.2000
Hallo luv
dein angesprochenes Thema ist schon in dem einen oderer anderen Kopf present...spätestens dann wenn irgendein Schlauch als " wir nennen es Gänsegurgel" verwendet wird!
Allerdings geben uns die neuen Beatmungsgeräte die Möglichkeit einer Tubuskompensation....ich war bis jetzt davon ausgegangen das damit eine Besserung dieses Defizits stattfindet...will mich aber gern noch bei meiner Stationsärtin informieren!
Zur Zeit bin ich zu Hause und daher kann ich deine Frage nicht gleich beantworten...bitte um etwas Geduld!
Please hold the Line....

Einen schönen Tag

Bis denn Sabine
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
chirurgische ITS
L

luv

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
24.08.2001
64281
Die Tubuskompensation gleicht lediglich den Strömungswiderstand des Tubus aus. Mit der Problematik des Totraums hat das nichts zu tun.

Gruß
luv
 
Qualifikation
krankenpfleger
Fachgebiet
interdisz. ITS
K

Kai-Uwe Klöting

Mitglied
Basis-Konto
17.07.2000
44225
Hallo Luv

Du hast recht die meisten wacheren Pat. kommen ohne Tubus besser klar soll aber doch auch so sein.Bei uns atmet keiner spontan ohne ASB, dabei gibt es wenig Probleme.Desweiteren werden bei uns die Pat. die CPAP-ASB machen ziemlich rasch extubiert.Bei kontrollierten Beatmungsformen wird das mit berücksichtigt.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger A+I
Fachgebiet
Anästhesie
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
Teammitglied
25.06.2000
Hallo Luv,

das Problembewußtsein ist schon vorhanden, wird aber nicht konsequent angegangen. Ein Umstand den Du freilich auch kennst und trotzdem niemals eine Rechtfertigung sein kann.

Um es vorweg zu sagen - wir nehmen die Vergrößerung des Totraumes schlicht hin und kompensieren über gesteigerte Hubvolumina, Trigger und ASB. Über ATC verfügen wir leider noch nicht. Auch wenn sich damit das Problem des Totraumes nicht lösen lässt, immerhin kann damit der Strömungswiderstand tatsächlich bis zu 50 % der Atemarbeit ausmachen und kompensiert werden. Wohl nicht zu unterschätzen - nur leider fehlt mir dazu die Möglichkeit der klinischen Erfahrung.

Aber zurück zum Totraum - es wird wohl niemanden geben der etwas anderes sagt: Totraum verkleinern soweit möglich.

Bringt mich jetzt allerdings selbst in den völlig gerechtfertigten Zugzwang mein Handeln zu überdenken. Dank dafür ;)

Gruß,
Christian.

[ 28. Februar 2002 11:32: Beitrag editiert von Christian Kröhl ]
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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