BZ messen bei Einzug

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Willy_Wuff

Aktives Mitglied
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01.12.2005
Deggendorf
In so weit gebe ich Dirrecht, das ich nicht beurteilen kann wie es in Pflegeeinrichtungen ausschaut.
Wenn ich deinen Text so lese scheinst Du ja auch sehr gut zu wissen, wie es in Krankenhäusern ausschaut.

Ich spreche Heilpraktikern mit medizinischer Ausbildung in keiner Form ihre Kompetenz ab.

Nur wenn die Heilpraktiker Prüfung die einzige qualifikation ist, dann berufe ich mich auf die Meinungsfreiheit und bin der Meinung das man zum Heilen von Krankheiten diese auch erkennen muss, was in vielen Fällen, meiner Meinung nach, ohne jegliches Wissen schwer möglich ist.
Sprich ein patient kommt zum Heilpraktiker, weil der Bauchschmerzen hat, der kümmert sich dann um die Säfte und die Energetische Aura......
Selbstverständlich gibts noch ne Hand voll mega teurer Globulis....
Glücklicherweise ist dies in einer Grosstadt Passiert, so das der notarzt wagen in unter 10 minuten da war.
Sonst währe der Mensch jetzt tod, den die globulis haben den Durchbruch des Magengeschwürs leider nicht verhindert, eben so wenig die daraus resultierende Massenblutung.
Zumindest dieser Scharlatan war ein schlechter diagnostiker. Hätte der Patient eine pflegekraft gefragt hätte die nach zwei drei fragen zwei mögliche Verdachtsdiagnosen gestellt. Gastritis oder Magengeschwür und hätte den Menschen zu einem Arzt geschickt.

Dies gehört zu den Aufgaben einer Pflegekraft.
Nicht ohne Grund ist Krankheitslehre ein sehr grosser Bereich in der Ausbildung.

Währe es nicht meine Aufgabe verdachtsdiagnosen zu stellen, die dann, da hast Du wieder recht, vom Arzt zu "echten" Diagnosen gemacht werden, oder wiederlegt werden, dann würde kein Krankenhaus und vor allem keine überwachungsstation funktionieren.
Der Arzt würde immer erst zu spät gerufen, denn um rechtzeitig zu erkennen das die situation eines Patienten bedrohlich werden könnte, muss ich die Nebenwirkungen dieverser medikamente kennen, und beim EKG monitoring das EKG zumindest rudimentär interpretieren können.
beispiele : patient hat nach Herzkathter untersuchung extra systolen. Wenn ich da jedesmal den Diensthabenden Arzt rufe erschlägt er mich, mit recht.
Ich muss also erkennen wann es anfängt "interessant" zu werden.

Patient bekommt Betablocker und wird bradikard noch nicht ausserhalb der norm aber dennoch merklich.
Ich muss also die diagnose beginnende Bradykardie stellen, die Wirkungsweise von Betablockern kennen und den Diensthabenden Arzt Fragen Ob der Patient am Abend wirklich seinen Betablocker bekommen soll, denn visitte ist erst mittags am Nächsten Tag und wenn der Patient bis da hin seinen Betablocker noch zwei mal bekommt, ist er vermutlich Reanimationspflichtig.
Solche beispiele kann man hundertfach bringen.
Endgültige Diagnosen darf eine Pflegekraft nicht stellen, aber im Rahmen ihrer Kompetenz muss sie medizinische verdachtsdiagnosen stellen, welche sie dann dem Arzt zur evaluation übergiebt.

Wenn Du mir nun verrätst wie ich meiner Gesetzlichen Verpflichtung mit den lebenserhaltenden Sofortmassnahmen nachkommen soll, ohne das ich mit einem minimum an Diagnostik und Anamnese eine verdachtsdiagnose stelle, dann sind wir wieder auf einer ebene.
 
Qualifikation
Fachpfleger für Intensiv Medizin
Fachgebiet
IMC
M

Menschenkind

Mitglied
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18.12.2012
Wenn Du mir nun verrätst wie ich meiner Gesetzlichen Verpflichtung mit den lebenserhaltenden Sofortmassnahmen nachkommen soll, ohne das ich mit einem minimum an Diagnostik und Anamnese eine verdachtsdiagnose stelle, dann sind wir wieder auf einer ebene.
Bei einer lebenserhaltenden Sofortmaßnahme stellt der Ersthelfer doch keine Diagnosen, sondern Symptome fest und beurteilt Bewusstsein, Atmung, Puls um daraufhin entsprechend zu handeln:
Ansprechbar, nicht bewusstlos: beruhigen, Notarzt, Verletzungen vorhanden?
Bewusstlos, aber Atmung: stabile Seitenlage, Notarzt
Bewusstlos, keine Atmung: Notarzt, Herzdruckmassage
 
Qualifikation
Krankenpfleger, Pflegefachmann, freiber. Dozent
Fachgebiet
Heimaufsicht/WTG-Behörde
Weiterbildungen
Pflegedienstleitung, Qualitätsbeauftragter, Algesiologischer Fachassistent (DGSS)
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Willy_Wuff

Aktives Mitglied
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01.12.2005
Deggendorf
Das erklährt warum wir aneinander vorbei reden.
Im falle eines "Normalen" Ersthelfers und auf der strasse hast Du recht.

