"Chronisch krank" ?

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Suseline

Hallo KollegInnen!
MIr ist aufgefallen, dass bei uns im Betrieb der Krankenstand schon jetzt vor der Erkältungszeit einen exorbitanten Hochstand hat. Und fast jedes Mal sind es wochenlange Geschichten (BS-Vorfälle, Rückenbeschwerden, Erkrankungen des Bewegungsapparates,Depressionnen). Die Kollegen haben im Prinzip immer Verständnis, aber bei eigener Überlastung geht das nicht immer. Jetzt bin ich eine von denen, die leider öfter krank SIND. Ich mag den Ausdruck "krank schreiben lassen" nicht so gerne. Ich leide an chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates und man kommt auf keine Diagnose, da sämtliche Laborwerte normal sind. Also ist es psychisch oder die Wechseljahre :heul:.
Mir persönlich tut es sehr leid, wenn mal wieder nicht arbeiten kann und ich mache es mir nicht leicht, arbeite mit Schmerzen. Seit ein paar Wochen nehme ich Antidepressiva um die Schmerzempfindung irgendwie zu beeinflussen, ich vertraue meiner Neurologin da sehr, aber es wird und wird nicht besser. Eine Kollegin war jetzt fünf Wochen weg wegen psycischer Überlastung und Bluthochdruck, was sicherlich zusammenhing, eine andere hatte einen BS-Vorfall der Brustwirbelsäule, wieder eine andere ist seit Monaten krank, hatte zwei Bypässe und wird wohl nicht wieder kommen. Unser Arbeitgeber lädt uns zu "Krankheitsprognosegesprächen" und will wissen, wielangeesnochdauernwirdundobesbaldmalbesserwird! Ja, bin ich Hellseherin!:mad_2:
Den Kollegen die noch da sind, wird betriebliche Dienstverpflichtung angedroht "weil so viele krank sind". Das schafft natürlich ein Klima von Angst und Frust und ich träume eigentlich davon, dass es uns Kranken wieder gut geht und wir alle glücklich, zufrieden und schmerzlos unserer Arbeit nachgehen könnten.
Unser Arbeitgeber sagt nur, na dann müssen Sie eben die Rente beantragen! Wir sind alle so um die späten Vierziger bis frühe Fünfziger.
Einige haben Schwerbehindertenausweise, ich auch 50%
Mich würde interessieren, wie ihr in euren Häusern mit Langzeitkranken umgeht, auch wie ihr die Dienste besetzt und ob bei euch mehrfach kranken Mitarbeitern auch so oft die Pistole auf die Brust gesetzt wird.
Und mir kam auch schon der Gedanke, ob unser Beruf uns krank macht.
Was meint ihr?
Gruss
R.
 
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Vicky83

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05.07.2007
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Hi Tazenliebhaberin,

Also in meinem Lehrbetrieb indem ich bis vor kurzem arbeitete, hat man sogar einer Schülerin im 1 Lj. gekündigt, da sie zuviel Krankheitstage hatte...:spinner:

Aber mal was anderes, ich denke Ja, unser Beruf macht uns Krank, selbst ich durfte mitte 2.Lj 1 Monat zuhause bleiben wegen Burnout...
Bei uns war es jedoch nicht so dass die Kollegen auf Verständnis machten...
hintenrum waren sie Stinksauer und lästerten was das Zeug hält...
Seit einem Jahr bin ich in Psychotherapie und habe auch Antidepressiva eingenommen...
Es ist nämlich so, dass auf die eigene Psychohygiene in diesem Berufszweig viel zu wenig achtgegeben wird...
Und psychische Anstrengung schlägt sich irgendwann auch auf den Körper um... leider... Bei mir waren es Kopfschmerz Rückenschmerzen und Übelkeit...
Ich bewundere es, dass ihr (wahrscheinlich) schon lange in diesem Beruf arbeitet, ich wüsste nicht ob ich es so lange aushalten könnte, obwohl mir mein Beruf viel spass macht und ich mit Herz und Seele dabei bin...jedoch muss ich sagen dass es mir seit der Therapie wesentlich besser geht, ich brauche die Pillen nicht mehr und habe wieder Lebensfreude...
Wichtig ist auch auf jedenfall einen Privaten ausgleich zu schaffen, was oft schwierig ist, denn durch die Lange Arbeitszeit am stück kennt man das wort Freizeit oft nur noch aus der Ferne...

Versuche es mal mit Autogenem Training oder Proggressiver Muskelentspannung nach Jacobsen, oder Schwimmen ist auch gut für den Rücken....

