Arbeitsrecht Corona Quarantäne für Personal

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Rainbowmum_

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Huhu ihr Lieben,

unser Arbeitgeber droht an, sobald wir den Coronavirus im Haus haben, das anwesende Personal nicht rauszulassen. Ist das rechtens? Mit 3 Kindern stell ich mir die Frage, ob ich unter solchen Umständen nicht besser unbezahlten Urlaub nehmen sollte.
ist das bei euch auch so? Ist sowas rechtens?
 
Qualifikation
Examinierte Gesundheits-und Krankenpflegerin
Fachgebiet
Altenpflege
Christian Kröhl

Christian Kröhl

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Das ist natürlich nicht rechtens, sondern eine Freiheitsberaubung. Für so etwas gibt es keine rechtliche Grundlage. Bist Du positiv getestet, lässt Du Dich (telefonisch) krankschreiben und gehst in Quarantäne. Hast Du bisher nur Symptome, gehst Du auch in Quarantäne, meldest Dich umgehend unter der bundesweiten Telefonnummer 116117, erhältst einen Test und besprichst mit ihnen das weitere Vorgehen. Haltet euch bitte an die Vorgaben und Empfehlungen des RKI und BMG! #flattenthecurve
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
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Fusselschreck

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Hallo, das gleiche wird bei uns auch angedroht. Arbeite auch in der Pflege und wir sollen im Coronafall unsere 14 tägige Quarantäne auf der Arbeit machen mit Feldbetten. Ich bin wirklich bereit weiterhin arbeiten zu gehen, solange ich gesund bin und es mir gut geht, aber bei solchen Ankündigungen bekomme ich echt Angst. Da stellt sich schon die Überlegung ob ich überhaupt noch auf die Arbeit fahre, die können mich doch nicht einfach dort festhalten.....Würde das Gesundheitsamt soetwas anordnen?
 
Qualifikation
Altenpflegehelferin
Fachgebiet
Altenpflege/Pflegeheim
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bowielein

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Der Hintergrund wird sein, dass die Angehörigen zu Hause geschützt werden.
Ich finde es gut, dass der AG sich darüber Gedanken macht.
 
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Intensivpfleger
Fachgebiet
Rottweil
Wärter

Wärter

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Ich kann verstehen, dass sich alle Sorgen machen, aber was eure Arbeitgeber da vorschlagen liegt nicht in ihrer Befugnis, macht aus meiner Sicht auch keinen Sinn und kann von ihm auch überhaupt nicht durchgesetzt werden. Es gibt bereits Einrichtungen, die von einem positiven Test bei Bewohnern oder Mitarbeitern betroffen sind und hier legt das Gesundheitsamt die Maßnahmen fest und nicht irgendeine Hausleitung.
Was ich raten würde, ist Mitarbeiter immer schnell testen zu lassen. Positive gehen Zuhause in Isolation, negative Mitarbeiter mit Kontakt kommen Arbeiten und gehen dann immer Zuhause in Isolation, so denn sie mit dem Auto, Fahrrad oder zu Fuß kommen können. Zuhause dann auch möglichen Abstand halten.
Es gibt sicher aber auch arbeitsrechtliche Schritte die Sinn machen wie z.B. eine Urlaubssperre, die Überschreitung von Überstundenregelungen, man könnte bitte die zusätzlichen Betreuungskräfte Regelleistungen machen zu lassen usw., aber ein Arbeitgeber der heute droht Mitarbeiter morgen in seinem Haus einzusperren, der wird morgen eine Menge Krankmeldungen erhalten und mittelfristig eine Menge Kündigungen.
Solidarität und Kreativität sind von uns allen gefordert. Drohungen, vor allem so haltlose, sind dumm.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Stationär
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supetrosu

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Hallo, das gleiche wird bei uns auch angedroht. Arbeite auch in der Pflege und wir sollen im Coronafall unsere 14 tägige Quarantäne auf der Arbeit machen mit Feldbetten. Ich bin wirklich bereit weiterhin arbeiten zu gehen, solange ich gesund bin und es mir gut geht, aber bei solchen Ankündigungen bekomme ich echt Angst. Da stellt sich schon die Überlegung ob ich überhaupt noch auf die Arbeit fahre, die können mich doch nicht einfach dort festhalten.....Würde das Gesundheitsamt soetwas anordnen?
ich kann immer nur den Kopf schütteln über den Wahnsinn der Arbeitgeber die solche Situationen schamlos ausnutzen, aber auch über die Unwissenheit der Arbeitnehmer, die solchen Schwachsinn glauben. Und das in Zeiten des Pflegenotstands....
 
