Atmung & Beatmung Cuffspülung

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SuperMario

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07.09.2004
Recklinghausen
Hallo
Ich habe da mal eine Frage
Seit einiger Zeit ist es auf unserer Station üblich eine Cuffspülung durchzuführen seitdem ,so meine Beobachtung ist jedoch auch der Anteil der Reintubationen aufgrund von Larynxödemen etc.. gestiegen ( evtl, ja auch nur Zufall )
jedenfalls würde ich gerne mal hören welche Erfahrungen ihr damit habt.
Ich habe jedenfalls die Befürchtung das durch die Manipulationen Mikro(mindestens) Läsionen gesetzt werden die bei den zumeist älteren abwehrgeschwächten Pat. dann zu Komplikationen bei bzw. nach der Extubation führen.

Bis denne und vielen Dank für eure Antworten
 
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Krankenpfleger
Fachgebiet
Intensivstation
A

Amiodarone

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20.08.2004
1170
www.2care.at
Interessant!
Habe noch nicht davon gehört. Mit welcher Begründung und wie macht Ihr das genau?
 
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DGKP
Fachgebiet
Wien
M

Markus Schmidt

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31.01.2001
50679
Hallo!

Sogenannte "Cuffspülungen", werden bei uns nur noch nach strenger Indikationsstellung durchgeführt. Z.B. bei schweren Verletzungen im Rachenbereich usw. ; d.h. wenn sich in der sogenannten "Jammerecke" Unmengen an Sekret und Blut ansammeln.

Routinemäßig werden diese auf gar keinen Fall durchgeführt, da die Aspirationsgefahr einfach zu groß ist.

Schönen Abend noch

Markus
 
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Case-Management
Fachgebiet
operative Intensivpflege
N

NoWie67

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Tach auch,

letztens war das noch ein Thema zw. mir und einem Aussendienstmitarbeiter der Fa. smiths.
Diese Cuffspülung hat zu mehr Komplikationen geführt als das sie einen Nutzen hatte. Die Folge waren vermehrt Mikroaspirationen und das Gefühl des "Ertrinkens" für den Patienten. Smiths empfiehlt KEINE Cuffspülung!! Alternativ kann man da die sucnioaid-Kanüle verwende, mit der man über einen Zugang über dem Cuff absaugen kann ...

Also für alle die die Cuffspülung nicht kennen - gleich wieder vergessen!

Gruß

NoWie67
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger
Fachgebiet
Heimbeatmung
S

spud

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03.09.2004
67165
Hallo,
ich habe auch noch nie etwas von einer "Cuffspülung" gehört und wenn ich so darüber nachdenke fallen mir auch eine Menge Komplikationen ein die eine solche Spülung mit sich bringen kann.
Also ich halte von dieser Idee gar nichts. Was soll das denn überhaupt bringen????
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Internistische Intensiv
S

SuperMario

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Themenstarter/in
07.09.2004
Recklinghausen
Hallo,
ich habe auch noch nie etwas von einer "Cuffspülung" gehört und wenn ich so darüber nachdenke fallen mir auch eine Menge Komplikationen ein die eine solche Spülung mit sich bringen kann.
Also ich halte von dieser Idee gar nichts. Was soll das denn überhaupt bringen????
Was soll sie bringen ?
Das ist eine gute Frage die mich auch beschäftigt auch ich sehe in dieser Maßnahme keinen wirklichne Nutzen zudem ist sie rel. Arbeits bzw. Zeitaufwendig.
Da sie aber in der Fachweiterbildung so gelehrt wird "reiten" halt viele Mitarbeiter darauf rum das sie angeblich die Pneumonierate senken soll ?????.
Jedenfalls bin ich schon seit längerem auf der Suche nach Literatur ( Studien oder ähnliches) zu dem Thema kann aber keine finden.
Falls wer von euch dazu Artikel hat oder Links kennt wäre ich sehr dankbar wenn ihr mir diese zukommen lassen würdet. Würde mich auch gerne davon überzeugen lassen das sie gut und notwendig ist aber wie gesagt ich hätte gerne Fakten positive oder negativ.

MfG
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Intensivstation
G

Gerhard

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22.06.2001
8010
Hallöchen!