Ansonsten empfehle ich dir gegen deine chron. Schmerzen in eine Schmerzambulanz zu gehen... Da kann man dir sicher Helfen...
Die Schmerzen werden nie ganz weggehen, jedoch sie werden erträglicher und du schöpfst wieder neue Kraft und Mut...

Bei uns in Ettenheim gibt es eine solche Klinik, der Arzt heist DR. Frey...
wir waren mit der Schule mal bei einem Vortag zu chron. Schmerzsyndrom...
Er sagte uns auch, dass der somatische oft von dem psychischen Schmerz kommt...

Und woher kommt es? Ständig mit schwerst Kranken, sterbenden, aggressien oder dementen Bewohnern umzugehen ist kein Zuckerschlecken... Wenn dann noch privat probleme hinzukommen oder mit den Kollegen z.b. Mobbing, oder dass man sich nicht Aussprechen kann im team.... Was macht das dannn mit der Seele?/Psyche?
Und denke daren wie lange du schon in dem Beruf gearbeitet hast und wieviel ist da schon schiefgelaufen?
vielleicht wäre auch eine Umschulung gut für euch????
Ohne dir zunahe zu treten!

Auf jedenfall solltest du gut auf dich acht geben, denn unser Körper mitsamt der Psyche ist das wichtigste und kostbarste was ein Mensch besitzt!!!!

Und ich wünsche dir vor allem Gute besserung !!!! Du schaffst es!!:thumbsup2:

Lg Vicky

(PS. hoffentlich hab ich dich nicht zu sehr belabert :wink:
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenpflegeheim
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Suseline

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Nein, Vicky, hast du nicht.
Und jeder von uns alten Hasen weiss, dass auch wir gepflegt werden müssen, nur ist man nach der Arbeit so kaputt, dass man keine Kraft mehr für sich selbst übrig hat. Ich habe früher gerne Sport gemacht (Laufen und Inlineskating), das kann ich nicht mehr, weil ich Probleme mit den Achillessehnen habe. Ich habe zugenommen und gefalle mir auch nicht mehr so wie ich bin. Das Medikament von der Neurologin (Mirtazapin 30mg) bewirkt wieder eine Gewichtszunahme, weil es den Appetit erhöht und vermehrt Wasser einlagert. Bis jetzt, nach drei Wochen hat sich noch nicht viel geändert, die Schmerzen sind nach wie vorher intensiv. Ich habe bald einen Termin und werde um die Überweisung in eine Schmerzambulanz oder Klinik bitten. ich sag lieber meiner Chefin, dass ich nochmal acht Wochen fehlen werde, danach kann ich vielleicht wieder ohne wesentliche Einschränkungen weiter arbeiten.
Ist hier vielleicht mal jemand, der ähnliches erlebt hat und wie bist du damit umgegangen.
Es interessiert mich auch weiterhin, wie eure Chefs mit Langzeitkranken oder Oftkranken umgehen.
Allen eine gute Gesundheit!
R.
 
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Suseline

Themenstarter/in
Hallo Vicky, doch nochwas.
Wo genau finde ich diesen Arzt, behandelt er Kassenpatienten und kennst du welche, denen er helfen konnte?
Gruss
R.
 
