Arbeitsrecht Chefin zwingt mich in meiner Freizeit, die Behandlungspflege durchzuführen

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Tanja S.

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Hallo. Ich brauche dringend Rat. Ich arbeite als Pflege Fachkraft in einem Betreuten wohnen. Ich bin die einzige! Pflege Fachkraft hier. Nun bekommen wir heute einen Patienten zurück, dem ein Port gelegt wurde. Er soll er darüber Flüssigkeit und Nahrung sowie Medikamente bekommen. Nun kann ich dies ja erstmal verweigern, da ich nicht geschult bin. Wenn ich geschult wäre, wäre das ja auch okay. Aber kann mich die pdl zwingen, dass ich morgens und abends kommen müsste, sowie in meiner Freizeit um die Port Versorgung durchzuführen?
 
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Pflegefachkraft
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Cutter

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Da fehlen Angaben zu Deinem Arbeitsvertrag, Dienstplan und wann denn genau die Versorgung stattfinden soll.

Mit Port denke ich mal meinst Du eine PEG. Die Versorgung von Patienten mit PEG ist Bestandteil der Fachkraftausbildung. Auch wenn diese nur theoretisch gelehrt wurde und der Ausbildungsbetrieb vielleicht nicht die Möglichkeit hatte dort praktisch zu lernen.
 
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claudiabl

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Natürlich benötigst du eine Schulung, und die darfst du dir auch einfordern.
Und nein. Sie darf dich nicht ständig zum Dienst zitieren, da darf sie sich schon was anderes einfallen lassen.
Oder sollst du auch im Urlaub kommen?
PDLs haben manchmal seltsame Anwandlungen!
Trotzdem hilft ein Blick in deinen Arbeitsvertrag. Aber du kannst ja nicht plötzlich 24/7/365 für diesen Patienten da sein!
 
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claudiabl

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Da fehlen Angaben zu Deinem Arbeitsvertrag, Dienstplan und wann denn genau die Versorgung stattfinden soll.

Mit Port denke ich mal meinst Du eine PEG. Die Versorgung von Patienten mit PEG ist Bestandteil der Fachkraftausbildung. Auch wenn diese nur theoretisch gelehrt wurde und der Ausbildungsbetrieb vielleicht nicht die Möglichkeit hatte dort praktisch zu lernen.
Ich denke, Port ist richtig.

Man kann auch Nahrung etc. über den Port geben.
In der Palliativmedizin weit verbreitet.

Aber auch das ist Inhalt der Fachkraftausbildung. Wenn man sich aber nicht sicher ist, darf man sich Schulungen einfordern!
 
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BoeSe

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Bei einem Port würde man das wohl eher eine Infusion nennen und nicht Nahrung. Es sind schon Fälle durch die Medien gegangen, in denen Sondennahrung als Infusion verabreicht wurde, mit letaler Konsequenz. Um hier mehr sagen zu können müssen hierfür die Fakten klar sein (Port oder PEG) , dann, aber nicht zuletzt, ist klar, dass ein Dienstplan auch Freizeit enthält, die unantastbar ist. Der MA hat frei, das bedeutet, dass er nicht verfügbar ist. Eine Portversorgung ist etwas völlig anderes als eine Peg-Versorgung, allein schon was die Sterilität bei der Durchführung einer Flüssigkeitszufuhr betrifft.
 
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claudiabl

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Bei einem Port würde man das wohl eher eine Infusion nennen und nicht Nahrung. Es sind schon Fälle durch die Medien gegangen, in denen Sondennahrung als Infusion verabreicht wurde, mit letaler Konsequenz. Um hier mehr sagen zu können müssen hierfür die Fakten klar sein (Port oder PEG) , dann, aber nicht zuletzt, ist klar, dass ein Dienstplan auch Freizeit enthält, die unantastbar ist. Der MA hat frei, das bedeutet, dass er nicht verfügbar ist. Eine Portversorgung ist etwas völlig anderes als eine Peg-Versorgung, allein schon was die Sterilität bei der Durchführung einer Flüssigkeitszufuhr betrifft.
Öhm, nö?
Auch bei einem Port heißt es Nahrung.