Bei pflegerischem Fachpersonal, zumindest Gesundheits und Krankenpflege, schaut es anders aus.

Da gehört zu der Ausbildung lebenserhaltende und lebensrettende Sofortmassnahmen unter anderem :
Schock
Lungenembolie
Herzinfarkt
Hypertensieve Kriese
Lungenödem
Hypoglycämie
Intoxikation

(Quelle, unter anderem, Thime Expresspflege )

Und das gild nicht nur unter Klinischen Bedingungen, sondern auch in der Häuslichen Pflege
 
Qualifikation
Fachpfleger für Intensiv Medizin
Fachgebiet
IMC
G

Grützner

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
16.02.2016
Nordhastedt
Ok, ich wollte jetzt keine Grundsatzdiskussion lostreten. Das ich bei einem Diabetiker, der seine Diagnose vom Arzt bestätigt hat, zumindest einmal im Monat den BZ-Wert kontrollieren darf, weiss ich. Auch weiss ich das, wenn ich eine AVO bekomme über diverse Tagesprofile. ich weiss auch das ich eine Messung machen darf, wenn die Person mir das explizit erlaubt. Was ich nicht wusste ist, wenn ich so gar nichts weiss, also keine Diagnose, oder die Person aufgrund kognitiver Einschränkungen mir keine Erlaubnis geben kann, ob ich dann eine BZ-Messung rechtlich durchführen darf. Natürlich bezogen auf meine Tätigkeit als Altenpfleger und nicht als Privatperson.
Bezüglich Heilpraktikergesetz würde ich pauschal vermuten, das bezieht sich direkt auf Heilpraktiker und nicht auf Altenpfleger. Das gehört mit zu den Gesundheitsgesetzen, da geb ich Recht, aber ist speziell. Die Ärzteverordnung zählt ja auch nur für Ärzte und nicht für Altenpfleger. Und das macht auch Sinn in meinen Augen. Kompetenzen will ich damit aber keinesfalls den entsprechenden Berufszweigen absprechen. Und das gehört auch nicht hier hin.

So, um zum Thema zurück zu kommen.
Schlussfolgerung:
rein rechtlich gesehen steht immer noch die Gesetzesgrundlage im Raum...und da habe ich weiterhin nichts hinzuzufügen. Eine routinemäßige, nicht vom behandelnden Arzt angeordnete Untersuchung, die nicht eine pflegerischen Bereich abdeckt (anders z.B. eine Gewichts- und Größenmessung zur Bestimmung des Ernährungszustandes im Rahmen des Expertenstandards "Ernährungsmanagement zur Sicherung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege", in der mittels Screening die "Gefahr einer Mangelernährung" [Achtung, PFLEGEDIAGNOSE, keine medizinische Diagnose!] erhoben wird.), ist eine rechtlich nicht statthafte Maßnahme, weil eine Pflegekraft eine medizinisch-diagnostische Aufgabe durchführt, ohne die notwendige Legitimation (Delegation eines Arztes) dafür zu haben.
Ich mag das überlesen haben, aber wärest du auch in der Lage, mir die entsprechende Quelle zu nennen?
 
Qualifikation
examinierter Altenpfleger
Fachgebiet
palliativ Intensivpflege
M

Menschenkind

Mitglied
Basis-Konto
18.12.2012
Der Punkt ist, dass nicht explizit z.B. für Altenpfleger gesagt werden muss, was sie nicht dürfen...sondern dass in anderen Gesetzen, die nicht primär für Altenpfleger oder Krankenpfleger gelten definiert wird, wer (ausschließlich) etwas bestimmtes machen darf.
Auf dieser Basis werden sonstige Berufsgruppen für die eigenverantwortliche Durchführung von Diagnostik und Therapie ausgeschlossen.

Die Gesetzesgrundlage bildet hier das Heilpraktiker-Gesetz, in dem definiert wird, welche Berufe Heilkunde ausüben dürfen und was Heilkunde ist.
 
Qualifikation
Krankenpfleger, Pflegefachmann, freiber. Dozent
Fachgebiet
Heimaufsicht/WTG-Behörde
Weiterbildungen
Pflegedienstleitung, Qualitätsbeauftragter, Algesiologischer Fachassistent (DGSS)
Pflegeboard.de

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05.07.2001
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