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Krankenschwester
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Hämatologische Intensiv
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Roadreaper

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Unglaublich, was sich einige Arbeitgeber versuchen herausnehmen zu wollen. Wie Christian Kröhl bereits geschrieben hat, ist solch ein Verhalten nicht zulässig. Ich kann nur jedem raten, sich solche Aussagen von dem Arbeitgeber schriftlich geben zu lassen und ihn danach gleich von einem Anwalt für Arbeitsrecht kostenpflichtig belehren zu lassen. Natürlich wird dann von Seiten des Arbeitgebers der Aufschrei kommen, warum man denn solche Schritte gegangen sei. Aber da kann man den Ball leicht zurückgeben und anmerken, dass das Verhalten des Arbeitgebers die gemeinsame vertrauensvolle Zusammenarbeit massiv beeinträchtigt habe.

Immerhin hat das RKI ja auch die entsprechenden Empfehlungen herausgegeben, an die man sich zu halten hat. Auch hier wird dann wohl versucht werden, es damit abtun zu wollen, dass es doch nur Empfehlungen seien. Eine Aussage, die immer wieder gerne genutzt wird.

Hier hilft dann ein schneller Blick in das Infektionsschutzgesetz (besonders die § 4 (2) und 23 (3)), dann kann man zügig erkennen, dass die Empfehlungen ohne wenn und aber umzusetzen sind. Vielleicht braucht der Arbeitgeber dann nur noch den Hinweis auf § 73 des Infektionsschutzgesetzes, dort kann er dann bei Nichtbeachtung die fälligen Strafen nachlesen. Möglicherweise ist dann nach entsprechender Einsicht des Arbeitgebers wieder mit einer gemeinsamen vertrauensvollen Zusammenarbeit zu rechnen.

Zusätzlich empfiehlt sich dann auch noch die Recherche der TRBA 250.

Der Arbeitgeber kann viel versuchen, ist immer nur die Frage, wie weit man ihn damit kommen lässt.

Ich denke in der aktuellen Lage sollte ein vertrauensvolles Miteinander und die gebotene Fürsorgepflicht gegenüber der Arbeitnehmer absolutes Gebot sein.

Das oben benannte Verhalten ist schon fast dreist oder ein Anzeichen der Hilflosigkeit und mit Sicherheit der verkehrte Weg.
 
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Anästhesie
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marinadiezweite

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Hallo, ich frage mich gerade, was androhen heißt. Der Arbeitgeber kann einen Zettel an eine Tür hängen, ist das Androhen? Mündliche Äußerungen kann man in der momentanen Situation verstehen, viele sind megaaufgeregt. Ich würde auf jeden Fall immer was schriftliches bevorzugen. Aber grundsätzlich kann der Arbeitgeber sowas nicht durchziehen wollen. Dabei geht es auch nicht um persönliche Situationen, die das Unterbringen im Heim unmöglich machen würden. Also die Kinder oder so. Sondern es geht um die rechtliche und um die sinnvolle Seite. In einem Heim haben sich dann aufgrund der Corona-Bestätigung einige Mitarbeiter bereit erklärt, da sie nur milde Symptome hatten, weiter zu arbeiten. Das setzt dann allerdings in der Tat ein gutes Vorgehen voraus. Weil du ja wenn du es hast, unter Quarantäne gestellt wirst und zwar zu Hause. Du kannst dann dein Zu Hause nicht beliebig verlassen, aber vor allem nicht kontrolliert für die Arbeit. Wie soll man sich das vorstellen, Straßenbahn? Eigenes Auto und Zettel, ''Ich bin infiziert''? Das ist einfach nicht erlaubt.
Daher würde euer Arbeitgeber sowieso gegen geltende Pflichten verstoßen. So wie man ja auch bei bekannten anderen Infektionen zu Hause bleiben muss als Pflegekraft.
Wer aber tatsächlich sich bereit erklären würde, weiter zu arbeiten, kann dieses nur auf einer Station tun, auf der Corona ist. Alle gesunden Bewohner müssten ja auch raus aus dem Wohnbereich oder anderweitig komplett getrennt werden von Kranken und Verdachtsfällen. Und eine infizierte Pflegekraft kann und darf ja auch nur zu den infizierten Bewohnern gehen. Zu niemand anders. Na, da kann man schon sehen, wie schwierig das alles wäre. Wie gesagt, Voraussetzung ist, man kann und will weiterarbeiten und man bleibt komplett dort. Dazu gehören aber sehr viele Massnahmen, die konsequent eingehalten werden müssten.
 
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Altenpflegeassistentin
Fachgebiet
stationäre Altenpflege
Weiterbildungen
Einjährige Ausbildung Pflegeassistentin Alten- und Krankenpflege mit Ausbildung als Alltagsbegleiterin §87b, jetzt 53c
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Christian Kröhl

Christian Kröhl

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Würde das Gesundheitsamt soetwas anordnen?
Nein. Das kann auch niemand anordnen, schon gleich gar nicht ein Arbeitgeber. Bindet bei solchen Ankündigungen bitte euren Betriebsrat/die MAV und ver.di mit ein.
 
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