Und von einer PK erwarte ich, dass sie den Unterschied zwischen PEG und Port kennt.
Auch die Autokorrektur macht nicht aus einer PEG einen Port....
Schade nur, dass wir diskutieren, aber keine Antwort kommt.
Ich wünsche dir schöne sonnige Tage, hoffentlich kannst du sie etwas genießen!
 
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exam. Altenpflegerin
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Krankenhaus, Chirurgie
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Praxisanleiterin
Emilija

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Hallo. Ich brauche dringend Rat. Ich arbeite als Pflege Fachkraft in einem Betreuten wohnen. Ich bin die einzige! Pflege Fachkraft hier. Nun bekommen wir heute einen Patienten zurück, dem ein Port gelegt wurde. Er soll er darüber Flüssigkeit und Nahrung sowie Medikamente bekommen. Nun kann ich dies ja erstmal verweigern, da ich nicht geschult bin. Wenn ich geschult wäre, wäre das ja auch okay. Aber kann mich die pdl zwingen, dass ich morgens und abends kommen müsste, sowie in meiner Freizeit um die Port Versorgung durchzuführen?

Hallo Tanja

Ohne Einweisung/Schulung würde ich nichts am Port machen, deine Chefin hat dafür zu sorgen, dass du die Einweisung bekommst.
Zu verlangen das nur du den Port versorgst auch in deinem Frei ist eigentlich ziemlich unverschämt und so nicht zulässig deine Chefin hat dafür sorge zu tragen das sie geeignetes Personal bekommt und solange sie keins hat muss sie mit dem zurecht kommen was sie zur Verfügung hat in dem Fall du aber auch SIE muss ran.
 
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haekchen

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Hallo. Ich brauche dringend Rat. Ich arbeite als Pflege Fachkraft in einem Betreuten wohnen. Ich bin die einzige! Pflege Fachkraft hier. Nun bekommen wir heute einen Patienten zurück, dem ein Port gelegt wurde. Er soll er darüber Flüssigkeit und Nahrung sowie Medikamente bekommen. Nun kann ich dies ja erstmal verweigern, da ich nicht geschult bin. Wenn ich geschult wäre, wäre das ja auch okay. Aber kann mich die pdl zwingen, dass ich morgens und abends kommen müsste, sowie in meiner Freizeit um die Port Versorgung durchzuführen?
Hallo Tanja,

zuerst einmal, was für ein betreutes Wohnen ist es denn? Ist es ein Betreutes Wohnen für Menschen mit Behinderung, eine ambulant betreute Wohngruppe, oder etwas anderes?

Im ersten Fall hat die Einrichtungsleitung dafür Sorge zu tragen, dass für einfache behandlungspflegerische Maßnahmen (Kompressionsstrümpfe, Medikamentengabe, Insulininjektionen usw.) entsprechend qualifiziertes Personal in ausreichender Menge vorhanden ist. Kann sie es nicht mit dem vorhandenen Personal abdecken, kann sie einen ambulanten Pflegedienst kommen lassen. Die Kosten hierfür müssen jedoch von der Einrichtung und nicht von der Kasse beglichen werden.
Für komplexere behandlungspflegerische Maßnahmen (Wundversorgung, Portversorgung, parenterale Ernährung, Infusionen usw.) muss Sie kein Personal vorhalten, sondern kann dies mittels ärztlicher Verordnung an einen ambulanten Pflegedienst abgeben. Die eine oder andere Kasse wird natürlich versuchen, dies abzulehnen, mit einem Widerspruch hat man aber gute Chancen für eine Genehmigung. Wir praktizieren das hier bei uns mit einer Einrichtung so. (Rheinland-Pfalz, dürfte aber in den anderen Bundesländern ähnlich gelagert sein)

Im zweiten Fall muss der Betreiber nur 24/7 eine Präsenzkraft stellen, welche nicht examiniert sein muss. Die Versorgung der Bewohner kann dann ganz normal über einen ambulanten Pflegedienst laufen.