Wir verwenden mitunter sogenannte Spültuben (oder -Trachealkanülen), die durch ein zusätzliches Lumen den subglottischen Raum von Sekret befreien können, um der Gefahr der „stillen Aspiration“ entgegenzuwirken. Dafür gibt es sogar eigene Geräte, die kontinuierlich oder mit Unterbrechungen diese Aufgabe erfüllen können. Voraussetzung, neben dem Gerät und dem speziellen Tubus, ist ein Vakuumanschluss.

Vorteil: lt. Vertreiberfirma kann die Gefahr der stillen Aspiration und somit die Gefahr einer Pneumonie gesenkt werden, was auch denkbar und sicher auch nachweisbar ist.

Nachteil: Neben den Anschaffungskosten kann es vor allem beim kontinuierlichen Betrieb zu einer Austrocknung der Mund- und/oder Nasen-Rachenschleimhaut kommen, da, wenn das Sekret einmal aufgesaugt wurde, ständig Luft über Mund und/oder Nase angesaugt wird. Vereinzelt haben wir dies auch beim diskontinuierlichen Betrieb beobachtet. Von wachen bzw. wacheren Patienten, oder auch im Zuge des Weanings, wird die Absaugung mit diesem Gerät als sehr unangenehm empfunden.

Vorzugsweise haben wir bei tracheotomierten Langzeitpatienten, oder bei Patienten mit erhöhtem Speichelfluss und/oder Schluckstörungen, solche Kanülen angewandt, den subglottischen Raum aber manuell mit einer 10ml Spritze in regelmäßigen Abständen abgesaugt.
Von einer Spülung mit welchen Mitteln auch immer (habe gehört, dass auch mit div. Schleimhautdesinfektionslösungen gespült wurde!!!!) würde ich dringend abraten, da durch diesen Vorgang erst recht die Gefahr einer Aspiration gegeben ist.
Absaugen – ja spülen – nein.

LG Gerhard
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie/Intensivpflege
Fachgebiet
Anäthesiologische Intensivstation
K

karsten

Neues Mitglied
Basis-Konto
05.11.2004
28211
Hallo Supermario
die Spülung des subglottischen Raumes (Jammerecke) wurde in der Tat jahrelang als Maßnahme zur Senkung der Pneumonierate propagiert. Die Firma Mallinkrodt bot und bietet die, in anderen Antworten erwähnten Spezialtuben an, die über ein separates Lumen oberhalb des Cuffs verfügen. Früher wurde dieses Lumen zur Spülung empfohlen und die Vertretet rieten dringend davor ab über dieses Lumen abzusaugen. Dies wurde mit der Verletzungsgefahr für die Trachealschleimhaut durch ansaugen begründet. Jetzt werden die gleichen Tuben als Absaugtuben verkauft mit denen dass Sekret oberhalb des Cuffs abgesaugt werden soll. Wenn Du das mit einer Spritze versuchst, wie in einem Werbevideo demonstriert, wirst Du merken, dass es nicht funktioniert. In unserer Klinik werden mitunter die Absaugvorrichtungen verwendet die einen intermittierenden Sog an dem Lumen aufbauen, und man wundert sich wieviel Sekret mitunter während 24 Stunden zutage gefördert wird. Ob das wirklich die Pneuomnierate senkt ist meines Wissens noch nicht sicher bewiesen.
Spülen würde ich auf keinen Fall mehr, da ja mittlerweile bekannt ist, dass die normalen High volume- Low pressure Cuffs aufgrund ihrer Faltenbildung extrem undicht in Bezug auf Flüssigkeiten sind. Um eine optimale Abdichtung zu erhalten braucht es viel dünnere Cuff-Membranen. Im CT aufgenommen Cuffs sehen aus wie "Duschköpfe" aus deren kleine Löcher die Flüssigkeit durchtreten kann.
Die Firma Mircocuff aus heidelberg stellt Tuben mit Cuffs her, die viel besser abdichten. Dort ist auch eine interessante Demo Cd erhältlich. Unter Google oder so einfach Mircocuff und Heidelberg eingeben, dann findest du die Hompage.
Ein Vorteil der früher mit Eifer durchgeführten Rachenspülungen war allerdings, dass der Mundstatus der Patienten sehr viel besser war.
Gruß Karsten
 
Qualifikation
Lehrer für Pflege
Fachgebiet
Fachweiterbildung für Intensivpflege
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Teammitglied
05.07.2001
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