Sahawe

Sahawe

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Hallo Tatzenliebhaberin,

Ich leide an chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates und man kommt auf keine Diagnose, da sämtliche Laborwerte normal sind. Also ist es psychisch oder die Wechseljahre :heul:.
ich kann dir einen Osteopathen empfehlen. Ich hatte ähnliche starke Schmerzen nach Schleudertrauma bei einer bestehenden Arthrose von C4 und C5. Ich hatte so starke Schmerzen, dass selbst Morphine keinerlei Wirkung zeigten und ich regelmäßig an Wochenenden beim Notarzt zur LA war. Nach nur 5 Behandlungen bei dem Osteopathen waren die Schmerzen besser. Zunächst wurden sie stärker, begleitet von heftigen Fieberschüben, danach immer besser und jetzt nach einem Jahr bin ich völlig beschwerdefrei. Anfangs war ich sehr skeptisch, aber das Ergebnis überzeugt mich. Allerdings muss man die Behandlung selbst tragen. Pro Behandlung habe ich 60€ bezahlt. Die Investition hat sich gelohnt; sie hätte sich auch gelohnt wenn die Schmerzen nur besser geworden wären, da mir das Leben keinen Spaß mehr gemacht hat. Ständige Schmerzen verändern einen Menschen. Man wird empfindlicher allem genüber, aggressiv, weil man immer bemüht ist, so war es zumindest bei mir, eine Stellung zu finden in der die Schmerzen nachlassen. Ich konnte beipielsweise nur noch im Sitzen schlafen, konnte nicht lange Sitzen, aber auch nicht lange Stehen, bin ganz krumm gelaufen und am Ende hatte ich das Gefühl der Orthopäde meint ich simuliere. Trotzdem habe ich weitergemacht und aus heutiger Sicht war das auch gut so. Zur Langzeiterkrankungen kann ich aus der Klinik in der ich gearbeitet habe sagen, dass heute krankheitsbedingte Kündigungen möglich sind und in der Klinik in der ich gearbeitet habe auch ausgesprochen wurden.
Die Krankheitsprognosegespräche finde ich angebracht, nicht damit man weiß wie lange es noch geht, sondern um Wege zu finden, wie man die Situation auf Station in den Griff bekommt. Die Besetzung muss ja gewährleistet sein und die Mitarbeiter, die ständig Mehrbelastung durch zusätzliche Arbeit tragen müssen werden auch krank, wenn das zum Dauerzustand wird. In unserem Haus kam es zu Versetzungen, die natürlich auch nicht immer optimal waren. Beispielsweise wurde bekam eine Stationsleitung (Gehirntumor), nur noch die Stellvertretung und arbeitet nur noch 50%. ER selbst sagt, dass er sich sehr befreit fühlt, weil er nicht mehr so viel Verantwortung tragen muss. Eine andere Mitarbeiterin die starke psyche Probleme hatte wurde von der Intensivstation in die Sterilisation versetzt. Das ist das was ich dir berichten kann. Aber unterstützen möchte ich die Meinung von Vicky83, ich denke man muss irgendwie versuchen seine Krankheit in den Griff zu bekommen, weil mit Ende 40 kann man nicht in Frührente gehen, zumindest die meisten nicht.
Ich wünsche dir alles Gute.
Liebe Grüße Sabine
 
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Lehrerin für Deutsch und Pflege
Fachgebiet
Berufliche Schule
Weiterbildungen
Studium der Germanistik und Pflegewissenschaften mit dem Schwerpunkt Gerontologie
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Vicky83

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05.07.2007
77948
Hi Tatzenliebhaberin,
Der Arzt heisst Dr. Frey und arbeitet im Ortenauklinikum Lahr- Ettenheim...
Ja, er behandelt Kassenpatienten, Er hat uns eine Liste veröffentlicht in denen Patienten begeistert waren, Sie litten unter starken Nervenschmerzen und /oder Rheuma oder Osteoporose und Tumorschmerzen. Es wird nach dem WHO- Stufenschema der Analgetika vorgegangen. Stufe 1= Nichtopioide Analgetika, wie Novalgin, Stufe 2 schwache Opioide, wie Tramal, dann Stufe 3, die Opioide Fentanyl, Morphin... und Stufe 4 = Opioide Rückenmarksnah, d.h. dass der Wirkstoff mit einem Katheter eingegeben werden, zusätzlich zur Medikamentösen Therapie kommen dann noch Physikalische Maßnahmen, wie Wärme/Kälte anwendungen, Bewegung!!!! (sehr wichtig), sowie eine Psychotherapie, Ergotherapie etc. und möglicherweise eine Antidepressiva Medikation, da chron. Schmerzen oft eine Depression nach sich ziehen ( wie du schon sagtest: Keine Kraft mehr sich aufzuraffen, verlust der Sozialkontakte etc.....)
Er veranlasst auch Akupunktur was oft auch hilft....

Google mal Ortenauklinikum Lahr- Ettenheim- Schmerzambulanz....

Noch was chron. Schmerzen werden nie mehr komplett verschwinden, aber sie werden erträglich, so dass du dein Leben wieder in Griff bekommst und es dir wieder Spaß macht...

Viel Glück und lass den Kopf ncht hängen....

Lg Vicky
 
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Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenpflegeheim
Borgi

Borgi

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15.09.2006
86647
Schmerztherapie WHO Stufe 4 kenne ich nicht...

da hätte ich gerne eine Quelle! Jede Stufe gem.WHO kann mit physikalischen Massnahmen u dgl. kombiniert werden und rückenmarksnahe Applikation hat keine Relevanz bzgl. des WHO Stufenschemas....

LG Petra die nun mehr wissen möchte
 
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Sonnensturm

Sonnensturm

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Wenn ich so den ersten Beitrag von Tatzenliebhaberin lese, komme ich auf einen ganz anderen Therapievorschlag.

Nämlich auf einen anderen Führungsstil und mehr Personal. Mir scheint doch, dass Ihr überlastet seid und nun der Körper streikt.
Natürlich sind dies alles auch berufsbedingte Beschwerden, die doch aber nicht so massenweise auftreten würden?