Egal welche Variante nun auch zutrifft, dein Arbeitgeber hat nur während deiner Arbeitszeit das Recht, über dich zu verfügen. Deine Freizeit ist tabu. Alles was du hier dienstlich erledigst, läuft auf freiwilliger Basis. Bei einem guten Arbeitsverhältnis kann man so etwas bei einer unvohergesehenen Situation über einen kurzen Zeitraum schon mal freiwillig machen, wenn vorher offen geklärt wird, was getan wird, um diesen Zustand schnellstmöglich abzustellen und wie lange das voraussichtlich dauern wird.
Zwingen kann man dich dazu nicht.

Eine parenterale Ernährung via Port gehört ansonsten zum Repertoire der Tätigkeiten einer PFK. Da man das nicht überall im Alltagsgeschäft hat, währe es grob fahrlässig, die Versorgung ohne eine vorherige Anleitung der zuständigen PFK´s zu übernehmen, zumal sich die Handhabung der Nahrung und der Utensilien (Pumpe, Infusionsbesteck, Nahrungszusätze) von Hersteller zu Hersteller unterscheiden. In der Regel erfolgt die Einweisung aber durch den Lieferanten der Nahrung bei der Erstversorgung.

Liebe Grüße
 
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PDL
Fachgebiet
ambulante Pflege
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Willy_Wuff

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So dringend scheints ihr mit ihrer frage ja nicht zu sein, sonst hätte sie ja schon mal was dazu gesagt.
Ne qualifizierte pflegekraft ohne minimalistische ausbildung in Rechtskunde ?
Über die Begrifflichkeit Nahrung bei intravenöser Versorgung kann man sich wahrlich streiten, wobei ich von einer Professionellen Pflegekraft auch eine Professionelle Ausdrucksweise erwarten würde, denn sonnst kommt wirklich nen depp auf die Idee die Ernährungspumpe an den Port an zu bauen.
 
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Fachpfleger für Intensiv Medizin
Fachgebiet
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Spindy 2607

Spindy 2607

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Augsburg
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Da fehlen Angaben zu Deinem Arbeitsvertrag, Dienstplan und wann denn genau die Versorgung stattfinden soll.

Mit Port denke ich mal meinst Du eine PEG. Die Versorgung von Patienten mit PEG ist Bestandteil der Fachkraftausbildung. Auch wenn diese nur theoretisch gelehrt wurde und der Ausbildungsbetrieb vielleicht nicht die Möglichkeit hatte dort praktisch zu lernen.
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester f. Onkologie / Pall. Care
Fachgebiet
Hämatoonkologie
Weiterbildungen
Pflegepädagogik 3. Semester
Spindy 2607

Spindy 2607

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Mit der PEG täuschst du dich aber gewaltig. Ein Port ist ein intravenöser Zugang, über den parenterale Ernährung und ggf auch Med. i.v. gegeben werden können. Vorzugsweise wird rechts oder links unterhalb der Clavicula eine Kammer implantiert, die dann mit einer Gripper- oder Hubernadel z.B. von außen angestochen wird.
Und natürlich braucht man dafür eine Einweisung, das darf man erst nach dem Examen.
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester f. Onkologie / Pall. Care
Fachgebiet
Hämatoonkologie
Weiterbildungen
Pflegepädagogik 3. Semester
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Cutter

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Hallo Spindy,
solange 'Tanja S' sich nicht mehr meldet werden wir wohl abschließend nicht ergründen können ob es sich wirklich um diese Art Port handelt.
Ich hatte auf PEG spekuliert, da es für mich am naheliegendsten ist (Betreutes Wohnen, Nahrung, Medis, Flüssigkeit).
Eine parenterale Ernährung, im betreuten Wohnen, mit nur einer PFK, klingt irgendwie seltsam. Nicht unmöglich aber seltsam.

Wie auch immer: Als PFK ist das nunmal ihr Job. Auf jeden Fall mit Schulung, wenn sie sich unsicher ist.
Die Dienstzeiten sind aber dennoch "spannend".

Vielleicht erfahren wir ja doch noch mehr, wenn Tanja S sich nochmal meldet.
 
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Pflegehelferin
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