Vielleicht ist es möglich dies mal bei diesen Kranheitsprognosegesprächen zur Rede zu bringen.

Wünsche auf jeden Fall gute Besserung.

:eek:riginal: Eveline
 
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nachteule44

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24941
Hallo Tatzenliebhaberin, du wolltest u.a. wissen wie in anderen Häusern mit Kranken umgegangen wird?
Ich habe gerade ein Extrembeispiel im negativen Sinne kennenlernen müssen. Meine Kollegin (Pflegehelferin im Nachtdienst) wollte ihre 2. Krankschreibung innerhalb von 7 Monaten abgeben (beide Krankschreibungen waren jeweils für 4 Nächte). Die Heimleitung versuchte sie auszuhorchen ob sie private oder berufliche Probleme hätte, denn sonst wäre man doch nicht soooo oft krank. Außerdem müßte 'man' sich dann wohl überlegen ob man sich von ihr trennen sollte oder evtl. im Tagdienst einsetzt, denn da könnte man 'Kranke' ja eher ersetzen. (Da kommt nämlich kein Ersatz, sondern die Mehrarbeit muß von Kollegen getragen werden)
So, das ist meine letzte Erfahrung bzgl. Krankschreibung im Pflegeheim.
Ansonsten sehe ich es auch so wie manche meiner Vorredner, das der Beruf krank machen kann, wenn man nicht genug auf sich achtet.
Man muß lernen "Nein" zu sagen, wenn man immer wieder einspringen soll, da man seine Freizeit gerade im Pflegeberuf wirklich braucht.
Ich glaube ich lerne dies aber auch erst langsam, seit ich unter dieser Heimleitung arbeite. Ich kenne aber übrigens kein Haus wo auch wirklich mal auf die Mitarbeiter geachtet wird, wo es ernst genommen wird, wenn man sagt man ist überlastet. Da wird man doch immer nur als "Jammerlappen" abgestempelt oder es wird gesagt, es ist alles eine Frage der Organisation!... ja ja, und letzteres bekomme sogar ich, nach 25 Berufsjahren in der Pflege gesagt.
lg, flensburg
 
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Sonnensturm

Sonnensturm

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05.01.2006
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Hallo, ich breche jeden Moment in "Begeisterung":mad_2: aus.
Wir hatten auch gerade so einen Fall.

Personal auf Minimum; selbst ohne Krankmeldung oder Urlaub muss mit Mehrarbeit jongliert werden; Kollegin war in letzter Zeit wegen Kind öfter nicht einsatzfähig; Kollegin wurde ausgetauscht(von Leihfirma,ist dann kein Problem); als Begründung wurden andere Kollegen vorgeschoben, die sich über das Einspringen beschwert hätten.

Sklaven wurden wahrscheinlich besser behandelt, weil sie ja was leisten sollten und Geld gekostet haben, beim Einkauf.
In unserer modernen Zeit wird nur die Arbeitskraft gekauft uind nicht der Körper bzw. Mensch dazu.

Upps, ich wollte gar nicht philisophisch werden.

Trotzdem noch einen schönen Tag.
Eveline
 
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Suseline

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Hallo ihr Alle!
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich erst jetzt die vielen Beiträge hier gelesen habe.
Wenn wir darauf hinweisenm dass wir keine Knochen aus Eisen und Nerven aus Stahl haben und einfach fertig sind, heisst es meistens nur: Geht doch erst mal in andere Heime, da arbeiten sie im FD bei 30 Bewohnern zu zweit, als wären das Beispiele an die man sich halten sollte.
Ein Kollege hat mir dieser Tage in einer Mail geschrieben:
Ich werde niemals verstehen, dass Instituionen (Klinik, Altenheime) ihr wertvollstes Gut so schlecht behandeln: ihre Mitarbeiter!
Es passiert mir in den letzten Tagen öfter, dass ich das Gefühl habe, in Tränen auszubrechen, in Zornestränen.
Dann sollen sie mich doch in den Tagdienst versetzen, da bin ich leichter zu ersetzen. Wobei ich der Meinung bin, dass der Tagdienst bei uns viel härter ist als die Nachtwache.
Ja Eveline, warscheinlich wurden Sklaven besser behandelt.
Und trotzdem versuche ich die Leidenden, ich meine Leitenden zu verstehen. Wo sollen sie die Leute herkriegen?
Vielleicht würde es nicht zu einer solchen Mitarbeiterüberlastung kommen und es würde nicht so viele Kranke geben, wenn es nicht so ein verdammter Knochenjob geworden wäre.
Und wenn die Leitenden nicht auch diesen Druck von oben bekommen würden.
Ich glaube, wer hier eine echte Lösung findet, bekommt einen Nobel-Sonderpreis!
Euch auch einen schönen Tag!
T.
 
S

Suseline

Themenstarter/in
Stefan, ich versuche doch auch die andere Seite zu sehen. Ich bin schon eine Weile dabei und nicht betriebsblind.
Wahrscheinlich würden meine Kollegen und ich nicht so sauer sein, wenn man uns auch mal die Unterlagen sehen lassen würde, dass wir sehen können wir sind in Schwierigkeiten oder nahe dran.
Und ich würde gerne mal wissen, ob man überlegt, ob man auch woanders sparen kann, in der Verwaltung oder halt mal die Pflegesätze erhöhen, da hat sich bei uns seit 1999 nichts getan, außer einem Euro im Monat für die Ausbildungszulage.
Seit der Umstellung vom Bundesangestelltentarif auf die kirchliche Dienstvertragsordnung haben wir alle Lohneinbußen, dürfen dafür aber mehr arbeiten.
Wir haben zuwenig Festangestellte. Zwei Stellen laufen momentan über Aushilfen und die haben eigene Jobs und können nicht immer so wie wir es brauchen.
Wenn wir doch nur mal das Gefühl haben könnten, dass wir ernst genommen werden, mal gelobt werden - nein.
Es wird nur geschimpft und wenn ihr das nicht macht dann ... !
Die Kranken werden gegen die Gesunden ausgespielt, schlechte Stimmung gemacht.
Wenn ihr euer Konzept fertig habt, würde ich mich freuen nochmal von dir zu hören. Allein der Gedanke an solches Denken lässt mich wieder Hoffnung schöpfen.
Weisst du, würde unser AG um ein Gespräch bitten und wir würden versuchen, gemeinsam einen Weg zu finden, den wir alle beschreiten können. Und uns dabei gegenseitig die Würde und den Respekt lassen. Dass wir ohne Kränkungen auskommen könnten - ein schöner Traum.
Nur Vorwürfe.
Und dass unsere Vorgesetzten noch nicht einmal nachdenken, bei den Mitarbeitern nachzufragen.
Fürs Management gibts Coaching, fürs Pflegeteam gibts Druck.
Amen.
 
Bernd-Kl

Bernd-Kl

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In unserem Haus (90 Plätze) stieg im vergangen Jahr der Krankenstand rapide an, obwohl immer etwas 0,5-1,0 Stelle mehr besetzt sind, als nach Pflegestufen es eigentlich sein müssen.
MA wurden also aus dem Frei geholt, machten Überstunden (die letztlich auch bezahlt werden müssen) und mussten einspringen.
Ergebnis: Überlastung und weiterer Anstieg der Krankenquote.
Ein Teufelskreis.
Im Februar haben wir diesen dann durchbrochen.
Wie?
Ganz einfach.
Niemand darf mehr aus dem Frei geholt werden.
Wir haben das Glück, dass eine große Organsiation in unserem Haus in regelmäßigen Abständen Kurse für Altenpflegehelfer/innen durchführt (6 Wochen Theorie, danach Praktika in unterschiedlichen Einrichtungen).
Nun ist diese Auzsbildung zwar nicht unbedingt das "Gelbe vom Ei", aber unter den Absolvent/innen gibt es auch solche und solche, gute und weniger gute.
Die Leiterin dieser Ausbildung hat inzwischen einen recht umfangreichen Pool von guten Kräften, die in der Regel auch kurzfrsitig als Honorarkräfte einspringen können. Uns kostet das in der Stunde rund 10 €.
Das ist nicht nur billiger als Überstunden (mit Zuschlag) zu bezahlen, sondern jetzt gehen MA, die frei haben, zu Hause auch wieder ans Telefon, wenn sie sehen, dass jemand aus der Einrichtung am anderen Ende der Leitung ist.
Unser Krankenstand ist drastisch gesunken, was wiederum Kosten einspart.
So sieht also unsere Lösung des Problems aus.

BK
 
Qualifikation
Heilerzieher/Krankenpfleger
Fachgebiet
Im Ruhestand
Sonnensturm

Sonnensturm

Aktives Mitglied
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05.01.2006
63110
:thumbs:Das liest man doch gern.:applaus:
Es gibt noch Pflegeeinrichtungen, die auch dsa Personal pflegt.:dankoe:
:dafür: Nur gesundes Personal kann gut pflegen.
:thumbsup:Weiter so!

Wassermann
:flowers:
 
Qualifikation
Krankenschwester
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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